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Bank of England: Leitzins bleibt bei 0,25% – Uneinigkeit der Notenbanker, Pfund steigt

Die Bank of England (BoE) hat soeben verkündet, dass der Leitzins wie erwartet bei 0,25% bleibt. Die Entscheidung wurde im Aufsichtsgremium der BoE mit…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Bank of England (BoE) hat soeben verkündet, dass der Leitzins wie erwartet bei 0,25% bleibt.

Die Entscheidung wurde im Aufsichtsgremium der BoE mit 5 gegen 3 Stimmen gefällt.

Das QE für britische Staatsanleihen (Anleihekaufkaufprogramm) bleibt bei einem Volumen von 435 Milliarden Pfund.

Das QE für britische Unternehmensanleihen bleibt bei 10 Milliarden Pfund.

Das britische Pfund steigt gegen den US-Dollar in einer ersten Reaktion um 70 Pips.

Früher am Tag wurden heute für Großbritannien die aktuellsten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen bekanntgegeben. Im Mai fielen sie auf Monatsbasis um 1,2% nach +2,5% im Vormonat. Im Jahresvergleich steigen sie um 0,9% nach 4,2% im Vormonat. Die Erwartungen wurden damit drastisch unterschritten.

Hier die Bank of England aktuell im Originalwortlaut:


The Bank of England’s Monetary Policy Committee (MPC) sets monetary policy to meet the 2% inflation target, and in a way that helps to sustain growth and employment. At its meeting ending on 14 June 2017, the MPC voted by a majority of 5-3 to maintain Bank Rate at 0.25%. The Committee voted unanimously to maintain the stock of sterling non-financial investment-grade corporate bond purchases, financed by the issuance of central bank reserves, at £10 billion. The Committee also voted unanimously to maintain the stock of UK government bond purchases, financed by the issuance of central bank reserves, at £435 billion.

The MPC set out its most recent assessment of the outlook for inflation and activity in the May Inflation Report. That assessment depended importantly on three main judgements: that the lower level of sterling continues to boost consumer prices broadly as projected, and without adverse consequences for inflation expectations further ahead; that regular pay growth remains modest in the near term but picks up significantly over the forecast period; and that more subdued household spending growth is largely balanced by a pickup in other components of demand.

CPI inflation has been pushed above the 2% target by the impact of last year’s sterling depreciation. It reached 2.9% in May, above the MPC’s expectation. Inflation could rise above 3% by the autumn, and is likely to remain above the target for an extended period as sterling’s depreciation continues to feed through into the prices of consumer goods and services. The 2½% fall in the exchange rate since the May Inflation Report, if sustained, will add to that imported inflationary impetus.

In contrast, pay growth has moderated further from already subdued rates, even as the unemployment rate has fallen to 4.6%, its lowest in over 40 years.

GDP growth declined markedly in the first quarter, in part reflecting weaker household spending. It remains to be seen how large and persistent this slowdown in consumption will prove. In recent months, there have been further signs of a slowing housing market and new car registrations have fallen sharply. Consumer confidence has remained relatively resilient, however, and employment has continued to rise. Outside the household sector, export indicators have strengthened, probably reflecting both the depreciation of sterling and increasingly robust global demand. Most surveys of investment intentions have remained above their historic averages. Surveys of general business activity suggest a modest recovery in GDP growth in the second quarter.

Monetary policy cannot prevent either the necessary real adjustment as the United Kingdom moves towards its new international trading arrangements or the weaker real income growth that is likely to accompany that adjustment over the next few years. Attempting to offset fully the effect of weaker sterling on inflation would be achievable only at the cost of higher unemployment and, in all likelihood, even weaker income growth. For this reason, the MPC’s remit specifies that, in such exceptional circumstances, the Committee must balance any trade-off between the speed at which it intends to return inflation sustainably to the target and the support that monetary policy provides to jobs and activity.

The projections that the Committee published in May showed that the economy was expected to operate with a small degree of spare capacity for most of the three-year forecast period, justifying the tolerance of some degree of above-target inflation. The continued growth of employment could suggest that spare capacity is being eroded, lessening the trade-off that the MPC is required to balance and, all else equal, reducing the MPC’s tolerance of above-target inflation. Looking ahead, key considerations in judging the appropriate stance of monetary policy are the evolution of inflationary pressures, the persistence of weaker consumption and the degree to which it is offset by other components of demand.

In light of these considerations, five members thought that the current policy stance remained appropriate to balance the demands of the MPC’s remit. Three members considered it appropriate to increase Bank Rate by 25 basis points. All members agreed that any increases in Bank Rate would be expected to be at a gradual pace and to a limited extent. The Committee will continue to monitor closely the incoming evidence, and stands ready to respond to changes in the economic outlook as they unfold to ensure a sustainable return of inflation to the 2% target.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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