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Bankenrettungen in Italien: EU-Kommission mit abenteuerlichen „Klarstellungen“ von Medienberichten

Die Bankrenrettungen in Italien, ja mit denen ist offensichtlich alles in bester Ordnung. Wir kleingeistigen Medienvertreter (gerade aus Deutschland) m√ľssen uns wohl get√§uscht haben. Die EU-Kommission…

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FMW-Redaktion

Die Bankrenrettungen in Italien, ja mit denen ist offensichtlich alles in bester Ordnung. Wir kleingeistigen Medienvertreter (gerade aus Deutschland) m√ľssen uns wohl get√§uscht haben. Die EU-Kommission hat heute einen Text ver√∂ffentlicht, mit dem man wohl vor allem den kritischen deutschen Medienberichterstattungen in Sachen italienische Bankenrettungen etwas entgegensetzen wollte. So bezieht sich die EU-Kommission in ihrer Einleitung explizit auf „Medienberichte“ und „in der deutschen Debatte oft vorgebrachte Kritikpunkte“, denen man jetzt begegnen will mit der Headline-Aussage, dass man bei den Rettungen von drei italienischen Banken „in jedem einzelnen Fall buchstabengetreu die EU-Beihilfevorschriften und die neuen europ√§ischen Bankenregeln befolgt“ habe.


© European Union, 2017. Photo: Mauro Bottaro

Es geht um die Banca Monte dei Paschi sowie die im Paket geretteten zwei sogenannten „Veneto-Banken“. Beide F√§lle unterscheiden sich, aber in beiden F√§llen flie√üen Milliarden an italienischen Steuergeldern. Also passiert de facto genau das, was nach den nun geltenden EU-Richtlinien nicht mehr h√§tte passieren d√ľrfen? Aber nein, da liegen wir wohl falsch. Die EU-Kommission erkl√§rt uns n√§mlich heute, dass alles total korrekt abgelaufen ist. Und das geht so…

Monte dei Paschi

Die Monte dei Paschi (MPS) war (da sind sich alle au√üerhalb der EZB einig) die kaputteste aller kaputten Banken in Europa. Mehr kaputt ging nicht. Aber die EU-Institutionen fanden einen Kniff die geltenden Rettungs-Regularien in ihrem Sinne auszunutzen. Sie erkl√§rten einfach die MPS zu einer „eigentlich gesunden Bank“. Dadurch erlaubte man es der Regierung in Rom Geld in die Bank zu pumpen. Heute nennt die EU-Kommission es offiziell folgenderma√üen, auszugsweise im Zitat:

„Die Beihilfepl√§ne Italiens, die die Kommission in diesem Fall genehmigt hat, zielten nicht darauf ab, die Bank zu ‚Äěretten‚Äú, sondern sollen ihr dabei helfen, einen Kapitalpuffer f√ľr den Fall zu schaffen, dass sich die wirtschaftliche Lage unerwartet verschlechtern sollte.“

Haben Sie es verstanden? Die EU-Kommission sagt also allen Ernstes, dass die Bank gar nicht gerettet werden musste. Die Bank war also gesund! Die staatlichen Gelder wurden jetzt nur reingepumpt f√ľr den Fall, dass die Bank in Zukunft mal Probleme hat. Abenteuerlich diese Argumentation! Noch mehr Abenteuer geht kaum! Dann m√ľsste man ja eigentlich vorsorglich in alle „jetzt“ gesunden Banken Geld pumpen, weil sie in Zukunft mal Probleme bekommen k√∂nnten, oder?

Weiter wird geschrieben, dass die MPS eine √ľberlebensf√§hige Bank sei. Ja na klar, jetzt wo sie mit Steuergeldern vollgepumpt wurde, ist sie √ľberlebensf√§hig. Aber erst jetzt, vorher aber nicht! So kann man sich die Welt eben zurecht biegen, wie man sie gerade braucht. Hier der ganze Originalwortlaut der EU-Kommission zur MPS. Nicht dass man noch sagt wir h√§tten etwas wichtiges weggelassen:

Der Fall der Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) ist anders gelagert. Die Beihilfepl√§ne Italiens, die die Kommission in diesem Fall genehmigt hat, zielten nicht darauf ab, die Bank zu ‚Äěretten‚Äú, sondern sollen ihr dabei helfen, einen Kapitalpuffer f√ľr den Fall zu schaffen, dass sich die wirtschaftliche Lage unerwartet verschlechtern sollte. Auch diese M√∂glichkeit ist im Rahmen der EU-Rechtsvorschriften vorgesehen, sofern ganz bestimmte Voraussetzungen erf√ľllt sind. Die Kommission hat dies in Zusammenarbeit mit der EZB (der f√ľr die Bank zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rde) und den italienischen Beh√∂rden √ľberpr√ľft und best√§tigt.

