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Aus dem Tagebuch eines einfachen Traders: Griechenland, Griechenland und immer wieder Griechenland.. (Satire)

Markus Fugmann

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am

Von Jürgen Sprenzinger

Meine Frau ist momentan ziemlich krätzig. Zuerst dachte ich mir, ich sei wieder mal schuld daran, denn eigentlich bin ich immer der Schuldige, aber diesmal macht sie eine Ausnahme – was mir gar nicht so recht ist, denn ich komme mir dann so überflüssig vor …

Vorgestern wollte ich die Sache doch einmal abklären und fragte sie unverblümt: „Na, mein Schatz, was ist dir denn über die Leber gelaufen?“

„Ach – ich hab die Schnauze sooo voll, das glaubt kein Mensch …“

„Willst du dich scheiden lassen?“, wollte ich wissen.

„Quatsch – von diesem ewigen Griechenland-Gesülze überall! Mir geht das schon langsam so auf den Wecker, dass ich allein das Wort ,Griechenland‘ nicht mehr hören kann!“

„Du weißt doch, wie die Presse ist – sie schlachtet alles aus – bis zum Erbrechen. Das war doch schon immer so. Erinnere dich doch nur mal an den 11.9.2001. Nach dem Anschlag hat die Presse noch einmal jeden Stein der Twin-Towers akribisch zerlegt. Damit muss man heutzutage leben, schließlich befinden wir uns im Informationszeitalter und Information ist alles – sonst würde der NSA ja pleite gehen! Außerdem: Wenn du eine Information nicht mindestens 100 Mal bekommen hast, kannst du sie doch gar nicht bis ins letzte Detail erfassen!“, entgegnete ich und grinste.

„Das ist doch nicht nur in der Presse so. Geh doch nur mal zum Einkaufen – überall das gleiche Thema! Oder lies nur mal in den Foren und Blogs im Internet! Jeder gibt seinen Senf ab und zerfleischt sich in Details, jeder glaubt, zu wissen, was zu tun oder nicht zu tun ist – man wird ja schön langsam wahnsinnig!“

„Tja, meine Gute“, meinte ich jovial, „wir leben nun mal in einer Demokratie – von allen schlechten Staatsformen immer noch die Beste – hat aber den Nachteil, dass ein paar hundert Leute da oben mitreden und das macht nach Adam Riese ungefähr 300 verschiedene Meinungen – ist halt so und meine vorsichtige Vermutung ist, dass wir damit leben müssen …“

„Andererseits könnte alles so einfach sein“, stellte meine Frau kopfschüttelnd fest.

„Wie bitte? Einfach?“ Jetzt lag es am mir, den Kopf zu schütteln. „Wer sagt das denn?“

„Martin Armstrong“.

„Ach – dieser ,Forecaster‘, der angeblich neun Jahre lang unschuldig im Knast saß?“

„Genau. Er saß zwar neun Jahre lang im Knast, ist aber ehrlicher als so mancher Politiker, der nicht neun Jahre lang im Knast saß … Ich finde jedenfalls, dass er recht hat, mit dem was er sagt. Und er saß nur deshalb im Knast, weil er zu viel wusste.“

„Sagt dir das jetzt dein Verstand oder dein Gefühl?“, wollte ich wissen.

„Beides.“

„Aha. Und der hat also die Lösung? Und wie sollte die aussehen?“

„Na ja – er meint, dass die in Brüssel mit der idiotischen Idee, dass der Euro Stabilität und Frieden bringen würde, absolut daneben gelegen sind. So wurde es den Menschen zumindest verkauft. Er meint, dass die politischen Entscheidungsträger die Geschichte fehlinterpretiert hätten – und das auf allen Ebenen.“
„So, so“, entgegnete ich geistreich.

„Ja …“, fuhr sie fort, „… und da Brüssel die Banken in Griechenland bereits abgeschnitten hat, wäre es doch kein Problem, sofort alle Konten elektronisch auf Drachmen umzustellen und Drachmen zu drucken oder zu prägen. Denn nur wenn die Nabelschnur zu Brüssel durchtrennt wird, kann Griechenland wieder auf eigenen Beinen stehen.“

„Hm – wohl eine schwere Geburt …“, konstatierte ich.

