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Europäische Banken sollen 186-276 Milliarden Euro einsammeln

Die europäische Bankenregulierungsbehörde EBA kommt heute mit einer Forderung daher, dass 133 Bankengrupppen in 18 EU-Ländern in den nächsten Jahren eine Summe zwischen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die europäische Bankenregulierungsbehörde EBA kommt heute mit einer Forderung daher, dass 133 Bankengrupppen in 18 EU-Ländern in den nächsten Jahren eine Summe zwischen 186-276 Milliarden Euro einsammeln sollen. Was für Gelder genau? Nun, die EBA spricht hierbei von ihrem Fachbegriff „MREL“ (Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities). Die Banken sollen also ihre Quoten an Eigenkapital und bestimmten Fremdkapitalarten (Wandelanleihen?) massiv ausbauen. Großbanken wie zum Beispiel die Deutsche Bank sollen dazu bis 2019 Zeit bekommen, da man (wie die EBA es sagt) sich bewusst ist, dass so viel Geld am Kapitalmarkt nicht mal eben über Nacht eingesammelt werden kann.

Warum das Ganze? Banken sollen laut EBA im Fall einer bevorstehenden Pleite nicht mehr durch den Steuerzahler gestützt werden. Im Fall von ausgegebenen Anleihen würden zunächst die Inhaber dieser Papiere für die Gesundung der Bank herangezogen werden. Die Quote solcher Papiere will man erhöht sehen. Die EBA im Wortlaut zu MREL:

„MREL is a requirement for a bank to hold a sufficient amount of own funds and debt instruments of a certain quality in order to absorb losses and recapitalise its critical functions in case of failure. This requirement is to be set for each bank by the relevant resolution authorities in line with the BRRD and regulatory standards developed by the EBA in 2015.“

Eine weitre Herkulesaufgabe für europäische Banken! Und das bedeutet auch: Die Zinsausgaben (Renditen) für neu ausgegebene Bankenanleihen dürften deutlich steigen, da die Käufer wissen: Hey, im Fall der Fälle sind wir dran, mit voller Absicht. Mehr Risiko, höhere Risikoprämie bitte! Damit steigen die Zinslasten für die Banken.

Hier die EBA im heutigen Originaltext:


The EBA published today its final Report on the implementation and design of the minimum requirement for own funds and eligible liabilities (MREL). The Report quantifies the current MREL stack and estimates potential financing needs of European Union (EU) banks under various scenarios. It also assesses the possible macroeconomic costs and benefits of introducing MREL in the EU. Finally, the Report recommends a number of changes to reinforce the MREL framework and integrate the international standards on total loss-absorbing capacity (TLAC) in the EU’s MREL.

The Report is addressed to the European Commission, which issued its banking reform package on 23 November 2016. The European Parliament and Council will deliberate on this package in the coming months and the Report will shed light on a number of technical issues still open for discussion.

Under central estimates, the Report assesses that the financing needs 133 banking groups included in a representative sample would have to meet in order to comply with an assumption-based MREL requirement in the steady phase would range between EUR 186bn and EUR 276bn. Moreover, subject to the assumptions used in the Report, the net macro-economic impact of introducing MREL in the EU is positive and ranges between 17 and 91 basis points of GDP.

The EBA makes a number of recommendations aimed at improving the EU MREL framework to best deliver on the main objectives of the bank resolution reform, namely preserving financial stability, addressing the too-big-to-fail problem and breaking the sovereign-bank nexus. The Report promotes a technically sound implementation of international standards as part of an integrated EU framework in order to avoid banks being faced with two sets of rules.

The recommendations include, inter alia, the following key elements:

Reaffirming resolution strategies as the primary driver of MREL calibration
MREL should respect the minimum quantitative requirements laid down in the TLAC term sheet for global systemically important banks (G-SIBs) but should also deliver on the resolution strategy for each firm. Therefore, for G-SIBs, MREL should be set as the higher of minimum quantitative requirements and the amount necessary to meet the resolution strategy of any specific firm.

Enhancing resolvability by introducing mandatory subordination requirements
G-SIBs should be subject to a partial subordination requirement of at least 14.5% of RWAs, in line with the Financial Stability Board (FSB) TLAC term sheet. Other systemically important institutions (O-SIIs) could be subject to a partial subordination requirement of 13.5% of risk weighted assets (RWAs) with some flexibility to cater for market capacity and differences in resolution strategies.

Improving consistency between MREL and capital requirements
MREL requirements should be expressed as a percentage of RWAs, with a leverage ratio exposure backstop. In order to preserve the usability of capital buffers, CET1 should be prevented from counting towards MREL and capital buffers at the same time. Suggestions are provided to clarify the stacking order between MREL and capital buffers, avoiding that a breach of the MREL requirement can immediately and automatically lead to constraints to distributions.

Enhancing transparency to support market discipline and facilitate the emergence of a market for MREL instruments
Credit institutions should be required to disclose MREL requirements and stacks in the steady phase. During the transitional phase of MREL build-up, they should be required to disclose at least MREL stacks and information on the creditor hierarchy.

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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