Die MPS ist eine √ľberlebensf√§hige Bank, die in Zukunft konkurrenzf√§higer werden sollte, da die Bank nach unseren Regeln einen glaubw√ľrdigen Restrukturierungsplan umsetzen muss. MPS hat sich zu einer drastischen Schrumpfkur verpflichtet: die Bank wird 5000 Arbeitspl√§tze abbauen, 600 Filialen schlie√üen und ihren Bestand an notleidenden Krediten abbauen ‚Äď eine Erblast, die ihre Bilanz erheblich belastete. Wie bei den beiden Veneto-Banken mussten sich auch hier die Investoren an den Restrukturierungskosten beteiligen, was sie auch in H√∂he von 4,3 Mrd. Euro getan haben.

Veneto-Banken

Bei den Veneto-Banken liegt der Fall anders. Die EU-Kommission erkl√§rt heute, dass die Banken aus Sicht europ√§ischer Systemrelevanz viel zu klein waren um eine Gefahr f√ľr die europ√§ische Finanzstabilit√§t darzustellen. Sie h√§tten aber sehr wohl eine Relevanz auf regionaler Ebene in der Region Venedig, wo sie ungef√§hr eine Bedeutung der Berliner Volksbank f√ľr die Stadt Berlin gehabt h√§tten. Mangels fehlender Relevanz auf EU-Ebene erkl√§rte sich die EU f√ľr nicht zust√§ndig und erlaubte Italien in Eigenregie erneut kr√§ftig Geld reinzupumpen. Bis zu 17 Milliarden Euro werden es wohl werden, und das f√ľr zwei eher unbedeutende Banken, die laut EU-Kommission in Italien einen Marktanteil von gerade mal 1% hatten. Also zu unwichtig f√ľr die EU (daher keine Zust√§ndigkeit der EU), aber zu wichtig f√ľr Italien (daher Rettung durch italienische Steuerzahler). Ahhhh ja…

Zitat EU-Kommission:

Italien hat einen Weg gefunden, diese wirtschaftliche Ersch√ľtterung der Region zu vermeiden, der dem EU-Recht entsprach und den die Kommission dementsprechend genehmigt hat. Es stimmt jedoch nicht, dass dabei, wie in deutschen Medien des √Ėfteren zu lesen war, die Eigent√ľmer und Investoren √ľberhaupt nicht belastet worden w√§ren; vielmehr haben diese 5,2 Mrd. Euro zu den Kosten beigetragen und so die Belastung der Steuerzahler erheblich verringert. F√ľr die beiden Banken war die Beihilfe √ľbrigens keine Rettung: sie mussten vom Markt verschwinden. Somit kam es weder zu Fehlanreizen noch zu einer Wettbewerbsverzerrung im Bankensektor.

Und was ist mit den 17 Milliarden Euro Steuergeldern, die in diese „vom Markt genommenen Banken“ nun reingepumpt werden? Naja, was wissen wir schon. Das ist eben nur unsere Meinung! Das ist eben das gute daran, wenn man schwammige Gesetze und Vorschriften mit jeder Menge Schlupfl√∂chern baut. Man kann sich notfalls alles so zurecht basteln, wie man es braucht!

6 Kommentare

6 Comments

  1. heiko

    17. Juli 2017 18:15 at 18:15

    tja, da ist jetzt wieder der ein oder andere ein AFD W√§hler geworden. Die EU macht halt ihre regeln wie sie will, und sich dran halten…naja…neee….nicht so richtig. Und so einen korrupten, intransparenten, selbstbedienerischen Drecksladen bracuhen wir nicht. Ich w√§hl AFD

    • walter

      17. Juli 2017 18:33 at 18:33

      Die AFD bringt auch nichts,denn bei einem event.Wahlsieg,wuerde es dem AFD-Boss ergehen,wie Haider v.Austria…
      Das Schiff Namens DEUTSCHLAND ist bereits im Abwaertsstrudel…mit der AFD wuerde es sinken wie die Titanik.
      Es kann nur eines geben….den blutenden STEUERZAHLER und die RENTE mit 90!
      Kurzfassung:
      Buckeln bis ins Nirvana…..

