Devisen

Auswirkungen des OPEC-Deals bei Öl und Forex

Auch nach dem gestrigen Anstieg um 3 Dollar vor dem OPEC-Meeting geht es bis heute weiter. WTI und Brent steigen beide weiter auf aktuell 50,97 und 53,46 Dollar...

FMW-Redaktion

Die OPEC kürzt ein wenig um 1,2 Millionen Barrels pro Tag, was gemäß allgemeiner Börsenweisheit den Ölpreis zum Steigen veranlassen dürfte. Auch nach dem gestrigen Anstieg um 3 Dollar vor dem OPEC-Meeting die Party heute weiter: WTI und Brent steigen beide weiter auf aktuell 51,22 und 53,67 Dollar. Charttechnisch sieht das – man muß es sagen – gut aus (noch schnell tanken gehen..)!

Interessant ist aktuell vor allem: Der Contango, also die höhere Preisnotierung bei weiter entfernten Futures-Kontrakten, ist aktuell bei langen Laufzeiten nicht vorhanden. So lag der Dezember 2017-Kontrakt im WTI gestern noch normal mehr als 1 Dollar unter dem Preis für Dezember 2018 – heute aber ist der 2017er leicht teurer als der 2018er (das nur mal so am Rande zu den verrückten Ölmarkt-Zeiten!)

Die aktuellen Kontrakte zeigen ganz klar: Der Markt hat die OPEC-Pille geschluckt, man glaubt an den Oil Freeze von gestern in Wien. Was man sich wünscht, das wird auch Realität! Aber genug der Häme von uns Kleingläubigen! Aktuell haben wir sogar eine der seltenen Phasen, in denen der Dollar-Index (Währungskorb von Dollar gegen diverse Währungen) steigt, während Öl gleichzeitig auch steigt. So steigt der Dollar-Index von gestern Nachmittag bei 101,10 auf aktuell 101,46.

Der US-Dollar bleibt stark, aktuell aber nicht gegen die Öl-Währungen. Der Chart zeigt den US-Dollar gegen den russischen Rubel und gegen die norwegische Krone. Sie werten beide gegen den Dollar auf, vor allem seit der Entscheidung gestern in Wien.

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Die türkische Lira scheint momentan irgendwie unter allen Szenarien zu verlieren. Nicht nur charttechnisch ist der Weg für eine weitere Abwertung völlig frei. Erst die ständige Erdogan-Unsicherheit für die heimische Wirtschaft. Dann verpuffte eine Zinsanhebung am 24.11. in kürzester Zeit, weil der die Dollars dennoch aus dem Land herausgesaugt werden seit dem Sieg Trumps. Die Zinsanhebung ist im Chart nicht einmal mal mehr als großer Ausschlag zu entdecken.
Heute erreicht USDTRY (US-Dollar vs Türkische Lira) die 3,50er-Marke. Dabei ist die türkische Lira ein Musterbespiel für die Anfälligkeit jener Emeriging Markets-Länder, die einerseits stark auf Importe angewiesen sind (vor allem auf Öl-Importe), und zweitens ein massives Handelsbilanzdefizit haben:

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USDTRY seit Anfang 2014. Der Seitwärtstend bei 3,10 wurde Ende Oktober endgültig nach oben durchbrochen, dank Erdogan und Trump.



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