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Streit um Verlängerung der Laufzeit Atomkraftwerke: Weiterbetrieb der Kernreaktoren kostet 100 Millionen Euro

Atomkraftwerke: Weiterbetrieb der Kernreaktoren kostet 100 Millionen Euro

Die Verlängerung der Atomkraftwerke ist hierzulande ein Streitthema. Während die einen den Weiterbetrieb fordern, wollen andere an den Ausstiegsplänen festhalten. Zuletzt hatte Wirtschaftsminister Habeck vorgeschlagen, die Nutzung zweier Atomkraftwerke als Reserve bis Mitte April 2023 zu ermöglichen. Das reicht der FDP aber nicht aus. Sogar Greta Thunberg hat sich zu Wort gemeldet, die Klimaaktivistin sagte, „dass es nicht sinnvoll wäre, die Atomkraftwerke abzuschalten und stattdessen auf Kohle zu setzen“. Neues Futter für die laufende Atom-Diskussion liefert nun ein Bericht von Bloomberg, nach dem sich die Kosten für eine Verlängerung der Atomkraftwerke über den Winter hinaus auf circa 100 Millionen Euro belaufen.

Dazu meldet Bloomberg aktuell: Die Kosten für eine verlängerte Laufzeit der beiden verbleibenden deutschen Kernreaktoren über den Dezember hinaus belaufen sich auf bis zu 100 Millionen Euro. Die Angaben kommen von einer mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die aber anonym bleiben möchte. Europa braucht in diesem Winter alle Kapazitäten, die es bekommen kann, da die Energieknappheit die Versorgung im ganzen Land einschränkt. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck wird noch vor Jahresende eine endgültige Entscheidung über den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke treffen.

Die Stromerzeuger EON und EnBW wurden jedoch aufgefordert, sich auf eine Verlängerung der Reaktoren vorzubereiten. Die Abschaltung war ursprünglich für Ende des Jahres geplant, um an dem nationalen Atomausstiegsplan festzuhalten. Der Ausstiegsplan sorgt hierzulande für angeregte Diskussionen, da die Regierung an denen Plänen festhält, obwohl das Land inmitten einer Energiekrise steckt. Zudem setzte man zuletzt vermehrt auf Kohle. Allerdings ist Kohle wegen der hohen Emissionen von Kohlendioxid (CO2) der klimaschädlichste Brennstoff zur Stromerzeugung.

Atomkraftwerke: Hohe Kosten für AKW-Weiterbetrieb

Laut Bloomberg plant EON, der Betreiber des Atomkraftwerk Isar-2, ab dem 21. Oktober eine einwöchige Wartung zur Überholung der Druckventile. Zusammen mit den Personalkosten und den technischen Vorbereitungen summieren sich die Kosten auf rund 50 Millionen Euro, sagte einer der Beteiligten, der aus Gründen der Vertraulichkeit nicht genannt werden wollte. Die vorbereitenden Arbeiten am EnBW-Kraftwerk Neckarwestheim-2 werden einen ähnlichen Betrag kosten, sagte eine andere Person. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab, sich zu den Schätzungen zu äußern, sagten aber, sie erwarteten, für die Arbeiten entschädigt zu werden, unabhängig davon, ob die Reaktoren am Ende laufen oder nicht.

Die Regulierungsbehörde für die Energiemärkte (BNetzA) wird über die genaue Höhe der Entschädigung entscheiden, wie aus einem von Habeck vorgelegten Gesetzesentwurf hervorgeht, der die Laufzeitverlängerungen ermöglicht und der Bloomberg vorliegt. Die Veröffentlichung des Dokuments verzögert sich, da Finanzminister Christian Lindner auf eine noch längere Nutzung der Kernenergie bis 2024 drängt. Es habe ein „klares Einvernehmen“ innerhalb der Regierung gegeben, das Gesetz zu verabschieden, das jedoch „aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten“ ausgesetzt worden sei, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums per E-Mail.

FMW/Bloomberg

Verlängerung der Atomkraftwerke über den Winter hinaus
ESSENBACH, GERMANY – AUGUST


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10 Kommentare

  1. Haha, 100 Millionen.
    Damit hätte man sich den „Doppelwumms“ für etwa 3.000 mal so viel, ersparen können.
    Einfach nur mal März, April das Gehirn eingeschaltet, und nicht nur glauben.

    1. Atomkraftwerke sind in Zeiten der Cyberkriegsführung, staatlich organisierter Terrorspezialisten einfach viel zu gefährlich geworden. Sie sind – wie alle relevanten Versorgungseinrichtungen – nicht wirklich vor Angriffen zu schützen, sind aber bezüglich der möglichen Folge einer Katastrophe am extremsten. Deshalb: Abschalten! Dann sind sie wenigstens nicht mehr gar so gefährlich.

