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Ausblick 2020: Willkommen in einer neuen Ära

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Der Ausblick 2020 steht an

Der Ausblick 2020 eröffnet den Blick auf eine neue Zeit. Erleben wir gerade live den Sterbeprozess des angeblich so anpassungsfähigen Kapitalismus?

Ohne geldpolitische Dauerinterventionen wäre der Kapitalismus schon Geschichte

Die Weltwirtschaft befindet sich nach einer der längsten und vor allem künstlichsten Wachstumsphasen der modernen Wirtschaftsgeschichte (Nullzinsära) in einer zyklischen Schwächephase. Die Notenbanken stemmen sich gegen eine noch nicht vorhandene Rezession mit Maßnahmen, wie zum Hochpunkt der letzten Finanzkrise.

Die noch im letzten Jahr postulierte geldpolitische Wende weltweit, ausgehend von den USA, wurde abgeblasen. Stattdessen wurden die Zinsen so aggressive gesenkt wie zum Hochpunkt der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die US-Notenbank verkauft die Welt für dumm, um ihr bislang aggressivstes Gelddruckprogramm der Geschichte zu verschleiern. Doch dieser Bluff fliegt langsam auf. Zu lange schon und vor allem mit steigender Intensität interveniert die Fed am US-Geldmarkt und kauft US-Staatsanleihen in historischer Dimension auf (aktuell monatlich 60 Mrd. US$ + 160 Mrd. Repo-Volumen). Die EZB hat den Einlagenzins weiter in den negativen Bereich abgesenkt und ebenfalls ein neues Gelddruckprogramm gestartet (20 Mrd. EUR pro Monat).

Es wird spannend zu beobachten, was die Notenbanken noch alles tun werden, wenn der Konjunkturzyklus sich weiter abschwächt. Eine Rezession hält dieses Wirtschaftssystem offenbar nicht mehr aus. Diese Annahme würde die Panik in den Führungsetagen der Notenbanken in Folge einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums auf immerhin noch 3 Prozent erklären. Es wird Zeit, sich über neue Wirtschaftsmodelle Gedanken zu machen oder dem Kind zumindest einen passenderen Namen zu geben, denn der Kapitalismus im Sinne freier Marktwirtschaft existiert nicht mehr. Warum? Ohne zentralplanerische Markteingriffe der Notenbanken wären wir wohl bereits in einer ganz anderen Gesellschaftsform angekommen.

Trotz extrem laxer Geldpolitik ist der Abschwung noch nicht abgewendet

Auch die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, zeigt zwei Jahre nach dem Inkrafttreten der Trumpschen Steuersenkungen und Deregulierungen deutliche Anzeichen einer Abkühlung. Die US-Administration prognostizierte für die Folgejahre der Steuersenkungen einen regelrechten Wachstumsboom. Durchschnittlich erwartete man 3,5 Prozent Wachstum pro Jahr bis 2022 mit in der Spitze über 6 Prozent Wachstum im ersten Jahr der Fiskal- und Deregulierungsreformen (2018).

Doch das Resultat der 1,5 Billionen teuren und schuldenfinanzierten Steuersenkungsparty sind ein BIP-Wachstum von lediglich 2,9 Prozent im Jahr 2018, voraussichtlich 2,35 Prozent im Jahr 2019 (Schätzung des IWF) und ein gigantisches Staatsdefizit von einer Billion US-Dollar im letzten und ca. 1,2 Billionen im laufenden Fiskaljahr (Daten gemäß CBO). Der wirtschaftliche Ausblick 2020 bleibt für die größte Volkswirtschaft der Welt gedämpft. Der IWF rechnet mit einer weiteren Abkühlung auf knapp 2 Prozent Wachstum – erkauft mit einem Staatsdefizit von über 5 Prozent des BIP.

Wachstum im US-BIP

Der IWF, die Weltbank, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ – die Bank der Zentralbanken) sowie diverse Think-Tanks und sogar Notenbanklegenden wie Alan Greenspan warnen mittlerweile vor einer andauernden Wachstumsschwäche, was in Anbetracht einer vollen Dekade ohne Rezession auch ganz natürlich ist.

Auch deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute revidieren ihre Wachstumsprognosen nach wie vor im Quartalstakt nach unten, obwohl vor allem die Industrie hierzulande in diesem Jahr bereits deutlich Federn lassen musste. Doch eine ausgeprägte Rezession, die Überkapazitäten und Kapitalfehlallokationen bereinigen würde, verträgt der Kapitalismus heutiger Prägung nicht mehr. Ganz zu schweigen von dem Ausscheiden der Zombieunternehmen und Zombiebanken aus dem Markt. Andernfalls würden sie im Interesse der ökonomischen Nachhaltigkeit ja zugelassen.

