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Bullen übernehmen die Wall Street Bärenmarktrally kommt in Schwung – Wie weit kann es gehen?

Bärenmarktrally kommt in Schwung - Wie weit kann es gehen?

Neue Zuversicht breitet sich an der Wall Street aus, dies könnte der Startschuss für eine weitere Bärenmarktrally sein. Die US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq konnten in den vergangenen Handelstagen deutliche Kursgewinne erzielen. Ein positiver Start in die Berichtssaison, ein Kurswechsel in Großbritannien und die gute Saisonalität wecken Hoffnung auf mehr. Auftrieb erhält die laufende Gegenbewegung zusätzlich von einigen Kontraindikatoren. Der S&P 500 legte von seinem Tief bei rund 3.500 Punkten bereits 7 Prozent zu. Den gestrigen Handel beendete der marktbreite Index mit einem Plus von 2,65 Prozent bei 3.678 Punkten, während der Dow Jones (+1,86%) die 30.000-Punkte-Marke zurückerobert hatte und bei 30.185 Zählern aus dem Handel ging.

US-Indizes: Chancen auf eine Bärenmarktrally stehen gut

Ungeachtet der schwierigen fundamentalen Lage gibt es einige Faktoren, die derzeit für eine Bärenmarktrally sprechen. Erstens, die Berichtssaison zum dritten Quartal dürfte noch keine große Entschleunigung der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne zeigen. Damit ist wahrscheinlich erst bei der kommenden Berichtssaison zum vierten Quartal zu rechnen. Die Bilanzsaison dürfte demnach besser ausfallen als befürchtet. Die Ergebnisse der US-Großbanken machen zumindest Hoffnung für die kommenden Berichte, da die Zahlen besser als erwartet ausgefallen sind. Zudem scheint die Inflation kurzfristig den Zenit erreicht zu haben. Die jüngsten Inflationsdaten zeigen, dass die Teuerung zwar auf hohem Niveau verharrt, aber auch an Dynamik verliert.

Ein Jumbo-Zinsschritt im November von 75 Basispunkten ist in den US-Indizes bereits eingepreist, wie Daten des FedWatch Tools zeigen. Zuletzt hatte James Bullard, Präsident der St. Louis Fed, Hoffnung geschürt, dass die Fed nach der Dezember-Sitzung die Zinsen nicht weiter anhebt. Bullard sagte am Freitag, dass es „keinen Grund gäbe, den anvisierten Zinsgipfel anzuheben“, dieser liegt laut dem jüngsten FOMC-Protokoll bei 4,6 Prozent. Die Hoffnung auf eine besser als erwartete Bilanzsaison, die Umkehr der britischen Regierung, die damit auch die globalen Anleihemärkte stabilisiert, sowie die Aussicht auf einen Peak der Inflation, schüren neue Zuversicht an der Wall Street.

Darüber hinaus verleihen technische Faktoren den US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq zusätzlichen Auftrieb. Zum einen sind Investoren nach dem Ausverkauf der letzten Wochen unterinvestiert. Andererseits haben wir am Freitag ein Rekordanstieg der Absicherungen (Puts) gesehen, vor allem bei Privatanlegern. Der Anteil der Bären von 55,9 Prozent überwiegt deutlich. Wie auch das extrem schlechte Sentiment, sind dies Kontraindikatoren, die das Momentum einer Gegenbewegung beschleunigen können. Damit dürfte der Startschuss einer weiteren Bärenmarktrally erfolgt sein. Das würde auch in das saisonale Muster passen. Denn Mitte Oktober beginnt eine äußerst positive Phase für die Aktienmärkte. Zudem spielen die USA Zwischenwahlenden den Märkten in die Hände, die am 8. November stattfinden.

Wie gesagt, es handelt sich zunächst einmal nur um eine Bärenmarktrally, also einer Erholung im intakten Abwärtstrend. Neue Jahrestiefs in den kommenden Monaten sind weiterhin möglich. Erst ein Anstieg über eine bestimmte Marke würde das Chartbild aufhellen.

Wall Street: Wie weit geht die Rally im S&P 500?

In den Charts der US-Indizes bilden sich Umkehrmuster aus. So sehen wir im Wochenchart des S&P 500 die Chance auf ein bullish Engulfing. Noch ist aber Vorsicht geboten, da bis Freitag noch viel passieren kann, das haben die hohen Kursschwankungen der letzten Tage gezeigt. Übergeordnet ist der Abwärtstrend intakt, deshalb ist es auch zu früh von einer Trendwende im S&P 500 und Dow zu sprechen. Aktuell sehen wir eine dynamische Bewegung, die von einer wichtigen Unterstützungszone ausging. Daraus könnte sich schließlich eine Bärenmarktrally entwickeln.

Der S&P 500 hat im Futures-Handel bei 3.745 Punkten einen ersten Widerstand erreicht und ist dort nach unten abgeprallt. Diese Hürde muss er überwinden, um die nächste Zielmarke bei 3.809 Punkten, letztes lokales Hoch, zu erreichen. Ein Ausbruch darüber eröffnet zusätzliches Potenzial bis rund 3.900 Punkte. An dieser Stelle verläuft auch die 50-Tage-Linie, die als kurzfristiger Trendindikator wichtig ist. Erst ein Bruch des lokalen Hochs bei 4.159 Punkten könnte eine Trendwende einleiten, bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Eine erste wichtige Unterstützung liegt bei 3.640 Punkten, dem Juni-Tief. Darunter würde sich das Chartbild wieder eintrüben. Ein Rutsch unter die Basis des jüngsten Aufwärtsimpulses bei 3.585 Punkten, wäre wahrscheinlich der Trigger für tiefere Kurse. Denn unterhalb der 200-Wochen-Linie (3.598) steht die Börsenampel im S&P 500 auf Rot.

Wall Street: US-Indizes S&P 500 und Dow auf Erholungskurs

S&P 500-Chart von TradingView

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1 Kommentar

  1. Profis am Werk; Bärenmarkt mit Bullenbild und -inhalt..; gratuliere.

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