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Aufatmen Amerika! Donald Trump erklärt sich zum „stabilen Genie“

Das Skandalbuch des Jahres “Fire and Fury” über die gespenstische Berserkerei eines selten zurechnungsfähigen Präsidenten ist über Nacht zum Beststeller geworden: Autor Michael Wolff, der den Aufstieg und die Amtszeit von Donald Trump so brutal sezierte wie niemand vor ihm, kann sich über den ersten Platz auf den Bestsellerlisten von Amazon und Barnes & Noble freuen..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

Das Skandalbuch des Jahres “Fire and Fury” über die gespenstische Berserkerei eines selten zurechnungsfähigen Präsidenten ist über Nacht zum Beststeller geworden: Autor Michael Wolff, der den Aufstieg und die Amtszeit von Donald Trump so brutal sezierte wie niemand vor ihm, kann sich über den ersten Platz auf den Bestsellerlisten von Amazon und Barnes & Noble freuen.

Das Buch ist in vielen Läden in New York und Washington ausverkauft, auch bei Barnes & Noble online kommt es bereits zu längeren Bestellzeiten von bis zu vier Wochen.

Trump wollte über seine Anwälte das, wie er sagt, “Lügen-Buch” verhindern lassen. Der Verlag Henry Holt ließ sich nicht einschüchtern, verlegte sogar den Verkaufsstart um vier Tage vor.

Seit Freitag ist das Tell-All, in dem 200 Insider das peinliche und gefährliche Chaos im West Wing beschreiben, in den USA erhältlich.

Debatte um Geisteszustand von Trump

Das Bombenbuch ist seit Tagen Top-Thema wegen der brisanten und oft auch skurrilen Enthüllungen über einen heillos überforderten Oberkommandierenden mit zerrütteter Ehe und dysfunktionaler Familie, umgeben von einer Tölpeltruppe an Beratern, die ihren Boss selbst für einen demeneten Vollidioten halten.

Das Buch löste eine bizarre Debatte um den Geisteszustand des mächtigsten Politikers der Welt aus.


Foto: whitehouse.gov

Wie immer machte Trump selbst als noch viel schlimmer. Samstagmorgen erklärte er sich via Twitter zu einem “stabilen Genie”.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

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Zynisch formuliert: Man kann also aufatmen.

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street.

25 Kommentare

25 Comments

  1. Avatar

    frank

    8. Januar 2018 13:01 at 13:01

    auf Wikileaks gibts das Buch kostenlos…

  2. Avatar

    baeuerin

    9. Januar 2018 07:22 at 07:22

    Ich konnte seit Trumps Praesi-Antritt ,noch keinen einzigen pos.Bericht,seitens der dt.Medien lesen!
    Das sagt doch schon alles ueber den dt.vesifften,heuchlerischen Jourlnalismus
    aus incl.seinen GEZ Zwangs-Primaten!

  3. Avatar

    baeuerin

    9. Januar 2018 07:44 at 07:44

    Nochwas Fugi…
    ich lass mich hier von einem @Michael, nicht durch die Blume, als Nazi betiteln…indem er von Nazipropaganda meinerseits spricht!!!
    Lebt dieser Typ etwa am Waldrand im Keller??
    Die Maerkte sind das eine,das Volk die andere Seite…..
    Nehmt den Reichen die Kohle weg und verteilt sie an die Armen!!!

    • Avatar

      Gerd

      9. Januar 2018 10:20 at 10:20

      Und dann auch noch ausgerechnet von jemand, der nach ehemaliger Faschistenmanier ihm missbillige Personen (er nannte Trump) am liebsten in eine Nervenheilanstalt wegschließen möchte. Mir kommen nebulöse Geschichtserinnerungen. Ähnlich fing es vor 90 Jahren auch an.
      Bei Facebook und Twitter wäre so jemandes Account neuerdings schon längst gelöscht.

      • Avatar

        Michael

        9. Januar 2018 11:06 at 11:06

        @Gerd, @Bauer, mir scheint, dass bei Ihnen beiden eine auffällige Form der Paranoia, gepaart mit einer massiven Form von Wahrnehmungsstörungen bis hin zur totalen Realitätsverzerrung die Oberhand gewinnt (@Bauer, vielleicht liegt das am Schlafentzug wegen der Hitze). Ich habe weder irgendjemanden als Nazi betitelt, auch nicht durch die Blume. Ich habe geschrieben, dass ich die bis zur Hasstirade und Nazidebatte neigenden Kommentare erstaunlich finde und bezog mich damit auf einen Kommentar eines Lesers namens „oscar“, der je zwei Mal die Begriffe Nazi und Goebbels in die Diskussion einbrachte.

