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Europa

Aufträge im deutschen Baugewerbe explodieren

Redaktion

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Eigentlich müsste man jetzt gleich sagen „Leute, kauft euch Aktien deutscher Bauunternehmen“. Aber erstens geben wir keine Kaufempfehlungen, und zweitens… welche deutschen Bauunternehmen? Aber zur Sache. Die Auftragseingänge im deutschen Baugewerbe steigen laut aktuellsten Daten in einem fast unfassbaren Ausmaß. Selbst im aktuellsten Monatsvergleich von Oktober auf November 2018 steigen sie um 6,1%.

Wie gesagt, kein Jahresvergleich, sondern von einem Monat auf den anderen – und dann noch zum Beginn des Winters! Einfach unglaublich. Aber egal, welche Vergleichszahlen man nimmt. Dreimonatsvergleich, Jahresvergleich. Alle Daten explodieren. Da wir hier von Aufträgen sprechen, werden also auch die Umsätze in den nächsten ein, zwei Jahren weiter explodieren! Der folgende Chart, der bis 2009 zurück reicht, zeigt aktuell auch den massiven Anstieg. Hier die Daten im Detail:

Der saison-, arbeitstäglich- und preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im November 2018 um 6,1 % höher als im Vormonat. Im Dreimonatsvergleich stieg das Volumen der saison-, arbeitstäglich- und preisbereinigten Auftragseingänge von September 2018 bis November 2018 gegenüber dem Zeitraum von Juni 2018 bis August 2018 um 5,7 %.

Im Vorjahresvergleich war der arbeitstäglich- und preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im November 2018 um 7,4 % höher. In den ersten elf Monaten des Jahres 2018 stieg der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe um 4,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen lagen im November 2018 nominal mit 6,4 Milliarden Euro um 13,8 % höher als im November des Vorjahres. Das war der höchste Auftragseingang in einem November seit 25 Jahren (1994: 6,4 Milliarden Euro). Im Vergleich zu den ersten elf Monaten 2017 stiegen die Auftragseingänge in den ersten elf Monaten 2018 nominal um 10,0 %. Mit einem Volumen von 72,3 Milliarden Euro wurde bereits in den ersten elf Monaten 2018 der Wert des Gesamtjahres 2017 erreicht.

Baugewerbe

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    asyoulike

    25. Januar 2019 12:26 at 12:26

    Moin, moin,

    welch Wunder, wenn die Mieten steigen, dann lohnt sich der Erwerb bzw. Neubau. Nur stellt sich die Frage, wie lange noch? Bauland ist endlich, gerade in der dicht besiedelten BRD. Wenn immer mehr Leute in der BRD leben möchten (sie sind ja eingeladen), dann schafft das eine mehr als erhöhte Nachfrage nach Wohnraum. Da kann das Angebot nicht schritt halten, die Preise fangen an zu steigen.
    Jetzt wird es spannend. Wann wachsen FL, HH, HL und KI zusammen? Ach so, liebe Mitleser aus NMS, sie sind ja schon Vorort von HH. Freiraum, Ruhe und Entspannung wird es somit nicht mehr geben, ev. noch nördlich SL und in NF.

  2. Avatar

    Michael

    25. Januar 2019 13:13 at 13:13

    Hieß es nicht heute im ifo-Geschäftsklimaindex im Bausektor erstmals seit langer Zeit Dämpfer? Ich bin verwirrt…

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    25. Januar 2019 13:23 at 13:23

    Hallo Michael. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts stammen vom November, während der Ifo die Werte des Januar präsentiert.
    VG

    • Avatar

      Michael

      25. Januar 2019 13:47 at 13:47

      Hallo Wolfgang, herzlichen Dank für die Info! Ich sollte künftig etwas genauer lesen :)
      Denn ich habe mich zu sehr an der Aussage orientiert: Da wir hier von Aufträgen sprechen, werden also auch die Umsätze in den nächsten ein, zwei Jahren weiter explodieren!
      Der ifo Geschäftsklimaindex ist jedoch auch in hohem Maße von spekulativen Erwartungen für die folgenden Monate geprägt: Laut Ifo war das vor allem auf deutlich pessimistischere Erwartungen im Baugewerbe zurückzuführen. Die aktuelle Geschäftslage befindet sich jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

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        Wolfgang M.

        25. Januar 2019 14:08 at 14:08

        Wenn wir schon mein Thema sind Michael. Im Herbst letzten Jahres ging man, nicht nur wegen Jerome Powells Zinsausblick mit raschen 6 Anhebungen bis zur „neutral rate“, doch allgemein von steigenden Zinsen aus. Ein kleiner Teil der Bauvorhaben könnte der Erwartung künftiger höherer Finanzierungskosten geschuldet sein, was sich aktuell als nicht unmittelbar virulent herausgestellt hat. Belastbare Zahlen dazu habe ich derzeit aber nicht.
        Gruß

        • Avatar

          Michael

          25. Januar 2019 15:29 at 15:29

          Wolfgang, ich finde Ihre Sicht der Dinge und die Art, welche Zusammenhänge und Schlussfolgerungen Sie daraus ziehen, jedesmal wieder verblüffend bis genial. Das klingt auf alle Fälle sehr plausibel, nie im Leben wäre ich selbst darauf gekommen, die amerikanische Zinspolitik der FED mit den Erwartungen deutscher Baufirmen in Verbindung zu bringen.

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            Moritz

            25. Januar 2019 16:53 at 16:53

            Hallo Michael
            In Europa ging man ja auch davon aus das ab Sommer/Herbst 2019 die Zinsen im Euroraum angehoben werden… Jedenfalls bis Gestern. Von daher sind diese im Artikel genannten Daten aus meiner Sicht vermutlich Vorzieheffekte die dazu führen werden das es in naher Zukunft weniger Aufträge im Bausektor gibt.

          • Avatar

            Michael

            25. Januar 2019 17:09 at 17:09

            Hallo Moritz, da sich seit gestern die Zinserwartungen ja wieder gedreht haben, frage ich mich: Sind das Vorzieheffekte, die faktisch zu weniger Aufträgen im Bausektor führen werden oder die zu subjektiven Erwartungen und Einschätzungen hinsichtlich der Aufträge geführt haben?

          • Avatar

            Moritz

            25. Januar 2019 18:16 at 18:16

            Sowohl als auch

  4. Avatar

    Bauknusti

    26. Januar 2019 16:20 at 16:20

    Liebe Bautheoretiker, bitte beachten Sie,dass die Auftragseingänge ein stark nachlaufender Index ist.
    Jeder der nur schon einen Hühnerstall gebaut hat weiss, dass vom Bauentscheid bis zur Offerteinholung/
    Auftragsvergabe Monate oder Jahre vergehen können. So könnte z.B. ein heutiger Auftragseingang vor 2 bis 3Jahren entschieden worden sein u.hat also mit den Wirtschaftszahlen von heute Null u.Nichts zu tun.Wenn also jetzt viel gebaut wird , könnte es gut sein ,dass in 2 bis 3 Jahren ( nach Börsencrash u.höheren Zinsen )
    eine starke Flaute aufkommt.Zudem gibt es dank der Fehlallokation der tiefen Zinsen schon Gebiete wo es zu viele leere Neuwohnungen hat. ( DE vielleicht als Ausnahme)

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Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

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