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Atomkraftwerke in der Ukraine: Der Krieg und der Strom

Eines ist klar: auch andere Atomkraftwerke in der Ukraine könnten demnächst im Rahmen des Krieges getroffen werden!

Atomkraftwerke Ukraine

Die Schlagzeilen werden immer dramatischer – droht eine nukleare Katastrophe, ein neues Tschernobyl oder Fukushima: Ein Überblick über die Atomkraftwerke in der Ukraine und ihrer Rolle bei der Energieversorgung des Landes.

Atomkraftwerke in der Ukraine – Gefahr Krieg

Eines ist klar: auch andere Atomkraftwerke in der Ukraine könnten demnächst im Rahmen des Krieges getroffen werden! Insgesamt gibt es in der Ukraine vier Standorte für Atomkraftwerke, an denen 15 teils veraltete Reaktoren im Betrieb sind. Die letzte vorliegende Meldung des Kernkraftwerksbetreiber EnergoAtom war, dass neun der 15 AKW normal arbeiten. Die Atomkraftwerke sind zwischen 36 und 45 Jahre alt – alle sind sogenannte Druckwasserreaktoren russischer Bauart. Die gleichen, die bereits in Tschernobyl eingebaut wurden.

Die Ukraine produziert über die Hälfte ihres Energiebedarfs mit Atomkraftwerken, bislang konnte die Versorgung trotz Krieg aufrecht erhalten bleiben. Da viele energieintensive Betriebe kriegsbedingt geschlossen sind, entlastet dies das nationale Stromnetz. Aktuell läuft das Stromsystem in einem „Insel-Modus“, nachdem es im Rahmen eines Tests am 23. Februar von der Russischen Seite abgekoppelt wurde. Aus diesem Test wurde bislang ein Dauerzustand.

Laut einem Greenpeace-Dossier sind nicht nur die Atomkraftwerke an sich durch direkten Beschuss gefährdet, sondern ist auch eine dauerhafte Stromversorgung ist essentiell für den sicheren Ablauf. Alleine für den Betrieb von Pumpen und Wasser für die Kühlung der Kernbrennstoffe wird eine konstante Energieversorgung benötigt, die laut Greenpeace selbst mit der vorhandenen Notstromversorgung nicht ausreichend gewährleistet wäre. Zudem können ja auch gezielt die dafür notwendige Infrastruktur durch Kampfeinwirkungen, sei es beabsichtigt oder auch unbeabsichtigt, zerstört werden.

Das Atomkraftwerk in Saporischschja hat eine lange Liste von Störfällen aufzuweisen, wie das österreichische Umweltministerium in einem Report aus 2021 erläutert. Der Report kommt zu dem Schluss, dass „eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich die Unfallszenarien zu einem schweren Unfall entwickeln, der die Integrität des Sicherheitsbehälters gefährdet und zu einer großen Freisetzung führt.“ Diese Einschätzung stammt noch aus der Zeit vor dem Krieg in der Ukraine!

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“ – Senator Hiram Johnsons

Der vermeintliche „russische“ Angriff (noch ist diese Frage ja nicht sicher geklärt) auf das Kernkraftwerk Saporischschja stellt insofern ein kriegswichtiges Detail dar, da solch ein Angriff auf ein Atomkraftwerk eine Verletzung der UN-Resolution von 1990 darstellt. Als unmittelbare Folge müsste der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unverzüglich handeln.

Eine bewusste Zerstörung der Infrastruktur, in Fachkreisen auch „verbrannte Erde“ genannt, weckt Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg. Hoffen wir auf die Vernunft der Akteure. Eine absichtlich herbeigeführte Atomkatastrophe kann nicht im Interesse der Menschheit sein und richtet sich gegen jedes, wirklich jedes Lebewesen auf unserem schönen Planeten..



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1 Kommentar

  1. Heute haben wir zwei Anfragen wegen unserer Ferienwohnungen in Spanien erhalten, die Leute sofort für Monate mieten wollen, aber gleichzeitig hoffen, dass sie die Wohnungen nicht benötigen werden.
    Sie sagten: Bei mehrfach Tschernobyl wollten Sie, gerade bei winterlichem Ostwind, nicht in Deutschland bleiben.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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