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Bargeldabschaffung nur eine Verschwörungstheorie? Diese IWF-Denkschrift beweist das Gegenteil

Die vor Kurzem veröffentlichte Denkschrift (Working Paper) des IWF-Mitarbeiters Alexei Kireyev zeigt, wohin der Zug geht, nämlich in Richtung einer umfassenden Planung zur Bargeldabschaffung. Obwohl Kireyev genau darüber…

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FMW-Redaktion

Die vor Kurzem veröffentlichte Denkschrift (Working Paper) des IWF-Mitarbeiters Alexei Kireyev zeigt, wohin der Zug geht, nämlich in Richtung einer umfassenden Planung zur Bargeldabschaffung. Obwohl Kireyev genau darüber schreibt, betont der IWF, dass solche „Working Papers“ lediglich laufende Forschungstätigkeiten der Mitarbeiter wiederspiegeln und zur Debatte anregen sollen. Auch weist der IWF darauf hin, dass diese Papiere nur die Meinungen der Autoren wiederspiegeln, und nicht die der IWF-Direktoren. Immer wieder sind solche Aussagen erstaunlich, wo doch der Herr Kireyev für den IWF arbeitet, und die Entscheidungen der Direktoren letztlich immer auf dem beruhen, was deren Mitarbeiter ihnen vorlegen. Aber gut, sei es drum. Der Titel der Denkschrift (Working Paper WP/17/71) ist schon vielsagend:

The Macroeconomics of De-Cashing


Foto: Nic McPhee/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

In der Einleitung schreibt Alexei Kireyev, dass es nur um eine Illustration gehe (?). Im selben Satz schreibt er aber von einer Roadmap (Fahrplan) für eine systematische Ausarbeitung der Abschaffung des Bargelds (De-Cashing). Zitat:

Starting from a traditional saving-investment balance, the paper develops a four-sector macroeconomic framework. It is purely illustrative and is designed to provide a roadmap for a systematic evaluation of de-cashing.

Unsere grundlegende Kritik an der Bargeldabschaffung, auf die wir ganz am Ende des Artikels eingehen, wird von Kireyev an einer Stelle seiner Denkschrift nicht direkt, sondern nur ganz lauwarm indirekt angesprochen. So schreibt er, dass man Verdächtigungen ausräumen müsse, dass es beim De-Cashing (Bargeldabschaffung) darum gehen könnte seitens der Regierungen alle Aspekte des Lebens der Bürger zu kontrollieren. Zitat:

A targeted outreach program is needed to alleviate suspicions related to de-cashing; in particular, that by de-cashing the authorities are trying to control all aspects of peoples’ lives, including their use of money, or push personal savings into banks. The de-cashing process would acquire more traction if it were based on individual consumer choice and cost-benefits considerations.

Viele Regierungen hätten schon Schritte hin zur Bargeldabschaffung unternommen, darunter neben der Abschaffung großer Noten auch die maximalen Summen bei Cash-Zahlungen sowie Gebühren bei Bar-Transaktionen. Auch wird in der Denkschrift angesprochen, dass wie so ziemlich alle Politiker und Notenbanker es behaupten, Bargeld Geldwäsche unterstütze. Größere Bargeldnoten würden es erleichtern große Geldsummen zu transportieren.

Dazu bringt er das Beispiel, dass 1 Million US-Dollar in bar in 100 Dollar-Noten 22 Pfund wiegen würden, aber die selbe Summe in 500 Euro-Noten nur noch 3 Pfund. Viele Länder wie Singapur, Kanada oder die EU hätten ihre größten Banknoten schon abgeschafft. In Schweden, so sein Hinweis, würden zu Ende 2017 alle alten Banknoten und Münzen außer der 10 Kronen-Münze ungültig werden – und nicht alle ungültigen Noten und Münzen würden durch Neue ersetzt. In der EU diskutiere man derzeit die einheitliche Obergrenze für Barzahlungen von 5.000 Euro.

Ein weiteres Argument von Alexei Kireyev lautet, dass die Bargeldabschaffung die Transaktionskosten einer Volkswirtschaft derart drastisch absenke, dass diese Kosten von 2% bis 2,5% in Relation zum Bruttoinlandsprodukt spare. Diese Zahl hat er von der Bundesbank. Auch weist er darauf hin, dass die Buchguthaben/convertible deposits (also dann nur noch Bankguthaben) ja nicht gestohlen werden könnten, abgesehen vom elektronischen Hacken von Bankkonten. In dieser Grafik sieht man die Vorteile der Bargeldabschaffung fast ausschließlich auf der Einnahmenseite, vor allem bei Steuern.


