Anleihen

Ausgabe neuer 30jähirger Bundesanleihen: Hohe Nachfrage für weiter mickrige Rendite

Seit 2014 läuft eine Emissionsserie deutscher 30jähriger Bundesanleihen. Seitdem folgen regelmäßig Aufstockungen neuer Tranchen. Heute wurde eine weitere Milliarde Euro angeboten. Die Nachfrage lag bei einem...

FMW-Redaktion

Seit 2014 läuft eine Emissionsserie deutscher 30jähriger Bundesanleihen. Seitdem folgen regelmäßig Aufstockungen neuer Tranchen. Heute wurde eine weitere Milliarde Euro angeboten. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,43 Milliarden Euro. Seit April 2016 liegt die Nachfrage nach diesen Langläufern konstant und spürbar über der Angebotsmenge!

Von diesen 1,43 Milliarden Euro waren Orders im Wert von 1,1 Milliarden Euro unlimitiert. Also hätten Kaufwillige jeden angebotenen Preis akzeptiert. Deutschland hätte also theoretisch die volle Tranche von 1 Milliarde Euro nach beliebigem Kursangebot verkaufen können. Aber wie immer platziert die Finanzagentur Deutschland GmbH für den deutschen Staatshaushalt zu fairen marktgerechten Konditionen, um als langfristig verlässlicher Ort für Kapitalanlagen zu gelten.

Verkauft wurden nicht wie angeboten 1 Milliarden Euro, sondern nur 805 Millionen Euro Volumen. Der Rest von 195 Millionen Euro floss in die sogenannte Marktpflegequote. Denn wenn rein theoretisch alle heutigen Käufer ihre Anleihen bis Laufzeitende in ihren Depots liegen lassen, gäbe es am Markt keine Handelbarkeit der Papiere. Diese Liquidität garantiert die Finanzagentur mit der Marktpflegequote. Sie bietet somit für zukünftig Kaufwillige eine Handelbarkeit am freien Anleihemarkt.

Verkauft wurden die Anleihen heute zu einem Kurs von 129,16% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Der Zinskupon liegt bei 2,50%. Da die Käufer heute weit mehr als den Nominalwert der Anleihen (100,00%) zahlen, am Laufzeitende aber nur 100,00% zurück erhalten, liegt die Rendite bei 1,29%. Bei der vorigen Emission von 30jährigen Bundesanleihen vor vier Wochen lag die Emissionsrendite noch bei 1,02%. Die letzte Emissionsrendite dieser Serie lag vor 8 Wochen bei 1,24%.

Somit hat sich von 1,24% auf 1,29% kaum etwas gebessert für die Investoren. Auf eine Laufzeit von 30 Jahren (genauer gesagt 27 Jahren Restlaufzeit dieser Serie) ist das eine verdammt magere Rendite. So richtig scheint der Glaube an höhere Zinsen noch nicht in dieser Auktion angekommen zu sein. Auch die hohe Nachfrage nach so wenig Rendite bei so einer langen Laufzeit zeigt, dass der Markt weiterhin mit so wenig zufrieden ist.

Das letzte Mal, wo der Markt weniger nachfragte als angeboten wurde, war Anfang 2016. Da lagen die Renditen bei 1,18% und 0,94%. Auch 2014 und 2015 blieb die Nachfrage für die einzelnen Tranchen dieser Serie regelmäßig unter der Angebotsmenge. Im September 2015 gab es aber sogar noch 1,49% Rendite. Das zeigt: Nach zwei Jahren Wartezeit auf eine Zinswende gibt man sich nun am Markt mit weniger zufrieden. Vielleicht ist morgen mehr von der Zinswende in Sicht bei den neuen Aussagen von Mario Draghi? Wir werden sehen.


Grafik: Finanzagentur Deutschland GmbH



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