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Banken nach Corona: Jetzt startet der Filial-Kahlschlag in großen Schritten

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Seit Jahren läuft der Trend. Die Banken müssen mit ständig sinkenden Zinsen und quasi dem Versiegen der Zinsmarge (dank der EZB) zurecht kommen. Jüngst sah man, dass die EZB alles, wirklich alles tun wird um die Banken am Leben zu halten. Aber abgesehen davon: Seit Jahren benötigen offenkundig immer weniger Menschen eine Bankberatung (ohhh Wunder?). Oder anders formuliert: Die Menschen gehen immer seltener in die Filiale. Zahlreiche Kahlschläge bei den Banken gab es schon. Auch die Deutsche Bank war schon mit großen Schließungswellen von Filialen dabei. Aber es geht von A-Z durch die Branche. Gerade die kapitalschwachen Kleinst-Banken sind bemüht Kostenfaktoren wie Personal und Filialmiete abzubauen.

Und jetzt kommt die Coronakrise als großer Anschub für diese Entwicklung noch dazu. Es ist nachvollziehbar, ohne dass man groß Umfragen oder Branchenanalysen abwarten muss. Im Zuge des Shut Downs hatten die Banken viele Filialen geschlossen. Die breite Masse der Kunden verlagerte sich immer weiter aufs Onlinebanking, und auch auf das Telefon-Banking. Und jetzt sieht man, was zu erwarten war. Banken nutzen den Shut Down als Anlass, die während der Coronakrise geschlossenen Filialen gar nicht erst wieder zu eröffnen.

Aktuell hat die Hamburger Volksbank verkündet auf einen Schlag 10 ihrer 25 Filialen dicht zu machen. Dafür will man Millionen-Beträge in den Ausbau der restlichen Filialen investieren. Und die Volksbank verkündet, dass bis Oktober die Zahl der Mitarbeiter, die in der internen Einheit „digital-persönliche Einheit Di@log“ arbeiten (Online und Telefon-Banking), von 13 auf 33 aufgestockt wird. Also, knallhart verlagern, weg von persönlicher Präsenz, hin zu Online und Telefon. Die Coronakrise diente als der große Trigger, also der Anschub und vor allem als Argumentationsgrundlage um das zu tun, was man eh schon vor hatte. Runter mit den Kosten!

So sagt es der Chef der Hamburger Volksbank sogar ganz direkt in einem Interview, siehe hier bei der Mopo. 77 Prozent der Kunden könnten ihre Bankgeschäfte online erledigen, und man habe während der Corona-Pandemie gemerkt, dass die noch geöffneten Standorte ausreichend seien. Deshalb sollen langfristig 15 Filialen in Hamburg ausreichen. Der Plan dafür habe auch schon längere Zeit in der „Schublade“ gelegen und werde jetzt nur noch umgesetzt. Bei der Hamburger Volksbank kommt wohl als Zusatz-Trigger hinzu, dass jetzt die Fusion mit der Volksbank in Lübeck gescheitert ist, weil die dortigen Genossen offenbar befürchteten, unter dem Schirm der Hamburger vollends unterzugehen. Kann man gemeinsam keine Kosten sparen, muss man jetzt alleine zusehen, wie die Kosten sinken können.

finanz-szene.de gab jüngst einen Überblick auch über andere Beispiele, wo Banken explizit die „Chance“ des Corona-Shut Downs nutzen, ab März geschlossene Filialen einfach nicht mehr zu eröffnen (klicken Sie dazu bitte an dieser Stelle).

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    V8 - Fan

    18. Juni 2020 19:16 at 19:16

    Leere Büros u.arbeitslose Bänker, das wird sicher dafür sorgen ,dass die eingepresste V-Erholung nicht überhitzt.! Wenn alle Daytrader werden u.Optionen kaufen werden wenigstens die Aktien weiter steigen.