Grafik: IWF Working Paper

Fazit IWF (ähhh Alexei Kireyev):

Das „De-Cashing“ (Bargeldabschaffung) hinzu bargeldlosem Geld (transferrable deposits) stelle eine natürliche Entwicklung dar, die zu wirtschaftlichem Wachstum und mehr Flexibilität führe. Es gehe hierbei um ein Langzeitprojekt. Auch wenn einige Länder schon in wenigen Jahren weitestgehend bargeldlos sein würden (Schweden zum Beispiel?), solle die Bargeldabschaffung generell schrittweise vorgenommen werden, so Kireyev. Denn, so schreibt er auch, würde es zu sozialen Spannungen, Vertrauensverlust, Demonstrationen etc kommen, wenn die Regierungen ohne grundsätzliche Zustimmungen der Bürger Bargeld abschaffen würden. Daher könne so eine Abschaffung wie gesagt stufenweise durchgeführt werden, wie es jetzt bereits durch einige Länder gemacht werde, wie zum Beispiel die Abschaffung größerer Banknoten (in der Eurozone der 500er) oder die maximale Summe bei Bargeldzahlungen, wie sie an vielen Orten in Europa schon praktiziert wird.

Fazit FMW:

Den größten Vorteil beziehungsweise den größten Nutznießer einer möglichen Bargeldabschaffung hat Kireyev in seinem Text nicht erwähnt. Staat & Notenbank könnten erstens bei dauerhaften Negativzinsen sicher sein, dass die Sparer nicht massenhaft ihr Geld abheben um es unters Kopfkissen zu legen – denn wo kein Bargeld, da keine Möglichkeit es abzuheben. Und zweitens gäbe es ebenfalls keinen „bank run“ bei der Angst der Sparer vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems oder einzelner Banken. Staat und Banken hätten die Gewissheit, dass die Einlagen der Bürger dauerhaft zur Deckung kaputter Bankbilanzen bereit stehen.

23 Kommentare

23 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    19. April 2017 16:35 at 16:35

    Weitere Effekte

    Drittens: Staatsfeinden kann einfach das Konto gesperrt werden
    Viertens: Niemand kann mehr Bankgebühren entgehen, egal wie stark sie steigen
    Fünftens: Enteignung per Knopfdruck, wie in Zypern, ohne Fluchtmöglichkeit

  2. Avatar

    Gerd

    19. April 2017 16:49 at 16:49

    Das ist schon erschreckend.
    Wenn der Staat will, ist man mit Geld auf dem Konto genauso wenig mobil wie mit ner Immobilie.

    Paar Aktien gefälligst? Als effektive Stücke ausliefern lassen?

    • Avatar

      Columbo

      19. April 2017 17:34 at 17:34

      Metalle, Steine, Rolexuhren, Bilder, Ming-Vasen, Briefmarken, Whiskyflaschen……
      Wenn schon Paranoia, dann richtig.

      • Avatar

        Gerd

        19. April 2017 18:04 at 18:04

        Da sag ich doch mal wieder, in Zeiten wie diesen sind sie alternativlos – diese Ming-Vasen.

        • Avatar

          Columbo

          19. April 2017 18:33 at 18:33

          ??

  3. Avatar

    Raoul H

    19. April 2017 17:55 at 17:55

    Hier muss massiv Widerstand aufgebaut werden. Die Kapitalmacht hat bereits
    mehrere Grenzen massiv überschritten, und die Politik schaut einfach weg !

    • Avatar

      globalvoterorg

      20. April 2017 18:47 at 18:47

      Was einfach nicht verstanden werden will, ist die Realität der Macht! Die Politdarsteller sind gedungene Handlungsgehilfen der vE und derer Vasallen. Der Bürger sitzt schon lange nicht und nirgendswo mehr mit am Tisch!
      Die Bargeldabschaffung ist das letzte Mosaiksteinchen zur orwellschen Diktatur 2.0, die schon zu 97% funktioniert!
      Wir alle helfen fleissig mit! (Schon mal gehört: facebook, google, youtube, whatsapp !?)
      Wir, die vE, wissen alles, wie einst die kath. Kirche, mittels der Beichte!
      Wozu die virtuelle Diktatur Total!? Um die Schafe, UNS, zu scheren, d.h., zu enteignen! Das „schöne“ Schuldgeldsystem geht mal wieder in seinem Zyklus zur Neige. Das müssen die Aktiva und Passiva ausgeglichen werden. Capiche, „re-set“!
      Früher hat man es mit Kriegen erledigt (WW I und WW II) Eine glatte Enteignung und, naja, plus einer etwas „morbiden“ Konjunkturspritze!
      Wieviel dabei draufgehen, ist den vE egal!!! Hauptsache, die Macht bleibt erhalten, das „Perpetuum Mobile“ des FIAT Money System. Alle sind Mittäter! Nach oben die Hand aufhalten (Schweigegeld, ab einer gewissen Fallhöhe !) und nach unten „kräftig“ treten.