Positive Impulse kommen primär von der Fiskal- und Geldpolitik

Sucht man hingegen nach positiven Impulsen, wie sie im Jahr 2018 noch die US-Wirtschaft gepusht hatten (aber schlussendlich verpufft sind), findet man aktuell noch nichts ansatzweise in dieser Dimension. Es sei denn, und hier wird es speziell für den Kapitalmarktausblick sehr interessant, die sowohl qualitative als auch quantitative Wende in der Geldpolitik setzt sich fort und wird um fiskalpolitische Maßnahmen á la Japan ergänzt.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    TM

    23. Dezember 2019 09:34 at 09:34

    „Erleben wir gerade live den Sterbeprozess des angeblich so anpassungsfähigen Kapitalismus?“

    Wie oft wurde das schon prophezeit?

    „künstlichsten Wachstumsphasen“

    Ist Wachstum nicht immer „künstlich“? Den Notenbanken ernsthaft vorzuwerfen, dass sie durch ihre Poliitk das Wachsutm aufrechterhalten haben, ist irgendwie witzig.

    „Doch eine ausgeprägte Rezession, die Überkapazitäten und Kapitalfehlallokationen bereinigen würde, verträgt der Kapitalismus heutiger Prägung nicht mehr.“

    Ja, das war 1929/33 noch anders, da hat das prima geklappt.

    „Es sei denn,..“

    Jo, es sei denn…auhc das lesen wir nun seit min. einem Jahrzehnt. Der Kollaps muss kommen…kommt er nicht, lag es nur an der „künstlichen“ Politik. Ich wäre nocht überrascht, wenn es mal wieder eine Rezession gäbe, aber gleich das Ende des Kapitalismus? Offenbar gibt es doch diverse potentielle Maßnahmen von Fiskal- und Geldpolitik und dass diese Maßnahmen von nicht wenigen kritisiert werden, wird aber an deren Einsatz nichts ändern.

    Zum Thema rückläufige Wachstumsraten (weltweit) kann ich einmal mehr das Buch „Die Scheinkrise“ empfehlen.

    • Avatar

      Hannes Zipfel

      23. Dezember 2019 12:30 at 12:30

      Hallo TM, danke für Ihre beruhigenden Worte zum heiligen Fest. Als ehemaliger DDR-Bürger kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, wie fest der Glaube an das ewig währende System und dessen Unfehlbarkeit und Überlegenheit bei vielen meiner Mitbürger verankert war. Aber gut zu wissen, dass alles, was wir derzeit an fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen erleben völlig normal und nicht besorgniserregend ist. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass ich mich dennoch auch in Zukunft genötigt sehe, auf die meiner Meinung nach erwähnenswerten Fehlentwicklungen im Kapitalismus heutiger Prägung hinzuweisen – ganz einfach, weil sie meiner bescheidenen Meinung nach tatsächlich und nicht nur eingebildet existieren. Auch wenn Sie diese Fehlentwicklungen historischen Ausmaßes (ungleich größer 1929) nicht erkennen können.

      Wie sagte Perikles von Athen in wahrer Weisheit: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ Dazu gehört aber auch, kritisch über den Istzustand des Kapitalismus zu reflektieren und sich der REALEN Herausforderungen bewusst zu sein, anstatt sie zu negieren.

      Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ihre diversen Kommentare auf FMW offenbaren Sachverstand und eine tiefe Kenntnis der Materie. Umso mehr erstaunt mich ihr unerschütterlicher Glaube an das kaputte System, mit dem wir konfrontiert sind. Vielleicht sehen Sie etwas, dass nicht sehe.

      Ich wünsche Ihnen unabhängig von dieser Meinungsverschiedenheit fröhliche Weihnachten und Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch ins neue Jahr, in dem es mit Sicherheit wieder kontrovers zu diskutierende Entwicklungen geben wird.

      Ihr Hannes Zipfel

    • Avatar

      Dorinela

      23. Dezember 2019 13:48 at 13:48

      @TM und was wenn der Deal doch nicht kommt, dafür aber die Zölle. Ich sage es immer wieder!

  2. Avatar

    Shorti

    23. Dezember 2019 12:28 at 12:28

    Wieder Super-Analyse, nur @ TM findet diese unglaubliche Zauberei witzig ? ? Soll ein Vermägensverwalter sein ? Auf seine Buchempfehlung kann ich verzichten. Einfach nur noch peinlich u.realitätsfremd.

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    Ice 9

    23. Dezember 2019 13:50 at 13:50

    „Ohne geldpolitische Dauerinterventionen wäre der Kapitalismus schon Geschichte“

    Dass ständige zentralplanerische Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen von seiten des Staates Teil des Kapitalismus sind, wäre mir neu.

