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Bargeldabschaffung nur eine Verschwörungstheorie? Diese IWF-Denkschrift beweist das Gegenteil

Die vor Kurzem veröffentlichte Denkschrift (Working Paper) des IWF-Mitarbeiters Alexei Kireyev zeigt, wohin der Zug geht, nämlich in Richtung einer umfassenden Planung zur Bargeldabschaffung. Obwohl Kireyev genau darüber…

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FMW-Redaktion

Die vor Kurzem veröffentlichte Denkschrift (Working Paper) des IWF-Mitarbeiters Alexei Kireyev zeigt, wohin der Zug geht, nämlich in Richtung einer umfassenden Planung zur Bargeldabschaffung. Obwohl Kireyev genau darüber schreibt, betont der IWF, dass solche „Working Papers“ lediglich laufende Forschungstätigkeiten der Mitarbeiter wiederspiegeln und zur Debatte anregen sollen. Auch weist der IWF darauf hin, dass diese Papiere nur die Meinungen der Autoren wiederspiegeln, und nicht die der IWF-Direktoren. Immer wieder sind solche Aussagen erstaunlich, wo doch der Herr Kireyev für den IWF arbeitet, und die Entscheidungen der Direktoren letztlich immer auf dem beruhen, was deren Mitarbeiter ihnen vorlegen. Aber gut, sei es drum. Der Titel der Denkschrift (Working Paper WP/17/71) ist schon vielsagend:

The Macroeconomics of De-Cashing


Foto: Nic McPhee/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

In der Einleitung schreibt Alexei Kireyev, dass es nur um eine Illustration gehe (?). Im selben Satz schreibt er aber von einer Roadmap (Fahrplan) für eine systematische Ausarbeitung der Abschaffung des Bargelds (De-Cashing). Zitat:

Starting from a traditional saving-investment balance, the paper develops a four-sector macroeconomic framework. It is purely illustrative and is designed to provide a roadmap for a systematic evaluation of de-cashing.

Unsere grundlegende Kritik an der Bargeldabschaffung, auf die wir ganz am Ende des Artikels eingehen, wird von Kireyev an einer Stelle seiner Denkschrift nicht direkt, sondern nur ganz lauwarm indirekt angesprochen. So schreibt er, dass man Verdächtigungen ausräumen müsse, dass es beim De-Cashing (Bargeldabschaffung) darum gehen könnte seitens der Regierungen alle Aspekte des Lebens der Bürger zu kontrollieren. Zitat:

A targeted outreach program is needed to alleviate suspicions related to de-cashing; in particular, that by de-cashing the authorities are trying to control all aspects of peoples’ lives, including their use of money, or push personal savings into banks. The de-cashing process would acquire more traction if it were based on individual consumer choice and cost-benefits considerations.

Viele Regierungen hätten schon Schritte hin zur Bargeldabschaffung unternommen, darunter neben der Abschaffung großer Noten auch die maximalen Summen bei Cash-Zahlungen sowie Gebühren bei Bar-Transaktionen. Auch wird in der Denkschrift angesprochen, dass wie so ziemlich alle Politiker und Notenbanker es behaupten, Bargeld Geldwäsche unterstütze. Größere Bargeldnoten würden es erleichtern große Geldsummen zu transportieren.

Dazu bringt er das Beispiel, dass 1 Million US-Dollar in bar in 100 Dollar-Noten 22 Pfund wiegen würden, aber die selbe Summe in 500 Euro-Noten nur noch 3 Pfund. Viele Länder wie Singapur, Kanada oder die EU hätten ihre größten Banknoten schon abgeschafft. In Schweden, so sein Hinweis, würden zu Ende 2017 alle alten Banknoten und Münzen außer der 10 Kronen-Münze ungültig werden – und nicht alle ungültigen Noten und Münzen würden durch Neue ersetzt. In der EU diskutiere man derzeit die einheitliche Obergrenze für Barzahlungen von 5.000 Euro.

Ein weiteres Argument von Alexei Kireyev lautet, dass die Bargeldabschaffung die Transaktionskosten einer Volkswirtschaft derart drastisch absenke, dass diese Kosten von 2% bis 2,5% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt spare. Diese Zahl hat er von der Bundesbank. Auch weist er darauf hin, dass die Buchguthaben/convertible deposits (also dann nur noch Bankguthaben) ja nicht gestohlen werden könnten, abgesehen vom elektronischen Hacken von Bankkonten. In dieser Grafik sieht man die Vorteile der Bargeldabschaffung fast ausschließlich auf der Einnahmenseite, vor allem bei Steuern.