  2. walter

    17. Juli 2017 19:25 at 19:25

    Euro-CRASH? Wir zahlen JETZT f√ľr ITALIEN
    Fakt: Italien vor dem Aus

    Es ist keine √úberraschung mehr. Dennoch k√∂nnte Italien inzwischen noch schneller als je vermutet ins Aus geraten. Das Land hat derzeit mehr als 2 Billionen Euro Schulden. Genau 2,3 Billionen. Das ist sogar noch mehr, als wir in Deutschland beklagen m√ľssen. Und wir sind schon „arm dran“. Jetzt haben die Italiener ganz offiziell dar√ľber diskutiert, welche L√∂sungsm√∂glichkeiten es gibt (vgl. stellvertretend etwa https://goo.gl/YxnbQc).

    Faktisch ist es wie oftmals hier auf Watergate.TV beschrieben ausgeschlossen, dass Italien sich auf nat√ľrlichem Weg entschuldet. Also etwa √úbersch√ľsse erzielt und anf√§ngt, die Schulden abzutragen. Je nach Messlatte ist die Verschuldung ungef√§hr auf zumindest 150 % des j√§hrlichen Bruttoinlandsproduktes gestiegen. Wohlgemerkt, das Ganze noch zu Zeiten niedrigster Zinsen.Wenn Italien auf 2,3 Billionen Euro irgendwann durchschnittlich auch nur 1 % mehr Zins pro Jahr zahlen muss, dann w√§ren dies j√§hrlich noch einmal 23 Mrd. Euro oben drauf. Nicht vorstellbar.
    Bankenlandschaft vor dem Aus

    Zudem, auch das haben Sie hier schon gelesen, sind die Banken Italiens marode. J√ľngst mussten erst zwei Institute gerettet werden, √ľbrigens zun√§chst mit staatlichem Geld. Allerdings reicht dies nat√ľrlich nicht, um die Bankenlandschaft wieder in Schwung zu bringen. Die Italiener m√ľssen vielmehr eine wesentlich st√§rkere Wirtschaftsleistung als bislang haben. Dies ging fr√ľher mit einer Anpassung der W√§hrungsst√§rke.Die Lira wurde abgewertet, und schon wurden italienische Produkte im Ausland pl√∂tzlich g√ľnstiger, die Wirtschaft zog wieder an.

    Das ist als Lösungsansatz jetzt nicht mehr möglich Рoder doch? Jetzt geht es los. Die Italiener haben sich zu einem Kongress getroffen, der von Beppe Grillo, einem bekannten Kabarettisten, zusammengerufen worden war.Auf diesem Kongress wurden alle Lösungsmöglichkeiten frei debattiert.

    So etwa als eine M√∂glichkeit ein sogenannter „Schuldenschnitt“. Was bedeutet das? Die am st√§rksten verschuldeten Unternehmen oder Banken bzw. auch der Staat w√ľrden ihren Gl√§ubigern gegen√ľber zumindest einen Teil der Schulden einfach streichen. Wenn die mitmachen. Stellen wir uns das Szenario kurz vor: Italien erkl√§rt, 20 % der Verbindlichkeiten deutschen Versicherungsgesellschaften gegen√ľber sind einfach gestrichen. Vor welches Gericht wollen die deutschen Institute den italienischen Staat zerren? Vor keines. Auf h√∂chster politischer Ebene w√ľrde dies sanktioniert, also freigegeben.
    Zweite Möglichkeit: Andere Рzusätzliche РWährung

    Die Diskutanten haben auch dar√ľber gesprochen, dass Italien neben dem Euro eine zweite W√§hrung einf√ľhren k√∂nne. Der Vorteil einer solch etwas skurrilen L√∂sung w√§re, dass die Waren einfach in einen I-Euro umgerechnet w√ľrden, der wiederum dem Euro gegen√ľber flexibel angepasst werden kann. Sagen wir, ein „Fiat“ w√ľrde dann 10 % g√ľnstiger werden sollen. Die Italiener m√ľssten lediglich den I-Euro dem Euro gegen√ľber 10 % abwerten, der Rest ginge automatisch.

    Nur: Das w√ľrde die Euro-Zone nicht lange mitmachen. Denn dann w√ľrden auch andere schwache L√§nder sich solche L√∂sungen √ľberlegen. Der Euro in der bisherigen Form w√§re erledigt. Zudem w√ľrden beispielsweise deutsche Export-Unternehmen dagegen klagen. Die h√§tten n√§mlich umgerechnet in den I-Euro pl√∂tzlich Preise, die weit √ľber den bislang schon hohen Preisen l√§gen. Wenn sich dieser Umstand noch auf andere L√§nder √ľbertragen w√ľrde, w√§re dies wiederum das Aus f√ľr den Wirtschaftsverbund.
    IXIT- Eine Möglichkeit

    Also gibt es eigentlich keine andere Chance, als selbst aus dem ganzen Euro-Gebiet auszutreten. Auch dies wurde diskutiert. Gro√übritannien hat vorgemacht, dass ein Land aus der EU aussteigen kann. Wenn ein Land dies kann, wird es in derselben Sekunde aus der Euro-Zone ausscheiden. Auch wenn dies offiziell angeblich gar nicht geht. Die Aufgabe der Mitgliedschaft in der EU ist f√ľr jedes Euro-Land automatisch mit dem Euro-Aus verbunden.

    Es wird also schon dar√ľber gesprochen. Das ist offiziell und verb√ľrgt. Ist dies der Anfang? Vermutlich. Denn jeder wei√ü, dass Italien nicht mehr aus der Schuldenspirale herauskommt. Das √ľbrigens w√§re, g√§be es ein ordentliches Verfahren, f√ľr fast alle innerhalb der Euro-Zone zun√§chst noch die besten L√∂sung.

    Denn Italien hat einen Gro√üteil seiner Anleihen so vergeben, dass die R√ľckzahlung in Lira erfolgen kann. Die Lira gibt es so nat√ľrlich nicht mehr. Das bedeutet aber, Italien k√∂nnte faktisch die Lira wieder aufleben lassen und dann eine wesentlich geringere Summe als vereinbart zur√ľckzahlen. Eine Katastrophe f√ľr alle Gl√§ubiger.Genau dies wird passieren, wenn es zu keiner geordneten Vereinbarung kommt.

    Ein IXIT oder Italien-Exit also ist eine ernsthafte Drohung und Bedrohung f√ľr Deutschland. Italien ist bereits am Ende und hat selbst alle Hebel in der Hand, um das Ende auch zu besiegeln und die Gl√§ubiger, also vor allem auch deutsche Unternehmen und den deutschen Staat, um Geld und Forderungen zu erleichtern.

    Wenn dies „geordnet“ passiert, dann k√∂nnen die Gl√§ubiger – etwa Versicherungen mit Ihrem Geld als Versicherungsnehmer – sich nach und nach darauf einstellen und kleinere Betr√§ge abschreiben. Wenn dies schnell und „ungeordnet“ passiert, also ohne Verhandlungen √ľber den Euro-Austritt, indem Italien einfach binnen zweier Jahre aus der EU austritt, dann gibt es unfassbare Verwerfungen an den Finanzm√§rkten.

    Sp√§testens dann wird der Euro zusammenbrechen. „Ungeordnet“ kann dies in zwei Jahren passieren. Italien hat den Schl√ľssel in der Hand.
    Wichtig f√ľr Sie

    Selbst wenn alles „geordnet“ passiert, dann wird es zu einem Schuldenschnitt kommen. Sie werden als Versicherungskunde und als Steuerzahler verlieren. Zudem wird der Euro dann Vertrauen an den Finanzm√§rkten einb√ľ√üen, womit Sie auch als W√§hrungseigent√ľmer verlieren.

    Horten Sie also nicht zu viel Euro – vor allem nicht auf dem Konto in unbarer Form.
    Vermeiden Sie weitere Investitionen in Versicherungen oder in langlaufende Anleihenfonds, die in Italien und √ľberhaupt in der Euro-Zone anlegen k√∂nnen.
    Gold, Immobilien und auch Aktien sind das richtige Mittel, um Verm√∂gen vor einem Euro-Crash zu schuetzen…..

  3. Columbo

    17. Juli 2017 19:35 at 19:35

    Fr√ľher schimpften alle, man h√§tte Lehmann unbedingt retten m√ľssen, jetzt, man h√§tte die italienischen Banken(samt den Kleinsparern)Pleite gehen lassen sollen. Wie man’s macht, ist’s falsch.

  4. walter

    17. Juli 2017 19:50 at 19:50

    Die Lehmann-Pleite war gewollt,vom ehem.Finanzminister Paulson!
    Informiert euch mal,was Paulson vor der Lehmann-Pleite fuer Aemter inne hatte….
    Dann ist naemlich sonnenklar,warum Lehman mit Absicht gegen die Wand gefahren wurde!
    Im Mainstream wurde das aber nicht erwaehnt,Punkt….
    Sonst haette die Deutsche Bank naemlich einen Tag zuvor keine 300 Mio.Euro ueberwiesen!!

