Allgemein

Banken nach Corona: Jetzt startet der Filial-Kahlschlag in großen Schritten

Türme von Banken in Frankfurt

Seit Jahren läuft der Trend. Die Banken müssen mit ständig sinkenden Zinsen und quasi dem Versiegen der Zinsmarge (dank der EZB) zurecht kommen. Jüngst sah man, dass die EZB alles, wirklich alles tun wird um die Banken am Leben zu halten. Aber abgesehen davon: Seit Jahren benötigen offenkundig immer weniger Menschen eine Bankberatung (ohhh Wunder?). Oder anders formuliert: Die Menschen gehen immer seltener in die Filiale. Zahlreiche Kahlschläge bei den Banken gab es schon. Auch die Deutsche Bank war schon mit großen Schließungswellen von Filialen dabei. Aber es geht von A-Z durch die Branche. Gerade die kapitalschwachen Kleinst-Banken sind bemüht Kostenfaktoren wie Personal und Filialmiete abzubauen.

Und jetzt kommt die Coronakrise als großer Anschub für diese Entwicklung noch dazu. Es ist nachvollziehbar, ohne dass man groß Umfragen oder Branchenanalysen abwarten muss. Im Zuge des Shut Downs hatten die Banken viele Filialen geschlossen. Die breite Masse der Kunden verlagerte sich immer weiter aufs Onlinebanking, und auch auf das Telefon-Banking. Und jetzt sieht man, was zu erwarten war. Banken nutzen den Shut Down als Anlass, die während der Coronakrise geschlossenen Filialen gar nicht erst wieder zu eröffnen.

Aktuell hat die Hamburger Volksbank verkündet auf einen Schlag 10 ihrer 25 Filialen dicht zu machen. Dafür will man Millionen-Beträge in den Ausbau der restlichen Filialen investieren. Und die Volksbank verkündet, dass bis Oktober die Zahl der Mitarbeiter, die in der internen Einheit „digital-persönliche Einheit Di@log“ arbeiten (Online und Telefon-Banking), von 13 auf 33 aufgestockt wird. Also, knallhart verlagern, weg von persönlicher Präsenz, hin zu Online und Telefon. Die Coronakrise diente als der große Trigger, also der Anschub und vor allem als Argumentationsgrundlage um das zu tun, was man eh schon vor hatte. Runter mit den Kosten!

So sagt es der Chef der Hamburger Volksbank sogar ganz direkt in einem Interview, siehe hier bei der Mopo. 77 Prozent der Kunden könnten ihre Bankgeschäfte online erledigen, und man habe während der Corona-Pandemie gemerkt, dass die noch geöffneten Standorte ausreichend seien. Deshalb sollen langfristig 15 Filialen in Hamburg ausreichen. Der Plan dafür habe auch schon längere Zeit in der „Schublade“ gelegen und werde jetzt nur noch umgesetzt. Bei der Hamburger Volksbank kommt wohl als Zusatz-Trigger hinzu, dass jetzt die Fusion mit der Volksbank in Lübeck gescheitert ist, weil die dortigen Genossen offenbar befürchteten, unter dem Schirm der Hamburger vollends unterzugehen. Kann man gemeinsam keine Kosten sparen, muss man jetzt alleine zusehen, wie die Kosten sinken können.

finanz-szene.de gab jüngst einen Überblick auch über andere Beispiele, wo Banken explizit die „Chance“ des Corona-Shut Downs nutzen, ab März geschlossene Filialen einfach nicht mehr zu eröffnen (klicken Sie dazu bitte an dieser Stelle).



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

8 Kommentare

  1. Leere Büros u.arbeitslose Bänker, das wird sicher dafür sorgen ,dass die eingepresste V-Erholung nicht überhitzt.! Wenn alle Daytrader werden u.Optionen kaufen werden wenigstens die Aktien weiter steigen.