      • Avatar

        globalvoterorg

        20. April 2017 19:48 at 19:48

        Jetzt kommt noch eine „markante“ These! Wenn es kein Bargeld mehr gibt, ist auch die „Geldfunktion“ der Edelmetalle dahin !!!
        AU/AG werden zu „commodities“ deklariert und abgewertet. Durch die totale, virtuelle Macht! (NV
        WO = New Virtual World Order) Der kleine, aber feine Unterschied wird von den Experten ( Goldseiten/hartgeld/ KWN/Degussa) nicht gesehen, nicht mal diskutiert!
        Die Regierung Clinton, schon, hat das amerk. AU „verdampft“. Die Chinesen/Russen/Inder kaufen alles! Gewissermassen die Feinde!
        Wenn nun das Bargeldsystem durchgesetzt ist (Also kein Crash !),
        wird das Gold „runtergesetzt“. Alle Märkte sind heute schon total manipuliert! Die vE machen einen Haufen „Kohle“ mit einer „put-option“ zur rechten Zeit. Den Abwärtsgang nach Süden, eingelegt, zur genau „ge-time-ten“ Stunde!
        Die physische AU Markt ist heute schon 200 x kleiner, als der virtuelle.

      • Avatar

        globalvoterorg

        20. April 2017 19:54 at 19:54

        Jetzt kommt noch eine „brisante“ These! Wenn es kein Bargeld mehr gibt, ist auch die „Geldfunktion“ (Wertspeicher) der Edelmetalle dahin !!!
        AU/AG werden zu „commodities“ deklariert und abgewertet. Durch die totale, virtuelle Macht! (NVWO = New Virtual World Order)
        Der kleine, aber feine Unterschied wird von den Experten (Goldseiten/hartgeld/ KWN/Degussa) nicht gesehen, nicht mal diskutiert!
        Die Regierung Clinton, schon, hat das amerk. AU „verdampft“. Die Chinesen/Russen/Inder kaufen alles! Gewissermassen die Feinde!
        Wenn nun das Bargeldsystem durchgesetzt ist (Also kein Crash !),
        wird das Gold „runtergesetzt“. Alle Märkte sind heute schon total manipuliert! (QE) Die vE machen einen Haufen „Kohle“ mit einer „put-option“ zur rechten Zeit. Den Abwärtsgang nach Süden, eingelegt, zur genau „ge-time-ten“ endscheidenen Stunde!
        Die physische AU Markt ist heute schon 200 x kleiner, als der virtuelle.

        • Avatar

          Michael

          20. April 2017 21:57 at 21:57

          Eine andere These: Menschen sind es seit Jahrtausenden gewohnt, mittels seltener Steine, Münzen oder am Ende gedruckter Scheine Waren und Dienstleistungen zu bewerten und zu tauschen.
          Ohne Bargeld würde die Bedeutung von Edelsteinen und -metallen explodieren, weil der „normale“ Mensch ein greifbares, sichtbares Medium benötigt, um Waren und Leistungen bewerten zu können.
          Ich schließe nicht aus, dass bei einer Abschaffung von Bargeld die physikalischen Reserven von Edelmetallen & Co. in unvorstellbare Höhen schießen würden.

  4. Avatar

    Disagio

    19. April 2017 18:23 at 18:23

    Die Bargeldabschaffung ist schon in der Bibel beschrieben….. und auch ihr Ende:

    Offenbarung Kap. 13:15
    15 Und es wurde ihm verliehen, dem Bilde des Tieres einen Geist zu geben, so dass das Bild des Tieres auch redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. 16 Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Zeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, (Offenbarung 19.20) 17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Zeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
    ….
    Offenbarung Kap 19:20
    20 Und das Tier ward gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tiers nahmen und die das Bild des Tiers anbeteten; lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. (2. Thessalonicher 2.8) (Offenbarung 13.11) 21 Und die andern wurden erwürgt mit dem Schwert des, der auf dem Pferde saß, das aus seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.

    Ihr dürft mich gerne für verrückt halten, aber irgendwie hat das etwas tröstliches ….

