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Bargeld: Deutschland ist in Euroland die Speerspitze!

Bargeld wird abgeschafft? Gut, der 500 Euro-Schein wird gerade kalt abgeschafft, in dem einfach keine neuen Scheine mehr gedruckt werden. Und in vielen Ländern, vor allem in Skandinavien, wird die Bargeldabschaffung…

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FMW-Redaktion

Bargeld wird abgeschafft? Gut, der 500 Euro-Schein wird gerade kalt abgeschafft, in dem einfach keine neuen Scheine mehr gedruckt werden. Und in vielen Ländern, vor allem in Skandinavien, wird die Bargeldabschaffung massiv vorangetrieben. Oben drauf kommt noch der europaweite Drang maximale Obergrenzen pro Bargeldzahlung im Einzelhandel einzuführen. Ja, der böse Terror und die böse Geldwäsche können damit angeblich so gut bekämpft werden.

Bargeld in Deutschland massiv am Wachsen

Dabei ist Deutschland der absolute Vorreiter in Europa in Sachen Bargeld. Das Volumen der durch die Bundesbank ausgegebenen Euro-Banknoten wächst zügig an, ganz im gegenteil zum Rest Europas. Der Wert der kumulierten Nettoemissionen von Euro-Banknoten durch die Bundesbank stieg laut Bundesbank zwischen Ende 2009 und Ende 2017 von 348 Milliarden Euro auf 635 Milliarden Euro. Seit 2010 gab die Bundesbank damit jährlich netto durchschnittlich Euro-Banknoten im Wert von 35,8 Milliarden Euro aus – das entspricht einer jährlichen Zuwachsrate von durchschnittlich 7,8%.

Wie die folgende Grafik zeigt, macht die Bundesbank innerhalb des Eurosystems (alle nationalen Notenbanken zusammen gerechnet) inzwischen mehr als die Hälfte des Zuwachses an Banknoten aus. Das ist ein eindeutiges Übergewicht!

Bargeld

Horten die Deutschen mehr Bargeld?

Eine gute Frage. Horten die Deutschen mehr Bargeld aus Angst vor einer Geldentwertung oder sonstigen Gründen? Laut Bundesbank hat das Ansteigen der Hortung in Deutschland vor allem damit zu tun, dass deutsche Banken selbst Bargeld horten. Somit umgehen sie die -0,4% Negativzinsen, wenn sie ihre überschüssige Liquidität elektronisch bei der Bundesbank/EZB parken. Dort würden sie drauf zahlen, während sie das Bargeld „nur“ bei sich selbst im Keller lagern müssen, ohne Strafzinsen. Zitat Bundesbank:

Die Entwicklung der inländischen Hortung ist auch vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Niedrigzinsumfelds von Interesse. Deutliche Veränderungen der geschätzten Zunahme der inländischen Hortung infolge des Niedrigzinsumfelds sind nicht zu erkennen. Dagegen wachsen die gemeldeten Kassenbestände der Kreditinstitute in Deutschland seit dem Jahr 2016 auffällig an. Kreditinstitute halten demnach Banknoten im Wert von schätzungsweise mehr als 10 Mrd € zusätzlich, um Negativzinsen auf Einlagen bei der Bundesbank zu vermeiden.

Bargeld-Umlauf wächst schneller aus Geldmenge und Wirtschaftsleistung

Erstaunlich: Der Umlauf von Bargeld wächst in der Eurozone schneller aus die Wirtschaftsleistung, und wächst auch schneller aus die Geldmenge M3, zu der ja genau so die virtuellen Bankguthabn auf Konten zählen. Zitat Bundesbank:

Ende Januar 2002, kurz nach der Euro-Bargeldeinführung, belief sich der Euro-Banknotenumlauf des Eurosystems insgesamt auf 221 Mrd €, Ende Dezember 2017 auf 1 171 Mrd € (siehe unten stehendes Schaubild).1) Der EuroBanknotenumlauf ist seit der Euro-Bargeldeinführung insgesamt schneller gewachsen als die Wirtschaftsleistung sowie die Geldmenge M3 im Euro-Währungsgebiet.

Die halbe Wahrheit

Dass die Deutschen selbst massiv Bargeld horten oder mehr mit Bargeld zahlen, scheint nicht so ganz zu stimmen. So scheint die Bundesbank zwar viel Bargeld zu drucken, und gemäß der Grafik unten steigt der Bargeldumlauf hierzulande immer weiter an – aber durch die globale Bargeld-Zirkulation wandert auch viel von dem hierzulande gedruckten Geld ins Ausland – auch ins außereuropäische Ausland, wo harter Dollar und harter Euro heißt begehrt sind! Zitat auszugsweise von der Bundesbank:

Wie im Folgenden gezeigt werden wird, ist Deutschland ein Nettoexporteur von Euro-Banknoten sowohl in den restlichen Euroraum als auch in die Länder außerhalb des Euro-Währungsgebiets. Dies bedeutet, dass der Wert der von der Bundesbank emittierten und im Ausland umlaufenden Banknoten (deutsche Bruttoexporte) den Wert derjenigen Banknoten übersteigt, die sich in Deutschland befinden und von
den anderen Zentralbanken des Eurosystems emittiert worden sind (deutsche Bruttoimporte). Da Deutschland Nettoexporteur von Banknoten ist, wird die inländische Nachfrage nach Banknoten Inlandsumlauf in Deutschland) letzten Endes rechnerisch vollständig durch die Bundesbank gedeckt.

(den ellenlangen trockenen Statistikvortrag der Bundesbank lassen wir an dieser Stelle weg)

Bargeld

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Fritz

    21. März 2018 14:48 at 14:48

    Ist doch gut so, daß sich die Deutschen an das Bargeld halten. Wer bar zahlt, zahlt anonym. Das Überwachungssystem bleibt außen vor. Deshalb wollen die da oben das Bargeld auch weg haben.

  2. Avatar

    N. Ritter

    21. März 2018 15:25 at 15:25

    Fun-Fact: Da der Anteil der einzelnen Notenbanken am gesamten Bargeldumlauf ihrer Kapitalquote an der EZB entsprechen soll, weist die Bundesbank in der Position „Bargeldumlauf“ ihrer Bilanz nur 275 Milliarden Euro aus. Die restlichen 359 Milliarden stehen als Verbindlichkeit gegen das Eurosystem in der Bilanz.
    Ob Herr Sinn da auch ein Buch schreibt, um vor den gigantischen Krediten der Rest-Eurozone an die Bundesbank zu warnen?

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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am

Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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