Grafik: IWF Working Paper

Fazit IWF (ähhh Alexei Kireyev):

Das „De-Cashing“ (Bargeldabschaffung) hinzu bargeldlosem Geld (transferrable deposits) stelle eine natürliche Entwicklung dar, die zu wirtschaftlichem Wachstum und mehr Flexibilität führe. Es gehe hierbei um ein Langzeitprojekt. Auch wenn einige Länder schon in wenigen Jahren weitestgehend bargeldlos sein würden (Schweden zum Beispiel?), solle die Bargeldabschaffung generell schrittweise vorgenommen werden, so Kireyev. Denn, so schreibt er auch, würde es zu sozialen Spannungen, Vertrauensverlust, Demonstrationen etc kommen, wenn die Regierungen ohne grundsätzliche Zustimmungen der Bürger Bargeld abschaffen würden. Daher könne so eine Abschaffung wie gesagt stufenweise durchgeführt werden, wie es jetzt bereits durch einige Länder gemacht werde, wie zum Beispiel die Abschaffung größerer Banknoten (in der Eurozone der 500er) oder die maximale Summe bei Bargeldzahlungen, wie sie an vielen Orten in Europa schon praktiziert wird.

Fazit FMW:

Den größten Vorteil beziehungsweise den größten Nutznießer einer möglichen Bargeldabschaffung hat Kireyev in seinem Text nicht erwähnt. Staat & Notenbank könnten erstens bei dauerhaften Negativzinsen sicher sein, dass die Sparer nicht massenhaft ihr Geld abheben um es unters Kopfkissen zu legen – denn wo kein Bargeld, da keine Möglichkeit es abzuheben. Und zweitens gäbe es ebenfalls keinen „bank run“ bei der Angst der Sparer vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems oder einzelner Banken. Staat und Banken hätten die Gewissheit, dass die Einlagen der Bürger dauerhaft zur Deckung kaputter Bankbilanzen bereit stehen.

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    19. April 2017 16:35 at 16:35

    Weitere Effekte

    Drittens: Staatsfeinden kann einfach das Konto gesperrt werden
    Viertens: Niemand kann mehr Bankgebühren entgehen, egal wie stark sie steigen
    Fünftens: Enteignung per Knopfdruck, wie in Zypern, ohne Fluchtmöglichkeit

  2. Avatar

    Gerd

    19. April 2017 16:49 at 16:49

    Das ist schon erschreckend.
    Wenn der Staat will, ist man mit Geld auf dem Konto genauso wenig mobil wie mit ner Immobilie.

    Paar Aktien gefälligst? Als effektive Stücke ausliefern lassen?

    • Avatar

      Columbo

      19. April 2017 17:34 at 17:34

      Metalle, Steine, Rolexuhren, Bilder, Ming-Vasen, Briefmarken, Whiskyflaschen……
      Wenn schon Paranoia, dann richtig.

      • Avatar

        Gerd

        19. April 2017 18:04 at 18:04

        Da sag ich doch mal wieder, in Zeiten wie diesen sind sie alternativlos – diese Ming-Vasen.

        • Avatar

          Columbo

          19. April 2017 18:33 at 18:33

          ??

  3. Avatar

    Raoul H

    19. April 2017 17:55 at 17:55

    Hier muss massiv Widerstand aufgebaut werden. Die Kapitalmacht hat bereits
    mehrere Grenzen massiv überschritten, und die Politik schaut einfach weg !

    • Avatar

      globalvoterorg

      20. April 2017 18:47 at 18:47

      Was einfach nicht verstanden werden will, ist die Realität der Macht! Die Politdarsteller sind gedungene Handlungsgehilfen der vE und derer Vasallen. Der Bürger sitzt schon lange nicht und nirgendswo mehr mit am Tisch!
      Die Bargeldabschaffung ist das letzte Mosaiksteinchen zur orwellschen Diktatur 2.0, die schon zu 97% funktioniert!
      Wir alle helfen fleissig mit! (Schon mal gehört: facebook, google, youtube, whatsapp !?)
      Wir, die vE, wissen alles, wie einst die kath. Kirche, mittels der Beichte!
      Wozu die virtuelle Diktatur Total!? Um die Schafe, UNS, zu scheren, d.h., zu enteignen! Das „schöne“ Schuldgeldsystem geht mal wieder in seinem Zyklus zur Neige. Das müssen die Aktiva und Passiva ausgeglichen werden. Capiche, „re-set“!
      Früher hat man es mit Kriegen erledigt (WW I und WW II) Eine glatte Enteignung und, naja, plus einer etwas „morbiden“ Konjunkturspritze!
      Wieviel dabei draufgehen, ist den vE egal!!! Hauptsache, die Macht bleibt erhalten, das „Perpetuum Mobile“ des FIAT Money System. Alle sind Mittäter! Nach oben die Hand aufhalten (Schweigegeld, ab einer gewissen Fallhöhe !) und nach unten „kräftig“ treten.