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    Quintus

    23. Dezember 2019 15:03 at 15:03

    Die Buchempfehlung von TM hat seine Berechtigung und sie ist obendrein sogar notwendig um seinen eigenen Horizont nicht immer stärker auf den vermeintlichen Crash zu fokussieren.
    Jedoch muß ich den Autoren Dr. Bourcarde und Dr. Herzmann einen verengten Focus auf das Wachstum und den Ist-Zustand Deutschlands bescheinigen. Diese genannten Punkte jedoch spielen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Europas eine untergeordnete Rolle. Ihre Empfehlungen der veränderten Sichtweise, sofern die Politik diese berücksichtigen würde, könnte uns ein größeres Zeitfenster zur Lösung der anstehenden Probleme schaffen.

    Insgesamt jedoch lassen sich Makroökonomische Entwicklungen und deren zugrundeliegenden Ursachen nicht beseitigen. Demographie- Der Kondratieffsche Winter- Migrationsdruck aus Drittweltländern- Die Ablösung des bestehende Hegemons und das Entstehen einer multipolaren Welt- Die KI-Revolution wird ebenfalls keine klassische Wasserscheide sein, nach der der Arbeitsmarkt wieder in ein neues Gleichgewicht kommt. Wir werden es vielmehr mit einer Kaskade immer größerer Disruption zu tun haben..all diese Prozesse werden zu wenig beachtet und münden somit in einer unrealistischen Sicht der Zukunft.

    Fazit: Die Richtigstellung des realen Wachstums und die krankhafte Fokussierung der Politik auf vollkommen überzogene Wachstumsraten in der heutigen Zeit ist den Autoren gut gelungen, allerdings konnten sie meine Sicht der Dinge nur ergänzen, jedoch nicht korrigieren, denn die entscheidende Schlacht wird auf einem ganz anderen Felde geschlagen…..

    Ich möchte noch Stefan Gruber aus seinem Buch: „Ein Buch für Keinen“ zitieren.
    Die Schuldenmisere:
    Schulden werden heute nicht mehr gemacht um noch durch Kontrakterfüllung beglichen zu werden und Kredit wird nicht mehr eingeräumt, weil eventuell noch Vertrauen auf Vermögen besteht. Mittlerweile wissen oder ahnen alle Wirtschaftsteilnehmer im Machtkreislauf, dass bei unserem Spiel Karten gezinkt und Würfel manipuliert sowie Spielregeln willkürlich und beliebig (von der Macht) änderbar sind – Alle haben sich aber stillschweigend oder laut krakeelend darauf geeinigt…..im Wesentlichen still zu halten und weiter zu spielen, solange das Aufschulden noch irgendwelchen bedauernswerten Nachschuldnern in „weit,weit weg“ oder auch gerne „nebenan“ aufgedrückt werden kann.
    „Alle werden Allen Alles garantieren“ bis „die Schuldnerketten reißen“ und sich „die Pforten der Hölle öffnen“..

    • Avatar

      Lausi

      24. Dezember 2019 01:15 at 01:15

      …und sich die Pforten der Hölle öffnen! Es wird Zeit Satanist zu werden – aber natürlich erst nach Weihnachten ;-)

  5. Avatar

    joah

    25. Dezember 2019 00:05 at 00:05

    Der Artikel klingt verdächtig nach Drogenmissbrauch und „permanent high plateau“.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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Echter Wohlstand nur mit Aktien möglich – Werbung

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Lieber Börsianer,

das ist die harte Wahrheit. Im europäischen Vergleich sind wir nicht besonders wohlhabend. Rein rechnerisch entfällt auf jeden erwachsenen Deutschen ein Vermögen von 216.654 US-Dollar. Österreicher verfügen in dieser Statistik über ein Vermögen in Höhe von 274.919 US-Dollar. In der Schweiz „sitzt“ jeder Erwachsene dagegen auf einem gewaltigen Vermögen von 564.653 US-Dollar, wie die Crédit Suisse in ihrem Global Wealth Databook ausgerechnet hat.

Das ist natürlich nur ein statistischer Wert, den man entsprechend lesen muss. So sind in der Schweiz gemessen an der Bevölkerungszahl überdurchschnittlich viel bedeutende Großunternehmen wie etwa Novartis, Nestlé oder ABB angesiedelt. Deren Vermögen geht in diese Statistik ebenfalls ein, ohne dass der Schweizer Privatmann dies auf seinem Konto oder Depot unmittelbar spürt.

Diese statistische Verzerrung gilt allerdings für Deutschland und Österreich in leicht abgeschwächter Form ebenfalls. Auch hier gibt es Großunternehmen. In ihrer Grundaussage lügt diese Statistik also nicht. Deutsche und Österreicher sind relativ arm. Was sind die Ursachen unserer relativen Armut?