„Außerdem sollte der Tsipras gar nicht mehr mit Brüssel verhandeln, denn man verhandelt nicht mit Leuten, die überhaupt nicht willens und in der Lage sind, ihre Weltanschauung zu ändern und statt dessen ihre Perspektive aufgrund von Eigeninteressen vernebeln! Wenn sich das ändern sollte, dann bräuchte es mehr als nur einen Grexit! Die sind doch bloß daran interessiert, die Europa-Regierung weiter aufrecht zu erhalten und die wollen nur eine Wirtschaftsunion in eine politische Union verwandeln!“

„Sagt das Mr. Armstrong?“

„Jawoll!“

„Und was sagt der noch alles Schönes?“, fragte ich weiter.

„Dass Griechenland sofort alle ausländischen Schuldenzahlungen einstellen sollte und bei einer zukünftigen Schuldenlösung müssten die Schulden um 50 Prozent reduziert werden, um so der Überbewertung der Altschulden Rechnung zu tragen.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: „Und außerdem sollten alle bisher geleisteten Zinszahlungen von der Tilgungssumme abgezogen werden.“

„Ist ja toll“, entfuhr es mir. „Erzähl das mal deinem Bankmenschen … Der drückt sofort auf den roten Knopf unter dem Tresen und dann geht ganz schnell die Tür auf und die Jungs mit den weißen Turnschuhen stehen vor dir …“. Ich lachte.

Doch meine Frau ließ sich nicht beirren. „Alle Arten der Einkommenssteuer sollten abgeschafft werden – es dürfte nur noch indirekte Steuern geben.“

„Aber Schatzi – das haben die doch schon jahrelang so gehandhabt – deswegen sind die doch in Schwierigkeiten – zumindest teilweise!“ Grinsend schüttelte ich meine Kopf.

„Das Referendum wäre ja total für die Katz‘, wenn sich Griechenland jetzt Brüssel unterwirft, ist doch klar!“

„Vielleicht war es ja tatsächlich für die Katz‘, wie du es ausdrückst. Frei nach dem Motto: Heute ist schönes Wetter, da muss das Volk eh ins Freie, dann machen wir doch gleich mal ein Referendum, gell!“

Wenn ich ehrlich war, dann empfand ich diese Argumente – nun ja, vielleicht nicht ganz hirnrissig, aber doch etwas konfus … Oder war es mein Unvermögen, die Gedankengänge anderer nachzuvollziehen? Während ich noch versuchte, diese Frage zu ergründen, redete meine Frau bereits weiter:

„Irgendwann wird Russland Europa einnehmen – die Russen müssen nur Geduld haben, glaub mir, weil sich Europa nämlich selbst vernichtet und das nur deshalb, weil diese sogenannten Institutionen nicht in der Lage sind, ihre Denkweise zu ändern – denn sonst müssten die ja zugeben, dass sie von Anfang an alles total falsch gemacht haben!“

„Menno! – jetzt wirst du aber grausam!“, meinte ich und verzog den Mund zu einem schmerzhaften Grinsen.

„Das mag schon sein, aber das wird alles so kommen. Dem muss man eben ins Auge sehen!“, erwiderte sie.

„Weißt du was?“ Ich kratzte mich am kahlen Haupt und meinte dann: „Es gibt für die Rettung Griechenlands nur zwei Optionen. Aber da müssen wir aufgrund des Zeitdrucks jetzt ganz schnell handeln!“

Meine Frau sah mich mit großen Augen an. „Wir zwei?“

„Klar.“

„Und wie soll das gehen?“, fragte sie erstaunt.

„Du rufst jetzt sofort diesem Martin Armstrong an und versuchst, ihn als Berater für Tsipras zu gewinnen. Mach es aber wirklich dringend, denn der Tsipras sitzt vermutlich auf glühenden Kohlen! Ich sehe zu, dass ich den Tsipras ans Rohr bekomme und werde ihm all diese Vorschläge, die du mir gemacht hast, umgehend unterbreiten und ihm klar machen, dass er sofort die Druckmaschinen in Gang setzen, Drachmen drucken und die Telefonleitungen nach Brüssel kappen muss.“

„Ach du wieder!“, meinte meine Frau – und jetzt lächelte sie wieder.

Aber Spaß beiseite: Tsipras, Martin Armstrong, meine Frau und ich – wir tun wenigstens was für die Griechenland-Rettung und reden nicht nur!

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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