Folgen Sie uns

Allgemein

Auto verkaufen ohne Wertverlust?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Heute kann ich mit wenig Aufwand im Internet mein Auto 20-40 % günstiger einkaufen. Das bedeutet ich verkaufe es nach zwei Jahren möglicherweise ohne Wertverlust!

Klassische Autohäuser sehen schweren Zeiten entgegen

Der überwiegende Teil alle Autohändler in Deutschland fühlt sich durch den Direktvertrieb der Autohersteller und Online-Verkaufsplattformen im Internet bedroht! Gleichzeitig beklagen viele Händler, dass die Loyalität der Autokäufer immer mehr abnehme! Es ist fraglich, ob das Geschäftsmodell der Autohäuser durch die Preistransparenz des Internets noch eine Zukunft hat. Auch unsere Nachbarländer kämpfen mit den gleichen Problemen. Der Preisdruck ist durch die Onlineplattformen enorm, hinzu kommt der Konkurrenzdruck durch ausländische Marken.

Autohäuser kämpfen auch mit zu langen Lieferzeiten, denn sie sorgen für Liquiditätsengpässe. Der Kunde muss erst kurz vor Auslieferung zahlen. Fast ein Drittel der Händler sieht sich mittlerweile gezwungen Verträge mit Online-Plattformen abzuschließen, um höhere Stückzahlen ihrer Vertragsautomarke zu verkaufen, denn nur so bekommen sie attraktive Boni ihrer Hersteller.

Das Autohaus leitet den Kaufauftrag durch die vermittelnde Online-Plattform direkt an seinen Hersteller weiter. Der Vorteil des Autohauses ist, dass das Auto nicht längere Zeit in seinem Verkaufsraum oder auf seinen Parkplätzen steht und er keine Provision an seinen Verkäufer zahlen muss. Diese Ersparnis wirkt sich stark beim Kunden aus, der dann sein liebstes Stück mit Rabatten von zum Teil 20-40 % sein eigen nennen darf! Ich will es genau wissen und treffe einen Online-Autoverkäufer, der für ein großes Online-Portal gearbeitet hat. Herr F. aus Hamburg. Herr F. hat in den Jahren 2012 bis 2018 für das große Online-Portal autohaus24 Neuwagen verkauft.

FMW: Wie kamen Sie dazu, haben sie vorher für ein Autohaus gearbeitet ?

Nein, ich habe vorher im Telefonmarketing gearbeitet und habe mich schon immer für den Telefon-Vertrieb interessiert. 2012 bekam ich ein Angebot in einem Startup mitzuwirken. An das Konzept habe ich sofort geglaubt, Neuwagen online anbieten zu können. Das Potenzial war für mich klar erkennbar, dass dieser Weg, Autos online zu verkaufen sich in Zukunft weiter entwickeln wird. Der Fahrzeugmarkt befindet sich im größten Wandel seiner Geschichte.

FMW: Können sie uns kurz schildern wie ein normaler Arbeitstag aussah?

Potenzielle Autokäufer haben auf der digitalen Plattform Fahrzeuge konfiguriert und ihre Kontaktdaten eingegeben. Diese Interessenten wurden dann von uns kontaktiert um evtl. Fragen zu beantworten. Das geschah entweder per Mail oder Telefon, je nachdem welche Daten der Kunde bereit war mitzuteilen.

FMW: Wie viele Autos haben sie am Tag Verkauft?

Im Schnitt waren es 1-2 Fahrzeuge. In einigen Fällen konnten es aber auch bis zu 10 Fahrzeuge am Tag sein.

FMW: Darf ich fragen wie hoch die Provisionen lagen gegenüber dem Verkauf in einem Autohaus?

Die Provisionen im klassischen Autohaus kenne ich nicht genau, sie liegen da bei ca. bei 300-450€, aber im Onlinesegment lag sie bei gut 1% vom Fahrzeugwert des Neuwagens je nach Modell.

FMW: Was waren die häufigsten Fragen der Kunden ?

Die häufigsten Fragen bezogen sich natürlich auf den Ablauf beim Neuwagenkauf, wie weit der Händler vom Kunden entfernt ist, wann das Fahrzeug bezahlt werden muss. Die jeweilige Konfiguration wurde in allen Fällen nochmal besprochen,  hier konnten wir den Kunden helfen welche Extras sinnvoll waren und welche nicht.

FMW: Gab es Verkaufsdruck, wie zum Teil in Autohäusern gegenüber ihren Autoverkäufern?

Ich denke Verkaufsdruck im klassischen Sinn ist völlig normal. Der Betrieb einer Onlineseite ist kostenintensiv. Es steht eine hohe Manpower dahinter und auch der Konfigurator mit der Unzahl an Herstellern mit den jeweiligen dazugehörigen Modellen ist extrem kostenintensiv.  Von daher ist ein gewisser Erfolgsdruck aus kaufmännischer Sicht völlig normal.

FMW: Warum bietet Autohaus24 keine Neuwagen mehr an, wenn es doch so boomt?

