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Energiekrise führt zur Schrumpfung Automobilindustrie: Europas Autobauer geben Wachstumshoffnungen auf

Automobilindustrie: Europas Autobauer geben Wachstumshoffnungen auf

Viele Branchen in Europa leiden derzeit unter den hohen Energiekosten, dazu gehört auch die Automobilindustrie. Zudem belasten die anhaltenden Lieferengpässe und die hohe Inflation. Wegen hoher Energiekosten und einem Mangel Energieträgern gibt es bereits erste Stimmen, die warnen, dass Deutschland auf eine Deindustrialisierung zusteuert. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) äußerte sich zuletzt besorgt, dass zahlreiche Unternehmen abwandern könnten.

Der Grund liegt auf der Hand: Für Unternehmen in Deutschland und Europa ist es schwierig geworden neue Strom– und Gasverträge zu erhalten, wenn dann nur zu überteuerten Preisen. Vor allem der massive Anstieg der Strompreise belastet die Unternehmen aus der Automobilindustrie zunehmend. Die explodierenden Energiekosten drücken schließlich auf die Margen der Unternehmen. Die aktuellen Belastungsfaktoren spiegeln sich bereits in den Absatzzahlen wider. Europas Automobilindustrie steht vor einem weiteren Jahr ohne Wachstum.

Automobilindustrie: Es droht ein Jahr mit rückläufigen Absatzzahlen

Bloomberg meldet aktuell, dass Europas Automobilherstellern ein weiteres Jahr mit rückläufigen Verkaufszahlen droht. Der Industrieverband Acea fordert angesichts dessen die Politik auf, ihre Unterstützung für die Branche zu verstärken, die sich noch immer von der Pandemie erholen muss. Der PKW-Absatz in Europa werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1% auf 9,6 Millionen Fahrzeuge sinken, warnte der Verband. Die Prognose geht zwar von einer gewissen Erholung in den letzten Monaten des Jahres aus. Allerdings dürfte diese nach Ansicht der Acea nicht ausreichen, um die Prognose vom Februar zu erreichen, wonach die Branche in diesem Jahr zu Wachstum zurückkehren sollte.

Absatzzahlen in Europa schrumpfen - Inflation, Energiekosten, etc belasten

Europas Autolobby kippt Wachstumsprognose und erwartet 1 Prozent Schrumpfung

Dass die Automobilindustrie Schwierigkeiten hat, zu den Mengen von vor der Pandemie zurückzukehren, hat eine ganze Reihe von Gründen. Acea-Präsident Oliver Zipse, der Chef der BMW AG, verwies dabei auf den Brexit, Halbleiterengpässe, den Krieg in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise. Bis vor kurzem galt die Sorge der Automobilhersteller noch Produktionsbeschränkungen, die das Fahrzeugangebot einschränkten. Inzwischen belasten die galoppierende Inflation, die hohen Energiekosten und die Angst vor einer Rezession die Nachfrage.

“Um eine Rückkehr zum Wachstum zu gewährleisten – mit einem noch höheren Anteil an Elektrofahrzeugen, damit die Klimaziele erreicht werden können – müssen dringend die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden”, erklärte Zipse. “Dazu gehören eine größere Widerstandsfähigkeit der europäischen Lieferketten, ein EU-Rohstoffgesetz, das den strategischen Zugang zu den für die Elektromobilität benötigten Rohstoffen sicherstellt, und ein beschleunigter Ausbau der Ladeinfrastruktur.”

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vergangenen Monat in einer Rede erklärt, Europas Ziel, der erste klimaneutrale Kontinent zu werden, sei ohne sicheren Zugang zu Rohstoffen wie Lithium und seltenen Erden gefährdet. Das Gesetz, für das sich die Acea stark macht, soll den Zugang zu Finanzierungen für strategische Projekte in Bergbau, Raffinerie, Verarbeitung und Recycling verbessern.

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. Ist das nicht ganz im Sinne der Grünen ? Im Sinne derjenigen die die Menschen (die Masse) auf „Nachhaltigkeit“, auf Bescheidenheit einstimmen wollen, auf Verzicht (weil sie selber im Westen schon genug haben) – und kaufen sich dann lieber ein 400 PS starkes E-Auto

    1. Viele Betriebe (auch Mercedes) wollen in Spanien und S/W Frankreich produzieren, weil sie dort aus den spanischen LNG-Terminals mit Gas versorgt werden.

      Die Bank von Spanien revidiert das Wachstum für 2023 auf 1,4 % und hebt den VPI auf 5,6 % an

      https://nachrichten.es/die-bank-von-spanien-revidiert-das-wachstum-fuer-2023-auf-14-und-hebt-den-vpi-auf-56-an/

  2. Gut das unsere sozialistische Planungsbehörde, geleitet von der eingesetzten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, schon einen 5?? Jahresplan zur Transformation der Automobilindustrie hat ausarbeiten lassen.

    Ich denke die Pläne werden so richtig erfolgreich sein. Als Vorbild könnte die deutsche Energiewende dienen.

    Zumindest werden die europäischen Klimaziele und Vorgaben locker erreicht wenn der CO2 Ausstoß der Fahrzeugflotte signifikant dadurch sinkt, dass nur noch wenige Fahrzeuge verkauft werden. Die Transformation der Autoindustrie kommt jetzt genau zur richtigen Zeit. Genau nach Plan.

    Die Stornierungswelle beginnt bereits und wird zunächst die Händler belasten. Als nächstes sind dann die Hersteller dran.

    https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/stornierungen-tesla-vw-hypoport-und-die-deutschland-krise-20318524.html

    Gut das man von politischer Seite in der aktuellen Gemengelage nach Planvorgabe auf margenarme E-Fahrzeuge setzt und die Hersteller dazu nötigt, diese produzieren zu müssen. Vor allem, da die Infrastruktur erst knapp über 3. Welt Niveau ausgebaut ist.
    Das beschleunigt die Sache mit den Abwanderungen ein wenig.

  3. Der Artikel bestätigt meine Befürchtungen. Und ist teils noch milde verfasst.

  4. Ja, damals war schon klar:
    Energie ist teuer, aber wird erst richtig teuer.
    Dann kam auch noch Rot/Grün

    ntv mobil: Bereits 2021 mehr Strom- und Gassperrungen

    https://www.n-tv.de/23635062

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