Folgen Sie uns

Allgemein

Bargeld des Deutschen Liebling? Coronakrise entwöhnt die Bürger

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielfoto für Bargeld

Die Deutschen lieben Bargeld. Ja, das ist bekannt. Viel mehr als in Skandinavien, den USA und weiten Teilen der Welt wird hierzulande noch umfassend mit Bargeld bezahlt. Die Anteile der Zahlungen mit Karte stiegen nur langsam. Aber dies scheint sich nun schnell zu ändern. Denn wir alle kennen es. Wer hat nicht Angst sich beim Anfassen des Knopfs an der Ampel, an einer Türklinke, oder beim Zahlen mit Bargeld mit dem Coronavirus anzustecken? Vor allem die Möglichkeit mit einer dafür freigeschalteten Bankkarte oder Kreditkarte kontaktlos (also ohne PIN-Eingabe) zu bezahlen, ist für viele Bürger gerade dieser Tage die erste Wahl beim Bezahlen an der Ladentheke. Das kann man an den Ladenkassen ganz eindeutig beobachten.

Entwöhnung vom Bargeld

Es ist natürlich auch super bequem. Karte ein oder zwei Zentimeter vom Terminal halten, es gibt einen Ton, und zack. Das war es. Keine PIN, kein Bargeld, kein körperlicher Kontakt mit der Hand des Kassen-Personals, kein Fingerkontakt mit dem Terminal wegen der entfallenden PIN-Eingabe. Das ist ein verdammt gutes Argument nun voll auf das kontaktlose Bezahlen umzusteigen, zumindest bei eher kleineren und mittleren Einkäufen, die ohne PIN funktionieren? Schauen wir uns vielleicht nächstes Jahr für diesen aktuellen Zeitraum Statistiken an, dann werden wir wohl sehen, dass die Zahlung per Bargeld dramatisch einbricht. (hier mehr zu Versorgungssicherheit und Infektionsrisiko bei Bargeld)

Aber nach dem Ende der Coronakrise, werden die Menschen in Deutschland dann reihenweise zurückkehren zum guten alten Bargeld? Einige vielleicht, aber viele wohl nicht. Denn es geht um die Entwöhnung vom Bargeld, wie es aktuell von der Strategieberatungsfirma „Oliver Wyman“ ausgedrückt wird. Wer jetzt in dieser Krise zum ersten Mal die kontaktlose Zahlungsfunktion ausprobiere und sehe wie einfach und stabil das funktioniere, der gewöhne sich schnell daran. In einer aktuellen Mitteilung wird die abschmelzende Nutzung von Bargeld und die Entwöhnung der Verbraucher angesprochen. Hier einige Aussagen im Wortlaut:

Laut Bundesbank lag der Anteil der Barzahlungen nach Umsatz für das Jahr 2017 noch bei 52 Prozent. In einem Referenzszenario kommen die Oliver Wyman Payments-Experten nun zu dem Ergebnis, dass der Anteil der Barzahlungen bis 2025 um 20 Prozentpunkte auf 32 Prozent abfallen wird. „Eine Entwicklung, die mehrere Jahre dauern sollte, wird durch die Corona-Pandemie nun auf wenige Monate kondensiert“, sagt Gökhan Öztürk, Partner und Payments-Experte bei Oliver Wyman. „Sollte die Beschleunigung nach COVID-19 weiter anhalten und eine Vielzahl der Kunden ihr Bezahlverhalten beibehalten, ist auch eine Quote von 20 Prozent bis 2025 nicht unrealistisch“, so Öztürk weiter.

„Das Schwierigste bei der Einführung einer neuen Zahlungsoption war und ist immer, die Konsumenten dazu zu bringen, es auszuprobieren“, sagt Martina Weimert, Partnerin und Payment-Expertin bei Oliver Wyman. „Wer aber erste Erfahrungen gemacht hat und feststellt, dass alles problemlos funktioniert, der nutzt diese Zahlungsoption auch weiterhin.“

Die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen führten zu einer Entwöhnung von Barzahlungen, so die Oliver Wyman-Experten. Viele Supermärkte, Restaurants und Geschäfte bitten ihre Kunden bereits aktiv darum, auf Barzahlung zu verzichten und weisen gleichzeitig auf die Nutzung der Kontaktlosfunktion der Karten und Mobile Wallets hin. „Die Kreditkartenunternehmen haben medienwirksam das Limit für kontaktlose Zahlungen erhöht, so dass die Convenience bei vielen Bezahlprozessen weiter gestiegen ist“, sagt Öztürk. Es sei davon auszugehen, dass sich viele Kunden in der jetzigen Zeit weiter an Kartenzahlung gewöhnen werden und dass neu angeschaffte POS-Terminals verstärkt eingesetzt werden.

Kurzfristig erwarten die Beraterinnen und Berater der Oliver Wyman-Payments-Practice einen Abfall der Barzahlungen nach Umsatz um 15 Prozentpunkte für das Jahr 2021.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Pingback: Aktuelles vom 20.04.2020 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Koch

    20. April 2020 18:56 at 18:56

    Werter Herr Kummerfeld.Bei den Beiträgen der Herren von Parseval und Kallwas steht immer unter der Überschrift:WERBUNG!Wenn Sie die Fa.Oliver Wyman pushen wollen,verfahren Sie bitte genauso.Die FMW-Redaktion ist hinsichtlich der Anwendung und der zahlreichen Vorteile des Bargeldes gegenüber Zahlungsdienstleisterdatenkraken und durchgeknallten Notenbanken eher glaubwürdig.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

weiterlesen

Allgemein

Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

weiterlesen

Allgemein

Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen