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Welche Folgen könnten weitere Zinssenkungen durch die EZB für das Bankgewerbe haben? Die BaFin warnt

Wolfgang Müller

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am

Die so genannte Fristentransformation ist das eine, also das Geschäftsmodell der Banken Geld kurzfristig zu leihen, um es langfristig zu verleihen. Funktioniert nicht mehr, die Invertierung der Zinskurve ist in aller Munde. Aber was passiert, wenn die EZB die Zinsen tatsächlich weiter senken sollte? Die BaFin warnt vor den Folgen!

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Die Warnung der deutschen Finanzaufsicht (BaFin)

Sollte die EZB tatsächlich die Zinsen weiter senken, steht den deutschen Banken weiteres Ungemach ins Haus. Derzeit müssen sie 0,4 Prozent an Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht Geld bei der Notenbank parken.

Der Finanzdienstleister Deposit Solutions hat berechnet, dass die europäischen Banken allein im vergangenen Jahr 7,5 Milliarden Euro an Negativzinsen an die EZB zahlen müssten, eine Summe von rund 21 Millionen Euro – täglich.

EZB-Chef Mario Draghi erklärte vergangene Woche, dass im Kampf gegen sinkende Inflation weitere Zinssenkungen denkbar seien. Gestern wurden stark sinkende Inflationsdaten für Spanien gemeldet, jene für Deutschland waren aber auf 1,6 Prozent gestiegen. Heute wurden die Verbaucherpreise aus der Eurozone mit +1,2% vermeldet.

Jedenfalls rechnen Ökonomen schon mit einer Senkung des Einlagesatzes für Banken auf minus 0,5 Prozent. Vielen Instituten würde das hart zusetzen, dazu Bafin-Chef Hufeld: „Jeder Basispunkt mehr, der über die 0,4 Prozent hinausgehen würde, kostet ein paar Hundert Millionen Euro extra“.

 

Die Folgen für das Bankensystem

Sorgen macht sich die Finanzaufsicht um mittlere und kleinere private Banken, diese hätten, anders als Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, keine Verbandsstrukturen, in denen schwache Institute aufgefangen und mit benachbarten Instituten verschmolzen werden könnten.

Dabei ist die Zahl der Banken in Deutschland schon stark rückläufig.

Einer Studie der Beratungsfirma Barkow Consulting zufolge, sank die Zahl von gut 2 000 im Jahr 2007 auf 1 583 Ende vergangenen Jahres. Auf dem Höhepunkt im Jahre 1996 gab es in Deutschland sogar noch mehr als 66.000 Bankfilialen und fast 3.700 selbständige Geldhäuser.

Gebremst wird der Abbau-Effekt derzeit durch den geplanten EU-Austritts Großbritanniens, durch den viele internationale Geldhäuser ihre Aktivitäten von London nach Frankfurt verlagern.

Bei weiteren Zinssenkungen könne es auch „unkontrollierte Insolvenzsituationen“ geben, warnt der BaFin-Chef Hufeld. Die deutschen Geldhäuser sollten ihre Geschäftsmodelle robuster machen (aber wie?).

Denn neben einer möglichen Zinssenkung der EZB müssten sich die Banken auch auf eine Abkühlung der Konjunktur einstellen. „Es ist absehbar, dass wir irgendwann wieder in schwierigeres Fahrwasser kommen.“ Die Finanzinstitute müssen sich dann auf eine steigende Zahl von Firmenpleiten und Kreditausfällen einstellen.

 

Fazit

Deutschland ist nach wie vor „overbanked“. Ausgerechnet der oberste Banker in Europa, Mario Draghi, könnte mit seiner Zinspolitik dafür sorgen, dass das Bankgewerbe in Deutschland auf eine Dichte wie in anderen Ländern schrumpfen wird. Allerdings hätte man dies in guten Zeiten durch Fusionen besser erledigen können. Wenn dies in der Phase einer Rezession in Deutschland passieren wird, sind viele hässliche Folgen unausweichlich.

 

Die BaFin wanr vor den Folgen weiterer Zinssenkungen durch die EZB

Das Pariser Bankenviertel La Defense. Foto: FASTILY CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Katja Wohmann

    28. Juni 2019 17:15 at 17:15

    Banken die ihr Geld über Nacht bei der EZB für Minuszinsen lagern, sind im Zeitalter elektronischem Geld wirklich selber schuld und sollte man in die Insolvenz schicken. Die EZB kann eigentlich nur noch die Privatleute mit ihrer Enteignung schickanieren, denn grössere Verbindlichkeiten werden bereits seit Jahren nur noch auf echte Sachwerte als Sicherheit betragsmässig abgeschlossen.
    China zeigt wie es geht, man gibt einem Land Kredite mit künstlichem Geld, lässt sich die Absicherung mit echten Werten vertraglich zusichern – siehe Griechenland, Italien, afrikanische Länder etc.
    Ob nun der Draghische Knall eintritt oder nicht, beeinflusst das Geschäftsmodell nicht wesentlich. Nun sollten einfach auch die Privaten auf einen Tauschhandel umstellen, indem freiwillig gegen Gebühr auf Gold abgestellt wird oder in Zukunft auf die neue Kunstwährung Lira.
    Wichtig ist, dass der Wahnsinn der Nationalbanken durch realistische Gegenmassnahmen gestoppt abgefedert wird, um die Fallhöhe zu veringern.

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Finanznews

Aktienmärkte: Rally – es ist genug für alle da! Videoausblick

Heute der Leitindex S&P 500 wieder auf dem Stand vom 09.11 nach der Pfizer-Meldung – aber die Euphorie ist seitdem noch größer geworden!

Markus Fugmann

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am

Eigentlich ist ja der Montag für die Aktienmärkte der Tag für besonderen Optimismus (normalerweise Impfstoff-Optimismus) – aber der gestrige Montag konnte nicht liefern, vor allem die zuletzt so massiv gestiegenen Energie-Werte waren unter Druck. Nach den gestrigen eher leichtne Kursverlusten verschiebt man offenkundig den Montags-Optimismus einfach auf den Dienstag – Taktgeber heute sind Asiens starke Aktienmärkte nach guten Zahlen aus China. Auffallend ist: das Angstbarometer VIX steht nun genau dort, wo es vor dem Einbruch durch die Coronakrise war. Und der Leitindex S&P 500 steht jetzt da, wo er im Hoch nach der Pfizer/BioNTech-Meldung vom 09.November stand. Seit dem 09.November ist in diesem Sinne eigentlich nichts mehr passiert, aber die Euphorie ist gigantisch..

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DAX daily: Freundliche Asien-Börsen lassen den Dax wieder steigen

Stefan Jäger

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Was ein Hin und Her im Dax – gestern drückten die US-Börsen auf die Laune, in der Nacht ziehen die asiatischen Börsen die Kurse wieder hoch. Bereits im gestrigen Handel ging es wild Hin und Her. Zunächst beflügelten wie jeden Montag die Impfstoff-Hoffnungen den Dax, doch anschließend kam Gegenwind auf. Zum Wochenstart sah es gut aus für den deutschen Leitindex, dieser konnte das erste Mal seit September wieder über die Marke von 13.400 Punkten ansteigen. Mit einem Tageshoch bei 13.445 durfte der Dax sogar am September Hoch schnuppern, danach hat sich das Blatt jedoch gewendet. Auslöser für die Dax-Rally war erneut eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Der US-Pharmakonzern gab bekannt, dass man als erstes Unternehmen seinen Impfstoff in der EU beantragen will. Damit wurde die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung auch hierzulande weiter angetrieben.

Die US-Börsen haben sich diesmal aber nicht von der Impfstoff-Euphorie anstecken lassen. Während die US-Futures am Montagvormittag bereits Schwäche andeuteten, hat der Dax den Anstieg im Alleingang absolviert. Mit der Eröffnung der US-Börsen ist ihm schließlich die Puste ausgegangen. An der Wall Street setzten nämlich zum Ende eines sehr erfolgreichen Börsenmonats November deutliche Gewinnmitnahmen ein. Dem konnte sich der Dax auch nicht entziehen und gab seine Gewinne vollends wieder ab. Zum Handelsschluss musste der deutsche Leitindex letztendlich einen Verlust von 44 Punkten (-0,33%) verbuchen und schloss bei 13.291 Punkten. Unter dem Strich bleibt ein Kursgewinn von historisch einmaligen 15 % für den November. Für einen Schlusskurs über 13.300 hat es allerdings nicht gereicht. Aber starke Wirtschaftsdaten aus China und gut aufgelegte asiatische Börsen machen es für den Dax möglich das September-Hoch anzupeilen.

