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Bayer-Aktie -4,5% – eine Kaufchance für Schnäppchenjäger?

FMW-Redaktion

Die Bayer-Aktie machte heute gut im Minus auf, und verharrt seitdem auf dem Niveau unter der 91 Euro-Marke. Die Trader-Gemeinde scheint heute gespalten zu sein. Notwendige Anpassung nach unten, oder doch ein völlig überflüssiger Kursverlust, der zum günstigen Nachkaufen einlädt? Wir stellen das nur zur Diskussion, ohne hier eine Empfehlung abgeben zu wollen. Was war passiert? Jeder weiß, dass Bayer Monsanto kauft. Auch weiß jeder, dass die Firma dafür Eigenkapital und Fremdkapital aufnimmt.

Als am 14. September die Übernahme zwischen den beiden Firmen endgültig unter Dach und Fach war, wurde offiziell verkündet Zitat:

„Bayer plant die Finanzierung der Transaktion durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital. Der Eigenkapitalanteil von rund 19 Milliarden US-Dollar wird voraussichtlich durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung und Pflichtwandelanleihen finanziert.“

Das heißt: Schon vor zwei Monaten stand fest, dass man das Eigenkapital von Bayer mit 19 Milliarden Dollar Verwässerung belasten wird, und den Rest der 66 Milliarden-Übernahme durch Kredite stemmt. Und heute begann man nun mit einem ersten Schritt, nämlich der Begebung einer 4 Milliarden Euro-Wandelanleihe. Warum aber heute die Verwunderung über diese Eigenkapital-Maßnahme, obwohl die doch seit zwei Monaten allen Börsianern bekannt war? Da haben wohl einige überreagiert. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten: Eine Kaufchance für Schnäppchenjäger! Wie gesagt, wir enthalten uns der Meinung, jeder kann das sehen wie er/sie es will.

Die Anleihe, die mit 5,6% ordentlich verzinst ist, wird in genau drei Jahren in Bayer-Aktien umgewandelt. Somit gibt es mehr verfügbare Aktien, durch die der Konzerngewinn geteilt werden muss – folglich ist eine Aktie weniger wert, weil sie zu weniger Gewinnanteil berechtigt. Aber wie gesagt: Das wussten alle schon vor zwei Monaten. Woher die Überraschung heute? Wie gesagt: Für viele Börsianer ist das ein Schnäppchen, andere mögen sich anscheinend wohl erst jetzt sagen: Huch, das Eigenkapital wird verwässert durch die Monsanto-Übernahme – das hatten wir ja gar nicht mitbekommen…

bayer-aktie
Die Bayer-Aktie seit 10. Oktober. Heute schön sichtbar das Gap nach dem „großen Schock“.



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2 Kommentare

  1. Wenn die Zeit reif ist wird Bayer (Monsanto) der Todesstoß verpasst durch die USA. Glyphosat (Roundup) wird in den USA zum Krebserzeuger erklärt und dann geht es los.

  2. Warum ist Monsanto nicht nach Bekanntgabe des Deals auf 128$ gestiegen? Es rechnet wohl niemand wirklich mit einer Zustimmung der Behörden. Dann muss Bayer aber 3Mrd. an Monsanto für die Öffnung der Bücher zahlen (~Hälfte des operativen Gewinns 2015)!! Nach VW und Deutscher Bank ist Bayer das nächste Ziel, das zerlegt wird.

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