Anleihen

Athen enttäuscht über EZB

Von Markus Fugmann

Der griechische Vize-Präsident und Vorsitzende des Ökonomischen Rates der Regierung in Athen, Yiannis Dragasakis, hat mit Enttäuschung auf die gestrige Entscheidung der EZB reagiert, das Limit für die Emission griechischer T-Bills nicht herauf zu setzen. Die EZB habe einen „Deal“ der Gläubiger mit Griechenland gewollt, nun habe man diesen „Deal“- und erwarte nun Resultate. Das sagte Dragasakis gegenüber dem griechischen Fernsehsender Antenna TV.

Die EZB hatte gestern eine Erhöhung des T-Bill-Volumens unter Verweis auf nicht Regel-konforme Staatsfinanzierung abgelehnt. Nach wie vor erlaubt die europäische Notenbank nicht, griechsche Staatsanleihen als Sicherheit für Kredite zu hinterlegen. Indirekt hatte Draghi darüber hinaus die Kommunikation der griechischen Regierung kritisiert und angedeutet, dass dies die Ursache für die Geldabflüsse von griechischen Konten gewesen sei.

Gestern hatte die EZB beschlossen, die Notkredite an griechische Banken um 500 Millionen Euro zu erhöhen. Das sei jedoch zu wenig, so Dragasakis. Positiv sei, dass Mario Draghi gestern den griechischen Bankensektor als „solvent“ bezeichnet habe. Dragasakis bezeichnete die Finanzlage Athens als „nicht schlechter“ als im Jahr 2012: Griechenland habe zwar ein Liquiditätsproblem, aber dieses sei „nicht sehr groß“.

Dragasakis wird Finanzminister Varoufakis am Montag nach Brüssel begleiten. Laut nicht näher benannten EU-Quellen der Nachrichtenagentur „Market News International“ bezeichnet die Eurogruppe die Reformvorschläge Griechenlands in ihren bisherigen Entwürfen als noch nicht ausreichend, sodass nicht damit zu rechnen sei, dass bereits am Montag darüber eine Entscheidung getroffen werden könne.



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