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Banken: Japan – Blaupause für Deutschland?

Ein unseliger Cocktail durch wachsende Konkurrenz, einem Überangebot an Geld sowie der Null- und Minuszinspolitik der Notenbank..

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wie sieht die Zukunft der deutschen Banken aus? Viele blicken nach Fernost, um Hinweise zu bekommen, wohin es mit der deutschen Wirtschaft insgesamt gehen könnte. Nicht weil sich die Gesellschaften in Japan und Deutschland so ähnlich wären, es gibt große Unterschiede, wie aber auch Gemeinsamkeiten. Die Staatsschulden liegen in Japan fast viermal so hoch wie in unserem Lande und diese befinden sich auch noch vorwiegend in der Hand der heimischen Bevölkerung. Aber beide Länder haben ein demographisches Problem, eine alternde Bevölkerung, die niedrigsten Zinsen auf dieser Welt (die Schweiz einmal ausgenommen) und aufgrund der Nullzinspolitik ein Bankenproblem.

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Moodyˋs Absenkung des Ratings der japanischen Regionalbanken

Von „stabil“ auf „negativ“ senkte die Ratingagentur das Rating für die japanischen Regionalbanken für die kommenden Jahre.

So könnten in den kommenden zehn Jahren 60 Prozent der 106 Regionalbanken in die Verlustzone rutschen, falls die Kreditnachfrage im heutigen Tempo sänke, warnte die japanische Notenbank in ihrem jüngsten Bericht zur Stabilität des Finanzsystems. Die kleineren Banken vergeben die Hälfte der Unternehmenskredite, die Großbanken nur 20 Prozent.

Die Kreditnachfrage der mittelständischen Unternehmen sinkt, dies könnte bis zum Jahre 2030 bis zu 50 Prozent ausmachen, so eine Vorhersage der Finanzaufsicht FSA. Zudem nimmt die Konkurrenz durch neue Internetbanken zu, die Ersparnisse steigen vorerst weiter an, da viele Rentner im Alter weiter tätig sind und ansparen.

Ein unseliger Cocktail durch wachsende Konkurrenz, einem Überangebot an Geld sowie der Null- und Minuszinspolitik der Notenbank. Die Kreditzinsen lagen 2017 im Schnitt in Japan bei einem Prozent. Rund die Hälfte der Banken verliert daher im Kerngeschäft bereits Geld, viele Banken sogar seit mehr als fünf Jahren.

 

Banken: Fusionen der Kleinen eine Lösung?

Während man an der Nullzinspolitik wie in Europa zur Stabilisierung des gigantischen Staatsschuldenstandes nichts ändert, will man der historisch gewachsenen Zersplitterung der japanischen Finanzindustrie zu Leibe rücken.

Die Regierung hat bereits reagiert. Die Besteuerung von Fusionen und das Kartellrecht wurden geändert, um Fusionen zu erleichtern. Man fordert Regionalbanken bereits dann zu Reformen auf, selbst wenn diese noch Gewinne schreiben. Es geht um künftige Gewinnaussichten.

 

Was macht Deutschland bei ähnlichen Problemen mit seinen Banken?

Vieles kommt einem bekannt vor. Die Alterung der Gesellschaft, eine zersplitterte Bankenlandschaft mit Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken und einbrechende Gewinne durch die Nullzinsen.

Deutschland ist trotz der Schrumpfung der Anzahl der Banken von gut 2000 (2007) auf 1583 (Ende 2018) noch immer „overbanked“. Die Digitalisierung, die Konkurrenz durch Fintechs und vielleicht auch durch Kryptowährungen, in Kombination mit einer vielleicht noch Jahre andauernden Nullzinsphase lassen einen Kahlschlag in der einstigen, stolzen Geldbranche erwarten.

Fusionen und ein Stellenabbau in großen Dimensionen könnten ein Mittel zur Sanierung werden. Gewinnsteigerungen durch drastische Gebührenerhöhungen erscheinen im jetzigen Umfeld obsolet.

Der radikale Schnitt bei der Deutschen Bank könnte Schule machen.

Sollte jetzt noch eine Rezession auftreten?

 

 

Deutsche Banken vor einer schweren Zukunft

Deutsche Banken, zahlreich versammelt in Frankfurt am Main. Foto: Christian Wolf, www.c-w-design.de CC BY-SA 3.0 de

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