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Banken vor Debakel? Eine unsichtbare Lawine hat sich in Gang gesetzt!

Redaktion

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Banken in Frankfurt - für die Branche brechen harte Zeiten an

Die Banken profitieren ganz aktuell sogar ein klein wenig von der Coronakrise. Wie das geht? Nun, der Staat haftet ja über die KfW zu 90 Prozent, und sogar ganz frisch zu 100 Prozent für einige Kredite, welche die Banken an eine sehr große Zahl an Unternehmen und Kleinstunternehmer herausreichen. Risikolos Geld verleihen, und dafür auf den KfW-Zins noch ein klein wenig Marge drauf schlagen. So lässt sich jetzt der ein oder andere Euro risikolos verdienen für die Banken. Aber das ist wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Banken vor einer Lawine von Kreditausfällen

Da hat sich nun im Zuge der Coronakrise eine unsichtbare Lawine in Gang gesetzt. Sie rollt auf die Banken mit voller Wucht zu, aber sie ist noch nicht sichtbar! Die Lawine besteht aus Kreditausfällen. Der Bankenverband hatte schon gewarnt. Verluste müssen dann als Verluste aus dem Eigenkapital der Banken ausgeglichen werden. Somit wird das Eigenkapital der Banken in Deutschland, aber wohl noch mehr im europäische Ausland, erodieren! Es ist das Szenario des Markus Krall, das nun wohl Fahrt aufnimmt. Er predigte schon seit gut zwei Jahren, dass es eine gewaltige Masse an Zombieunternehmen in Deutschland gäbe – dies seien eigentlich kaputte Unternehmen, die nur noch deswegen überleben würden, weil sie für Kredite dank der Nullzinsen nun keine Finanzierungskosten mehr zahlen müssten. Und jetzt kommt die Coronakrise.

Jetzt, wo die Wirtschaft auf breiter Front durch KfW-Kredite gestützt werden muss, verweigern die Banken den Unternehmen, die schon vor der Coronakrise Probleme hatten, den Zugang zu KfW-Krediten. Denn nur Unternehmen, die vor der Krise gesund waren, sollen in den Genuss der KfW-Kredite kommen. Und so sehen wir aktuell, wie Unternehmen wie Vapiano, Maredo, Appelrath Cüpper etc in die Insolvenz rauschen. Unternehmen wie Esprit oder Galeria Kaufhof Karstadt haben ein Schutzschirmverfahren angemeldet – man schützt sich vor den Gläubigern, hat aber noch nicht offiziell Insolvenz angemeldet. Diese Lawine der kaputten Unternehmen, die in dieser Wirtschaftskrise keine neuen Finanzierungen erhalten, dürfte sich fortsetzen.

Kredite jenseits der KfW-Garantien

Dann dürfte man doch eigentlich sagen: Hey, es ist doch gut, wenn die Banken diesen kaputten Unternehmen keine neuen Kredite geben? Ja, aber was kommt danach, Monate und Jahre nach der Krise? Durch die Insolvenzen müssen die Banken alte Kredite dieser Zombies ganz oder teilweise als Verluste abschreiben. Dazu kommt, dass in diesem Zombieunternehmen ja auch viele Menschen gearbeitet haben. Und die haben Autos und Häuser auf Kredit finanziert. Auch hier dürften Immobilienfinanzierungen oder normale Konsumkredite für Privatkunden bei den Banken notleidend werden. Auch dürfte die Banken ein aktuell erlassenes Gesetz belasten, wonach Verbrauchern Kreditzahlungen für drei Monate gestundet werden können, wenn sie belegen, dass sie derzeit Einnahmeausfälle haben. Also könnten hunderttausende Kurzarbeiter oder neue Arbeitslose erstmal ihre Kreditzahlungen aussetzen. Rein optisch wird den Banken durch die Aufsicht damit geholfen, dass ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden. Das hilft zwar für die Optik, aber Kreditausfall bleibt Kreditausfall.

Dadurch, dass viele gewerblichen Mieter nun Mietzahlungen aussetzen, oder aufgrund ihrer finanziellen Probleme gar nicht mehr leisten können, geraten auch diejenigen Vermieter in Finanznöte, die ihre Immobilienprojekte standardmäßig voll auf Kredit erstellen. Auch sie können womöglich schon bald ihre Kreditraten an die Banken teilweise nicht mehr bedienen. Dies schwächt die Bücher der Banken! Positiv ist natürlich zu erwähnen, dass die Banken beim neuen KfW-Schnellkredit kein Ausfallrisiko tragen müssen. Aber drum herum, da rollt im Stillen auf die Banken eine riesige Welle von anstehenden Kreditausfällen zu, von Unternehmen und Privatpersonen.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    MIke Lohmann

    8. April 2020 19:16 at 19:16

    Das bedeutet dann ja mit Sicherheit, dass der Bedarf an Finanzmitteln durch Verkauf von noch vorhandenen Assets wie Aktien, Immobilien oder Anleihen und und und verhökert werden müssen und wir eine Angebotsverfielfachung entgegensehen, die praktisch keiner Nachfrage gegenüber steht (Dr. Krall lässt grüssen). Wie sagte ein gewisser inzwischen berühmt gewordener Professor eines Wirtschaftsinstituts – alle nur ein Komfortbroblem. Kein Wunder sind heut da wo wir strukturell im Finanzsystem gelandet sind. Und die zu hundert Prozent kommenden Probleme der Euroländer sind noch gar nicht auf dem Radar.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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