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    Kritisch on fire

    19. Juni 2020 11:18 at 11:18

    Hallo und Guten Morgen!
    Vorab ein Bonmot von Fr. Merkel. Man müsse aufpassen, dass die Wirtschaftsräume innnerhalb der EU nicht auseinanderdriften! Was für eine Erkenntnis!
    Jetzt aber zum Thema Banken:
    Warum berichtet niemand darüber, dass die aufgelegten Hilfsprogramme(staatlich besicherte Kredite an Unternehmen) nichts anderes sind als ein riesiges Bankenrettungsprogramm. Die kreditgewährenden Banken können all diese Kredite mit höchster Bonität in ihre Bücher nehmen. Dadurch werden Kreditausfälle der Zukunft kompensiert, da die „Neuen Kredite“ geringste Risikogewichtung notwendig machen. Wenn dann die Banken die unvermeidlichen Kreditausfälle zu Lasten ihres Eigenkapitals ausbuchen müssen sind die neuen Kredite bereits mit geringstmöglicher Kapitaldeckung eingebucht und die Welt (Bilanzstichtag) ist wieder schön und der Himmel ist blau. Alles aus den Schultern von Unternehmern-Steuerzahlern im weitestem Sinne. Schlimm wird es erst wirklich dann wenn die „neuen Kredite“ mit ihrem Top-Rating die Krditausfälle nicht kompensieren können. Aber man hat eben wieder ein bisschen Zeit gewonnen.
    Das was hier abgeht nenne ich mal die wirkliche „Kreative Zerstörung“ in einem Umfang wie es sich der gute, alte Schumpeter(er ruhe in Frieden) wohl in seinen kühnsten Vorstellungen sich nicht hätte ausmalen können.
    Schönen Tag noch!

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    Geldfresser

    19. Juni 2020 13:11 at 13:11

    Wie sagte doch Frau Wagenknecht: Schon die Griechenland-Rettung war eine Rettung gewisser EU- Banken.Wie schon gewisse grosse Kapazitäten sagen: Irgendwann muss dann „Mainstreet „gerettet werden,
    sonst wird die Falschgeldindustrie von der Masse der Nichtshabenden aufgefressen.

    • Avatar

      claudia

      21. Juni 2020 09:29 at 09:29

      So funktionieren die Wagenknecht’s in Wirklichkeit, G20 in Hamburg war damals nur Vorgeschmack:

      https://news.google.com/articles/CAIiEGRAL7oOsY5XppDNrhqdBngqGQgEKhAIACoHCAow7vr8CjCd1YkDMOLKiAY?hl=de&gl=DE&ceid=DE%3Ade

      • Avatar

        Claudia

        21. Juni 2020 16:30 at 16:30

        @Fake-Claudia, nur dass sich inzwischen leider herausgestellt hat, dass nicht die linke Szene für diese Randale verantwortlich ist. „ Wir können aus der momentanen Sicht der Dinge eine linkspolitische oder überhaupt eine politische Motivation für diese Gewalttaten ausschließen“, sagte heute der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz.

        Ihr verlogenes Linken-Bashing ist somit nach hinten losgegangen. Offensichtlich rekrutierte sich der randalierende Mob auf der Feierszene, also aus denen, die völlig verantwortungslos Corona leugnen und Schutzmaßnahmen für überflüssig halten. Dann doch lieber wieder FFF-Demonstrationen für einen sinnvollen und hehren Zweck statt solcher Idioten und Banausen.

        • Avatar

          Adam Zipfel

          21. Juni 2020 19:34 at 19:34

          @Claudia
          Wahrscheinlich ist der Claudia-Troll einfach nur einmal mehr völlig euphorisiert und fanatisiert ob der flammenden Wahlkampfrede des größten Lügenmaules aller Zeiten (GröLümaZ) vor halb leeren Rängen in Tulsa. Dieses sprach bzw. wütete dort über seinen politischen Konkurrenten von einer „hilflose Puppe der radikalen Linken, der Plünderern und Ausländern ohne gültige Papiere mehr Rechte geben werde als gesetzestreuen Amerikanern“, verglich das Coronavirus in Tulsa erneut mit einer Grippe und log auch sonst, bis sich die Balken bogen. So etwas kann schon mal auf einfach gestrickte Gemüter abfärben.