Wir waren im vergangenen Jahrhundert schlecht „beraten“, als wir uns an zwei Weltkriegen maßgeblich beteiligt haben und damit unsere Vermögenssubstanz zweimal weitgehend zerstört haben. In der Schweiz hat man unterdessen weiter aufgebaut und sich über Fluchtgelder aus den damaligen Krisenregionen Europas gefreut.

Jeder dritte Schweizer vermehrt sein Geld an der Börse

Aber lassen wir die Geschichte ruhen! Denn es gibt noch eine andere Erklärung für unseren Vermögensrückstand. Schweizer setzen auf die Aktie, während der deutsche Michel lange Jahre das Sparbuch bevorzugte. So investieren derzeit über 20 % der Eidgenossen aktiv und selbstständig an der Börse. Zählt man hierzu noch die betriebliche Altersvorsorge, die für Schweizer Arbeitnehmer ab einem gewissen Einkommen verpflichtend ist, kommt die Schweiz sogar auf eine Aktionärsquote von deutlich über 30 %. So wird man schließlich wohlhabend.

Erst im vergangenen Jahr schoben die eidgenössischen Pensionskassen erneut satte Extra-Renditen ein, weil sie zu über 30 % am boomenden Aktienmarkt investiert waren. Zu Deutsch: Die Vermögensschere zwischen Deutschland und der Schweiz hat sich zuletzt nochmals zu unseren Ungunsten ausgeweitet. Hierzulande investieren rund 15 bis 16 % der…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Daimler: Deutlich sinkender Umsatz, steigender Gewinn

Claudio Kummerfeld

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Daimler Mercedes Logo

Daimler hatte vor genau einer Woche Zahlen zum Quartalsgewinn als Ad Hoc-Mitteilung veröffentlicht. Heute nun hat Daimler offiziell seine kompletten Quartalszahlen veröffentlicht. Und diesem Bericht ist die interessante Tatsache zu entnehmen, dass Daimler es mitten in der Coronakrise geschafft hat denn Gewinn zu erhöhen, während er Umsatz deutlich schrumpft.

Daimler heute auch mit Umsatzzahlen

Egal ob EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) oder bereinigtes EBITDA. Der Gewinn im 3. Quartal ist bei Daimler höher als im 3. Quartal 2019. Das EBITDA steigt von 2,69 auf 3,07 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA steigt von 3,14 auf 3,48 Milliarden Euro. Das letztliche Konzernergebnis belief sich auf 2.158 nach 1,81 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz sinkt um 7 Prozent von 43,3 auf 40,3 Milliarden Euro. Der Fahrzeugabsatz sinkt um 8 Prozent von 839.300 auf 772.700 Stück. Weniger Fahrzeuge, weniger Umsatz, aber mehr Gewinn. Das kann sich sehen lassen gegenüber den Börsianern.

Hier auszugsweise aktuelle Aussagen von Daimler:

Aufgrund eines überzeugenden Produktportfolios und einer positiven Markterholung haben wir im dritten Quartal eine gute Geschäftsentwicklung verzeichnet. Wir haben unsere umfangreichen Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zum Cash Management erfolgreich vorangetrieben. Mit diesem Schwung sind wir auf dem richtigen Weg, um unser Geschäft wetterfester zu machen. Die Transformation von Daimler ist allerdings ein Langstreckenrennen. Wir halten das Tempo weiter hoch – fokussiert und mit hoher Disziplin.“

Zum Ende des dritten Quartals lag die Nettoliquidität des Industriegeschäfts bei 13,1 (Ende Q2 2020: 9,5) Mrd. €. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts betrug 5.139 (Q3 2019: 2.819) Mio. €. Der bereinigte Free Cash Flow des Industriegeschäfts erreichte 5.345 (Q3 2019: 2.931) Mio. €.

Der hohe Free Cash Flow im dritten Quartal von rund 5,1 Mrd. € spiegelt die anhaltenden Maßnahmen zur Kostenreduzierung und zum Erhalt der Liquidität sowie die positive operative Geschäftsentwicklung in allen Geschäftsfeldern wider. Dazu trugen auch die Dividende des chinesischen Joint Ventures BBAC über 1,2 Mrd. €, positive Beiträge aus der Entwicklung des Working Capital sowie saisonale Einflüsse bei.

Letzte Woche Donnerstag Abend ging die Daimler-Aktie mit 46,84 Euro aus dem Handel, um dann letzten Freitag auf die Ad Hoc-Meldung höchst erfreut zu reagieren mit Kursen bis zu 49,60 Euro. Nach Kursrückgängen im Verlauf dieser Woche kann die Aktie heute wieder steigen auf aktuell 48,62 Euro. Im Vergleich zu Februar, vor dem Beginn des Börsencrash, notiert die Daimler-Aktie jetzt 5 Euro höher – heute ist es im Vergleich zu gestern ein Plus von 2,1 Prozent.

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