Devisen

Argentinien: Etwas Erstaunliches tut sich am Devisenmarkt

Argentinien hatte am letzten Freitag mit 50 Milliarden Dollar die größte jemals erteilte Kreditzusage vom Internationalen Währungsfonds erhalten (lesen Sie hier die Details). Um bis zu dieser Zusage durchhalten zu können, hatte die argentinische Notenbank dem freien Devisenmarkt quasi gedroht die Marke von 25 Peso für 1 US-Dollar verteidigen zu wollen. Bis zu dieser Marke hatten die Spekulanten den Wechselkurs dann auch getrieben, aber eben nicht weiter.

Wie man aus Marktkreisen hört, hat die Notenbank diese Drohung bis jetzt nicht wirklich wahr gemacht. Sie hat also nicht interveniert, sondern hoffte nur die Drohung alleine würde ausreichen um Spekulanten vom Überschreiten dieser Marke abzuhalten. Vorher hatte man sogar den Spekulanten noch ein „Zuckerl“ hingeworfen: Als US-Dollar vs Peso (USDARS) die 25er-Marke noch nicht erreicht hatte, sagte die Notenbank ein Kurs bis 25 sei akzeptabel.

Aber dieses „Zuckerl“ und auch die Drohung die 25 verteidigen zu wollen haben nicht gefruchtet. Aber das sollte ja eigentlich egal sein, denn wie gesagt: Seit Freitag steht die offizielle Zusage des IWF. Mit frischen 50 Milliarden US-Dollar hätte Argentinien mehr als genug Devisen, um damit den Peso zu kaufen. Wer würde es sich da schon trauen weiter gegen den Peso zu zocken?

Tja, wie man aktuell sieht, ist es dem freien Devisenmarkt egal, und die Zockerei gegen den Peso geht weiter. Wenn man sich so umhört, so lauten die Argumente: Es wäre mehr als verwunderlich, warum Argentinien statt 20 sogar 50 Milliarden Dollar erhalten habe, und außerdem läge gerade Druck auf allen Emerging Markets-Währungen. Bla Bla… so richtig überzeugend ist das alles nicht.

Wir meinen: Es ist der dreiste Versuch große Spekulanten Argentinien herauszufordern. Auch seit letzten Freitag soll die Notenbank in Buenos Aires angeblich noch gar nicht interveniert haben um die 25er-Marke zu verteidigen. Wenn das stimmt, darf man schon fragen, warum sie es nicht getan hat. Der Chart seit 6. Juni zeigt den Verlauf von US-Dollar vs Peso. Inzwischen liegt der Wechselkurs über 26.

Es ist ein extrem riskanter Ritt der Spekulanten. Der Gegenangriff der Notenbank kann jederzeit erfolgen, und ihre Gewinne und dramatische Verluste verwandeln. Aber warum bislang nichts passiert ist, bleibt rätselhaft. Und dass die Spekulanten bei der IWF-Zusage und der Drohung der Notenbank weiter gegen den Peso zocken, ist eine mehr als außergewöhnliche Situation am Devisenmarkt!

USD Argentinien Peso



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