        Und was Trump angeht, habe ich lediglich an die Aussagen in dem Artikel von Herbert Bauernnebel angeknüpft, der da so schön schreibt: umgeben von einer Tölpeltruppe an Beratern, die ihren Boss selbst für einen dementen Vollidioten halten. Das Buch löste eine bizarre Debatte um den Geisteszustand des mächtigsten Politikers der Welt aus…. Außerdem habe ich für ihn als Alternative zur geschlossenen psychologische Anstalt auch den Knast in Aussicht gestellt ;) In Wonderland sitzen vermutlich Millionen wegen weit geringerer Vergehen in einer der beiden Anstalten…

        • Avatar

          baeuerin

          9. Januar 2018 11:27 at 11:27

          Danke Gerd..
          aber es ist leider schon soweit gekommen,dass man nicht mehr aufs EINGEMACHTE schaut…sondern nur noch auf Alltime Highs!

        • Avatar

          baeuerin

          9. Januar 2018 13:08 at 13:08

          Hr.Fugmann,
          solange sie den Traed nicht fair behandeln,haben sie Arbeit mit mir!
          siehe @Gerds wunderbarer treffender Post von 12:54 Uhr!!!
          Er schreibt sie ausfuehrlicher, als ich in Kurzform…
          Der Bayer spricht auch nicht jedes Wort vollstaendig aus oder?
          Ich verfasse meine Texte direkt und ohne Umschweifungen.

  4. Avatar

    Hobby-Politologe

    9. Januar 2018 10:49 at 10:49

    Man kann von Trump halten u.sagen was man will,
    Das VERRÜCKTE ist nur, dass der anscheinend VERRÜCKTE für sein Land weniger Schaden anrichtet als der sogenannte „GUTMENSCH “ Merkel oder das unstabile Genie.

  5. Avatar

    baeuerin

    9. Januar 2018 11:02 at 11:02

    Es waere FATAL,wenn sich die FMW,als „Anne Will & Illner“Manier entpuppen wuerde!
    Hr Fugmann,
    ich schreibe nur hier..aber das kann ich nat.ausweiten,um gegen FMW-Methoden,aufmerksam zu machen!
    Zwecks Zensur!!
    Ich dachte,sie sind ein Bayer..da herrschen bekanntlich andere REGELN!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      9. Januar 2018 11:08 at 11:08

      @bauerin, es geht hier nicht um Zensur! Es geht schlicht darum, dass sich Ihre Aussagen doch stets wiederholen und daher nur von begrenztem Interesse für andere Leser sind! Und vor allem: Sie schreiben schlicht zu viele Kommentare, was viele Leser (und mich auch!) einfach nervt! Es geht hier nicht um Zensur, sondern um Erkenntnis – und wenn Sie Kommentare bringen, die zu weiterer Erkenntnis beitragen, dann sehr gerne! Aber nicht immer die selbe Leier bitte!

      • Avatar

        Gerd

        9. Januar 2018 11:17 at 11:17

        @baeuerin, das wirst du jetzt zwar auch nicht zu lesen bekommen, weil es nicht freigeschaltet wird. Ich sage mal einfach tschüss.

        @FMW
        Wäre schön gewesen, wenn der Schreiber (ich) einen Hinweis bekommen würde, dass sein harmloser Kommentar nicht freigeschaltet wird. Besser noch warum – evtl. weil FMW sich beleidigt fühlt, dass ich sie mit einem Bibelspruch bedacht habe?

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          9. Januar 2018 11:25 at 11:25

          @Gerd, was meinen Sie? Was passieren kann, ist dass ein Kommentar „durchrutscht“, also übersehen wird. Wir haben von Ihnen noch nie einen Kommentar gelöscht – nur den Hinweis vorhin, dass wir einen Kommentar von Ihnen übersehen haben, den wir dann sofort freigeschaltet haben, wodurch der Hinweis ja keinen Sinn mehr machte, weil er umgesetzt wurde!

          • Avatar

            Gerd

            9. Januar 2018 12:03 at 12:03

            @Markus Fugmann
            Ich bitte Sie höflich um Entschuldigung. Zu dem Fehlschluss kam ich, weil auch nach meinem „Hinweis“ mein Kommentar noch nicht online war – wie ich fälschlich angenommen hatte.