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Mr. Dax Dirk M√ľller: Es geht nicht um Z√∂lle, es geht zwischen den USA und China um die Voherrschaft in der Welt!

Eine alte Weisheit unter Historikern lautet: der Handelskrieg ist stets ein Vorbote f√ľr den „echten“ Krieg..

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Eine alte Weisheit unter Historikern lautet: der Handelskrieg ist stets ein Vorbote f√ľr den „echten“ Krieg. Faktisch werden sich die beiden Weltm√§chte einen „echten“ Krieg nicht leisten k√∂nnen angesichts des jeweiligen Vernichtungspotentials – aber eines wird immer klarer: der Trump-Administration geht es zwar auch um Z√∂lle, aber es geht ihr vielmehr darum zu verhindern, dass China zur dominanten Weltmacht aufsteigt!

Daher die immense Erh√∂hung des US-Mili√§rbudgets, dessen Mittel vorwiegend dort eingesetzt werden, wo es gilt, China strategisch in Schach zu halten. China wolle, so ein vorgerstern vorgelegtes Papier des Wei√üen Hauses, zur dominanten Weltmacht aufsteigen und bediene sich dabei krimineller Methoden. Dieses Papier ist die theoretische Grundlage daf√ľr, wie die USA dieses Streben zur Vormacht Chinas unterbinden m√ľssen – und k√∂nnen.

Daher sind Z√∂lle nur der Auftakt f√ľr einen Kampf um die Vormachtstellung in der Welt – und die Amerikaner wissen, dass ihnen f√ľr diesen Kampf die Zeit wegl√§uft, weswegen sie schon jetzt milit√§rische Tatsachen schaffen m√ľssen, indem sie ihre strategische Dominanz im s√ľdpazifischen Raum ausbauen und damit die Versorgungswege Chinas (vor allem durch die Stra√üe von Malakka, √ľber die ca. 80% des chinesischen Energiebedrafs transportiert wird) kontrollieren k√∂nnen.

Aus unserer Sicht liegt daher „Mr. Dax“ Dirk M√ľller mit seiner Einsch√§tzung v√∂llig richtig – w√§hrend die Finanzm√§rkte noch von einer schon irgendwie m√∂glichen Vereinbarung zwischen den USA und China tr√§umen:

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Aktuell: Trump k√ľndigt 20% Zoll auf alle europ√§ischen Autoimporte an – Dax und Autotitel verlieren

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Donald Trump macht weiter im Handelskrieg. Ganz frisch droht er via Twitter: Die EU habe die gro√üartigen Firmen und Arbeiter in den USA schon zu lange belastet mit Z√∂llen und Handelsschranken. Wenn diese nicht beseitigt w√ľrden, werden die USA 20% Importzoll einf√ľhren auf alle Autoimporte aus der EU. Und am Ende noch seine Aufforderung an die Europ√§er: Baut eure Autos hier bei uns in den USA! So einfach ist also die L√∂sung. Machen wir doch unsere Fabriken dicht, und produzieren alles in den USA, was die Amerikaner ben√∂tigen. Das Leben kann so einfach sein!

Der Dax (Auto-lastiger Index) fällt aktuell um 67 Punkte auf 12.500. Der Euro fällt um 20 Pips. Die Aktie von Volkswagen rutscht auf einen Schlag um 2 Euro auf 148 Euro. Daimler verliert 70 Cents auf 57,06 Euro. BMW verliert 1 Euro auf 79,50 Euro.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: whitehouse.gov

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Griechenland kriegt zum Abschied vom ESM nochmal ordentlich Bares auf die Hand

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Griechenland verl√§sst wie erwartet planm√§√üig das Hilfsprogramm der Eurogruppe und des Rettungsschirms „ESM“. Die letzte Rate von f√§lligen 15 Milliarden Euro wird von dort aus an Griechenland ausgesch√ľttet. Damit hat Athen die gesamten 86 Milliarden Euro des „Rettungsprogramms“ erhalten. Es floss immer nur in Tranchen, weil die Europartner immer erst sehen wollten, ob Griechenland auch wirklich die vereinbarten Reformen umsetzt.

