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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Devisen

Argentinien: Notenbank lässt Peso absichtlich weiter crashen

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am

Nur mal angenommen: Sie besitzen einen Kiosk, und Sie werden zehn Mal überfallen. Dann verkünden Sie öffentlich: 13 Überfälle insgesamt toleriere ich – ab dem 14. Überfall wehre ich mich mit Waffengewalt! Was wird dann passieren? Richtig, die Räuber kommen sofort und räumen noch drei Mal ihren Laden aus! Dann haben Sie (vermeintlich) erst einmal Ruhe. So ähnlich läuft es aktuell in Argentinien.

Ein relativ beispielloser Vorgang hat sich gerade in Argentinien abgespielt. US-Dollar vs Peso stand gestern Mittag noch bei 23 (also 23 Peso für einen Dollar). Dann verkündete die Notenbank in Buenos Aires, dass man einen Wechselkurs von bis zu 25 akzeptieren würde. Und was machte der Markt? Er ließ sich nicht zwei mal bitten, und USD vs Peso knallte sofort hoch (Chart) von 23 auf 24,70 (aktuell genau 25).

Damit setzt sich der brutale Absturz des Peso fort. Für diesen aktuellen Augenblick scheint Ruhe eingekehrt zu sein. Bislang hatte die Notenbank mit eigenen Dollar-Reserven auch versucht den Peso zu kaufen um ihn somit zu stützen. Gestern aber hat man nicht nur einen Kurs von bis zu 25 als akzeptabel erklärt. Nein, die Notenbank bot gestern auch 5 Milliarden Dollar zu 25 Peso je Dollar an, damit eine Bodenbildung erreicht werden kann. Am freien Devisenmarkt wurden davon aber gerade einmal 500.000 Dollar abgenommen.

Die Strategie scheint offensichtlich zu sein. Man will die Devisen-Zocker noch drastisch übertreffen, um ihnen erstmal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie sollen sich wohl sagen: Puhhhhh, der Peso ist jetzt so hoch, da zocken wir erstmal nicht auf noch niedrigere Peso-Kurse. Diese Strategie kann aufgehen, muss es aber nicht. Erstmal für diesen kurzen Augenblick scheint der Devisenmarkt daran zu glauben, dass die Notenbank in Buenos Aires die 25er-Marke verteidigen wird. Aber wie sieht es morgen aus?

Der IWF hat gestern verkündet, dass man am Freitag zügige Schritte in Sachen Argentinien-Hilfe beraten werde. Es könnte dann also ganz schnell gehen mit einer frischen Dollar-Zufuhr in das Land. Auch sagte der IWF, dass man daran interessiert sei, dass der Peso-Kurs frei beweglich bleibt. Einen Peso-Zielkurs erwarte man nicht für seine zukünftigen Hilfen. Also, für Forex-Zocker, die sich in diesen extrem exotischen Markt trauen, kann der Peso auch weiterhin eine ganz heiße Kiste bleiben. Die Zeche zahlen die Menschen in Argentinien mit extrem hohen Kreditzinsen und Importpreisen.


US-Dollar vs Peso seit 8. Mai.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Hinterfrager

    15. Mai 2018 11:14 at 11:14

    Nur mal angenommen, Recep Tayyib Erdogan, vor dem sich nicht nur prominente Kicker ehrerbietig verneigen, würde auch noch Zentralbankchef der Türkei… Dann, ja dann geht es nicht nur wieder mächtig bergauf, sondern wir erleben eine vollkommene Neudefinition volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und Schlussfolgerungen! Was für ein Kerl aber auch…

    https://www.n-tv.de/politik/Erdogan-will-ueber-Geldpolitik-verfuegen-article20433953.html

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Devisen

Zehn Tage Ferien vom Brexit – man hat ja Zeit! Pfund mit Abwärts-Durchbruch?

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Jeder Mensch braucht mal eine Pause, so auch Parlamentarier. Und natürlich dürfen auch die Abgeordneten im House of Commons in London mal Urlaub machen. Und auch der Oster-Urlaub sei ihnen gegönnt, den sie aktuell vom 12. bis 23. April genommen haben. Aber wie oft in 100 Jahren steht schon ein Ereignis wie der Brexit an, die vielleicht wichtigste politische Grundsatzentscheidung seit dem 2. Weltkrieg für Großbritannien?

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Wäre es da nicht angebracht, dass die Politiker dieses eine Mal diese Pause ausfallen lassen, weil man dringend eine Lösung finden muss? Nein, man macht trotzdem Urlaub. Und warum? Weil man ja seit Kurzem „so richtig viel“ Zeit gewonnen hat. Die EU gewährt einen Brexit-Aufschub bis Oktober. Aber eigentlich, das dürfte allen klar sein, läuft der Aufschub nur bis zum 22. Mai. Denn es ist kaum vorstellbar, dass die Briten tatsächlich an der Wahl zum EU-Parlament teilnehmen wollen.

