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Immobilien und Kredite Bauzinsen schnell gefallen – jetzt zuschlagen vor nächstem Anstieg?

Die Bauzinsen in Deutschland sind die letzten Wochen schnell gefallen. Sollte der Bauwillige jetzt zuschlagen vor dem nächstem Zinsanstieg?

Haus mit Geld und Taschenrechner

Lagen die Bauzinsen in Deutschland (10 Jahre Zinsbindung) zum Jahresanfang bei genau 1,00 Prozent, so stiegen sie in der Spitze bis Ende Juni auf 3,42 Prozent. Bis jetzt sind sie wieder gesunken auf 2,75 Prozent, so zeigen es aktuellste Daten der Interhyp AG, nach eigener Aussage Deutschlands größter Vermittler für private Baufinanzierungen. In der Grafik sehen wir den Zinsverlauf der letzten zehn Jahre – den Absacker der letzten Wochen sieht man ganz am Ende der Grafik. Ist die Zinswende mit schnell steigenden Kreditkosten abgeblasen, wird es nun schnell wieder günstiger zu bauen? Sollten interessierte Bauherren noch mehrere Monate warten, um noch viel günstigere Bauzinsen zu erhalten? Das ist eine gefährliche Wette!


Keine zu große Hoffnung auf weiter stark fallende Bauzinsen

Denn man achte darauf, was die Interhyp zu den jüngst fallenden Bauzinsen zu sagen hat. Der Grund der fallenden Zinsen sei zu finden in den Konjunktursorgen, welche die Inflationsbefürchtungen derzeit überflügeln. Expertinnen und Experten würden in den gefallenen Zinsen aber nur eine kurzfristige Entwicklung sehen, und halten einen weiteren Anstieg im Jahresverlauf aufgrund der Inflation sowie der Erwartungen an die weitere straffere Geldpolitik der Notenbanken für wahrscheinlich.

Also: Wer ans Bauen oder kaufen denkt, und auf möglichst günstige Finanzierungskonditionen aus ist, wettet gefährlich, wenn er nun mehrere Monate auf tiefere Bauzinsen warten will. Aber natürlich muss man an dieser Stelle erwähnen: Den Verlauf der nächsten Monate kann niemand vorhersagen, von daher geben wir bei FMW an dieser Stelle natürlich keinerlei Empfehlung ab, was an dieser Stelle am besten tun soll. Nur sollte man nicht all zu euphorisch sein und auf Bauzinsen hoffen, die in den nächsten Monaten wieder auf 1 Prozent zurückfallen.

Zu teuer – Wachstum der Immobilienpreise schläft ein

Inflation, immer höhere Baukosten, immer teurere Grundstücke, dazu noch schnell gestiegene Bauzinsen in den ersten Monaten des Jahres – da war es nur folgerichtig, dass der Ansturm der potenziellen Häuslebauer nachlässt. Wenn dementsprechend der Kaufdruck nachlässt, schwächeln die Immobilienpreise. So sieht man es nicht nur bei Anbietern wie Europace, sondern auch bei der Interhyp. Nachdem die Immobilienpreise in Deutschland im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Plus von rund 14 Prozent überproportional gestiegen waren, beobachtet man nun ein Abflachen des Preisanstiegs. Im zweiten Quartal liegt der Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal nur noch bei 7,6 Prozent – und gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres ist sogar ein kleiner Preisrückgang von knapp einem Prozent.

Laut Interhyp haben im ersten Halbjahr die stark gestiegenen Bauzinsen auf die Leistbarkeit gedrückt. Der Zinsanstieg habe zunächst zu einer stärkeren Nachfrage nach Immobilien geführt. Denn viele Bau- und Kaufwillige wollten sich ihr Kaufvorhaben offenbar noch zu günstigen Zinsen sichern. Aber mit den steigenden Zinsen hätten mehr Menschen neu kalkuliert, seien dann bei der Immobilie Kompromisse eingegangen oder hätten vom Immobilienkauf vorerst Abstand genommen. Dies habe im zweiten Quartal zu Preiskorrekturen und -stagnationen geführt. In drei von sechs betrachteten Großstädten registrierte Interhyp den Preisrückgang sogar im Vergleich zum Vorjahresquartal, und zwar in München, Köln und Leipzig.

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Und, sollte man jetzt bei den etwas günstigeren Bauzinsen zuschlagen? Wir halten uns da raus. Aber was sagen die Experten von Interhyp dazu? Zitat: „Momentan sieht Interhyp neue Chancen für Käuferinnen und Käufer, denn im Juli haben die Zinsen um mehr als einen halben Prozentpunkt nachgelassen. Das momentane Zwischentief beim Zins und die zunehmende Verhandlungsbereitschaft von Verkäufern und Maklern bietet jetzt wieder mehr Spielraum für die Finanzierung eines Kaufs.“

Quelle für Daten und Grafiken: Interhyp AG



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2 Kommentare

  1. Europace und Interhyp wollen natürlich weiter gute Geschäfte machen also würde ich deren Meinung nicht sehr hoch bewerten. Es stellt sich hier auch die Frage: In einer Rezession fallen die Immobilienpreise und die Inflation geht runter was auch die Zinsen nicht steigen lässt. Ich warte mal ab :)

  2. Pingback: Bauzinsen schnell gefallen – jetzt zuschlagen vor nächstem Anstieg? - finanzmarktwelt.de - Immo-journal

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