Die Bauzinsen steigen! Für 15 Jahre Sollzinsbindung sehen wir seit dem 3. Dezember einen Anstieg von 3,74 % bis jetzt auf 3,97 %. Für zehn Jahre Sollzinsbindung ist es ein paralleler Anstieg von 3,60 % auf 3,84 %, laut Daten von Interhyp. In der Grafik sehen wir den Verlauf der letzten zwölf Monate. Im März sahen wir einen Anstieg um mehr als 0,30 Prozentpunkte. Dies lag an der im März verkündeten großen Neuverschuldung (Sondervermögen + unbegrenzte Rüstungsausgaben + Neuverschuldungsmöglichkeit der Bundesländer). Und aktuell sehen wir ein Voranschreiten dieser Entwicklung. Was das mit den Bauzinsen zu tun hat?
Bauzinsen: Staatsnachfrage nach Schulden treibt an
Über eine Kette ist am Kapitalmarkt vieles miteinander verbunden, so auch Schulden. Baukredite hängen an den Pfandbriefen, und die wiederum orientieren sich an den zehn Jahre laufenden Bundesanleihen, die der deutsche Staat hauptsächlich für die Aufnahme neuer Schulden nutzt. Und wie überall in der freien Wirtschaft, so funktioniert der Mechanismus auch bei Anleihen: Steigt die Nachfrage nach einer Ware stark an, steigt der Preis. Und in diesem Fall ist die Ware „Geld“. Deutschland (der deutsche Staat) braucht gerade richtig, richtig viel frisches Geld. Also steigt der Preis für dieses benötigte Geld, und dieser Preis ist der Zins – was der Neu-Häuslebauer letztlich in steigenden Bauzinsen und damit in viel höheren monatlichen Belastungen auf dem Bankkonto spüren dürfte.
Nach der Verkündung des Sondervermögens (500 Milliarden Schulden + Rüstungsschulden etc) im März läuft das Projekt immer mehr an, folglich muss der deutsche Staat sich immer stärker neu verschulden, und vermehrt Geld am Anleihemarkt nachfragen. Deswegen steigen dort die Anleiherenditen, was letztlich die Bauzinsen ansteigen lässt. Im folgenden Chart sehen wir ebenfalls für zwölf Monate die Entwicklung der zehnjährigen Rendite für Bundesanleihen. Seit Ende November steigt sie von 2,66 % auf 2,87 %, Tendenz weiter ansteigend. Auch wenn der Chart der Bauzinsen nicht 1 zu 1 parallel läuft mit der Bund-Rendite – man erkennt doch die parallele Bewegung vor allem im März und seit Anfang Dezember. Der Druck der immer stärkeren Schuldenaufnahme belastet!
Schuldenaufnahme in 2026
Werbung
Erst gestern berichteten wir, dass der deutsche Staat 2026 so viel Schulden machen wird wie noch nie. Die Bundesregierung wird im nächsten Jahr die Verkäufe von Bundesanleihen um ein Fünftel auf einen Rekordwert von 512 Milliarden Euro erhöhen. Anleihen im Wert von rund 318 Milliarden Euro werden über Auktionen auf den Kapitalmärkten und 176 Milliarden Euro über den Geldmarkt aufgenommen. Die Gesamtsumme liegt über den 425 Milliarden Euro im Jahr 2025 und übertrifft den bisherigen Höchststand von rund 500 Milliarden Euro im Jahr 2023. Dieser Nachfragedruck durch den deutschen Staat sorgt aktuell bereits für steigende Anleiherenditen. Für die Bauzinsen kann das weiteren Auftrieb in 2026 bedeuten. Und dass die Bundesregierung an irgendeiner Stelle auch nur winzige Sparanstrengungen unternimmt? Fehlanzeige. Die Sozialsysteme lechzen nach immer mehr Geld, Ausgaben aller Art werden von der SPD standhaft verteidigt. Und Bundeskanzler Merz freut sich im Kanzleramt zu sitzen? Seine Schuldenpolitik kommt bei neuen Häuslebauern an, in Form deutlich steigender Kosten.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

…historisch gesehen sind das aber noch sehr niedrige Bauzinsen…da gab es schon schlechtere Zeiten für das Thema…
Schon, aber die Kosten pro Quadratmeter sind heute sehr viel höher.