      1. Der Terror ab 9/11 hat neue sichere Konstruktionen hervorgebracht. Müßte man nur bauen.

        Und im Ukrainekrieg sieht man gerade, dass Russland ein Problem hat, die Stromversorgung der Ukraine auszuschalten, weil diese auf Kernkraft basiert. Die KKWs in der Ukraine werden nicht von Russland beschossen. Sie können nur versuchen, Leitungen zu kappen. Ein rationaler Gegner riskiert keinen GAU.

        Kommen wir also wieder zum Terror, vornehmlich religiöser oder ideologischer Art. Beste Vorsorge: solche Menschen nicht ins Land lassen und für Verrückte die Ausbürgerung vorbereiten:

        Leute, die sich auf Straßen festkleben, Richter, die das gut finden, Politiker die Gewalt relativieren, wenn sie von Links ausgeht – der Rechtsstaat muss sich bewähren. Wir Bürger haben unser Gewaltmonopol nicht an den Staat abgegeben, damit uns solche Vollidioten vergewaltigen können, sondern damit der Schutz auch davor menschenwürdig organisiert ist.

  2. Zitat :
    „Baerbock und Habeck sind Auftragskiller der deutschen Wirtschaft “
    Christian Kreiß (deutscher Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Aalen. Seine Schwerpunkte sind Finanzierung und Wirtschaftspolitik.)
    In dem Videointerview (vom 2.10.) sagt er es ganz deutlich :
    https://www.youtube.com/watch?v=Y_7enlP_m4U

  3. Atomkraft. Ja mei...

    Das klingt alles sehr dubios und nach erneuter Abzocke durch die AKW-Betreiber.
    Ja was denn nun? Seltsam widersprüchliche Angaben der anonymen Informanten:

    Erst heißt es, die Kosten für eine verlängerte Laufzeit belaufen sich auf bis zu 100 Millionen EUR.
    Dann heißt es, die einwöchige Wartung kostet 100 Millionen EUR.
    Sollte die zweite Aussage zutreffen, erscheint diese Summe nur für die einwöchigen Wartungsarbeiten (Personal, Ersatzteile) doch sehr dubios und übertrieben. Eine Woche, 50 Millionen EUR pro Reaktor?! Es sei denn, man hat die fehlenden Umsätze an der Strombörse aufgrund des einwöchigen Produktionsstopps eingerechnet, da die AKWs ja zur Wartung heruntergefahren werden müssten.

    Die Nettoleistung der beiden Kraftwerke liegt bei 2,7 GW. Bei Volllastbetrieb ergibt sich daraus in den 7 Tagen eine maximale Stromerzeugungsmenge von rund 450 GWh. Der Börsenstrompreis liegt bei rund 260 EUR/MWh.
    260 € x 450.000 MWh = 117 Millionen €.
    Da die Brennstäbe im Streckbetrieb weiterlaufen sollen, ist ein Volllastbetrieb nicht mehr möglich. Somit ergäbe sich eine Summe, die den genannten „Kosten“ sehr nahe kommt.

    Nur so lassen sich die Angaben erklären.
    Nun ist es doch aber so, dass diese Umsatzeinbußen ab Januar durch eine längere Laufzeit im Steckbetrieb wieder egalisiert werden. Es sei denn, die Kraftwerke werden in Kaltreserve gehalten, was aber nach Angaben der Betreiber technisch nicht möglich ist.

    @Helmut
    Damit hätte man sich den Doppelwumms ersparen können. Was ist das denn für eine blödsinnige Aussage?
    Glauben Sie tatsächlich, mit einem Streckbetrieb über wenige Monate oder auch einem längeren Weiterbetrieb der beiden Kraftwerke wäre unser Gasmangel beseitigt? Träumen Sie wirklich davon, das könnte die globalen Börsenpreise für Erdgas auch nur am Rande tangieren? Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein beim Gasverbrauch.

