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Devisen

Aus dem Tagebuch eines einfachen Traders: Von Kursen, dem Wetter und den Frauen … (Satire)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Jürgen Sprenzinger

Letzten Dienstag saß ich mit meiner werten Gattin am Frühstückstisch. Ich klopfte gerade mein Ei auf – (jeden Dienstag bestehe ich auf einem weíchgekochten Ei, da brauche ich das einfach). Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, weshalb ich ausgerechnet am Dienstag ein weichgekochtes Ei brauche – eine Antwort fiele mir schwer; ich müsste dafür in den Tiefen meiner Psyche nachbohren oder zumindest in mich gehen – aber ich habe Angst, niemanden anzutreffen …

Wie auch immer – ich klopfte gerade besagtes Ei auf, als meine Frau die schicksalshafte Frage stellte: „Wie läuft eigentlich dein Trading momentan?“ Ich tat so, als hätte ich die Frage nicht verstanden und betrachtete mein Ei, als wäre es das Ei des Kolumbus.

„Sag mal – schläfst du noch oder wie? Ich hab dich gefragt, wie das Trading momentan so läuft!“ Frauen können manchmal nervig sein.

„Oooch ja – so o lala“, antwortete ich knapp.

„Wie darf ich das verstehen – so o lala?“

„So ungefähr wie das Wetter – für die Jahreszeit zu kühl und wechselhaft.“

„Was hat denn das mit dem Wetter zu tun?“, wollte sie wissen. Nun ja – wie erklärt mein seiner Frau, dass man schon seit Jahren das Gefühl hat, die Kurse laufen ähnlich wie das Wetter. Schon des öfteren hatte ich die Vermutung, dass die Kurse und das Wetter unter einer Decke stecken – zumindest was die Berechenbarkeit betrifft. Allerdings könnte man das niemals einem anderen Finanzmarktteilnehmer/Trader sagen oder gar schreiben, die Leute hielten einen ja für völig übergeschnappt. Aber ich finde, an dieser Theorie ist was dran. Glaubt man diversen Analysten, dann steigen die Kurse vermutlich oder sie fallen aller Vorraussicht nach. Die Analogie zum Meteorologen: Wenn‘s nicht regnet, dann scheint vermutlich die Sonne. Dazwischen gibts noch Grauzonen, klar. Bei den Kursen bezeichnet man das bekanntlich als „Flat“.

„Der Euro bewegt sich kaum, der Dax fährt Achterbahn und im Gold ist auch nix los“, hörte ich mich sagen. „Liegt vermutlich an Griechenland. Da geht ja nichts vorwärts bei denen. Eigentlich sollten die ,Kriechenland‘ heißen. Ich denke mal, der Markt wartet ab.“

„Keine Verunglimpfungen, bitte, die Griechen sind nette Menschen! Denk doch bloß man an den Kellner im ,Poseidon‘, der lacht so nett und hat Zähne, weiß wie Elfenbein“, konterte meine Frau.

„Vielleicht war der im früheren Leben ja ein Elefant“, meinte ich und grinste.

„Ach du immer! Außerdem sind die Griechen gar nicht schuld, sondern die Gläubiger“, nahm sie das Thema wieder auf.

„Liebe Frau – jetzt verdrehst du aber ein paar Dinge!“ Ich schaute sie ungläubig an.

„Ich verdrehe da was? Wohl kaum! Aber irgendwie bekomme ich den Eindruck nicht weg, DU siehst die Dinge verdreht – und das kommt daher, weil bei dir ein mangelndes Tiefenwissen herrscht!

„Irgend wer hat mir das vor Kurzen auch erst gesagt – und wenn du das auch sagst, dann muss da ja wohl was dran sein“, meinte ich grinsend und kratzte mich am Kopf, um meine tiefe Verlegenheit zu überdecken. „Aber erklär mir doch mal genauer, weshalb nun die Gläubiger an der Situatuon Griechenlands schuld sein sollen!“

„Na, ist doch ganz einfach: Diese so genannten Euro-Retter haben Scheuklappen und verstehen überhaupt nicht, wie die Wirtschaft funktioniert! Das eigentliche Problem sind die nämlich selber – sie stehen sich selbst im Weg! Da sind einfach zu viele Juristen am Werk, aber keine Pragmatiker. Und diese blöde Kaputtsparerei bringt überhaupt nichts, da das ganze Land dann unbeweglich wird. Schon meine Oma, Gott hab sie selig, hat immer gesagt … moment, ich muss mir noch einen Kaffee holen.“ Sie stand auf, ging zur Kaffeemaschine, füllte ihre Tasse und kam zum Tisch zurück.

Ich biss auf die hinteren Stockzähne. „Deine Oma hat gesagt, du musst dir noch einen Kaffee holen …“

„Quatsch. Meine Oma hat schon immer gesagt: ,Aus nix wird nix‘ und das stimmt auch. Ohne Moos nix los. Das ist überall auf der Welt so, war schon immer und überall so und wird auch in Zukunft so sein – auch in Griechenland. Ist doch ganz einfach.“

„Na ja“, erwiderte ich, „aber machst du dir das nicht zu einfach? Also dein Tiefenwissen ist ja auch nicht so tief, glaub ich …“

„Pfeif auf dein Tiefenwissen – ich hab dafür einen gesunden Menschenverstand und der sagt mir, dass es so oder so zu einem Grexit kommt, weil es gar nicht anders sein kann. Und die EU stürzt dabei mit in den Abgrund! Und danach die gesamte Weltwirtschaft – schau doch bloß mal nach China! Das ist alles nur noch eine Frage der Zeit! Wir werden uns alle noch umsehen, das glaub mir!“

„Und anschließend bricht das gesamte Universum zusammen und die Sonne erlischt. Hast du dafür einen genauen Zeitplan, damit ich mit auf all diese Ereignisse jetzt schon einstellen kann?“, entgegnete ich und grinste. Dann fragte ich: „Und was machen wir, wenn es gar keinen Grexit gibt?“

„Dann gehen wir ins Poseidon und ich lade dich auf ein Bifteki ein. Ich find den Kellner einfach süß.“

Nun ja, was soll man dazu sagen? Frauen sind sind oft so herrlich kompliziert und einfach …

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    joah

    26. Juni 2015 10:10 at 10:10

    Ich habe ernsthaft Zweifel daran, dass derartiges Finanzkomödienstadl – welches man besser für sich behielte – verpackt in einem Artikel hier der Seriösität und den eigentlich hier behandelten Themen dienlich sind.

  2. Avatar

    Ackermann

    26. Juni 2015 11:07 at 11:07

    Lieber Joah, das Problem ist doch, dass die meisten Verhandlungsteilnehmer eine ähnliche Mentalität haben , wie Sie sie mit Ihrem Post demonstrieren.

    • Avatar

      joah

      26. Juni 2015 22:30 at 22:30

      leider haben Sie da absolut recht

  3. Avatar

    Henryk Olk

    26. Juni 2015 12:23 at 12:23

    Danke für Deine erheiternden Worte zur Mittagsstunde!!!

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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am

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Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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