Folgen Sie uns

Allgemein

Aufkäufe deutscher Technologieführer durch China strenger eindämmen – der Schritt ist überfällig!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Zu dem Thema mag jeder seine eigene Meinung haben, aber ich tue an dieser Stelle meine Meinung kund! Genau so respektiere ich auch die „FDP-Doktrin“, dass alles frei zugänglich und verkäuflich sein sollte. Aber meine Sichtweise liegt da ziemlich in der Mitte. Freie Marktwirtschaft schön und gut. Aber was, wenn ein großer Player aus Asien (meine ich damit etwa China?) mit gezinkten Karten spielt, und von uns aber komplette Fairness erwartet?

Sobald wir auch nur bruchstückhaft so unfair spielen wollen wie unser Gegenüber, ist er beleidigt, obwohl er schon die ganze Zeit unfair spielt, und sich auf Kosten unserer Gutherzigkeit immer mehr einverleibt. So sieht es in der Praxis aus zwischen China und dem Westen (Europa, USA). Man muss Donald Trump in dem Punkt zugestehen, dass er tausendmal klarer als seine Vorgänger die Defizite beim Namen nennt, und auch etwas dagegen tut.

Deutschland und die EU haben jahrelang bei ihren Besuchen in Peking gebeten und gebettelt. Bitte, gebt uns doch endlich einen freien Marktzugang in China – denn schließlich habt ihr Chinesen den totalen freien Marktzugang in Europa, und könnt euch hier nach Lust und Laune einkaufen. Das wird nun immer mehr für Deutschland zum Problem, weil die offizielle Staatsdoktrin Chinas seit etwas mehr als einem Jahr lautet, in allen Industriebereichen technologischer Weltmarktführer werden zu wollen.

Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, ermuntert die KP staatliche wie private chinesische Firmen unterstützt mit reichlich staatlichen Krediten vor allem in Deutschland nur das Beste vom Besten aufzukaufen. Die Technologie soll nach China transferiert werden – das ist offensichtlich das Ziel.

Jüngst hatte Deutschland schon angedeutet wegen Bedenken zur Nationalen Sicherheit den Verkauf eines Unternehmens an chinesische Investoren zu untersagen. Aber aktuell prescht unser neuer Wirtschaftsminister Peter Altmaier vor mit einer Novelle der Außenwirtschaftsverordnung, die momentan zwischen verschiedenen Ministerien abgestimmt wird, und noch dieses Jahr in Kraft treten kann.

Danach soll ein Veto der Bundesregierung nicht erst ab 25% Anteilskauf, sondern schon ab 15% möglich sein, wenn es um relevante Unternehmen aus dem Bereich Verteidigung oder „sicherheitsrelevanter ziviler Technologien“ geht. So ein Wortspiel kann man auf fast alle Branchen ausdehnen, wenn es nötig wird. Das ist ein klares Zeichen Richtung China. Auch wenn das Land jüngst andeutete mehrere Sektoren der Wirtschaft für Ausländer zu öffnen, so kann von einer Öffnung wie in den USA oder in der EU keine Rede sein.

Und selbst wenn: Eine Rechtssicherheit wie hierzulande wäre für ausländische Investoren in China nicht gegeben bei einer kommunistischen Regierung, die nach Belieben in alle Bereiche der Wirtschaft eingreifen kann. Gut ins Bild passt, dass Staatspräsident Xi jüngst auf Lebenszeit ernannt wurde. Wie will ein europäischer Investor dort Rechtssicherheit vorfinden in Sachen Investitionen, Patente, Urheberrecht? Die deutsche Industrie bangt aktuell um Investitionsgelder aus China, und plädiert für einen weiterhin freien Zugang der Chinesen in Deutschland. Zitat DIHK:

Die Bundesregierung möchte die Übernahme bestimmter deutscher Firmen durch ausländische Investoren künftig strenger überwachen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befürchtet, dass sich im Gegenzug die Hürden für deutsche Unternehmen im Ausland erhöhen könnten. „Mit der Absenkung der Prüfschwelle für Übernahmen aus dem Ausland verschärft die Bundesregierung nach nur einem Jahr noch einmal die Kontrolle ausländischer Investitionen in Deutschland“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Tageszeitung „Die Welt“.

Es sei „nachvollziehbar und wichtig“, dass die Regierung prüfe, ob im Zuge von Übernahmen öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet sein könnten. „Grundsätzlich können und sollen deutsche Unternehmen, insbesondere der Mittelstand, aber frei über den Verkauf von Firmenanteilen entscheiden“, forderte Wansleben. Seine Bedenken: „Eine Verschärfung könnte ausländische Investoren abschrecken und uns zugleich Hürden in anderen Ländern aufbauen.“ Darum wäre es nach Worten des DIHK-Hauptgeschäftsführers wichtig, „dass die Bundesregierung und die EU sich weltweit für offene Märkte und wirtschaftliche Gleichbehandlung einsetzt – auch und gerade gegenüber China“.

Mein Kommentar dazu: Weiterhin versuchen für freie Märkte einzusetzen… das haben Merkel, Juncker, Schröder, Clinton und Bush doch jahrelang immer wieder versucht, und kamen mit einem netten Händedruck aus Peking zurück, mehr nicht. Wenn nicht durch Importzölle, so sollten Berlin und Brüssel China doch zumindest über die Beschränkung des Technologietransfers ein klares Signal zukommen lassen!


Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Foto: Olaf Kosinsky (CC BY-SA 3.0)

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marcus

    9. August 2018 14:33 at 14:33

    15 % ist immer noch zu hoch. Es muss schon bei überschreiten der 3% Meldeschwelle der Abwehrmechanismus greifen, und nicht erst wenn man fleißig aufgestockt hat. Wie ich schon mal erwähnte, die Europäischen Unternehmen merken überhaupt nicht wie sie von den Chinesen abgezockt werden! Die naiven Europäer rennen seit Jahren wie die Idioten nach China biedern sich dort wie Sauerbier an, und akzeptieren dann noch die Gründung eines 50/50 Joint-Ventures wo sie ohne Gegenleistung erstmal ihre Industriegeheimnisse offenlegen.

    Die Unternehmen die China gekauft hat (Kuka, Krauss Maffei, Grammer etc.) werden langfristig sowieso alle aus Deutschland verschwinden. Die Chinesen interessieren sich doch nicht für die lästigen Arbeitnehmerrechte, denen geht es um die Technologie die dann nach China abgezogen wird und dann haben die Deutschen nichts mehr.

    Ich kann nicht verstehen, wie Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften so unfassbar dumm sein können und nicht merken was da gespielt wird !

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

weiterlesen

Allgemein

Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

weiterlesen

Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage