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Atemschutzmaske: Österreichs großes Experiment mit der Aufhebung

Wolfgang Müller

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Die Atemschutzmaske gilt in vielen Regionen als effektiver Schutz vor der Ausbreitung von Aerosolen, dem Hauptübertragungsmedium für Covid-19 – aber Österreich geht jetzt einen neuen Weg!

In Asien gehört sie schon länger zum Alltagsbild. Ausgerechnet unser südlicher Nachbar Österreich wagt jetzt das große Experiment: Seit drei Tagen ist die Pflicht eine Atemschutzmaske beim Einkauf zu tragen dort weitgehend abgeschafft.

Die Masken fallen„, lautete die Überschrift in mancher österreichischen Tageszeitung zu Beginn der Woche. Denn da endete die Pflicht eine Atemschutzmaske im gesamten Handel, für die Kunden wie auch für die Bediensteten. Aber nicht nur dort. Auch für Hotelgäste und Restaurantbesucher entfällt der Mund-Nasen-Schutz in der ganzen Lokalität. Für die Schüler ist dies schon seit Pfingsten gegeben, jetzt erweitert man dies auf viele andere Bereiche. Für den öffentlichen Verkehr bleibt die Pflicht eine Atemschutzmaske zu tragen allerdings vorerst noch erhalten. Österreich war einer der Vorreiter in punkto Atemschutzmaske – bereits seit dem 6. April – da man sehr von der Schutzwirkung des Anfangs in Deutschland noch umstrittenen Textilteils ausgegangen war.

Atemschutzmaske: Die Politiker gehen voran

Bereits bei der ersten Regierungsklausur erschienen die Politiker in der Pressekonferenz „ohne“ – und man verwies stolz auf die bisher erreichte Eindämmung. Am gestrigen Tag hatte man noch 417 aktive Infektionen und die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt jetzt schon zwei Monate im unteren zweistelligen Bereich.

Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach natürlich von der möglichen Rückkehr zur alten Regelung, sollte die Infektionswelle wieder hochschwappen, zumal seit Dienstag auch viele Einreisebeschränkungen nach Österreich nicht mehr gelten. Die Mediziner halten vorerst still und die Bevölkerung freut sich. Wie in Deutschland beschwerte man sich im Handel, denn die Pflicht zur Atemschutzmaske verleidete auch dort das Kaufvergnügen. Acht Stunden Masketragen führte bei vielen Verkäuferinnen und Verkäufern auch zu Schwindel und Kopfweh.

Fazit

Leichtsinn oder die zwangsläufige Folge bei Infektionszahlen von 400 bei einer Bevölkerung von neun Millionen Menschen? Jetzt wird die westliche Welt auf Österreich starren – und ganz besonders Deutschland. Wo in einzelnen Bundesländern schon immer mehr Anläufe auf weitere Normalisierung des Alltagslebens geplant werden. Die Atemschutzmaske vor dem Gesicht ist für viele Mitteleuropäer einfach eine Bedrohung für das Geschäftliche, speziell beim Shopping und in Restaurants. Sollten in Österreich die Fallzahlen in den nächsten vier Wochen nicht deutlich ansteigen, wird man in Deutschland sicher nicht untätig bleiben beim Lockern. Es wäre ein kleiner wirtschaftlicher Gamechanger. Sollte es aber zu stärkeren Ausbrüchen kommen, hätte Österreich den Schwarzen Peter und Deutschlands Gesundheitsbehörden eine sehr valide Studie über den Wert der Mund-Nasen-Schutzmaske mit vielen Probanden.

Österreich hebt die Pflicht zum Tragen der Atemschutzmaske auf

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    18. Juni 2020 14:20 at 14:20

    Richtig toll wäre, wenn all die Wagemutigen in eine Reihe stehen würden um sich endlich mal ansteckien zu lassen, damit die Durchseuchung abgeschlossen werden kann.

  2. Avatar

    Tino

    18. Juni 2020 15:44 at 15:44

    Atemschutzmasken haben nur eine geringe Wirksamkeit. Bei uns in Spanien wurde erst fast am Ende der Pandemie mit kontinuierlich abnehmenden Fällen und zunehmenden Kontakten seit Wochen, die Pflicht der Maske eingeführt. Meines Erachtens komplett sinnfrei.

    • Avatar

      Alois Riedl

      19. Juni 2020 09:06 at 09:06

      So ist es auch in Deutschland gewesen: die Kurve der Neuinfektionen war bereits flach, als die Maskenpflicht eingeführt worden war. Was hat die also gebracht? Rein gar nichts außer Schikane!
      Das Einzige was wirklich während Hochrisiko-Ansteckzeiten (wie es der Winter nun mal ist) hilft wäre ein tatsächliches Verbot von Massenveranstaltungen. Dann sollte es aber einen gesellschaftlichen Diskurs geben ob man zukünftig nie mehr Fasching/Karneval feiern, im Winter nie mehr auf Konzerte o. ä. gehen möchte. Oder man kehrt zur alten Normalität zurück und Leute mit Schutzbedürfnis schützen sich ganz einfach mit einer FFP2 Maske bzw. meiden ganz einfach „Risikogebiete“…

  3. Avatar

    Scheer

    18. Juni 2020 18:45 at 18:45

    Recht haben Sie.

  4. Avatar

    Columbo

    19. Juni 2020 10:19 at 10:19

    Maske ist nicht gleich Maske. Die netten selbstgenähten Stoffmasken und Halstücher sind nur ein minimaler Schutz, wenn überhaupt. Der beginnt eigentlich erst bei den FFP3 Masken, richtige Handhabung vorausgesetzt.
    Wie wirklicher Schutz aussieht, kann man in den Covid-Abteilungen sehen.

  5. Avatar

    Scheer

    20. Juni 2020 15:58 at 15:58

    Ich bin mal gespannt wie sich die Marktlage ändert wenn wie bereits bestätigt wurde bei einer einmaligen Infektion nicht unbedingt Antikörper entwickelt werden und somit keine Herdenimmunität erreicht werden kann.
    Aus meinem Bereich haben wir bereits mehrere solche Fälle die ganeu dieses Bild abgeben.
    Also bereits infiziert gewesen und danach war der Antikörpertest negativ – ich bin einer von mehreren nachgewiesenen Personen! (laut einer Studie sollen nur 4% der infizierten tatsächlich Antiköper gebildet haben)
    Das Resultat ist, das wir
    1. Keine nachhaltige Immunität erhalten werden, weder durch die natürliche Körperabwehr noch durch irgendwelche Impfungen (RNA Impfung eingeschlossen)
    2. Durch die natürliche Mutation, wie wir Sie bei den Influenza Viren kennen werden sich auch die Covid 19 Viren an die äusseren Gegebenheiten anpassen
    3. Wir uns mit dem Virus abfinden müssen und wir uns auf eine Koexistenz einstellen sollten und das ohne Panik

    Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Studie-belegt-Zweifel-ob-sich-eine-laenger-anhaltende-Immunitaet-nach-einer-Covid-19-Infektion-4789059.html

    Ob das Aktienmarkt wohl eingepreist hat?

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Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

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Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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