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EU dementiert Angebot Autozölle gegen EU: Blufft Trump oder eskaliert Handelskrieg?

Autozölle gegen EU: Blufft Trump oder eskaliert Handelskrieg?
Neu hergestellte Automobile im Hafen von Barcelona in Spanien. Foto: Angel Garcia/Bloomberg

US-Präsident Donald Trump wird nicht müde, neue Zolldrohungen auszusprechen. So stehen weiterhin Zölle gegen die EU im Raum, sogenannte reziproke Zölle (Gegenzölle). Für Trump ein Mittel, um die Sanierung des schwer in Schieflage befindlichen Staatshaushaltes voranzutreiben. Zuletzt kündigte Trump Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte an und stellte höhere Autozölle in Aussicht – ein Schritt, der insbesondere die deutschen Autobauer treffen würde. Die EU hat bereits angekündigt, auf mögliche Zölle mit Gegenzöllen zu reagieren. Ein Angebot an die USA, die Autozölle zu senken, wie es Trump zuletzt angekündigt hatte, wurde bereits dementiert.

Autozölle: EU dementiert Angebot zur Senkung

Wie Bloomberg berichtet, hat die Europäische Union nach eigenen Angaben noch kein konkretes Angebot zur Senkung der Zölle auf importierte US-Autos gemacht, um eine Handelskonfrontation mit Präsident Donald Trump zu vermeiden.

Die Europäische Kommission, das Exekutivorgan der EU, sagte am Dienstag in einer Erklärung, dass „jegliche Zollsenkungen für beide Seiten vorteilhaft sein und innerhalb eines fairen und regelbasierten Rahmens ausgehandelt werden müssen“.

Die EU verstärkt ihre Bemühungen, einen Zollstreit mit Trump zu vermeiden, der angekündigt hat, dass er gegenseitige Zölle auf globale Handelspartner erheben will, wobei er die Mehrwertsteuer der EU als Beispiel für Maßnahmen anführt, auf die die USA reagieren wollen.

Bei seiner Ankündigung gegenseitiger Zölle in der vergangenen Woche sagte Trump, die EU habe ihre Autozölle bereits gesenkt. Die EU erklärte zwar, dass dies nicht der Fall sei, aber die Bemerkung deutet darauf hin, dass die Frage dieser Abgaben auf seiner Agenda steht.

Darüber hinaus kündigte Trump Zölle in Höhe von 25 % auf Stahl- und Aluminiumimporte an und stellte höhere Autozölle in Aussicht – ein Schritt, der insbesondere die deutschen Autohersteller treffen würde.

Trump: Zölle auf US-Autos senken

Der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic reist am Mittwochnachmittag nach Washington, um sich mit Trumps Kandidaten für das Amt des Handelsministers, Howard Lutnick, dem von ihm nominierten Handelsbeauftragten Jamieson Greer und Kevin Hassett, Trumps oberstem Wirtschaftsberater, zu treffen. Das Treffen wurde vom Sprecher der Kommission, Olof Gill, bestätigt.

Trump hat die EU aufgefordert, ihre Autozölle zu senken, die derzeit bei 10 % liegen, während die USA nur 2,5 % erheben. Ein solcher Schritt würde den Block jedoch dazu zwingen, die Zölle für alle Mitglieder der Welthandelsorganisation zu senken.

Die Kommission wies darauf hin, dass die USA Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Pickup-Trucks erheben, die das größte Segment des US-Automarktes darstellen und rund ein Drittel aller Fahrzeugverkäufe ausmachen.

Handelsdefizit

Die EU wies auch darauf hin, dass trotz Trumps Klagen über ein massives Handelsdefizit mit der EU, die EU einen „kleinen“ Überschuss von 48 Milliarden Euro (50,2 Milliarden US-Dollar) oder 3% des gesamten Handels zwischen den USA und der EU erzielt, wenn sowohl Waren als auch Dienstleistungen berücksichtigt werden.

Im Rahmen eines Vorschlags zur Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit hat sich die EU bereit erklärt, mehr Flüssigerdgas zu importieren und möglicherweise mehr Waffen aus den USA zu kaufen. Eine Senkung der Autozölle war aber bislang kein Thema.

„Die EU ist bereit, mit den USA nach für beide Seiten vorteilhaften Zolllösungen zu suchen“, erklärte die Kommission.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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