  4. Avatar

    Krawalli

    21. Juni 2020 20:40 at 20:40

    Auch in Zürich wurde randaliert, dort ging’s um Besetzung von leeren Häusern der UBS.
    Man sollte nicht immer Alles nach links/ rechts Schema beurteilen.Die junge verwöhnte Jugend möchte einfach immer Party machen u.denen war es einfach langweilig mit den Corona-Einschränkungen.
    Wenn der ganze unzufriedene Haufen einmal die immense Umverteilung der Notenbanken bemerkt, wird der ganze Mob ein neues Thema haben u.gemeinsam auf die Strasse gehen.Obwohl es viele Studenten darunter hat, haben die Obergescheiten noch nicht bemerkt, was in der Finanzindustrie abläuft.
    Leute die meinen ,die Notenbanken können ihr Spiel ewig treiben, werden die Antwort von der Strasse bekommen.

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    F. Beyer

    21. Juni 2020 23:31 at 23:31

    Es wird die Zeit kommen, da wird die Straße die Verantwortlichen einer zutiefst asozialen Geldpolitik suchen und sie werden sie finden.

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Aktien

Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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Aktienmärkte und Wirtschaft 2020: Ein Jahr der Extreme

Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte Lotto spielen

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Wer es geschafft hat, die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2020 oder die der Aktienmärkte auch nur ein paar Wochen vorherzusagen, sollte mal Lotto spielen, bei diesem Glück. Denn das Coronajahr wird in die Geschichte eingehen mit all seinen Anomalien, die es gewiss noch nicht allzu häufig in dieser Form gegeben hat. Wirtschaft, Finanzen und Aktienmärkte lieferten (und liefern?) Ausschläge ungeahnten Ausmaßes.

Aktienmärkte: Die saisonalen Muster – Fehlanzeige

Viele Börsianer versuchen aus den statistisch gehäuften, jahreszeitlich bedingten Mustern, Profit zu erzielen. Aber 2020?

Das Jahr begann relativ stabil, am Ende des Januars hatten sich S&P 500 und Dax kaum bewegt, was nach der Statistik auf einen ruhigen Jahresverlauf hindeuten würde. Bis Ende Februar ging es aufwärts, dann kam Corona. Nach der fulminanten Aufholjagd von Ende März und durch den April hinweg hätte man doch erwarten können, dass ein „Sell in May, but remember to come back in September“ funktioniert, nur erreichten die US-Indizes just am 2. September ein Allzeithoch, um praktisch den ganzen Monat hindurch zu korrigieren. Im Wahljahr sollte es einen schwachen Monat Oktober geben, bis zur letzten Woche, in der eine Wahlrally einsetzt. Doch was haben wir in den letzten Tagen erlebt? Einen Einbruch des Dow Jones von 2000 Punkten und beim Dax von über 1000 Zählern. Nun steht nur noch die Jahresendrally im Schlussquartal, als eiegntlich sehr sicheres saisonales Muster der Aktienmärkte, zur Disposition.

Der Konjunkturverlauf – ohne historisches Vorbild

Die Pandemie um Covid-19 führte zu einem bisherigen Konjunkturverlauf, den wohl kein Ökonom auf der Rechnung hatte. Chinas Konjunktur stürzte im ersten Quartal um 6,8 Prozent in die Tiefe und erholte sich in Q2 bereits schon wieder um 4,9 Prozent. Im Westen erwischte es im zweiten Quartal Großbritannien am stärksten mit minus 20,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 18,5 Prozent, Deutschland kam mit minus 9,7 Prozent noch relativ glimpflich davon, so wie die USA mit minus 9,5 Prozent auf Quartalsbasis. Auf Jahressicht allerdings mit erschreckenden 31,4 Prozent und gestern kam die erste Schätzung für das dritte Quartal in den Staaten: Plus 33,1 Prozent im Jahresvergleich, was auf den ersten Blick wie nach einer totalen Erholung aussieht, aber es hätten über 45 Prozent Anstieg sein müssen, um diesen Quartalseinbruch zu egalisieren.

Im europäischen Verfahren gerechnet: Nach minus 9,5 Prozent (Q2), jetzt plus 7,4 Prozent.

Auf alle Fälle brachte 2020 bisher die schnellste und tiefste Kurzrezession aller Zeiten, mit einem Wirtschaftseinbruch, der fast überall einem unvollständigen V gleicht, eher einem spiegelverkehrten Wurzelzeichen, das eine Erholung um etwa 90 Prozent anzeigt. Jetzt erleben wir die zweite Coronawelle, die in manchen Ländern vermutlich eine Double-Dip-Recession im vierten Quartal des Jahres zur Folge haben wird. Wie reagiren nun die Aktienmärkte?

