Deutsche und europäische Autoaktien dürften jetzt wieder unter Druck geraten. Die gestern Abend veröffentlichte Meldung von BMW zerlegt quasi die Gewinnaussichten des eigentlich so gut aufgestellten Autobauers. Notierte die BMW-Aktie gestern Abend noch bei 67,92 Euro, rutschte sie dann auf einmal schlagartig ab, bis heute früh auf Tradegate auf 62,48 Euro. Die Aktie von Mercedes-Benz rutscht seit gestern Abend parallel ab von 48,89 Euro auf 46,85 Euro heute früh. Volkswagen verliert von 89,68 Euro auf 88,20 Euro.
Autoaktien unter Druck: BMW senkt Ausblick deutlich
Gestern Abend um 17:45 Uhr kam die Ad Hoc-Mitteilung von BMW. Die Jahresprognose für 2026 wurde deutlich abwärts revidiert. Die EBIT-Marge im Segment Automobile soll im Korridor von 1-3 % liegen (bisherige Erwartung 4-6 %). Das RoCE im Segment Automobile soll bei 1-5 % liegen (bisherige Erwartung 6-10 %). Das Konzernergebnis vor Steuern soll einen „deutlichen Rückgang“ aufweisen (bisherige Formulierung an den Ausblick: moderater Rückgang).
Die negative Entwicklung im chinesischen Automobilmarkt habe sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt. Die China Passenger Car Association hat ihre Marktprognose für das Gesamtjahr erneut deutlich nach unten korrigiert. Dies führt laut BMW zu einer intensiveren Wettbewerbssituation in China und in Ländern der Region Asien-Pazifik, der man sich nicht entziehen könne. Positive Volumenentwicklungen in Europa und USA könnten die Absatzentwicklung in China und Asien-Pazifik nicht kompensieren.
Zudem halten die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten entgegen den bisherigen Annahmen weiter an. Zum einen steigern die unverändert hohen Energiepreise die Unternehmenskosten. Zum anderen belastet die aus dem Konflikt resultierende Unsicherheit zunehmend das Konsumverhalten in zahlreichen Märkten weltweit, so BMW. Man werde die laufenden Kostensenkungen im Jahr 2026 durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen. Deren Effekte würden in den Folgejahren sichtbar.
Schwache Konjunkturdaten aus China
Erst gestern konnte man es sehen: Die Konjunktur in China läuft nicht rund. Die Einzelhandelsumsätze wurden für Mai im Jahresvergleich mit -0,6 % gemeldet, die Immobilienpreise sinken im Jahresvergleich um 3,5 %. Auch wenn die Industrieproduktion um 4,5 % gewachsen ist – der Konsum in China ist derzeit ein Hauptproblem, und damit auch die Nachfrage nach Autos. Die US-Zölle belasten europäische Autobauer ohnehin schon. Und nicht nur, dass chinesische Autohersteller an sich eine immer größere Konkurrenz für den Autoabsatz heimischer Hersteller in Europa darstellen. Nun schwächelt auch noch der Absatz europäischer Hersteller in China immer stärker.
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In der Finanzkrise standen die Autoaktien bei einem Bruchteil zu heute…insofern ist noch Luft nach unten…
Wenn ich mich recht erinnere standen die BMW Vorzüge in der Finanzkrise bei unter 15 und die VW Vorzüge bei unter 25..