            Dabei ist er wohl aufgrund der Vielzahl von Kommentaren rasend schnell auf der seitlichen Rubrik durchgelaufen, so dass ich ihn zu keinem Zeitpunkt dort entdeckte. Weil er schon weg war, eh ich mich versah.
            Wie gesagt, sorry.
            Erlauben Sie aber, dass ich ihn noch einmal reinstelle, weil ich annehmen muss, dass auch fast niemand anders die Chance oder auch das Missvergnügen hatte, ihn lesen zu müssen.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            9. Januar 2018 12:07 at 12:07

            @Gerd, meinen Sie den Kommentar von ca. 10.10Uhr? Der ist online – aber Sie brauchen sich nicht zu entschudligen, es ist eben so, dass es durchaus eben viele Kommentare gibt und mal etwas übersehen werden kann, weil ich „nebenbei“ noch Artikel schreibe und recherchiere..
            also nichts für ungut – und gerne weiter mit Ihren Kommentaren!

      • Avatar

        baeuerin

        9. Januar 2018 11:24 at 11:24

        Ihre Erkenntniss bzw.die Mehrheit der User hier,kommt aber dann ziemlich spaet!
        Haette waere wenn….das ist doch keinen Pfifferling wert.
        Wo sind die Loesungen?
        Wenns dann zu speat ist,betreibt man dann nat.die Aufarbeitung!
        Sie berichten ueber kurzfristige Marktentscheidungen..ok gut so…aber ich bin nicht auf der Brennsupp“n daher geschwommen,was die Zukunft bringt!!
        Danach jammern,ist nicht meine ART.
        Wenn sie schon ueber Amerika,Asien berichten,dann sollte man auch die Mentaliaet deren bedenken!
        Nicht nur die DEUTSCHE,so wie es hier praktiziert wird!
        Was kann denn ich dafuer,wenn sie alle halbe Stunde ein neues Thema aufmachen(ist auch ok).
        Ok,wieviel Komment.darf ein User am Tag hier einstellen?
        Ich habe,im gegensatz zu euch.. 24 Std.Zeit..
        Ich werde Sie in Zukunft auf Wiederholungsaussagen daran erinnern!
        Sollte ich (wie schon oefters geschehen)einen ERKENNTNISREICHEN Post bzw.LINK hier einstellen,dann wird er geloescht und sie eroeffnen den gleichen Link als neue Rubrik!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          9. Januar 2018 11:33 at 11:33

          @bauerin, einfach etwas Maß halten und die Kommentare dafür etwas Inhaltsreicher gestalten..

          • Avatar

            baeuerin

            9. Januar 2018 11:38 at 11:38

            Ok..aber bei manchen Aussagen hier,da kommt einem die Galle hoch..
            Sie sind damit NICHT gemeint!

  6. Avatar

    baeuerin

    9. Januar 2018 11:47 at 11:47

    Zusatz..
    Ich habe auch mal vor langer Zeit in die gesetzliche Rente einbez.
    und wir ALLE wurden dann um unsere Rentenpunkte beschissen.
    Man sieht es an den Tafeln!
    Die haben auch gearbeitet und noch viel haerter als heute der Neuzeit Deutsche.
    Siehe BITCOIN Millionaere!
    Damals hatte man (Frau)den Staublumpen in der Hand und heute ists der Computer..mit dem man seinen noch Wohlstand finanziert!
    Servus…

  7. Avatar

    Gerd

    9. Januar 2018 12:54 at 12:54

    Duplikat:
    Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

    FMW veröffentlicht seine Artikel mitunter auf ziemlich provokante Art und Weise. Und auch der Inhalt ist mitunter nicht ohne.
    Nicht nur der aktuelle über ARD/ZDF – von wegen „Erpressung/Drohung/ Anspielung auf staatliche Abhängigkeit. (Würden die Öffentlichen ihrem eigentlichen Auftrag gerecht, würde sich auch kaum jemand so deutlich über Zwangsgebühren erzürnen)
    Nein, FMW bringt (erfreulicher Weise) sehr oft solche Artikel, mit dem sie den Finger in die Wunde legen und die oft konträr zu der veröffentlichten Meinung in Deutschland steht.