Die Entwicklungen der Aktienmärkte

Wenn es bisher eine so genannte V-förmige Erholung geben sollte, dann haben dies die Aktienmärkte vollzogen. Nach einem Absturz der Märkte ab dem 20. Februar, wie man ihn noch nie in einer solchen Geschwindigkeit beobachtet hat – es brauchte nur 16 Tage vom Allzeithoch bis in einen Bärenmarkt – stürzten S&P 500 und Dax innerhalb von nur 34 Tagen um 33,9 beziehungsweise 39,6 Prozent in die Tiefe: Beim US-Leitindex auf 2206 und beim Dax auf 8255 Punkte. Aber es folgte eine ebenso spektakulären Erholung innerhalb nur eines halben Jahres.

Der Dax brauchte nur gut zwei Monate, um bis Anfang Juni um 57 Prozent auf 12913 Punkte zu steigen und nur ein halbes Jahr um mit 13460 Punkten fast sein Allzeithoch von Ende Februar zu erreichen (13788 Punkte).

Was dem US-Leitindex S&P 500 am 2. September mit 3580 Punkten gelungen ist (Februar-ATH 3386 Punkte): Rekorde der Aktienmärkte inmitten des größten Wirtschaftseinbruchs seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie konnte so etwas zustande kommen?

Notenbankbilanzen und Zinsniveau

Wer geglaubt hatte, dass das Jahr 2019 mit seinen über 100 Zinssenkungen durch die Notenbanken dieser Welt der Höhepunkt gewesen sein müsste, den belehrte spätestens der März 2020 eines Besseren. Die Federal Reserve folgte vielen westlichen Notenbanken und senkte die US-Leitzinsen auf 0 bis 0,25 Prozent. Begleitet von Anleihekäufen, die die Fed-Bilanz innerhalb von wenigen Monaten von vier auf 7,18 Billionen Dollar explodieren ließ. Die Europäische Zentralbank war vor Kurzem bei 6,74 Billionen Euro angelangt, zusammen mit der Bank of Japan erreicht man bereits über 20 Billionen Dollar. Die Bilanzsummen der Notenbanken marschieren in ungeahnte Höhen: In Japan auf 136 Prozent zum BIP, in Europa auf 66 Prozent und in den USA auf 37 Prozent.

Dies hat laut JP Morgan folgendes zur Folge (Stand Mitte Oktober):

Weltweit gibt es 17 Billionen Dollar an Anleihen, die keine oder sogar Minuszinsen abwerfen. Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern. Der Anlagenotstand für Kapitalsammelstellen (wie Staats- und Pensionsfonds) hat im Herbst des Jahres 2020 eine bisher noch nicht gesehene Dimension erreicht – und das erklärt die Kurse der Aktienmärkte.

Jetzt stehen die US-Wahlen an und der Sieger muss aus faktischen Gründen angesichts von über 11 Millionen Arbeitslosen und 50 Millionen Lebensmittelmarkenbeziehern in den USA zwangsläufig ein fünftes Rettungspaket auflegen. Außerdem ergab eine Umfrage im Sommer, dass 40 Prozent der Amerikaner keine 400 Dollar an Reserven besitzen, um sich zum Beispiel ein defektes Haushaltsgerät ersetzen zu können. Man kann sich immer nur wundern, wie die US-Regierung hier das Bild einer gesunden US-Wirtschaft zeichnen kann.

Bei einer weiteren Verschuldung stellt sich irgendwann die Frage: Wann wird sich dies bei den Kapitalmarktzinsen bemerkbar machen? In jeder Volkswirtschaft gibt es das Phänomen des Bruchs mit der Linearität, plötzliche Ausbrüche aus einer stabilen Entwicklung, davor sind auch die Vereinigten Staaten nicht gefeit.

