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Bauzinsen erreichen Rekordtief!

Beispielbild für einen Haus-Neubau

Dem Coronavirus sei Dank! Was für ein bitterer Beigeschmack, da es ja um Menschenleben geht… aber wer jetzt baut, kommt so günstig ans Baugeld wie nie zuvor. Die Bauzinsen für eine Laufzeit von zehn Jahren erreichen aktuell ein Rekordtief von 0,41 Prozent. Das hat der Dienstleister „Dr. Klein“ vor wenigen Minuten veröffentlicht. Die Unsicherheit durch das Coronavirus sorge dafür, dass sich Anleger einmal mehr in die als sicher geltende Bundesanleihe flüchten würden. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe fiel Ende letzter Woche auf unter -0,6 Prozent und näherte sich damit ihrem bisherigen Rekordtief von -0,72 Prozent an, so Dr. Klein.

Die Bauzinsen, die sich an der Rendite der Bundesanleihen orientieren, rutschten sogar weiter als jemals zuvor in den Keller. Der Bestzins für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung fiel laut Dr. Klein auf 0,41 Prozent. Solange die Unsicherheit durch das Coronavirus bestehen bleibe, werde sich an der aktuellen Zinssituation nichts ändern. Es sei nicht auszuschließen, dass das aktuelle Rekordtief erneut durchbrochen wird, so die Aussage aus der aktuellen Veröffentlichung. Die folgende Grafik zeigt den dramatischen und lang andauernden Absturz der Bauzinsen. Hier noch einige Aussagen von Dr. Klein auszugsweise im Wortlaut:

Zugegeben: Besonders wahrscheinlich war eine Zinswende im Jahr 2020 nicht, denn die weltweite Wirtschaft kommt nach wie vor kaum vom Fleck. Das Coronavirus trifft sie daher in einem besonders sensiblen Moment und versetzt der ohnehin schwachen Konjunktur einen weiteren Dämpfer. Zahlreiche Staaten leiden mittlerweile massiv unter den Folgen des neuen Erregers – allen voran China, wo nach wie vor mehrere Millionen Menschen unter Quarantäne stehen und die Wirtschaft in einigen Regionen zum Erliegen gekommen ist.

Die Unsicherheit und ihre spürbare Auswirkung auf die Finanzmärkte schüren immerhin die Hoffnung, dass nun die Notenbanken einspringen werden. Die chinesische Notenbank senkte die Zinsen bereits. Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank (Fed), beruhigte die Märkte Ende vergangener Woche mit seiner Aussage, dass die Fed ihre Instrumente einsetzen und angemessen handeln werde, um die Wirtschaft zu unterstützen. „Ich rechne damit, dass die Fed ihren Leitzins im März senken wird“, meint Zinsexperte Neumann. Im Euroraum liegt der Leitzins bereits bei null Prozent, der Einlagezins für Banken bei -0,5 Prozent. Auch die EZB gibt sich zwar im Falle einer Wirtschaftskrise handlungsbereit, ihr Instrumentenkasten ist im Vergleich zur Fed allerdings deutlich gehaltloser. Von Seiten der Politik kommt ebenfalls Unterstützung: Japan und Südkorea beschlossen bereits umfangreiche Konjunkturpakete. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte plant, sich mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 3,6 Milliarden Euro gegen die Folgen des Virus zu stemmen. Und auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz erklärte, dass Deutschland die Wirtschaft stützen werde, falls dies nötig werden sollte.

Bauzinsen fallen auf Rekordtief



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1 Kommentar

  1. Ratenkredite können teuer werden

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