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Autobranche: Hella – massive Insiderverkäufe verpuffen wirkungslos

Die traditionelle Autobranche ist in diesem Jahr kräftig unter die Räder geraten – und das nicht nur Corona-bedingt. Der fortschreitende Klimawandel verlangt nach neuen Antriebstechniken und das Thema autonomes Fahren und Car-Sharing stellt die Autobranche vor zusätzliche Herausforderungen im Wettbewerb um Tesla & Co

Autobranche: Hella – diverse Führungskräfte und Gesellschafter in Verkaufslaune

Im November haben diverse Führungskräfte des Autozulieferers Hella GmbH & Co. KGaA im großen Stil Aktien veräußert. Überraschenderweise haben diese Verkäufe dem Titel bislang nicht geschadet. Allen Unkenrufen zum Trotz rechnen Analysten bei Hella für die Jahre 2021, 2022 und 2023 steigende Ergebnisse pro Aktie und höheren Dividendenzahlungen.

Der auf Lichttechnik und Fahrzeugelektronik spezialisierte Autozulieferer aus dem nordrhein-westfälischen Lippstadt hat sich in diesem widrigen Umfeld für die Autobranche relativ gut behauptet, schließlich hat der Titel die Verluste während des Corona-Crashs im März wieder aufgeholt und verbucht für 2020 einen Verlust von weniger als fünf Prozent.

Doch eine Entwicklung sollte Privatanleger nun vorsichtig stimmen, schließlich haben zahlreiche Insider aus der Geschäftsführung, dem Aufsichtsrat und dem Gesellschafterausschuss mehr als 450.000 Aktien im Gegenwert von fast 18,4 Millionen Euro veräußert. So trennte sich zum Beispiel Björn Twiehaus (Stellvertretender Geschäftsführer des Bereichs Automotive Elektronik) von 1.800 Papieren und erlöste dadurch mehr als 79.000 Euro.

Der Löwenanteil der Aktienverkäufe wurde allerdings von diversen Gesellschaftern getätigt. Roland Hammerstein (Mitglied im Gesellschafterausschuss) verkaufte mit 200.000 Aktien zum Kurs von 40,75 Euro besonders stark. Sein Verkaufserlös belief sich auf 8,15 Millionen Euro. Doch damit nicht genug – Aufsichtsratsmitglied Christoph Thomas stellte über 58.000 Anteilsscheine zum Verkauf. Zusammen mit drei anderen Familienmitgliedern beläuft sich das Verkaufsvolumen der Familie Thomas somit auf über 249.000 Aktien und ein Transaktionsvolumen von 10,1 Millionen Euro.

Wichtig zu wissen: Weil ein Großteil der Insidertransaktionen außerbörslich getätigt wurde, haben die Geschäfte den Hella-Aktienkurs bislang nicht belastet. Grundsätzlich sollten Privatanleger die massiven Abgaben aus besonders gut informierten Kreisen dennoch als Warnhinweis interpretieren. Unabhängig von den Motiven der Verkäufer drängt sich somit ein Hella-Investment in diesen ohnehin unsicheren Zeiten nicht gerade auf. Nur zur Erinnerung: 2020 meldete der Autozulieferer keinen einzigen Insiderkauf, sondern ausschließlich Verkäufe im Gesamtvolumen von fast 19 Millionen Euro (464.726 Aktien).

Die Autobranche in chwerem Fahrwasser - Insider bei Hella verkaufen



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