      • Avatar

        globalvoterorg

        20. April 2017 19:48 at 19:48

        Jetzt kommt noch eine „markante“ These! Wenn es kein Bargeld mehr gibt, ist auch die „Geldfunktion“ der Edelmetalle dahin !!!
        AU/AG werden zu „commodities“ deklariert und abgewertet. Durch die totale, virtuelle Macht! (NV
        WO = New Virtual World Order) Der kleine, aber feine Unterschied wird von den Experten ( Goldseiten/hartgeld/ KWN/Degussa) nicht gesehen, nicht mal diskutiert!
        Die Regierung Clinton, schon, hat das amerk. AU „verdampft“. Die Chinesen/Russen/Inder kaufen alles! Gewissermassen die Feinde!
        Wenn nun das Bargeldsystem durchgesetzt ist (Also kein Crash !),
        wird das Gold „runtergesetzt“. Alle Märkte sind heute schon total manipuliert! Die vE machen einen Haufen „Kohle“ mit einer „put-option“ zur rechten Zeit. Den Abwärtsgang nach Süden, eingelegt, zur genau „ge-time-ten“ Stunde!
        Die physische AU Markt ist heute schon 200 x kleiner, als der virtuelle.

      • Avatar

        globalvoterorg

        20. April 2017 19:54 at 19:54

        Jetzt kommt noch eine „brisante“ These! Wenn es kein Bargeld mehr gibt, ist auch die „Geldfunktion“ (Wertspeicher) der Edelmetalle dahin !!!
        AU/AG werden zu „commodities“ deklariert und abgewertet. Durch die totale, virtuelle Macht! (NVWO = New Virtual World Order)
        Der kleine, aber feine Unterschied wird von den Experten (Goldseiten/hartgeld/ KWN/Degussa) nicht gesehen, nicht mal diskutiert!
        Die Regierung Clinton, schon, hat das amerk. AU „verdampft“. Die Chinesen/Russen/Inder kaufen alles! Gewissermassen die Feinde!
        Wenn nun das Bargeldsystem durchgesetzt ist (Also kein Crash !),
        wird das Gold „runtergesetzt“. Alle Märkte sind heute schon total manipuliert! (QE) Die vE machen einen Haufen „Kohle“ mit einer „put-option“ zur rechten Zeit. Den Abwärtsgang nach Süden, eingelegt, zur genau „ge-time-ten“ endscheidenen Stunde!
        Die physische AU Markt ist heute schon 200 x kleiner, als der virtuelle.

        • Avatar

          Michael

          20. April 2017 21:57 at 21:57

          Eine andere These: Menschen sind es seit Jahrtausenden gewohnt, mittels seltener Steine, Münzen oder am Ende gedruckter Scheine Waren und Dienstleistungen zu bewerten und zu tauschen.
          Ohne Bargeld würde die Bedeutung von Edelsteinen und -metallen explodieren, weil der „normale“ Mensch ein greifbares, sichtbares Medium benötigt, um Waren und Leistungen bewerten zu können.
          Ich schließe nicht aus, dass bei einer Abschaffung von Bargeld die physikalischen Reserven von Edelmetallen & Co. in unvorstellbare Höhen schießen würden.

  4. Avatar

    Disagio

    19. April 2017 18:23 at 18:23

    Die Bargeldabschaffung ist schon in der Bibel beschrieben….. und auch ihr Ende:

    Offenbarung Kap. 13:15
    15 Und es wurde ihm verliehen, dem Bilde des Tieres einen Geist zu geben, so dass das Bild des Tieres auch redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 16 Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Zeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, (Offenbarung 19.20) 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Zeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
    ….
    Offenbarung Kap 19:20
    20 Und das Tier ward gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tiers nahmen und die das Bild des Tiers anbeteten; lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. (2. Thessalonicher 2.8) (Offenbarung 13.11) 21 Und die andern wurden erwürgt mit dem Schwert des, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.

    Ihr dürft mich gerne für verrückt halten, aber irgendwie hat das etwas tröstliches ….

