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Banken im Börsenkasino: „Ich will das alles nicht mehr“

Von Claudio Kummerfeld

Staatliche Banken mischen schon wieder (oder immer noch) mit beim Derivate-Roulette. Private Banken natürlich erst recht. Banken im Börsenkasino: Ich will das alles nicht mehr! Warum, wieso, weshalb, erkläre ich hier…

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Frankfurter Wertpapierbörse – die Zockereien laufen größtenteils außerbörslich und machen damit einen großen Bogen um regulierte Börsen.
Foto: Pythagomath / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

HSH Nordbank

Wie wir in unserem heutigen Artikel über die HSH Nordbank bereits schrieben, werden dort wieder fleißig Kredite „verbrieft“. Danach findet eine „Refinanzierung“, auch gerne in US-Dollar statt. Das „Manager Magazin“ berichtete vor Kurzem davon, dass die HSH noch stolze 34 Töchter in Steueroasen führt. Darauf können wir als Steuerzahler doch stolz sein! Wie viel die Horden von Anwälten kosten, die diese Projekte und Briefkästen betreuen, werden wir wohl nie erfahren – ist wohl auch besser so, wegen den Nerven.

Banken wieder im Börsenkasino

Banken machen eigentlich derzeit alles, was sie vor der Krise auch gemacht haben. Finanzprodukte wie die legendären „CDS“ (Credit Default Swaps) sind weder verboten (denn in der Tat haben die ja wirklich einen Sinn), noch wurde deren Handel eingeschränkt. Der Großteil der Kapitalmarkttransaktionen, vor allem im Devisen- und Derivatehandel, findet immer noch nicht über Börsen statt, sondern über den OTC-Markt – also komplett außerbörslich direkt zwischen Banken und Brokern. Kein Regulierer prüft in der Realität diese Geschäfte.

Ich will keine staatlichen Banken mehr, die weiterhin Briefkästen im Pazifik betreiben. Ich will keine Banken mehr, die Kredite „verbriefen“ und sich dazu noch Währungsrisiken ins Boot holen. Ich will keine Bank mehr, die mit den Einlagen der Privatkunden im Rücken fürs eigene Buch quasi auf die Pferderennbahn geht – denn kaum etwas anderes bedeutet es, wenn man nur so z.B. Kredite von A nach B und wieder zurück nach A reicht, dazu noch als Garnitur oben drauf ein Währungsrisiko – und damit die nervigen Steuerzahler und Journalisten davon nichts mitkriegen, machen wir das alles außerhalb der Börse, und legen es dann in einen toten Briefkasten in der Karibik oder im Pazifik, wo keiner mehr dahinter schauen kann. Was hat das mit dem Geschäftsmodell einer Bank zu tun? Nichts! Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt das? Keinen! Was bringt das? Jede Menge neue Risiken für uns alle als Steuerzahler, und für uns alle als Bankkunden, wenn wir indirekt über die Einlagensicherungsfonds der Banken in der Zukunft Bankpleiten mitfinanzieren dürfen.

Die Begründung

Würde man z.B. die HSH Nordbank fragen, warum sie all das noch oder schon wieder tut, wäre die Antwort garantiert so: „Wir finanzieren komplexe Investitionsvorhaben für Großkunden und müssen daher auf globale und moderne Refinanzierungsmethoden zurückgreifen können, um unseren Kunden die bestmöglichen…. bla bla bla“. Ich sage das ist nichts anderes als eine Schutzbehauptung. Im Bericht des Manager Magazins wurde erwähnt, dass die über diverse Briefkastenfirmen laufenden „Projekte“ noch lange Restlaufzeiten hätten und man von daher diese „Vehikel“ nicht auflösen kann. Das sehe ich anders. Jedes Produkt oder Projekt kann man abwickeln oder kündigen oder weiterverkaufen. Die Grünen verhandeln doch gerade über eine Koalition mit der SPD in Hamburg. Da könnten sie endlich mal Profil zeigen als Partei, die „ganz nah am Bürger“ ist, und darauf bestehen, dass bei der HSH öffentlich nachvollziehbar aufgeräumt wird.

Der Ausweg

So wie es sie in den USA schon einmal gab, ist eine richtige Trennung zwischen Geschäftsbanken und Brokern praktisch problemlos möglich. Banken kümmern sich dann „nur noch“ um das Kredit- und Einlagengeschäft und Wertpapieraufträge im Kundenauftrag. Brokerhäuser, die völlig eigenständig sind und nicht mehr mit dem Eigenkapital der Bank im Hintergrund zocken können, müssen sich bei risikofreudigen Investoren eigenes Eigenkapital besorgen. Geht die große Zockerei in die Hose, gucken die Investoren eben in die Röhre – die kannten das Risiko ja, von daher alles gut. Und die Bankkunden haben damit schlicht und einfach gar nichts zu tun, da ihr Geld ja bei der Bank, und nicht beim Broker liegt. Die aktuelle halbherzige „bankinterne strikte Trennung von Kundengeldern und Eigenhandel“ ist nur eine Illusion, albern.

Warum legen gerade staatliche Banken nicht einfach ihre „Finanzierungs-Vehikel“ auf sonnigen Pazifik-Inseln offen? Schließlich sind wir alle der Eigentümer der Bank. Ein Team aus externen Experten (keine Wirtschaftsprüfer, keine Anwälte), die wirklich willens sind etwas zu ändern, könnte schlicht und einfach anfangen Projekt für Projekt abzuarbeiten und zu entzerren, Finanzprodukte am Markt glattzustellen (verkaufen) und windige Briekästen einfach zu schließen.

Kundenaufträge für windige oder kreative Derivate kann die Bank selbstverständlich weiter entgegennehmen, diese dann einfach im Kundenkonto beim Haupthaus (und nicht bei einer ausländischen Tochter) verbuchen und klar kennzeichnen, dass diese Aufträge Kundenaufträge sind und kein Eigengeschäft der Bank. Punkt, aus, fertig!



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1 Kommentar

  1. über den ganzen Haufen Schxxßx – Schippe drauf Glück auf – wie verkommen muss man als Einzelner und als Team sein, um so etwas zu befördern, was gegen jeden gesunden Menschenverstand und gegen jede kaufmännische Solidität läuft?
    Das sind Leute ( Menschen mag ich nicht mehr dazu sagen, die sind schlimmer als die Typen der Tscheka die die Kommandeure der RKKA 1937 – 38 ermordet haben – die haben noch weniger Gewissen – damals stand nur das Schicksal eines Landes und der gemordeten Individuen ( die meist treu zur Sache standen) auf dem Spiel – Heute ist es das Überleben der Menschheit!
    Schande und Pfui über diesen Abschaum, samt seiner Helfershelfer bei IWF, EZB, sonstwelchem Super.Think-Tnak und was es sonst noch an abartigkeiten in diesem System der Lüge gibt! vG Ralf

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