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Welche Folgen könnten weitere Zinssenkungen durch die EZB für das Bankgewerbe haben? Die BaFin warnt

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Die so genannte Fristentransformation ist das eine, also das Geschäftsmodell der Banken Geld kurzfristig zu leihen, um es langfristig zu verleihen. Funktioniert nicht mehr, die Invertierung der Zinskurve ist in aller Munde. Aber was passiert, wenn die EZB die Zinsen tatsächlich weiter senken sollte? Die BaFin warnt vor den Folgen!

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Die Warnung der deutschen Finanzaufsicht (BaFin)

Sollte die EZB tatsächlich die Zinsen weiter senken, steht den deutschen Banken weiteres Ungemach ins Haus. Derzeit müssen sie 0,4 Prozent an Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht Geld bei der Notenbank parken.

Der Finanzdienstleister Deposit Solutions hat berechnet, dass die europäischen Banken allein im vergangenen Jahr 7,5 Milliarden Euro an Negativzinsen an die EZB zahlen müssten, eine Summe von rund 21 Millionen Euro – täglich.

EZB-Chef Mario Draghi erklärte vergangene Woche, dass im Kampf gegen sinkende Inflation weitere Zinssenkungen denkbar seien. Gestern wurden stark sinkende Inflationsdaten für Spanien gemeldet, jene für Deutschland waren aber auf 1,6 Prozent gestiegen. Heute wurden die Verbaucherpreise aus der Eurozone mit +1,2% vermeldet.

Jedenfalls rechnen Ökonomen schon mit einer Senkung des Einlagesatzes für Banken auf minus 0,5 Prozent. Vielen Instituten würde das hart zusetzen, dazu Bafin-Chef Hufeld: „Jeder Basispunkt mehr, der über die 0,4 Prozent hinausgehen würde, kostet ein paar Hundert Millionen Euro extra“.

 

Die Folgen für das Bankensystem

Sorgen macht sich die Finanzaufsicht um mittlere und kleinere private Banken, diese hätten, anders als Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, keine Verbandsstrukturen, in denen schwache Institute aufgefangen und mit benachbarten Instituten verschmolzen werden könnten.

Dabei ist die Zahl der Banken in Deutschland schon stark rückläufig.

Einer Studie der Beratungsfirma Barkow Consulting zufolge, sank die Zahl von gut 2 000 im Jahr 2007 auf 1 583 Ende vergangenen Jahres. Auf dem Höhepunkt im Jahre 1996 gab es in Deutschland sogar noch mehr als 66.000 Bankfilialen und fast 3.700 selbständige Geldhäuser.

Gebremst wird der Abbau-Effekt derzeit durch den geplanten EU-Austritts Großbritanniens, durch den viele internationale Geldhäuser ihre Aktivitäten von London nach Frankfurt verlagern.

Bei weiteren Zinssenkungen könne es auch „unkontrollierte Insolvenzsituationen“ geben, warnt der BaFin-Chef Hufeld. Die deutschen Geldhäuser sollten ihre Geschäftsmodelle robuster machen (aber wie?).

Denn neben einer möglichen Zinssenkung der EZB müssten sich die Banken auch auf eine Abkühlung der Konjunktur einstellen. „Es ist absehbar, dass wir irgendwann wieder in schwierigeres Fahrwasser kommen.“ Die Finanzinstitute müssen sich dann auf eine steigende Zahl von Firmenpleiten und Kreditausfällen einstellen.

 

Fazit

Deutschland ist nach wie vor „overbanked“. Ausgerechnet der oberste Banker in Europa, Mario Draghi, könnte mit seiner Zinspolitik dafür sorgen, dass das Bankgewerbe in Deutschland auf eine Dichte wie in anderen Ländern schrumpfen wird. Allerdings hätte man dies in guten Zeiten durch Fusionen besser erledigen können. Wenn dies in der Phase einer Rezession in Deutschland passieren wird, sind viele hässliche Folgen unausweichlich.

 

Die BaFin wanr vor den Folgen weiterer Zinssenkungen durch die EZB

Das Pariser Bankenviertel La Defense. Foto: FASTILY CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Katja Wohmann

    28. Juni 2019 17:15 at 17:15

    Banken die ihr Geld über Nacht bei der EZB für Minuszinsen lagern, sind im Zeitalter elektronischem Geld wirklich selber schuld und sollte man in die Insolvenz schicken. Die EZB kann eigentlich nur noch die Privatleute mit ihrer Enteignung schickanieren, denn grössere Verbindlichkeiten werden bereits seit Jahren nur noch auf echte Sachwerte als Sicherheit betragsmässig abgeschlossen.
    China zeigt wie es geht, man gibt einem Land Kredite mit künstlichem Geld, lässt sich die Absicherung mit echten Werten vertraglich zusichern – siehe Griechenland, Italien, afrikanische Länder etc.
    Ob nun der Draghische Knall eintritt oder nicht, beeinflusst das Geschäftsmodell nicht wesentlich. Nun sollten einfach auch die Privaten auf einen Tauschhandel umstellen, indem freiwillig gegen Gebühr auf Gold abgestellt wird oder in Zukunft auf die neue Kunstwährung Lira.
    Wichtig ist, dass der Wahnsinn der Nationalbanken durch realistische Gegenmassnahmen gestoppt abgefedert wird, um die Fallhöhe zu veringern.

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