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Atemschutzmaske: Österreichs großes Experiment mit der Aufhebung

Die Atemschutzmaske gilt in vielen Regionen als effektiver Schutz vor der Ausbreitung von Aerosolen, dem Hauptübertragungsmedium für Covid-19 – aber Österreich geht jetzt einen neuen Weg!

In Asien gehört sie schon länger zum Alltagsbild. Ausgerechnet unser südlicher Nachbar Österreich wagt jetzt das große Experiment: Seit drei Tagen ist die Pflicht eine Atemschutzmaske beim Einkauf zu tragen dort weitgehend abgeschafft.

Die Masken fallen„, lautete die Überschrift in mancher österreichischen Tageszeitung zu Beginn der Woche. Denn da endete die Pflicht eine Atemschutzmaske im gesamten Handel, für die Kunden wie auch für die Bediensteten. Aber nicht nur dort. Auch für Hotelgäste und Restaurantbesucher entfällt der Mund-Nasen-Schutz in der ganzen Lokalität. Für die Schüler ist dies schon seit Pfingsten gegeben, jetzt erweitert man dies auf viele andere Bereiche. Für den öffentlichen Verkehr bleibt die Pflicht eine Atemschutzmaske zu tragen allerdings vorerst noch erhalten. Österreich war einer der Vorreiter in punkto Atemschutzmaske – bereits seit dem 6. April – da man sehr von der Schutzwirkung des Anfangs in Deutschland noch umstrittenen Textilteils ausgegangen war.

Atemschutzmaske: Die Politiker gehen voran

Bereits bei der ersten Regierungsklausur erschienen die Politiker in der Pressekonferenz „ohne“ – und man verwies stolz auf die bisher erreichte Eindämmung. Am gestrigen Tag hatte man noch 417 aktive Infektionen und die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt jetzt schon zwei Monate im unteren zweistelligen Bereich.

Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach natürlich von der möglichen Rückkehr zur alten Regelung, sollte die Infektionswelle wieder hochschwappen, zumal seit Dienstag auch viele Einreisebeschränkungen nach Österreich nicht mehr gelten. Die Mediziner halten vorerst still und die Bevölkerung freut sich. Wie in Deutschland beschwerte man sich im Handel, denn die Pflicht zur Atemschutzmaske verleidete auch dort das Kaufvergnügen. Acht Stunden Masketragen führte bei vielen Verkäuferinnen und Verkäufern auch zu Schwindel und Kopfweh.

Fazit

Leichtsinn oder die zwangsläufige Folge bei Infektionszahlen von 400 bei einer Bevölkerung von neun Millionen Menschen? Jetzt wird die westliche Welt auf Österreich starren – und ganz besonders Deutschland. Wo in einzelnen Bundesländern schon immer mehr Anläufe auf weitere Normalisierung des Alltagslebens geplant werden. Die Atemschutzmaske vor dem Gesicht ist für viele Mitteleuropäer einfach eine Bedrohung für das Geschäftliche, speziell beim Shopping und in Restaurants. Sollten in Österreich die Fallzahlen in den nächsten vier Wochen nicht deutlich ansteigen, wird man in Deutschland sicher nicht untätig bleiben beim Lockern. Es wäre ein kleiner wirtschaftlicher Gamechanger. Sollte es aber zu stärkeren Ausbrüchen kommen, hätte Österreich den Schwarzen Peter und Deutschlands Gesundheitsbehörden eine sehr valide Studie über den Wert der Mund-Nasen-Schutzmaske mit vielen Probanden.

Österreich hebt die Pflicht zum Tragen der Atemschutzmaske auf



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6 Kommentare

  1. Richtig toll wäre, wenn all die Wagemutigen in eine Reihe stehen würden um sich endlich mal ansteckien zu lassen, damit die Durchseuchung abgeschlossen werden kann.

  2. Atemschutzmasken haben nur eine geringe Wirksamkeit. Bei uns in Spanien wurde erst fast am Ende der Pandemie mit kontinuierlich abnehmenden Fällen und zunehmenden Kontakten seit Wochen, die Pflicht der Maske eingeführt. Meines Erachtens komplett sinnfrei.

    1. So ist es auch in Deutschland gewesen: die Kurve der Neuinfektionen war bereits flach, als die Maskenpflicht eingeführt worden war. Was hat die also gebracht? Rein gar nichts außer Schikane!
      Das Einzige was wirklich während Hochrisiko-Ansteckzeiten (wie es der Winter nun mal ist) hilft wäre ein tatsächliches Verbot von Massenveranstaltungen. Dann sollte es aber einen gesellschaftlichen Diskurs geben ob man zukünftig nie mehr Fasching/Karneval feiern, im Winter nie mehr auf Konzerte o. ä. gehen möchte. Oder man kehrt zur alten Normalität zurück und Leute mit Schutzbedürfnis schützen sich ganz einfach mit einer FFP2 Maske bzw. meiden ganz einfach „Risikogebiete“…

  3. Recht haben Sie.

  4. Maske ist nicht gleich Maske. Die netten selbstgenähten Stoffmasken und Halstücher sind nur ein minimaler Schutz, wenn überhaupt. Der beginnt eigentlich erst bei den FFP3 Masken, richtige Handhabung vorausgesetzt.
    Wie wirklicher Schutz aussieht, kann man in den Covid-Abteilungen sehen.

  5. Ich bin mal gespannt wie sich die Marktlage ändert wenn wie bereits bestätigt wurde bei einer einmaligen Infektion nicht unbedingt Antikörper entwickelt werden und somit keine Herdenimmunität erreicht werden kann.
    Aus meinem Bereich haben wir bereits mehrere solche Fälle die ganeu dieses Bild abgeben.
    Also bereits infiziert gewesen und danach war der Antikörpertest negativ – ich bin einer von mehreren nachgewiesenen Personen! (laut einer Studie sollen nur 4% der infizierten tatsächlich Antiköper gebildet haben)
    Das Resultat ist, das wir
    1. Keine nachhaltige Immunität erhalten werden, weder durch die natürliche Körperabwehr noch durch irgendwelche Impfungen (RNA Impfung eingeschlossen)
    2. Durch die natürliche Mutation, wie wir Sie bei den Influenza Viren kennen werden sich auch die Covid 19 Viren an die äusseren Gegebenheiten anpassen
    3. Wir uns mit dem Virus abfinden müssen und wir uns auf eine Koexistenz einstellen sollten und das ohne Panik

    Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Studie-belegt-Zweifel-ob-sich-eine-laenger-anhaltende-Immunitaet-nach-einer-Covid-19-Infektion-4789059.html

    Ob das Aktienmarkt wohl eingepreist hat?

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