Gestern wurde bekannt, dass VW wohl drei Werke in Deutschland dicht machen wird, und zehntausende Jobs verloren gehen könnten. Das war wohl der finale Weckruf für die deutsche Autoindustrie, dass man mehr als angeschlagen ist. Und Elektroautos – wenn man denn immer stärker auf dieser Schiene fährt – benötigen in der Produktion deutlich weniger Arbeitskräfte. Wie eine heutige Studie des deutschen Autoverbands VDA zeigt, könnten bis zum Jahr 2035 noch 140.000 Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie verloren gehen. 46.000 Jobs seien bereits seit 2019 verloren gegangen. Hauptursache sind laut Verband Transformationseffekte durch die Umstellung auf alternative Antriebe.
Dem Rückgang der Beschäftigung seit 2019 von 75.000 Beschäftigten steht laut VDA ein Zuwachs von 29.000 in anderen Bereichen gegenüber, also netto ein Verlust von 46.000 Jobs. Den größten Rückgang gab es mit einem Minus von 8.900 Personen bei Berufen in der Metallbearbeitung, die zum ganz überwiegenden Teil in der Zuliefererindustrie angesiedelt sind. Das größte Plus gab es mit 10.700 Personen oder +14 Prozent in Berufen der Kraftfahrzeugtechnik, die sich vor allem bei den Herstellern befinden.
Mit Blick auf das tatsächliche Ausmaß besteht laut VDA allerdings hohe Unsicherheit, denn zum einen könne der in einigen Bereichen bestehende oder sich bereits abzeichnende Fachkräftemangel das Wachstum von in Zukunft relevanter werdenden Bereichen dämpfen, zum anderen können die politischen Rahmenbedingungen den Trend gleichsam verstärken wie dämpfen.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller sagte dazu heute, die Transformation der Industrie sei eine Mammutaufgabe. Die Unternehmen der deutschen Autoindustrie und ihre Beschäftigten würden größte Anstrengungen leisten, damit sie gelingt. Daran gebe es keinen Zweifel. Rund 280 Milliarden Euro würden die deutschen Autohersteller und Automobilzulieferer weltweit zwischen 2024 und 2028 allein in den Bereich Forschung und Entwicklung investieren, weitere rund 130 Milliarden Euro in den Umbau der Werke. Die Investitionen würden den Willen der deutschen Autoindustrie unterstreichen, die Transformation zu einer Erfolgsgeschichte zu machen. Man wolle den Wandel, so ihre Worte.
Der Wandel hin zur Elektromobilität werde zu Beschäftigungsverlusten führen, das zeige die Studie. Die geringere Beschäftigung sei zuallererst nicht Ausdruck einer Krise, sondern ein Teil der Transformation. Entscheidend sei aber, dass die politischen Rahmenbedingungen diesen Wandel unterstützen und begleiten. Die politischen Rahmenbedingungen würden darüber entscheiden, ob die Zukunftsinvestitionen am Standort Deutschland stattfinden, ob das Neue, das ansteht, hierzulande mit neuen Arbeitsplätzen entsteht oder woanders. Die Rahmenbedingungen können die Beschäftigungseffekte also verstärken oder dämpfen, so der VDA.
Frage unsererseits: Der VDA spricht vom eindeutigen Wunsch der Autoindustrie, die Elektromobilität stark voranzutreiben. Das mag gut und richtig sein. Aber ist man auch willig, bei den Verbrennern ebenfalls weiterhin am Ball zu bleiben? Ist man beim Verband willig, in Brüssel mit voller Kraft gegen das Verbrenner-Aus ab 2035 zu kämpfen? Denn der Absturz in der Nachfrage nach Elektroautos in diesem Jahr zeigte ganz klar: Die deutschen Verbraucher kauften letztes Jahr nur vermehrt Elektroautos aufgrund staatlicher Subventionen. Ohne diese Zuschüsse (Wegfall ab Dezember 2023) sind sie ein Ladenhüter. Man sollte also bei alter und neuer Technologie mit voller Kraft am Ball bleiben. Aber davon ist beim VDA nicht wirklich etwas zu spüren.
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ihr völker der Welt, schaut auf dieses Auto. Und erkennt, daß ihr dieses Auto nicht preisgeben dürft. Das Lenkrad so sanft wiegen in den Händen.
Millionen Menschen hatten diese Volkslenker in den Händen.
Sollen diese Volkslenker jetzt für immer verschwinden?
Das kann nicht sein, wir brauchen unsere grünen oder roten Volklenker. Den die grüne Lenkung im Volkswagen hebt sich ab von der Masse und vom Antrieb. Es ist eben dieser Lenker, der ohne Masse und ohne Antrieb, ja bis zur Antriebslosigkeit auskommt. Stillstand ist des grünen Lenkers Lust.
Völker dieser Welt schaut auf diesen Lenker er ist grün und schön….
Das ist egal wer an der Macht ist, bzw. welche Politik betrieben wird. Digitalisierung und technischer Fortschritt werden Jobs kosten.
@Esox: Korrekt. Statt den Erfindergeist zu wecken wird nur rumgeheult und Besitzstandswahrung für Arbeitsplätze betrieben die ohnehin keine Chance gegen disruptive Entwicklungen haben. Die Politik zeigt doch eindeutig das sie es nicht kann. Zuviel Egoismus für Pöstchen.