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Europa

Autozulassungen brechen europaweit massiv ein – Fiat Chrysler größter Verlierer!

Redaktion

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Krise? Welche Krise? Und dann noch präsentiert von eh schon viel zu pessimistischen Kommentatoren? Nein! Wenn Autozulassungen binnen eines Jahres um 7,8% einbrechen, dann darf man hier von Krise reden! So geschehen aktuell im Monat Juni im Schnitt der gesamten EU. Der folgende Chart zeigt anschaulich seit 2013 die monatlichen Steigerungen oder Einbrüche (im Jahresvergleich). Seit 10 Monaten geht es abwärts (mit einem Mini-Plus im Vormonat), während es vorher jahrelang fast nur bergauf ging.

Die aktuellen Daten stammen aus der aktuellen Veröffentlichung des europäischen Automobilverbandes „ACEA“. Das aktuell kräftige Minus von 7,8% schiebt ACEA auf einen Kalendereffekt, weil es nur 19 Werktage im Juni gegeben habe gegenüber 21 Tagen im Juni 2018. Das klingt nachvollziehbar. Schaut man aber die obige Grafik an mit den monatelangen Einbrüchen im Jahresvergleich, dann kann dies wohl kaum noch mit Sondereffekten erklärt werden.

Schweden verzeichnet im Juni 52% weniger Autozulassungen als im Vorjahr. Kalendereffekt? Österreich, Belgien, Tschechien und die Niederlande zeigen alle zweistellige Prozent-Rückgänge. Natürlich gibt es auch positive Ausreißer mit +12,7% in Irland und +41% in Litauen. Aber insgesamt ist die Lage ziemlich dürftig. In Deutschland liegt das Jahresminus bei 4,7%.

Schauen wir doch mal auf den deutlich aussagekräftigeren Vergleich von Januar-Juni 2019 im Vergleich zu Januar-Juni 2018. Hier werden Kalendereffekte und Sonstiges besser „geglättet“, als wenn man nur einen Monat mit dem Vorjahresmonat vergleicht. Im Halbjahresvergleich zu 2018 ist es EU-weit immer noch ein Minus von 3,1%. Es geht abwärts mit der Autoindustrie. Oder möchte man argumentieren, dass sich zunehmend viele Autokäufer mit Neuerwerbungen zurückhalten, bis endlich tolle und bezahlbare E-Autos verfügbar sind? (Scherz).

Autozulassungen auf einzelne Hersteller bezogen

Bleiben wir mal im aussagekräftigeren Halbjahresvergleich zum 1. Halbjahr 2018. Bei den europäischen Herstellern ist Fiat Chrysler am Stärksten betroffen mit -9,5%. Fiat als einzelne Marke verliert 10,2%. Die Volkswagen-Gruppe verliert 4,1%, wobei nur Volkswagen als Marke 6,5% verliert. Die spanische Tochter Seat sticht positiv hervor mit +6,3%. Die Franzosen (PSA und Renault) kommen offenbar deutlich besser durch die aktuelle Autoabsatz-Krise mit nur -1,2% und -1,1%. BMW und Daimler kommen auch noch halbwegs gut davon mit -1,2% und -1,5%. Aber siehe da. Ausländische Hersteller erleben derzeit massive Einbrüche in Europa. Ford verliert 7,8% bei den Autozulassungen und Nissan sogar 24,2%, Honda ist mit -15% dabei.

Autozulassungen EU Juni

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Shong09

    17. Juli 2019 13:09 at 13:09

    Toyota bzw. vergleich zwischen Benziner und Diesel wäre noch interessant.
    Den Effekt des Abwartens in D gibt es mit Sicherheit, kann aber natürlich nur von denjenigen angewendet werden, die entweder ein Auto nicht unbedingt brauchen oder noch eine alte Gurke vor der Tür stehen haben, aber eigl. ein neues kaufen wollen würden.

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  3. Pingback: Meldungen vom 17. Juli 2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  4. Avatar

    Alex

    18. Juli 2019 10:30 at 10:30

    Liebe Redaktion

    Die Überschrift passt nicht zu ihrem Text

    in der Überschrift schreiben Sie das die FCA Gruppe größter Verlierer ist mit -9,5%
    im Artikel steht dann das Nissan sogar 24% Verlust gemacht hat und Honda -15%

    Entweder sollten sie Ihre Überschrift so wählen das dort steht, das die FCA bei den Europäischen Hersteller die meisten Verluste eingefahren hat oder gleich schreiben das Nissan am meisten eingestegt hat !!!!!!!

  5. Avatar

    Columbo

    18. Juli 2019 11:59 at 11:59

    Wie riskant ist es, bez. Fahrverbote, einen neuen(6dtemp) Diesel zu kaufen?

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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