    • Avatar

      Michael

      20. April 2017 19:39 at 19:39

      Die Offenbarung ist ja bekanntermaßen sehr schwer zu verstehen bzw. zu interpretieren, vermutlich deshalb, weil Johannes zu einer Zeit Visionen von Dingen hatte, die er damals unmöglich verstehen konnte. Dinge, die mindestens 2000 Jahre und mehr in der Zukunft geschehen würden und für die es einfach noch keine Worte und Begriffe gab.
      Aber wo finden sich hier Hinweise auf die Bargeldabschaffung? Und auf das Ende der Bargeldabschaffung??
      Und wer ist das Tier? Draghi? Trump?? Der IWF??? Das Bargeld????

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        20. April 2017 19:42 at 19:42

        @Michael, historisch gesehen ist das Tier die Römer, die damalige Supermacht; 70 nach Zeitrechnung zerstören diese Jersusalem nach einem Aufstand der jüdischen Bevölkerung..

        • Avatar

          Michael

          20. April 2017 21:44 at 21:44

          Ja, aber wo ist die Verbindung zur Bargeldabschaffung? Hat sich nicht mit den Römern nicht erst dieses System von geprägten Münzen, die einen mehr oder minder definierten Wert besitzen, bis heute etabliert?
          Oder steht der (gescheiterte) Aufstand für die Abschaffung und dessen Scheitern für das Ende der Abschaffung?
          Und was ist daran tröstlich: Dass es jemand versucht hat, oder dass dieser Versuch gescheitert ist?
          Ich sitze gerade auf der sehr langen Leitung ;)

          • Avatar

            Disagio

            21. April 2017 17:32 at 17:32

            Der Bezug zur Bargeldabschaffung ist das Zeichen auf der Hand oder auf der Stirn. Wenn Du Dich chippen lässt, wo trägst Du dann wohl den Chip? An der Hand! (… und niemand kann kaufen oder verkaufen, der nicht das Zeichen hat…) und der Chip ersetzt das Bargeld!
            Und Draghi ist? Römer!
            Nun ja, lassen wir mal dahingestellt, ob der IWF oder die EZB oder auch Draghi das Tier ist.
            Tröstlich ist, dass der Versuch der Bargeldabschaffung mißlingen wird und diejenigen, die das versuchen „in einen feurigen Pfuhl“ geworfen werden…. was das bedeuten könnte? Selbstmordattentäter? Autobombe?
            Keine Ahnung … wie Du selbst sagst hat Johannes Dinge vorausgesehen, die man mit damaligen Worten nur unzureichend beschreiben konnte.
            Ich finde jedenfalls, das viele Fakten gegenwärtig beängstigend gut zusammenpassen……

  5. Avatar

    Tino

    19. April 2017 18:52 at 18:52

    Ich gehe noch weiter, die Politik unterstützt das noch wesentlich, da die Lobbyisten ihre Arbeit machen,.

  6. Avatar

    Martin

    21. April 2017 07:26 at 07:26

    Die Niedrigzinspolitik der EZB macht zumindest eine Abschaffung des Bestandes an Euro-Banknoten > € 50 alternivlos. Und für die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger würde eine derartige Maßnahme keine Nachteile mit sich bringen – wer außer Olaf Henkel & Kollegen legt sich schon sein Bargeld unters Kopfkissen!
    Bei einem Crash der Finanzsysteme ist dann natürlich kurzfristig kein „großes“ Geld mehr verfügbar. Der Auslöser eines derartigen Crashs allerdings würde die Bürger umsoviel mehr beschäftigen als die Sorge ums (Bar)geld.

  7. Avatar

    Herbert

    28. April 2017 23:47 at 23:47

    Auch Joseph Stiglitz (den ich bisher durchaus geschätzt habe), ist einer der Bargeldabschaffungsbefürworter. Anscheindend ist der alte Knabe schon etwas gaga.

    Aber so ist das bei vielen Linken. Da wird das Bargeld verteufelt oder das Streben nach einem ausgeglichenen Staatshaushalt (anstatt darüber nachzudenken, an der richtigen Stelle zu sparen) und man vergisst dabei ganz, dass man damit nur das Finanzkapital stärkt.

    Ein Bargeldverbot träfe nur die Kleinen. Ob Gauner oder sonstige. Die Großen – Gauner und Sonstige (gibt es in diesen Kreisen eigentlich noch Sonstige?) lachen sich ins Fäustchen.

    @ Michael, Disagio:

    Die Offenbarung ist allerdings schwer zu verstehen. Manches ergibt allerdings erst aus heutiger Sicht einen Sinn, wie z.B. der zentnerschwere Hagel. „…seine Plage ist sehr groß.“ Habe als kleiner Junge noch einiges Ruinen des letzten Krieges gesehen …

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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