Also bleiben nur noch etwas mehr als vier Wochen. Aber wie so oft schieben die Briten die Dose die Straße runter. Einfach hinauszögern, abwarten. Irgendwas wird schon passieren, irgendwas wird sich schon ändern? Die Parteispitzen von Konservativen und Labour reden zwar weiter, aber ohne Parlament geht eh nichts. EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte vor Kurzem nach der Fristverlängerung bis Oktober, die Briten sollten doch bitte keine Zeit verschwenden. Aber genau das tun sie gerade.

Theresa May verabschiedete die Parlamentarier übrigens in ihre Oster-Pause mit dem Kommentar, dass man vor klaren Entscheidungen stünde, und dass der Zeitplan eindeutig sei. Welchen Abgeordneten im House of Commons sollen diese Worte noch beeindrucken, nach mehreren gescheiterten Abstimmungen über May´s Brexit-Deal, und nach dutzenden verschiedenen eigenen Ideen der Parlamentarier, die sie allesamt selbst ablehnten?

Am letzten Freitag berichteten wir darüber, dass das britische Pfund kurz vor einem charttechnischen Ausbruch nach oben stand gegenüber dem US-Dollar. Dem war auch so. Seit dem 4. April gab es vier Hochpunkte bei ca 1,3120. Genau dort machte er halt und fiel bis heute runter auf 1,3010. Jetzt kämpft er gerade mit dieser wichtigen runden Marke (erster Chart seit 4. April).

Auf etwas längere Sicht gesehen (zweiter Chart seit August 2018) stellt sich die Frage, ob endlich mal wieder „richtig“ Bewegung in den Pfund-Kurs kommt. Bricht er unter die 1,30, dann ist Luft nach unten vorhanden. Bei dem Brexit-Chaos wäre dies gut nachvollziehbar. Aber die wochenlange Ruhe im Kurs war schon diverse Male ein Desaster für die Shorties, die gegen das Pfund gewettet hatten.

Pfund Brexit

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Aktien

Giovanni Cicivelli: Kurze Vorschau auf aktuelle Ideen zu Dax, Forex, Aktien

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An dieser Stelle zeige ich nur eine ganz kurze Vorschau auf mein heutiges Marktvideo. In voller Länge könnt ihr es als registrierte Nutzer sehen. Die Nutzung und Registrierung ist komplett kostenfrei. Melden Sie sich dazu bitte hier an.

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Devisen

Japans Kampf um den Wirtschaftsaufschwung – kann die Geldpolitik noch Impulse setzen?

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Hat man Töne! Japan, das Land ohne Zinsen – seit 10 Jahren liegt der Leitzins an der Nulllinie – sieht die Konjunkturabschwächung und denkt an die Möglichkeit von Zinssenkungen?! Der kürzlich veröffentliche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist zwar etwas gestiegen, liegt aber mit 49,2 Punkten immer noch unterhalb der Wachstumsschwelle.

Ich habe  in der letzten Woche über das japanische Zinstrauma seit dem Crash nach 1989 geschrieben und auf die Gefahr einer „Japanifikation“ der Eurozone hingewiesen. Jetzt kämpft das Land der aufgehenden Sonne schon wieder etwas mit rezessiven Wirtschaftstendenzen – im Zuge der bisherigen globalen Wirtschaftsabschwächung -, deshalb sind die Maßnahmen der japanischen Regierung und der BoJ schon von Interesse für den europäischen Wirtschaftsraum.

Hier ein paar aktuelle  Aussagen des Governors der Bank of Japan, Jaruhiko Kuroda:

  • Japanˋs economy has slowed„slightly“
  • Production, exports to China weak
  • Moderate wage gains hold back inflation
  • Accomodative policy has worked
  • Still room für more monetary easing
  • Can further reduce interest rates if needed
  • Thereˋs room for reducing interest rates

 

Fazit

Kommt jetzt die Zeit der Minuszinsen? Bis jetzt sind das noch Gedankenspiele, weil Kuroda auch an ein Wiederanspringen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte glaubt.

Aber sie sind ein Vorgeschmack auf das, was der EU-Zone blühen könnte, sollte die europäische Konjunktur in eine Rezession rutschen.

Irgendwie klingen manche Sätze auch nach Mario Draghi, aber vielleicht ist das das übliche „wording“ von Notenbankern.

 

By 663highland – Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8349591

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