  2. Hallo und Guten Morgen!
    Vorab ein Bonmot von Fr. Merkel. Man müsse aufpassen, dass die Wirtschaftsräume innnerhalb der EU nicht auseinanderdriften! Was für eine Erkenntnis!
    Jetzt aber zum Thema Banken:
    Warum berichtet niemand darüber, dass die aufgelegten Hilfsprogramme(staatlich besicherte Kredite an Unternehmen) nichts anderes sind als ein riesiges Bankenrettungsprogramm. Die kreditgewährenden Banken können all diese Kredite mit höchster Bonität in ihre Bücher nehmen. Dadurch werden Kreditausfälle der Zukunft kompensiert, da die „Neuen Kredite“ geringste Risikogewichtung notwendig machen. Wenn dann die Banken die unvermeidlichen Kreditausfälle zu Lasten ihres Eigenkapitals ausbuchen müssen sind die neuen Kredite bereits mit geringstmöglicher Kapitaldeckung eingebucht und die Welt (Bilanzstichtag) ist wieder schön und der Himmel ist blau. Alles aus den Schultern von Unternehmern-Steuerzahlern im weitestem Sinne. Schlimm wird es erst wirklich dann wenn die „neuen Kredite“ mit ihrem Top-Rating die Krditausfälle nicht kompensieren können. Aber man hat eben wieder ein bisschen Zeit gewonnen.
    Das was hier abgeht nenne ich mal die wirkliche „Kreative Zerstörung“ in einem Umfang wie es sich der gute, alte Schumpeter(er ruhe in Frieden) wohl in seinen kühnsten Vorstellungen sich nicht hätte ausmalen können.
    Schönen Tag noch!

  3. Wie sagte doch Frau Wagenknecht: Schon die Griechenland-Rettung war eine Rettung gewisser EU- Banken.Wie schon gewisse grosse Kapazitäten sagen: Irgendwann muss dann „Mainstreet „gerettet werden,
    sonst wird die Falschgeldindustrie von der Masse der Nichtshabenden aufgefressen.

    1. So funktionieren die Wagenknecht’s in Wirklichkeit, G20 in Hamburg war damals nur Vorgeschmack:

      https://news.google.com/articles/CAIiEGRAL7oOsY5XppDNrhqdBngqGQgEKhAIACoHCAow7vr8CjCd1YkDMOLKiAY?hl=de&gl=DE&ceid=DE%3Ade

      1. @Fake-Claudia, nur dass sich inzwischen leider herausgestellt hat, dass nicht die linke Szene für diese Randale verantwortlich ist. „ Wir können aus der momentanen Sicht der Dinge eine linkspolitische oder überhaupt eine politische Motivation für diese Gewalttaten ausschließen“, sagte heute der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz.

        Ihr verlogenes Linken-Bashing ist somit nach hinten losgegangen. Offensichtlich rekrutierte sich der randalierende Mob auf der Feierszene, also aus denen, die völlig verantwortungslos Corona leugnen und Schutzmaßnahmen für überflüssig halten. Dann doch lieber wieder FFF-Demonstrationen für einen sinnvollen und hehren Zweck statt solcher Idioten und Banausen.

        1. @Claudia
          Wahrscheinlich ist der Claudia-Troll einfach nur einmal mehr völlig euphorisiert und fanatisiert ob der flammenden Wahlkampfrede des größten Lügenmaules aller Zeiten (GröLümaZ) vor halb leeren Rängen in Tulsa. Dieses sprach bzw. wütete dort über seinen politischen Konkurrenten von einer „hilflose Puppe der radikalen Linken, der Plünderern und Ausländern ohne gültige Papiere mehr Rechte geben werde als gesetzestreuen Amerikanern“, verglich das Coronavirus in Tulsa erneut mit einer Grippe und log auch sonst, bis sich die Balken bogen. So etwas kann schon mal auf einfach gestrickte Gemüter abfärben.

  4. Auch in Zürich wurde randaliert, dort ging’s um Besetzung von leeren Häusern der UBS.
    Man sollte nicht immer Alles nach links/ rechts Schema beurteilen.Die junge verwöhnte Jugend möchte einfach immer Party machen u.denen war es einfach langweilig mit den Corona-Einschränkungen.
    Wenn der ganze unzufriedene Haufen einmal die immense Umverteilung der Notenbanken bemerkt, wird der ganze Mob ein neues Thema haben u.gemeinsam auf die Strasse gehen.Obwohl es viele Studenten darunter hat, haben die Obergescheiten noch nicht bemerkt, was in der Finanzindustrie abläuft.
    Leute die meinen ,die Notenbanken können ihr Spiel ewig treiben, werden die Antwort von der Strasse bekommen.

  5. Es wird die Zeit kommen, da wird die Straße die Verantwortlichen einer zutiefst asozialen Geldpolitik suchen und sie werden sie finden.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage