Europa

Aktuelle Meldung Aufträge der deutschen Industrie +7,8 % – nur dank Großaufträgen

Die Aufträge der deutschen Industrie stiegen im Dezember im Monatsvergleich um 7,8 %. Dies liegt fast komplett an Großaufträgen.

Foto: like.creative-Freepik.com

Wie ich in meinen Artikeln in den letzten Wochen mehrfach schrieb: Jeder, wirklich Jedermann kann mit gigantischen Geldbeträgen auf Pump die Wirtschaftsleistung und das Bruttoinlandsprodukt ankurbeln, zumindest kurzfristig. Das ist keine „Rocket Science“. Danach kommt das böse Erwachen. Aber im Jahr 2026 dürften wir wohl zunehmend einen konjunkturellen Aufschwung erleben, wenn neue Aufträge für Infrastruktur und Rüstung (dank „Sondervermögen“) die Wirtschaft ankurbeln. Die Industrie dürfte einen gewissen Aufschwung erleben, zweifellos. Die Bundesregierung erwartet sogar ein „sattes“ Plus von 1,0 % im BIP. Meiner Meinung nach ist das lächerlich gering bei dem auf Pump veranstalteten Aufwand! Sehen wir aktuell bereits die ersten Ausläufer des Konjunkturaufschwungs?


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Heute früh meldet das Statistische Bundesamt, dass die neuen realen, preisbereinigten, auch saison- und kalenderbereinigten Aufträge für die deutsche Industrie im Dezember im Monatsvergleich um 7,8 % angestiegen sind, bei einer Erwartung von -1,8 %. Aber der Anstieg basiert fast komplett auf Großaufträgen! Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen stiegen die Aufträge der Industrie nämlich nur um 0,9 % gegenüber dem Vormonat.

Die positive Entwicklung des Auftragseingangs im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2025 ist laut Aussage der Statistiker zu einem großen Teil auf die deutlichen Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (saison- und kalenderbereinigt +30,2 % zum Vormonat) und im gewichtigen Maschinenbau (+11,5 %) zurückzuführen. In diesen beiden Wirtschaftszweigen meldete eine Reihe von Betrieben aus unterschiedlichen Bereichen Großaufträge.


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Auch die Zuwächse in der Herstellung von elektrischer Ausrüstung (+9,8 %) sowie in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+5,7 %) wirkten sich positiv auf das Gesamtergebnis der neuen Aufträge für die Industrie aus. In der Automobilindustrie ging der Auftragseingang hingegen um 6,3 % zurück. Im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) sanken die Auftragseingänge um 18,7 % gegenüber dem hohen Niveau des Vormonats. Dennoch gab es auch hier wieder umfangreiche Großaufträge.

Bei den Investitionsgütern stieg der Auftragseingang im Dezember 2025 um 10,5 % gegenüber dem Vormonat. Bei den Vorleistungsgütern lag er um 5,7 % höher und bei den Konsumgütern um 5,3 % niedriger. Die Auslandsaufträge stiegen im Dezember 2025 um 5,6 %. Dabei fielen die Aufträge aus der Eurozone um 0,6 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone nahmen um 9,7 % zu. Die Inlandsaufträge stiegen um 10,7 %.

Langjährige Entwicklung der Aufträge der deutschen Industrie



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Hauptsächlich Rüstung. Dabei taugt das Zeug von Rheinmetall nicht das Geringste an der Front. Fliegen zwei Drohnen auf deren Produkte und schon ist Ende Gelände.

    Sämtliche Panzerhaubitzen 2000 hat der Russe schon zerrungst ( sächsischer Ausdruck für vernichtend)…die letzten zwei… die geliefert wurden gleich auf dem Zug… wo sie gekommen sind…

    Das nenne ich mal Effektivität…die Panzerhaubitze 2000 ist das Letzte…groß…schwer und kann nichts..

  2. Der Investitionsbooster der Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition schafft Rahmenbedingungen für Investitionen in Maschinen. Aber es gibt ja auch noch Exportmärkte für deutsche Maschinen. Die Elektroindustrie kann Zuwächse verzeichnen. Aber auch für die Elektroindustrie gibt es Exportmärkte. Die Exportzuwächse außerhalb der Eurozone könnten mittels der Schweißindustrie entstanden sein.

  3. Rüstung sind Konsumausgaben,ändert an den wirtschaftsfreundlich oder feindlichen politischen Rahmenbedingungen nullkommagarnix. Rheinmetall und Co. kassiert ein Paar MRD Sonderkreditschulden
    ein,thats it . Hebt die propagandatechnisch benötigten Kurven minimal. Begründet mit einem fiktiven Feindbild ,welcher nicht existiert,mit Geld und Wohlstandsreduktion der kommenden Generationen.
    Eisenwaren auf Halde mit einem KGV von fast 100 . Wenige schützen da ihre Depots mit Steuerzahlerkohle.Ist der selbe Bilanzraubzug ,wie 0 Zinsen ,nur x fach kleiner ,sonst gar nix.

    Warum ? Wahlen ? Positive Bilder .

    Sie verars…..euch…..alle…..immmmmer

    1. Klempner

      Die Schulden dienen allesamt vorwiegend der Bankenrettung. Sie verzögern die Zeit bis zum Finale und vergrößern die Fallhöhe. Das ist alles.

      Wheel keeps on turning…

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