Und offenbar ist man mit der Umsetzung von Reformen zufrieden. Von den jetzt zu √ľberweisenden 15 Milliarden Euro sollen 5,5 Milliarden Euro direkt benutzt werden um Altschulden zur√ľckzuzahlen (also die klassische Dauer-Umschuldung). 9,5 Milliarden Euro sollen auf ein Sonder-Konto flie√üen, wo die griechische Regierung eine weitere Cash-Reserve (f√ľr schlechte Zeiten) anlegen soll. Insgesamt verlasse Griechenland jetzt den Rettungsschirm der Europartner mit einem (so die Eurogruppe im Wortlaut) „beachtlichen Cash-Polster“ in H√∂he von insgesamt 24,1 Milliarden Euro.

Mit diesem Polster sei es der griechischen Regierung m√∂glich auch nach Ende des Hilfsprogramms ab August alle finanziellen Notwendigkeiten (immer wieder auslaufende Schulden zur√ľckzahlen) f√ľr die n√§chsten 22 Monate zu stemmen. Dies bedeute eine immense Sicherheit gegen jedwede Risiken, so die Eurogruppe in ihrer heutigen Ver√∂ffentlichung.

Damit ist klar: Man entlässt Griechenland nicht einfach nur aus dem Programm. Nein, man weiß auch: Selbst wenn die Griechen ab August am freien Kapitalmarkt wenig bis gar nichts alleine hinbekommen, haben sie immer noch die nächsten zwei Jahre genug Luft (Cash), so dass erst einmal aus finanzieller Sicht Ruhe in Athen ist Рalso bis Sommer 2020. Aber wer weiß schon, was in den nächsten Monaten passiert? Kommen die Griechen auf die Idee mit diesem Geldberg Wohltaten zu verteilen? Spontane Rentenerhöhung, Wiederanhebung der Gehälter im Staatsdienst? Da ist ja alles möglich!

Erwartungen an Griechenland

Damit ist die ganze Sache aber nicht erledigt. EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici sagte gestern Abend doch allen Ernstes, dass die griechische Krise ab sofort vorbei sei. Die Schulden hat Griechenland jetzt erst einmal, und es geht darum, ob und wie Schuldenerleichterungen umgesetzt werden. Dazu gibt es aktuell konkretere Aussagen. Es wird zehn Jahre sp√§tere R√ľckzahlungen bei Zins und Tilgung √§lterer Kredite geben. Und Griechenland wird Zinsgewinne, welche die Europartner durch griechische Schulden machten, von ihnen zur√ľck√ľberwiesen bekommen. Alleine Deutschland hatte (so die Auskunft der Bundesregierung an die Gr√ľnen) seit 2010 fast 3 Milliarden Euro Zinsgewinn mit Griechenland gemacht. Olaf Scholz zeigte sich jetzt bereit einen Teil der Gewinne abzuf√ľhren – ob nur zuk√ľnftige oder auch alte, ist unklar.

Eurogruppe sowie IWF best√§tigen, dass seitens des IWF keine Beteiligung an Geldfl√ľssen Richtung Athen stattfindet (das klang von Wolfgang Sch√§uble Richtung Bundestag doch mal anders?). Laut EU-Kommission hat Griechenland allein in den vergangenen drei Jahren 450 Einzelma√ünahmen umgesetzt (Reformprozess). Nat√ľrlich erhoffen sich die Kreditgeber, dass das Land sich weiter modernisiert. Ob das ohne Kontrolle der Partner wirklich funktioniert?

Probleme nicht gelöst

Die Grundprobleme sind nicht gel√∂st. Eurogruppe, Griechenland und EU-Offizielle klopfen sich aktuell gegenseitig auf die Schulter. Griechenland habe es geschafft, das Land verlasse das Programm. Das bedeutet konkret aber nur, dass Griechenland aktuell keine weiteren Kredite von der Eurogruppe aufnimmt (bisher flossen 250 Milliarden Euro). Die frischen Kredite kommen ab August vom freien Kapitalmarkt. Das Land hat Schulden in H√∂he von 180% zum Bruttoinlandsprodukt. Die griechischen Banken haben fast 50% notleidender Kredite in ihren B√ľchern – also Kredite, deren Raten nicht bezahlt werden. Wie man sich davon strukturell erholen soll, ist unklar. Und man bedenke: Wir (die Europ√§er) befinden uns derzeit wom√∂glich im absoluten H√∂hepunkt des Konjunkturzyklus. Geht es bergab, wird auch Griechenland das zu sp√ľren bekommen. Aber man hat ja erstmal ein „kleines“ Cash-Polster.

Flaggen von Griechenland und EU
© European Union, 2017 / Source: EC РAudiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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