    • Avatar

      Michael

      20. April 2017 19:39 at 19:39

      Die Offenbarung ist ja bekanntermaßen sehr schwer zu verstehen bzw. zu interpretieren, vermutlich deshalb, weil Johannes zu einer Zeit Visionen von Dingen hatte, die er damals unmöglich verstehen konnte. Dinge, die mindestens 2000 Jahre und mehr in der Zukunft geschehen würden und für die es einfach noch keine Worte und Begriffe gab.
      Aber wo finden sich hier Hinweise auf die Bargeldabschaffung? Und auf das Ende der Bargeldabschaffung??
      Und wer ist das Tier? Draghi? Trump?? Der IWF??? Das Bargeld????

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        20. April 2017 19:42 at 19:42

        @Michael, historisch gesehen ist das Tier die Römer, die damalige Supermacht; 70 nach Zeitrechnung zerstören diese Jersusalem nach einem Aufstand der jüdischen Bevölkerung..

        • Avatar

          Michael

          20. April 2017 21:44 at 21:44

          Ja, aber wo ist die Verbindung zur Bargeldabschaffung? Hat sich nicht mit den Römern nicht erst dieses System von geprägten Münzen, die einen mehr oder minder definierten Wert besitzen, bis heute etabliert?
          Oder steht der (gescheiterte) Aufstand für die Abschaffung und dessen Scheitern für das Ende der Abschaffung?
          Und was ist daran tröstlich: Dass es jemand versucht hat, oder dass dieser Versuch gescheitert ist?
          Ich sitze gerade auf der sehr langen Leitung ;)

          • Avatar

            Disagio

            21. April 2017 17:32 at 17:32

            Der Bezug zur Bargeldabschaffung ist das Zeichen auf der Hand oder auf der Stirn. Wenn Du Dich chippen lässt, wo trägst Du dann wohl den Chip? An der Hand! (… und niemand kann kaufen oder verkaufen, der nicht das Zeichen hat…) und der Chip ersetzt das Bargeld!
            Und Draghi ist? Römer!
            Nun ja, lassen wir mal dahingestellt, ob der IWF oder die EZB oder auch Draghi das Tier ist.
            Tröstlich ist, dass der Versuch der Bargeldabschaffung mißlingen wird und diejenigen, die das versuchen „in einen feurigen Pfuhl“ geworfen werden…. was das bedeuten könnte? Selbstmordattentäter? Autobombe?
            Keine Ahnung … wie Du selbst sagst hat Johannes Dinge vorausgesehen, die man mit damaligen Worten nur unzureichend beschreiben konnte.
            Ich finde jedenfalls, das viele Fakten gegenwärtig beängstigend gut zusammenpassen……

  5. Avatar

    Tino

    19. April 2017 18:52 at 18:52

    Ich gehe noch weiter, die Politik unterstützt das noch wesentlich, da die Lobbyisten ihre Arbeit machen,.

  6. Avatar

    Martin

    21. April 2017 07:26 at 07:26

    Die Niedrigzinspolitik der EZB macht zumindest eine Abschaffung des Bestandes an Euro-Banknoten > € 50 alternivlos. Und für die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger würde eine derartige Maßnahme keine Nachteile mit sich bringen – wer außer Olaf Henkel & Kollegen legt sich schon sein Bargeld unters Kopfkissen!
    Bei einem Crash der Finanzsysteme ist dann natürlich kurzfristig kein „großes“ Geld mehr verfügbar. Der Auslöser eines derartigen Crashs allerdings würde die Bürger umsoviel mehr beschäftigen als die Sorge ums (Bar)geld.

  7. Avatar

    Herbert

    28. April 2017 23:47 at 23:47

    Auch Joseph Stiglitz (den ich bisher durchaus geschätzt habe), ist einer der Bargeldabschaffungsbefürworter. Anscheindend ist der alte Knabe schon etwas gaga.

    Aber so ist das bei vielen Linken. Da wird das Bargeld verteufelt oder das Streben nach einem ausgeglichenen Staatshaushalt (anstatt darüber nachzudenken, an der richtigen Stelle zu sparen) und man vergisst dabei ganz, dass man damit nur das Finanzkapital stärkt.

    Ein Bargeldverbot träfe nur die Kleinen. Ob Gauner oder sonstige. Die Großen – Gauner und Sonstige (gibt es in diesen Kreisen eigentlich noch Sonstige?) lachen sich ins Fäustchen.

    @ Michael, Disagio:

    Die Offenbarung ist allerdings schwer zu verstehen. Manches ergibt allerdings erst aus heutiger Sicht einen Sinn, wie z.B. der zentnerschwere Hagel. „…seine Plage ist sehr groß.“ Habe als kleiner Junge noch einiges Ruinen des letzten Krieges gesehen …

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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