News und fundamentale Daten

Nachdem gestern bereits der Einkaufsmanagerindizes für die Industrie (EMI) aus China für eine positive Überraschung sorgte, konnte auch der heute Morgen veröffentlichte HSBC Einkaufsmanagerindex die Erwartungen übertreffen. Dieser ist mit einem Wert von 54,9 um 1,4 Punkte höher als erwartet ausgefallen (Prognose 53,5; Vormonat 53,6). Von den guten Zahlen konnten auch die Börsen in China und Hongkong profitieren, die allesamt Gewinne verzeichnen. Um 9:55 Uhr folgen dann die deutschen EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe. Zudem erscheinen gleichzeitig die Daten zur Veränderung der Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosenquote für den November. Danach geht es mit den  Konjunkturdaten aus der Eurozone weiter. Um 10:00 sehen wir zuerst den EMI der Industrie, anschließend folgt um 11:00 Uhr der Verbraucherpreisindex. Die zahlreichen Daten aus Deutschland und der Eurozone könnten folglich Bewegung in den Dax bringen.

Außerdem werden am Nachmittag Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht. Den Auftakt machen die EMI-Daten um 15:45 Uhr sowie der ISM Einkaufsmanagerindex um 16:00 Uhr. Zeitgleich findet um 16:00 Uhr die Stellungnahme von Fed-Chef Powell vor dem Kongress statt. Sollte der Fed-Vorsitzende Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik geben, dann dürfte es zu Volatilität an den Märkten kommen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax im gestrigen nachbörslichen Handel Abgaben zu verzeichnen hatte, konnte er diese während der Asien-Rampe wieder zurückgewinnen. Im frühen Handel notiert der Leitindex nahe der 13.400. Darüber erstreckt sich eine breite Widerstandszone. Zuerst kommt das Nachthoch bei 13.423, danach folgt des gestrige Tageshoch bei 13.445 und zuletzt befindet sich das September-Hoch bei 13.460. Dieses Bollwerk muss der Dax überwinden, um den Anstieg fortzusetzen.  Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.530 und 13.600 ergeben. Mit dem Erreichen der 13.600 hätte der Dax die vorherige Seitwärtsrange nach oben abgearbeitet, dann wäre der Index

Ein Scheitern an dem Bollwerk könnte den Dax wieder unter die 13.300er Marke befördern. Zuvor könnte er aber an dem Unterstützungsbereich bei 13.340/320 Halt finden. Durchbricht der Dax auch diese Zone, dann folgen bei 13.256 und 13.235 weitere Unterstützungen. Ein Unterschreiten der Tiefs würde Abwärtspotenzial bis 13.140 freisetzen. Darunter bietet die Unterkante der vorherigen Range bei 13.020/004 weiteren Halt.

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Dax daily: Tagesausblick 01.12. - H1-Chart - asiatische Märkte unterstützen

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.551 – Pivot Punkt R2

13.434 – Pivot Punkt R1

13.330 – Pivot Punkt

13.213 – Pivot Punk.t S1

13.108 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.330 – vormals WS

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.423 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.530 – 261,8 % Extension

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Trotz Impfstoff-Hoffnung Verluste – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute trotz neuer Impfstoff-Hoffnungen im Minus – und das an einem Montag, dem Wochentag, an dem eigentlich Gewinne fast garantiert waren in den letzten Wochen. Warum also steigen die Aktienmärkte nicht mehr trotz guter Nachrichten? Dafür gibt es wohl zwei Antworten: die erste ist, dass alle schon drin sind – wer soll also noch kaufen? Und die zweite Antwort dürfte sein, dass Profi-Investoren (Pensionsfonds, Investmentfonds etc.) in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet sind und nun ihre Portfolios adjustieren müssen (siehe den heutigen Videoausblick) – sie treten daher bis Jahresende tendentiell als Verkäufer und nicht als Käufer auf. Trotz guter Saisonalität für die Märkte besteht also weiteres Korrektur-Potential..

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