    1. Wer über Blödsinn redet, redet über seinen eigenen Blödsinn.
      Wenn nach Putins Einmarsch, ganz in Ruhe, die Wiederinbetriebnahme der sich in der Abkühlphase befindlichen AKW betrieben worden wäre, und der Weiterbetrieb der anderen 3 AKW, dann wären die 300 Milliarden nicht notwendig gewesen. Auch nicht die Inbetriebnahme von Kaftwerkschiffen, die mit Schwerölbetrieb pro Schiff mehr Schadstoffe in die Luft blasen, als Millionen Diesel PKW.
      6 Atomkraftwerke ersetzen etwa 24 Gaskraftwerke.
      So agiert man in Entwicklungsländern, oder eine unfähige Regierung, die immer noch in dem Glaubenswahn lebt, irgendwann einmal ausreichend Energie mit Wind und Solar für eine Industrienation zu produzieren und zu speichern.
      Diese wahrhaftige Regierung wird Euch noch vor Weihnachten die Wahrheit sagen müssen.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

      1. Es kann natürlich auch sein daß die Zuwendung auf nur Wind- und Solarenergie gar nicht auf ein Industrieland zugeschnitten sind, gar nicht geplant sind. Also muss etwas abgebaut werden.
        Dann macht das für grüne Vorstellungen wieder Sinn. Also angebotsorientierte Stromerzeugung (welch herrliche Verharmlosung )

      2. Atomkraft. Ja mei...

        @Helmut
        Will das nicht rein in Ihre ideologische Denke oder wollen Sie hier nur antigrüne Hasspredigten und sinnloses Bashing loswerden, und das völlig zu Lasten der Wahrheit?

        Vielleicht helfen Ihnen ein paar nackte Zahlen und Fakten weiter (Zahlen gerundet):
        Gesamter Gasverbrauch in Deutschland: 950 TWh
        Gasverbrauch für Stromproduktion: 40 TWh
        Das entspricht 4,2% des gesamten Gasverbrauchs.

        Anteil Kernkraft (3 Kraftwerke) an Stromproduktion: 7%
        Anteil Gaskraft an Stromproduktion: 7%
        Hätte man alle sechs AKW in Betrieb, könnte man ziemlich genau so eben die Stromproduktion durch Gaskraft ersetzen.
        Das ist zwar nicht ganz korrekt, weil die schnell regelbaren Gaskraftwerke zum Ausgleich von Spitzen, also zur Netzstabilisierung benötigt werden und außerdem ein Teil aus Kombikraftwerken stammt, deren Abwärme zum Heizen benutzt wird. Aber nehmen wir das zu Ihren Gunsten einfach einmal an.

        Wir würden in Deutschland also 4,2% an Gas einsparen bzw. hätten das für Wärme zur Verfügung. Und das genügt, dass der Rettungsschirm nicht nötig gewesen wäre? Die weltweiten Gaspreise hätten sich dadurch nicht signifikant erhöht? Industrie, KMU und Endverbraucher könnten dann ihre Gasrechnungen problemlos stemmen?
        Haben Sie noch nicht verstanden, dass es beim Gasrettungsschirm um Wärme geht, nicht um das bisschen Strom?

        Das müssen Sie bitte näher erläutern.
        Und falls möglich, ohne Glauben, Träumereien und Sektengefasel.

        1. Die Stromprodktion von etwa 24 Gaskraftwerken durch 6 Atomkraftwerke zu ersetzen, würde Deutschland schon einmal von einer Menge Gasimporten ersparen. Damit meine ich auch die Kosten für den Kauf von Gas für die 24 Gaskraftwerke.
          Aber Habeck will dann doch lieber 3 stinkende Kraftwerksschiffe mieten.
          Er benötigt aber etwa 18 um die 6 AKW zu ersetzen.
          Das will in mein Hirn schon rein.
          Natürlich wird erst weniger als 6 % der benötigten Energie in Deutschland durch „Erneuerbare“ hergestellt.
          Wann kommen denn die anderen 94%, wenn die 6 % schon 20 Jahre benötigt haben.
          Die nächsten 10 Jahre?
          Oder weitere 20 Jahre jedes Jahr 10 x so viele „Erneuerbare“ schaffen?
          Das sind ideologische Spinner, die auch nur an die Hälfte glauben.
          Und an so einen Blödsinn kann man eben nur glauben

  4. Mein Gott Herr,
    gib ihnen Hirn.
    Diese 3 Kraftwerksschiffe ersetzen zusammen mal gerade 1 Atomkraftwerk.
    Und kosten über Jahre hunderte von Millionen.
    Wenn nicht zig Milliarden.

    Als Atom-Alternative: Belgische Firma bietet Habeck 3 Ölkraftwerks-Schiffe an – FOCUS online.
    Wer natürlich den Glauben hat, dass nächstes Jahr die Erlösung kommt, dann bitte.

    https://www.focus.de/klima/energie/energiekrise-belgische-firma-bietet-habeck-drei-oel-kraftwerks-schiffe-als-akw-alternative-an_id_163833133.html

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