Ich glaube, daas es eine interne politische Entscheidung war. Das Unternehmen wurde von Sixt gegründet. Das Kerngeschäft von Sixt ist das Vermietgeschäft von Fahrzeugen. Autohaus24 gibt es ja immer noch, allerdings nicht mehr für den Kauf eines Fahrzeugs, sondern wie im Kerngeschäft mit Leasing oder Variofinanzierung.

FMW: Wenn sie selbst ein Auto kaufen, kaufen sie es bei einem Autohaus oder online?

Da ich online das gleiche Fahrzeug erhalte wie in einem Klassischen Autohaus, der Rabatt den ich online nutzen kann aber deutlich höher ausfällt, werde ich persönlich immer den Onlinekauf vorziehen. Ich erhalte die gleiche Garantie, die gleiche Serienausstattung und die gleiche Lieferzeit. Es ist also auch hier irgendwie eine kaufmännische Entscheidung.

Jetzt möchte ich einmal die Angebote vergleichen. Auf diversen Webseiten der Autohäuser finde ich zwar die Autos die ich suche, aber leider geben einige keine Preise an. Nach geraumer Zeit finde ich ein Autohaus mit Preisangaben. Ich schaue mir das Autohaus Heinrich Berg in Oldenburg in Schleswig-Holstein an. Ein alteingesessenes Unternehmen in einer 10.000 Einwohner-Stadt. Auf der Webseite gucke ich nach dem Golf GTI TCR . Um einen Preis in Erfahrung zu bringen, klicke ich auf den Konfigurator, ähnlich wie bei einem Onlinevermittler.

Auto verkaufen Beispielfoto

Ich werde von dem Autohaus direkt auf eine Unterseite von Volkswagen gelenkt.

Leistung satt: Der Golf GTI TCR. Die Straßenversion des gleichnamigen Modells aus der TCR-Rennserie bringt 213 kW (290 PS) auf den Asphalt. Preis ab 43.535,00 € inkl. MwSt. Gleichzeitig schaue ich auf die Seite von autokauf365.de um in Erfahrung zu bringen wie viel ich dort zahlen muss. Auch hier finde ich einen Konfigurator und tippe das Gleiche ein. Leistung satt: Der Golf GTI TCR. Die Straßenversion des gleichnamigen Modells aus der TCR-Rennserie bringt 213 kW (290 PS) auf den Asphalt.

Hier bekomme ich mehrere Rabattstufen: Der Wagen wird mir nachhause geliefert. Preis: 38.694,45 € inkl. Ersparnis= 4.840,55€

Den Wagen muss ich direkt beim Hersteller, in diesem Fall VW in Wolfsburg abholen, und der Wagen wird für 6 Monate auf eine Autovermietung zugelassen. Die Autovermietung nutzt das Fahrzeug in dieser Zeit nicht. Ich fahre ganz normal meinen Wagen 6 Monate und danach wird er auf mich umgeschrieben. Preis: 32.700,90 € inkl. MwSt. Ersparnis= 10.835€

Wer jetzt keine Lust hat sein Auto abzuholen, kann es sich auch auf einem Hänger nach Hause liefern lassen. Kosten ca. 1,50 € pro Kilometer. Einziger Nachteil des größeren Rabattes ist aus unserer Sicht das hier aus rabatttechnischen Tricks/Gründen ein Autovermieter zwischengeschaltet ist. Auch wenn das ’nur“ 6 Monate sind , stehen im Brief nach 6 Monaten gleich zwei Halter drin. Wen das nicht stört, spart satte 10.835 €!

10.835€ sparen beim Neukauf ist schon sehr viel, denn ich könnte das Auto praktisch ohne Wertverlust nach zwei Jahren wieder verkaufen.

Verständlich, daas viele Autohäuser jetzt auch Verträge mit Online-Verkäufern schließen.

Mit wenig Aufwand kann ich also beim Autokauf schnell mal 25 % und mehr sparen. Natürlich mache ich mir Gedanken über die vielen Autohäuser, denen es in Zukunft immer schlechter gehen wird. Doch 10.000 € bei einem Kauf zu sparen setzt meine Loyalität zu meinem Autohändler außer Kraft! Man könnte es vergleichen mit den aussterbenden Buchläden oder mit vielen Kaufhäusern, die sich nicht halten konnten, nicht zuletzt durch den Online-Riesen Amazon!

Leider passiert es auch mit den Autohäusern. Hier ist die Schuld bei den Herstellern zu suchen! Nur Sie können etwas ändern, aber wollen sie das überhaupt?

Jahrelang war der Autohändler um die Ecke das Aushängeschild des Herstellers, doch die Zeit hat ihn überholt!

Im Jahr 2000 gab es in Deutschland noch mehr als 17.500 selbstständige Autohändler. Heute sind es nur noch weit unter 7000! Man kann es mit den damaligen Tante-Emma-Läden vergleichen. Es wird immer mehr große Autohäuser in den Großstädten geben, und die kleinen in den Kleinstädten sterben aus! Die großen bekommen immer bessere Einkaufspreise und verkaufen die Neuwagen meist unter dem EK-Preis der kleinen Autohäuser.

„Offline goes online“ ist der Trend beim Autokauf! Und wer will es dem Käufer verdenken.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

weiterlesen

Allgemein

BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

weiterlesen

Allgemein

Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage