Letzte Woche Donnerstag brach ganz plötzlich die Bankenkrise in den USA wieder aus – zumindest dachten das viele Marktbeobachter. Wie im Jahr 2023, gab es erneut Alarm bei Regionalbanken. Zions und Western Alliance hatten dieses Mal einem Fonds Geld geliehen, der in Hypothekenprodukte investieren wollte – dort kam es offenbar zu Betrug. Die Aktien der beiden Banken fielen um mehr als 10 % – und auf einmal hatten viele Anleger die Sorge vor einer neuen Bankenkrise.
Bankenkrise „abgesagt“
Aber schon am Freitag wurde klar, dass es offenbar nur dieser eine Hypothekenbetrug war, der die beiden Banken in die Schlagzeilen brachte. Inzwischen wurden die Kursverluste wieder aufgeholt. Bei Zions hat der Aktienkurs das Niveau von letzter Woche Mittwoch erreicht mit 52,81 Dollar gestern Abend. Gestern stieg die Aktie um 4,65 %, nachbörslich ging es weitere 1,6 % nach oben. Denn gestern Abend nach Börsenschluss meldete Zions Quartalszahlen, die den Markt überzeugen konnten.
Ebenso kann Western Alliance punkten mit gestern +4 % und nachbörslich +1 %. Auch hier ist der Verlust aus letzter Woche fast ganz aufgeholt worden. Die ebenfalls letzte Woche beachtete Truist Financial konnte gestern 2 % zulegen, nachbörslich um weitere 0,55 %. Die Aktie hat ebenfalls die Verluste der letzten Woche fast ganz aufgeholt. Die Bank meldete gestern Abend den Verkauf von Investment-Grade-Anleihen im Wert von 2,5 Milliarden Dollar, was vom Markt offenbar als Vertrauensbeweis aufgefasst wird. Diese „Bankenkrise“ in den USA ist also offenbar vorbei, bevor sie so richtig beginnen konnte.
Zions Gewinn übertrifft Erwartungen und mildert Kreditbedenken
Zions Bancorp gab gestern Abend bekannt, dass der Gewinn trotz eines Verlusts von 50 Millionen US-Dollar aufgrund eines mutmaßlichen Betrugs die Erwartungen übertroffen hat, was dazu beitrug, Investoren zu beruhigen, die befürchtet hatten, dass die Kreditmärkte noch größere Probleme bereiten könnten. So meldet es Bloomberg. Weiter wird berichtet: Die Bank meldete einen Nettogewinn von 222 Millionen US-Dollar und übertraf damit knapp die Prognosen. Außerdem schrieb sie im dritten Quartal 56 Millionen US-Dollar an notleidenden Krediten ab, was die Verluste aufgrund des mutmaßlichen Betrugs widerspiegelt, der mit einer Gruppe von gewerblichen Immobilieninvestoren in Südkalifornien in Verbindung steht.
Letzte Woche meldete Zions einen Kreditverlust von 50 Millionen US-Dollar aus einem 60 Millionen US-Dollar schweren gewerblichen Immobilienkreditportfolio, das von ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft California Bank & Trust in San Diego gezeichnet wurde. Am selben Tag reichte sie eine Klage gegen die Kreditnehmergruppe – Investmentfonds des Immobilieninvestors Jerry Marcil aus Los Angeles und Andrew Stupin – ein und behauptete, diese hätten Zions daran gehindert, bei einer Zwangsvollstreckung von als Sicherheit dienenden Immobilien als Erste bezahlt zu werden.
Harris Simmons, Chief Executive Officer von Zions, sagte während einer Telefonkonferenz zu den Geschäftsergebnissen, dass es sich bei den Abschreibungen um einen „Einzelfall” handele und dass die Bank keine weiteren Risiken gegenüber den Kreditnehmern habe. Zions hat einen Dritten beauftragt, sein Kreditportfolio weiter zu überprüfen.
„Dies ist offensichtlich ein Fall, der nicht so früh auf dem Radarschirm aufgetaucht ist, wie wir es uns gewünscht hätten – einer der Gründe, warum wir eine externe Überprüfung durchführen”, sagte Simmons.
Die Abschreibungen zehrten die Rückstellungen für potenzielle notleidende Kredite auf, die auf 725 Millionen US-Dollar sanken, während Analysten mit 737 Millionen US-Dollar gerechnet hatten. Um die Verluste auszugleichen, verdreifachte die Bank ihre Rückstellungen für Kreditausfälle gegenüber dem Vorjahr auf 49 Millionen US-Dollar und lag damit über den Erwartungen der Analysten von 26 Millionen US-Dollar. Dennoch beliefen sich die Nettozinserträge, also die Erträge aus dem Kerngeschäft der Kreditvergabe, auf 672 Millionen Dollar und übertrafen damit ebenfalls die Prognosen.
Diese Offenlegungen reihen sich ein in andere aktuelle Kreditpleiten, darunter der Subprime-Autokreditgeber Tricolor Holdings, der letzten Monat Insolvenz angemeldet hat. Kurz darauf brach auch der Autoteilezulieferer First Brands Group zusammen, der einigen der größten Namen an der Wall Street mehr als 10 Milliarden Dollar schuldete. Ihr rascher Niedergang schürte Ängste um die Kreditwürdigkeit der Banken, sodass 74 der größten US-Banken am Donnerstag mehr als 100 Milliarden Dollar an Marktwert verloren.
Zions hat seinen Hauptsitz in Salt Lake City und betreibt mehrere Tochtergesellschaften in den Bundesstaaten im Südwesten und an der Westküste. Seine Gesamtvermögenswerte beliefen sich zum Ende des dritten Quartals auf 89 Milliarden Dollar.
FMW/Bloomberg
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Wieder nichts mit den vor Jahren von bekannten Crashpropheten prophezeiten flächendeckenden Bankenkenpleiten. Wie peinlich…
„Naiv“ trifft es besser. Die FED hat den Geldmarkt mit ein paar Milliarden entspannt. In einem ungedeckten Geldsystem kann man Banken retten, wenn man will. Irgendwann könnte es mal unglaubwürdig werden, aber selbst dann – solange es keine Alternative gibt, quietscht und eiert es weiter.
der jamie dimon, der alte schwarzmaler, hat einfach keine ahnung – kakerlaken sind einzelgänger, zumindest jene im amerikanischen finanzsystem – weiß doch jeder schon aus der historie. garantiert und mit doppelschwör.
aber vielleicht sind auch einfach die eier im nesterl noch nicht „ausgebrütet“? wir werden es jdf. erfahren im 4.jahr deutlich erhöhter kapitalmarktzinsen. aber auch das ist nur was für crashpropheten. wen interessieren denn schon fremdfianzierungskosten? so etwas altbackenes hat an den „neuen börsen“ keinen platz mehr.
einstweilen gilt jedenfalls – gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen!