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BASF-Quartalszahlen: Umsatz sinkt um 5,6 %

BASF meldet mit seinen Quartalszahlen aktuell sinkende Umsätze und Gewinne. Hier dazu Hintergründe und Einordnungen.

BASF in Ludwigshafen
BASF in Ludwigshafen. Foto: Alex Kraus/Bloomberg

BASF hat heute früh seine Quartalszahlen gemeldet. Der Umsatz sinkt im Jahresvergleich um 5,6 % von 14,86 auf 14,03 Milliarden Euro (für heute erwartet 14,26). Der Gewinn (EBITDA vor Sondereinflüssen) liegt bei 1,03 Milliarden Euro nach 1,43 Milliarden Euro im Vorjahresquartal (-27,9 %). Für das Gesamtjahr erwartet BASF 6,2 bis 7 Milliarden Euro (bisher erwartet 7,22). Das bereinigte Ergebnis je Aktie liegt bei 34 Cents Verlust nach 59 Cents Gewinn im Vorjahresquartal. Die Aktie reagiert auf Tradegate mit einem Minus von 2,5 %.

Zum Gewinnrückgang für das Gesamtjahr schreibt BASF aktuell: Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank im Vergleich zum Vorjahr um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro. Diese Entwicklung ergab sich aus dem deutlichen Ergebnisrückgang der Core Businesses: Bei Chemicals, Industrial Solutions, Materials und Nutrition & Care sank das EBITDA vor Sondereinflüssen hauptsächlich aufgrund von niedrigeren Deckungsbeiträgen; leicht höhere Fixkosten belasteten zusätzlich das Ergebnis von Materials. Ergebnissteigerungen der Standalone Businesses konnten den Rückgang der Core Businesses teilweise kompensieren: Surface Technologies verbesserte das EBITDA vor Sondereinflüssen hauptsächlich durch den deutlichen Ergebnisanstieg von Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS) infolge niedrigerer Fixkosten. Bei Agricultural Solutions stieg das Ergebnis vor allem durch einen verbesserten Deckungsbeitrag. Das Ergebnis von Sonstige sank im Vergleich zum Vorjahr leicht. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen belief sich auf 11,0 Prozent nach 11,8 Prozent im Vorjahr.

BASF strebt weitere Kostensenkungen an

Bloomberg berichtet aktuell zur Meldung von BASF: Das Unternehmen erwartet für dieses Jahr ein weitgehend unverändertes Ergebnis, da der Hersteller seine Kosteneinsparungsmaßnahmen in einem schwierigen Chemikalienmarkt fortsetzt. Das Unternehmen rechnet mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 6,2 Mrd. € und 7,0 Mrd. €, verglichen mit 6,6 Mrd. € im Vorjahr, wie es heute mitteilte. BASF wird weiterhin Schulden abbauen und die Ausgabenkürzungen beschleunigen.

Dieses Jahr werde „ein weiteres Übergangsjahr mit erheblichen Herausforderungen für unsere Branche“, sagte Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth. Der Markt könnte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erholen, fügte er hinzu. Das Unternehmen hat die Flaute in der europäischen Chemieindustrie überstanden, da der Markt mit Überkapazitäten überschwemmt ist. Um die Rentabilität zu steigern, hat BASF mehrere Geschäftsbereiche ausgegliedert und Arbeitsplätze in Ludwigshafen, dem weltweit größten integrierten Chemiekomplex, abgebaut.

Der Hersteller erhöht sein Ziel für jährliche Kosteneinsparungen bis Ende dieses Jahres von zuvor 2,1 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro. China habe sich im ersten Quartal positiv entwickelt, aber die Volumenentwicklung in den übrigen Regionen sei schwach gewesen, sagte Kamieth. Die BASF-Aktie hat in den letzten Monaten aufgrund des Optimismus hinsichtlich einer möglichen breiteren wirtschaftlichen Erholung und lockerer europäischer Emissionsvorschriften an Wert gewonnen. Obwohl die Aktie im letzten Jahr um rund 2 % gestiegen ist, liegt sie immer noch fast 50 % unter ihrem Höchststand von 2017.

Europas größter Chemiekonzern hat sein Portfolio gestrafft, um sich auf seine profitabelsten Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Das Unternehmen hat seinen Geschäftsbereich Lacke ausgegliedert und plant, sein Geschäftsfeld Agricultural Solutions bis 2027 in Frankfurt an die Börse zu bringen. Der Geschäftsbereich sei auf dem besten Weg, im nächsten Jahr die Voraussetzungen für einen Börsengang zu erfüllen, sagte der CEO. Diese Woche gab BASF bekannt, dass es 4.400 Wohnungen aus seinem Besitz verkauft, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und seine Bilanz zu stärken – ein Schritt, den eine lokale Gewerkschaft mit dem Verkauf der Kronjuwelen des Unternehmens verglich.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. ExxonMobil ist entsprechend aufgestellt. Das hat die Firma u.a. der kompetenten Energiepolitik des 47. US-Präsidenten Donald John Trump zu verdanken. Der Dax-Konzern BASF hingegen ist an seinem Heimatmarkt, die rheinland-pfälzische Stadt Ludwigshafen nicht entsprechend ausgelastet. Somit kann man es dem Chemieriesen nicht verdenken, wenn er erwägen sollte, mehr in den USA zu investieren. Was nützt eine „Standortvereinbarung“ mit dem Ministerrat und dem Landtag Rheinland-Pfalz, wenn die Rahmenbedingungen innerhalb unserer Wirtschaftsordnung Soziale Marktwirtschaft nicht stimmen.

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