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Australischer Fonds liquidiert sich selbst im Gewinn, verkauft alles und zahlt Anleger aus, weil er sie vor großem Crash schützen will

Es ist kein Geheimnis, dass Australien den großen Crash noch vor sich hat. Banken und Verbraucher machen das selbe wie in den USA bis 2007. Konsumenten kaufen Häuser völlig auf Pump, kaufen ein…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist kein Geheimnis, dass Australien den großen Crash noch vor sich hat. Banken und Verbraucher machen das selbe wie in den USA bis 2007. Konsumenten kaufen Häuser völlig auf Pump, kaufen ein zweites Haus, ebenfalls auf Pump. Die Preise explodieren immer weiter, und die Relation von Schulden und Einkommen interessiert nicht mehr. Nur ist die Blase in Australien bisher noch nicht geplatzt. Der Einsatz wird aber immer höher – von daher ist die Fallhöhe auch immer höher!

Wenn es noch eines Zeichens bedurfte, dass in Australien etwas nicht stimmt, dann mag dies genau so ein Zeichen sein. Der australische Fondsanbieter „Altair Asset Management“ hat all seine Anlagen in Immobilien und Aktien nun verkauft – mit guten Gewinnen, wie man betont. Die Fonds werden liquidiert und die Anleger werden ausgezahlt, ohne dass sie dazu befragt wurden, und ohne dass sie dazu eine Anweisung gegeben hätten.

Der Fonds zieht sich zurück, und macht klare Aussagen zu den Gründen. Man sehe die australischen Aktien- und Immobilienmärkte in einem völlig überhitzten Zustand. Gegenüber den Kunden schreibt man, dass man die Maßnahme ergreife aufgrund einer bevorstehenden Katastrophe an den australischen Märkten, so Altair-Chef Philip Parker. Bei den Rückzahlungen an Kunden gehe es um Summen von mehreren hundert Millionen australischer Dollar.

Es gehe hierbei um eine grundlegende Entscheidung die Einlagen der Kunden zu schützen, was stets wichtiger sei als das Eigeninteresse von Vermögensverwaltern, so Parker. Schließlich verzichtet man auf Verwaltungsgebühren, wenn man seine Tätigkeit jetzt einstellt. Der Schutz der Kunden und die Sichtbarkeit einer bevorstehenden Katastrophe seien die einzigen Gründe für diese Maßnahme gewesen. Andere Gründe hätte es nicht gegeben.

Der Sydney Morning Herald zitiert aus dem Statement des Fondsmanagers an seine Kunden. Vier konkrete massive Risiken sieht er als derzeit extrem hoch an. Da wären erstens eine enorme Blase im Immobilienmarkt an der australischen Ostküste, dazu noch der überteuerte australische Aktienmarkt. Oben drauf kämen geopolitische Risiken (Trump?) sowie riesige Probleme in China. Dort sei der Immobiliensektor überhitzt, und das Niveau an Schulden werde Ende des Jahres explodieren.

Australien habe seinen Crash-Moment (anders als die USA) noch nicht gesehen, so Parker. China scheint ihm als Problem besonders wichtig zu sein. Bisher habe man in Australien im Narrenparadis sehr gut gelebt. Aber wenn China (wie der Fonds annimmt) zum Ende des Jahres einbreche, seien davon 70% der australischen Exporte betroffen.

Aber noch wichtiger als China und die australischen Aktien sei ihm der überhitzte inländische Immobilienmarkt, so Parker. Der sei die aktuell größte Gefahr. Wenn er mit Bankern spreche, seien diese außerordentlich beängstigt, weil die australische Bevölkerung stark überschuldet sei. Wir meinen: Das Muster ähnelt der US-Immobilienblase 2007. Aber der australische Markt ist in Relation dazu klein – dennoch können China und Australien als quasi Tandem in Asien ernsthafte Probleme auslösen.

Und das kann dann weltweit zum Problem werden. Australien lebt quasi vom Rohstoffexport. Wenn die Chinesen weniger in Australien nachfragen, und immer mehr Australier gut bezahlte Jobs zum Beispiel im Kohleabbau verlieren, können sie ihre Kreditraten nicht mehr bedienen. Danach folgen die Banken, die hierdurch in Schieflage geraten. Aber bis jetzt ist der Crash ausgeblieben. Parker geht offensichtlich davon aus, dass es Ende dieses Jahres so weit sein könnte.


Die Australien-Flagge. Grafik: Ian Fieggen / Gemeinfrei

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Tim

    30. Mai 2017 13:58 at 13:58

    Wenn dort der Immoblienmarkt einbricht: Würde dies die europäischen Kreditinstitute mittelbar oder gar unmittelbar belasten? Wie groß sind die Verquickungen mit Australien? Weiß hier jemand mehr?

    Wenn China einbricht, ist dies natürlich eine ganz andere Liga.

  2. Avatar

    Walter Schmid

    30. Mai 2017 14:10 at 14:10

    Hut ab! So stelle ich mir ein verantwortungsvolles Fondsmanagement vor!

    Übrigens ist das der klassische Fall von Gewinnmitnahmen, der einsetzt, wenn der Glaube an weiter steigende Kurse schwindet. Wenn dann noch ein paar Hiobsbotschaften dazukommen, rauschen die Kurse nach unten. Könnte sein, dass es jetzt endlich soweit ist. Ich habe ja nun auch schon lange genug darauf gewartet. :-)

  3. Avatar

    frank.trg

    30. Mai 2017 14:19 at 14:19

    sehr gute interessante Story. Top!

  4. Avatar

    Columbo

    30. Mai 2017 15:29 at 15:29

    @Markus Fugmann,
    „riesige Probleme in China“. Sie hatten es kürzlich auch in einem Interview gesagt, daß uns China gegen Ende des Jahres noch negativ überraschen könnte. Ich verlaß mich auf Sie!?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      30. Mai 2017 15:30 at 15:30

      @Columbo, wer sich auf mich verläßt, ist verlassen :)

  5. Avatar

    Markus

    30. Mai 2017 15:58 at 15:58

    Passend hierzu der Verweis auf eine aktuelle Studie (Mai 2017) von KPMG:
    https://assets.kpmg.com/content/dam/kpmg/au/pdf/2017/australian-home-loan-market-survey-analysis-may-2017.pdf

  6. Avatar

    Thomas

    1. Juni 2017 06:39 at 06:39

    Einen Crash kann man nicht voraussagen. Aber ich bin beeindruckt von der Verantwortung des Fonds gegenüber seinen Anlegern.

    Dumm wäre es allerdings wenn der Trend weiter läuft und durch politische Maßnahmen gestützt wird. Es gibt Weg diesen ggf. zu vermeiden. Denn eins ist auch Sicher, es gab noch nie so viel angespartes brach rumliegendes Kapital.

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Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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