Die Forschung für einen Impfstoff

Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde mit solcher Intensität an einem Impfstoff gegen ein Virus geforscht – Sars-CoV-2. 160 bis 200 Projekte gibt es derzeit weltweit, einige Vakzine befinden sich bereits in der klinischen Phase 3 und die großen Staaten haben vorsorglich schon drei Milliarden Impfdosen bestellt, ohne zu wissen, welches Mittel sich überhaupt durchsetzen und welchen Effekt es überhaupt haben wird. Die Aktien von Moderna, CureVac oder Biontech explodieren an den Börsen um mehrere 100 Prozent, weil viele Investoren einen Milliardenmarkt wittern. Viele Projekte werden im Sande verkaufen, viele Millionen versickern, weil keiner weiß, was sich durchsetzt – und vor allen Dingen wann?

Die Entwicklung der Pandemie

Viele führende Virologen warnen, dass die Welt noch bis Ende des Jahres 2021 mit dem Virus leben müsse oder vielleicht sogar auf Dauer. Was bedeutet dies konkret? Derzeit gibt es weltweit über 45 Millionen bestätigte Infektionen, was angesichts von 7,6 Milliarden Menschen nur ein gutes halbes Prozent der Weltbevölkerung ausmachen würde. Aber sind das überhaupt realistische Zahlen? Wurden aus bestimmten Metropolen der Welt – New York, Neu-Dehli, Sao Paulo, Mexiko City – nicht schon Antikörpertests ausgewertet, die auf eine 20 bis 50 prozentige Durchseuchung von Teilen der Bevölkerung hinweisen?

In Ländern wie den USA, Brasilien, Spanien, Belgien u.a. werden offiziell Infektionsraten von 2,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung gemeldet, aber der Chef der US-Seuchenbehörde CDC der USA, Redfield, hat sich in diesem Jahr geäußert, dass man mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 bei den Infektionen rechnen könne. Die USA haben bereits über neun Millionen Coronainfizierte bei einer Bevölkerung von gut 330 Millionen. Wie viele Menschen werden bis Ende 2021 schon mit dem Virus infiziert worden sein? Selbst der deutsche Virologe, Professor Streeck, rechnet mit einer gewaltigen Durchseuchung bis dahin. Es sei auch bis jetzt nicht klar, welche Immunität ein Impfstoff zur Folge haben wird? Wie viele Menschen werden sich überhaupt impfen lassen (müssen)? Fragen über Fragen.

Aber bei Fortführung der Gedankengänge über die Infektion der Menschheit mit Covid-19 schleicht sich ein unangenehmes Gefühl ein: Deutschland hat im Vergleich zur Bevölkerungszahl eine sehr niedrige Infektionsrate (0.59 Prozent), auch wenn man eine Dunkelziffer mit einbezieht, die aber aufgrund unserer Maßnahmen nicht allzu hoch sein dürfte. Was aber nicht anderes heißt, dass für unser Land noch ein weiter Weg in Sachen Corona bevorsteht – außer der Impfstoff kommt rechtzeitig und mit hoher Wirksamkeit.

Ausblick

Doch zurück zur Wirtschaft und zur Börse. Was bedeutet die aktuelle Gemengelage für das Jahresende der Aktienmärkte? Der Ausgang der Wahlen, die Börsenentwicklung, die Pandemie? In Summa „not predictable“. Doch wird auf eines Verlass sein: Das Gelddrucken geht weiter – so hat Madame Lagarde erst gestern die weiteren Notenbankkäufe der EZB bestätigt: bis mindestens Mitte 2021 wolle man alles tun und den ganzen Instrumentenkasten nutzen, um die Erholung der Wirtschaft zu fördern.

Auch die Bundesregierung hat eine große Summe an Ausfallszahlungen für den Monat des Lockdowns, November, angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen des verordneten Stillstands (Lockdown light) abzumildern.

Die Geldflut wird nicht verebben. Und wenn man den Chart zwischen Notenbankbilanz und Entwicklung der Aktienmärkte (S&P 500) betrachtet, so könnte man eigentlich auf eine bestimmte Jahresendprognose kommen.

Und was die Pandemie und die mögliche Wirkung der gerade angekündigten Lockdown-Maßnahmen betrifft, so empfiehlt sich ein Blick auf Israels Infektionszahlen, dem Land, welches bereits vor einigen Wochen solche verhängt hat..

Aktienmärkte und Wirtschaft im Coronajahr 2020

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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