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BASF-Aktie als Proxy: Zweifel am Wirtschaftsboom?

Der bereits über 155 Jahre alte deutsche Chemiekonzern BASF ist nicht nur ein Vorzeigeunternehmen unseres Landes, sondern auch ein Indikator über den Zustand der Weltwirtschaft – aber die BASF-Aktie lief zuletzt nicht gerade besonders gut. Seit der Renaissance der Value-Titel war der größte Chemiekonzern der Welt stark im Aufholprozess begriffen, die Performance der BASF-Aktie von 28. Oktober 2020 bis zum 8. März 2021 betrug über 52 Prozent, gegenüber 20 Prozent beim Dax. Beim letzten Quartalsbericht erhöhte der Konzern sogar noch seine Aussichten für das laufende Jahr.

War irgendwie auch logisch, denn schließlich ist die Firma mit ihren Chemiesparten Zulieferer für die Pharma-, Bau-, Textil- und Automobilindustrie sowie für andere Bereiche. Also in den Industriezweigen, die von den Projekten der Staaten beim Wiederaufbau nach Corona profitieren. Man hat Standorte in 80 Ländern mit über 110.000 Mitarbeitern und profitiert damit eindeutig von einem Wiederanspringen der Weltwirtschaft – so etwas wie ein Proxy auf die Weltökonomie.

Aber die BASF-Aktie hat ihren Höchststand bereits vor über drei Monaten erreicht, seither geht es in kleinen Schüben nach unten, natürlich ist auch der opulente Dividendenabschlag zu berücksichtigen.

Was eigentlich seltsam erscheint, denn die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal 2021 noch einmal in die Rezession gerutscht und sollte eigentlich in den kommenden Quartalen so richtig durchstarten.

Woher also diese bereits über viele Wochen andauernde Kursschwäche der BASF-Aktie? Ist das nur ein Ausatmen nach den vorherigen großen Kursanstiegen – oder ist dies vielleicht doch eher ein Hinweis darauf, dass es mit der Weltkonjunktur doch nicht so durch die Decke geht in den nächsten Monaten? Die zuletzt wieder gefallenen Renditen für Staatsanleihen zumindest könnten diese Deutung nahe legen..

Die BASF-Aktie - doch kein so großer Boom der Wirtschaft?

Foto: BASF SE



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2 Kommentare

  1. Angesichts der immensen Investitionen und Prozessumstellungen, die die BASF tätigen muss im Rahmen der politisch forcierten Umstellung auf alternative Energien wundert der Kursrückgang wohl wenig: Viele Fragen und keine Antworten: Was, wenn es die Politik in Deutschland nicht schafft, den alternativen Strom von der Küste zur BASF in ausreichenden Mengen an die Produktionsstandorte zu bringen? Was, wenn der Stromtransport nicht stabil genug funktioniert? Fährt man dann in Ludwigshafen die Produktion runter? Was, wenn die Kosten der Energie so hoch sind, dass die Commodity Produkte der BASF nicht mehr konkurrenzfähig sind? Wird es die Politik dann schaffen, dass BASF seine Produkte doch noch verkaufen kann und dabei Geld verdient? Es entstehen gerade große Abhängigkeiten der BASF von der Politik und angesichts der Performance der deutschen Politik in den letzten Jahren sind die Risiken hoch, dass wieder einmal nicht geliefert wird. Was wird dann aus der BASF? Das wird jetzt eingepreist…

  2. Danke an das Plapperlenchen und die Grünen Khmer!

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