    Und bei den Artikeln handelt sich eben nicht nur ausschließlich um Themen, welche das Wirtschaftsgeschehen unmittelbar und direkt angehen.
    Es sind oftmals Berichte, die das Soziale und Politische ansprechen.
    Und folgerichtig rufen solche Berichte natürlich auch demgemäße Kommentare der Leser hervor, auch sehr kontroverse bzw. solche die ebenfalls provokativ rüberkommen.

    Und wenn einige Leser den Sturm nicht vertragen können, den FMW mit seinen Berichten initiiert, dann sei ihnen tatsächlich eher ein katholisches Bibelforum empfohlen (Sorry, für die Überspitzung).

    Aber vielleicht sind sie dann dort wenigstens auch höchst elitär unter Ihresgleichen, wo nicht nur das Wort „rural“ binnen kurzer Zeit dreimal verwendet wird, sondern bestimmt auch noch viele andere Fremdwörter, welche der Durchschnittsbürger (ich zumindest) noch nie im Leben gehört hatte.

    Und die Foristen, die glauben, solche sozialpolitische Themen könnten auf längere Sicht nicht auch Einfluss auf das Wirtschaftgeschehen ausüben, liegen sowieso falsch.
    Wolfgang und Bademeister ihr lasst das bei der Beurteilung der Finanzmarktentwicklungen scheinbar wohl auch außen vor. Dabei weiß ich ganz genau, dass ihr wisst, dass nicht nur Zinsen und Unternehmensgewinne die Kurse beeinflussen. Auf längere Frist sollte man auch solche Faktoren unbedingt im Auge haben. Wenn Deutschland – aus welchem Grund auch immer – mal „den Bach runtergehen“ sollte, sind auch die Unternehmensgewinne futsch.

    DUPLIKAT, edidiert.

  8. Avatar

    baeuerin

    9. Januar 2018 13:42 at 13:42

    Gerd,
    es geht ja nicht nur um provokante Berichte seitens der FMW,sondern auch um die teilw.witzigen Ueberschriften bzw.Begriffe,die ich auch wuenschenswert finde.
    Man haette genauso „Milchbubenrally“schreiben koennen,aber man besinnt sich nach Merklischer Art,halt auf das weibliche Geschlecht im 21 Jhr.
    Aber die Bibelsprache ist seit dem Ratzinger in DE gepraegter denn je…
    ….aber ein perfekt formulierter Post von Dir!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      9. Januar 2018 13:48 at 13:48

      @bauerin, Milchmädchen ist ein Traditionsmotiv und entstammt den Zeiten der Gebrüder Grimm! Halt also nix mit weibl. Geschlecht im 21.Jahrhundert zu tun..

      • Avatar

        baeuerin

        9. Januar 2018 13:59 at 13:59

        Also Hr Fugmann..wer denkt denn bei diesem Begriff „Milchmädchen“…zuerst an die Gebrueder Grimm,wenn man ihre Ueberschrifft liest?
        Ok..der Bauer/Baeuerin in der damaligen Zeit,weiss nat.den Begriff einzuordnen!
        Aber immer wieder schoen,dass man auch hier noch Historisch/Geschichtlich, etwas lernen kann…
        u.a.Die Neandertaler hatten wir letzte Woche auch schon hier zu Gast…
        Aber was waere ihr Traed ohne mich?
        Da wuerde die Geschichte untergehen wie eine Primel…
        Danke fuer die Aufklaerung!

    • Avatar

      Michael

      9. Januar 2018 13:57 at 13:57

      @Bauer, @Gerd, warum treffen Sie beiden sich nicht mal und knutschen dann ein bisschen rum? ;) Ist ja im 21. Jahrhundert unter Merkel nichts Verwerfliches mehr.
      Echt schon fast ekelhaft schleimig, wie nach jedem längeren gut formulierten, aber inhaltsarmen Kommentar von Gerd das große Lob aus Thailand folgt.
      Und der Schleim schlatzt schlitzig aus dem Schlund…

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        9. Januar 2018 14:39 at 14:39

        @Michael, gönnen Sie den beiden doch die Harmonie! Und wenden Sie sich dann wieder den interessanteren und wichtgigeren Dingen zu :)

        • Avatar

          Michael

          9. Januar 2018 15:00 at 15:00

          @Markus, werde ich machen. Ich war nur etwas genervt von der Flut an Troll-Posts, den falschen Unterstellungen und dem Zensurgeschwafel ;) Ganz heimlich hatte ich wohl gehofft, dass es im Neuen Jahr mit all dem Unsinn besser werden würde.

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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am

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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