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Bank of England: Zinsen unverändert, Entscheidung 6 zu 3 Stimmen – Pfund steigt – UPDATE 13:11 Uhr

Redaktion

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Die Bank of England (BoE) hat soeben ihre jüngste Entscheidung verkündet. Der Leitzins bleibt unverändert bei 0,50% (zuletzt gab es am 2. November 2017 gab es einen Zinsschritt von 0,25% auf 0,50%).

Die Abstimmung fiel mit 6:3 Stimmen nicht eindeutig aus.

Die Erwartungen lagen bei 7 Stimmen im Zentralbankrat für unveränderte Zinsen zu 2 Stimmen für eine Zinsanhebung.

Das britische Pfund vs USD reagiert nach wenigen Augenblicken mit +60 Pips auf 1,3190. Das ist verständlich, weil sich das Abstimmungsverhältnis leicht Richtung Zinsanhebung verschoben hat. Somit wächst die Wahrscheinlichkeit für die August-Sitzung, dass dann die Zinsen angehoben werden.

Zur Begründung sagt die Bank of England sinngemäß, dass die Inflation jüngst leicht zurückgegangen sei. Sie solle aber wieder leicht ansteigen aufgrund des starken Ölpreis-Anstiegs. Die Anleihe-Aufkäufe werde die Notenbank erst reduzieren, wenn der Leitzins die 1,5% erreicht hat (kann also noch dauern). Zusammengefasst kann man sagen, dass die BoE die britische Konjunktur weiterhin stark sieht. Entscheidend ist aber wohl, dass ein weiteres Notenbank-Ratsmitglied die Seiten gewechselt hat. Also, Zinsanhebung im August?

Das Pfund klettert aktuell weiter gegen den USD, aktuell um 13:11 Uhr bei über 1,32. Euro vs Pfund fällt dementsprechend von 0,8786 auf jetzt 0,8736.

Hier der Text der Bank of England im Wortlaut:

In the MPC’s most recent projections, set out in the May Inflation Report, GDP was expected to grow by around 1¾% per year on average over the forecast, conditioned on the gently rising path of Bank Rate implied by market yields at the time. In those projections, growth continued to rotate towards net trade and business investment and away from consumption. While modest by historical standards, the projected pace of GDP growth over the forecast was nevertheless slightly faster than the diminished rate of supply growth, which averaged around 1½% per year. As a result, a small margin of excess demand was projected to emerge by early 2020, feeding through into higher rates of pay growth and domestic cost pressures. Nevertheless, CPI inflation continued to fall back gradually as the effects of sterling’s past depreciation faded, reaching the 2% target in two years.

A key assumption in the MPC’s May projections was that the dip in output growth in the first quarter would prove temporary, with momentum recovering in the second quarter. This judgement appears broadly on track. A number of indicators of household spending and sentiment have bounced back strongly from what appeared to be erratic weakness in Q1, in part related to the adverse weather. Employment growth has remained solid. Although manufacturing output recorded a decline in April, and this was accompanied by a fall in goods exports, surveys of business activity have been stable and, as a whole, point to growth in the second quarter in line with the Committee’s May projections.

Internationally, activity data have been mixed. Indicators suggest that US growth bounced back strongly in Q2 from the softness in Q1. Euro-area growth has been weaker than expected, and downside risks have increased in some emerging markets, in part reflecting tighter financial conditions. More broadly, the prospects for global GDP growth remain strong, and while financial conditions have tightened somewhat, they continue to be accommodative.

CPI inflation was 2.4% in May, unchanged from April. Inflation is expected to pick up by slightly more than projected in May in the near term, reflecting higher dollar oil prices and a weaker sterling exchange rate. Most indicators of pay growth have picked up over the past year and the labour market remains tight, suggesting that domestic cost pressures will continue to firm gradually, as expected.

The Committee’s best collective judgement remains that, were the economy to develop broadly in line with the May Inflation Report projections, an ongoing tightening of monetary policy over the forecast period would be appropriate to return inflation sustainably to its target at a conventional horizon. For the majority of members, an increase in Bank Rate was not required at this meeting. All members agree that any future increases in Bank Rate are likely to be at a gradual pace and to a limited extent.

In addition to its discussion of the immediate policy decision, the Committee reviewed its previous guidance on the level of Bank Rate at which the MPC will consider whether to start to reduce the stock of purchased assets. The MPC continues to expect to maintain the stock of purchased assets until Bank Rate reaches a level from which it can be cut materially, reflecting the Committee’s preference to use Bank Rate as the primary instrument for monetary policy. Since the previous guidance, the Committee has reduced Bank Rate from 0.5% to 0.25% in August 2016 and has noted that it could lower it further if required. Reflecting this, the MPC now intends not to reduce the stock of purchased assets until Bank Rate reaches around 1.5%, compared to the previous guidance of around 2%. Any reduction in the stock of purchased assets will be conducted at a gradual and predictable pace. Decisions on Bank Rate will take into account any impact of changes in the stock of purchased assets on overall monetary conditions, in order to achieve the inflation target. In the event that potential movements in Bank Rate are judged insufficient to achieve the inflation target, the reduction in the stock of assets could be amended or reversed.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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