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Aschenbrenner-Hedgefonds: Neues zum Absturz des „KI-Wunderkinds“

Der Aschenbrenner-Hedgefonds Situational Awareness ist arg in Schieflage. Hier dazu die neuesten Details und unser Kommentar.

New York Stock Exchange. Foto: Michael Nagle/Bloomberg

Situational Awareness, der Hedgefonds des angeblichen KI-Wunderkinds Aschenbrenner, versuchte einen Teil seiner Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen zu verkaufen, da das Unternehmen diese Woche dringend Liquidität beschaffen musste, um eine Flut von Nachschussforderungen seiner Kreditgeber zu erfüllen.


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Die Risikokapitalfirmen Sequoia Capital und Greenoaks gehörten zu den Unternehmen, die von dem in Schwierigkeiten geratenen Hedgefonds bezüglich der Übernahme einiger dieser Positionen angesprochen wurden, wie aus Kreisen mit Kenntnis der Angelegenheit verlautete.

Aschenbrenner mit Citadel-Deal

Situational Awareness entschied sich jedoch gegen einen Verkauf, nachdem es eine separate Vereinbarung mit Citadel getroffen hatte, um den Großteil seines Portfolios an börsennotierten Aktien zu veräußern, so sagen es laut Bloomberg Informanten, die darum baten, bei der Erörterung nicht öffentlicher Informationen anonym zu bleiben. Vertreter von Sequoia, Greenoaks und Situational Awareness lehnten eine Stellungnahme ab.


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Situational Awareness wurde von Leopold Aschenbrenner gegründet und hat in Unternehmen investiert, die mit dem KI-Boom in Verbindung stehen, darunter Bloom Energy, der Halbleiterhersteller Sandisk und der Cloud-Dienstleister CoreWeave.

Das junge Unternehmen musste mit ansehen, wie sein verwaltetes Vermögen von 45 Milliarden US-Dollar Anfang Juli auf etwa 10 Milliarden US-Dollar einbrach, da KI-Aktien in den letzten Wochen unter Druck gerieten – vor dem Hintergrund von Zweifeln, ob ihre hohen Bewertungen aufrechterhalten werden können.

Neben seinem Portfolio an börsennotierten Aktien hat Situational Awareness auch einige namhafte Privatunternehmen in diesem Bereich unterstützt, darunter eine Beteiligung von mehr als 5 Milliarden US-Dollar an Anthropic sowie an FluidStack und MatX.

Mit Sequoia Capital und Greenoaks wandte sich Aschenbrenner an zwei der prominentesten Investoren des Silicon Valley, die beide bereits Anteile an Anthropic halten. Der Hedgefonds erwog, einen Teil seiner Anthropic-Beteiligung im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar an das Konsortium aus Sequoia und Greenoaks zu verkaufen, entschied sich aber letztendlich dagegen, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

Sequoia Capital ist einer der größten Risikokapitalfonds der USA. Laut einer Wertpapiermeldung verwaltete das Unternehmen Anfang dieses Monats ein Vermögen von mehr als 80 Milliarden US-Dollar. Greenoaks verfügt unterdessen über ein Vermögen von rund 25 Milliarden US-Dollar.

Aschenbrenner ist im Silicon Valley als KI-Forscher bekannt, der in einer Mitteilung aus dem Jahr 2024 mit dem Titel Situational Awareness vor den Risiken des technologischen Wettlaufs und dem rasanten Tempo der Veränderungen gewarnt hatte. Er gründete die Investmentfirma im Jahr 2024.

FMW-Kommentar

Verkauf an Citadel – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Am Dienstag kurz vor Verkündung der Fed über unveränderte Zinsen, verkündete Citadel seine Meinung, dass die Zinsen erhöht werden. Das war ein weiterer Faktor für den Absturz am Aktienmarkt, der den Hedgefonds von Leopold Aschenbrenner wohl noch weiter in Schwierigkeiten brachte. Aber Butter bei die Fische. Ob das wirklich ausschlaggebend war für die Schieflage des Fonds? Und ob Citadel wirklich deswegen seine Fed-Aussage tätigte? Hat man das überhaupt nötig?

Aber schauen wir mal nur auf Leopold Aschenbrenner. Gestrige Berichte legen nahe, dass sein Fonds gehebelt gearbeitet hat, um im monatelang laufenden KI-Börsenrausch noch höhere Gewinne zu erzielen. Hebel bedeutet letztlich nur, dass Anleger Kredite aufnehmen, um mit einem vielfachen des eigentlich vorhandenen Kapitals am Markt zu investieren. Dadurch erhöhen sich die Gewinne bezogen auf das tatsächlich vorhandene Investitionskapital massiv, wenn man denn auf der richtigen Seite des Marktes investiert ist.

Offenbar war Aschenbrenner im Absturz der letzten Wochen auch noch gehebelt auf steigende Kurse investiert? Sonst wäre es wohl kaum zu so einer dramatischen Schieflage und Notverkäufen in seinem Hedgefonds gekommen. Damit dürfte die Aura des jungen, dynamischen Wunderkindes dahin sein.

Frage: Wie können institutionelle Anleger einem 24jährigen ohne große Lebens- und Berufserfahrung an der Börse Geld anvertrauen? Nur weil man im Silicon Valley einen tollen Uni-Abschluss hinlegt und dann kurzzeitig bei OpenAI arbeitet, wo man auch noch entlassen wurde. Das hatte offenbar ausgereicht, um ihm Geld anzuvertrauen. In einem stark steigenden Markt auf Chipaktien zu setzen, und das auch noch gehebelt – das kann jeder Anleger auch selbst, ganz ohne Hedgefonds.

Ob Aschenbrenner alleine entschieden hat oder gemeinsam mit anderen Managern im Fonds – unbekannt. Aber in einem dramatisch überhitzten Markt gehebelt auf weitere Kursanstiege zu setzen – das zeugt nicht gerade von Börsianern, die Erfahrung haben. Hätte man die Erfahrung, hätte man auch gewusst, dass auf so eine Überhitzung irgendwann der Absturz folgt. Und dann noch mit Milliarden an Investorengeldern gehebelt weiter auf steigende Kurse setzen – Prost Mahlzeit.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. jaja die Wunderkinder der GenZ ….

    gestern erst ein 30s Video auf TG allerdings geseh wo eine (ich hab die Haare schön Frau auch aus dieser Alterklasse) ernsthaft behauptete
    a) Bürgergeld wird nicht von Steuern bezahlt
    b) der Staat hätte da ein Sonderkonto (nein sie meinte definitiv nicht Sondervermögen!)
    c) und der Hammer in der Formulierung: für alle die nicht arbeiten WOLLEN!

    auch auf mehrfache Nachfrage in den asozialen Medien ob sie nur vergessen hätte das als Satire zu kennzeichnen … kam ein NEIN von ihr

    keine weiteren Fragen euer Ehren

    1. Der Lars Windhorst der GenZ.

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