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Bayer nach der HV – volle Kanne “Glyphosat-Wette”

Claudio Kummerfeld

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Bayer hat heute seine Hauptversammlung hinter sich gebracht. Das Management wird sich wohl gesagt haben: Augen zu und durch. Wie man Vor Ort-Berichten entnehmen kann (siehe hier und hier), war es ein Image-Desaster für Bayer. “Fridays for Future”-Proteste vor der Tür, Landwirte als Aktionäre in der Halle. Proteste von allen Seiten, gegen Bayer, irgendwie gegen alles was Bayer gerade macht.

Es gab vor der Übernahme von Monsanto schon genug Warnungen. Aber nun trifft das Bayer-Management die volle Breitseite, gegen Kapitalismus, gegen die “Vernichter der Artenvielfalt”, gegen Werte-Vernichter (Aktienkurs stark gefallen), gegen Krebs-Verursacher (Roundup mit Wirkostoff “Glyphosat”). Das Motto von Bayer ist trotz aller Proteste der Aktionäre ab heute unumstößlich (sinngemäß): Wir ziehen das jetzt durch, es gibt eh kein Zurück mehr. Die Monsanto-Übernahme sei richtig gewesen, und werde Bayer auf lange Sicht gesehen richtig gut nach vorne bringen, so vereinfacht ausgedrückt die Aussagen des Bayer-Vorstands.

Im Zentrum aller Probleme steht die große “Glyphosat-Wette”, so möchten wir es bezeichnen. Zwei Prozesse hat Bayer in den USA Schon verloren gegen an Krebs erkrankte Menschen. Die Wette besteht darin, ob höhere Instanzen Bayer recht geben, oder die Urteile aus erster Instanz bestätigen. Es geht letztlich nur um diese eine Sache. Wenn die Urteile bestand haben, könnten auf Bayer womöglich dutzende Milliarden an Schadenersatzforderungen zukommen.

Aber Bayer ist in dieser Sache bester Dinge, oder auch guter Hoffnung, wie man es ja umgangssprachlich gerne ausdrückt. Klingt doch besser als “verzweifelt”. Der Aktionär kann sich dieser Hoffnung anschließen und auf steigende Kurse hoffen. Oder eben auch nicht!

Zitat Bayer von heute:

Auf der anderen Seite hätten die Aktionäre erhebliche Verluste im Aktienkurs hinnehmen müssen. “Da gibt es nichts zu beschönigen. Die Klagen und die ersten Urteile zu Glyphosat lasten schwer auf unserem Unternehmen und verunsichern viele Menschen”, sagte Baumann. Der wahre Wert des Unternehmens spiegele sich im aktuellen Kurs nicht wider. Bayer arbeite mit Hochdruck daran, sich in den Berufungsverfahren und den kommenden Gerichtsverhandlungen erfolgreich zu verteidigen.

Auch sagt man heute (schon mal Rechtfertigung aufbauen?):

Basierend auf allen verfügbaren Informationen habe der Vorstand das Haftungsrisiko im Zusammenhang mit Glyphosat als gering bewertet, so Baumann. Insgesamt habe der Vorstand dabei in jeder Hinsicht pflichtgemäß gehandelt. Zu dieser Einschätzung kommt ein externes Gutachten der renommierten Anwaltskanzlei Linklaters, das der Aufsichtsrat im September 2018 in Auftrag gegeben hatte, sowie ein zweites unabhängiges Gutachten von Prof. Mathias Habersack von der Universität München aus dem Frühjahr 2019.

Und zur Monsanto-Übernahme sagt man heute auszugsweise im Zitat:

Der Vorstandsvorsitzende ging noch einmal ausführlich auf die Übernahme von Monsanto ein. Bayer sei heute das führende Unternehmen im Agrarbereich. “Aufgrund der hervorragenden Aufstellung unserer Geschäfte, dem großen Potenzial für unsere Kunden, den Möglichkeiten für eine nachhaltigere Landwirtschaft sowie auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Logik war und ist der Erwerb von Monsanto der richtige Schritt”, sagte Baumann. Die Integration verlaufe schneller als geplant und insgesamt erfolgreich. Zudem begründete Baumann die Übernahme als wichtigen Schritt in der strategischen Entwicklung des Unternehmens. “Wir haben unsere Geschäfte in den vergangenen Jahren konsequent an langfristigen Wachstumstrends in attraktiven Märkten ausgerichtet und damit Bayer zu einem fokussierten sowie wachstums- und ertragsstarken Unternehmen entwickelt.” Die Transaktion lohne sich auch finanziell: “Wir werden aus der Übernahme von Monsanto ab 2022 Synergien in Höhe von jährlich einer Milliarde Euro realisieren”, sagte Baumann. Mit den kartellrechtlich geforderten Verkäufen an BASF sei ein attraktiver Preis in Höhe von 7,3 Milliarden Euro und ein Gewinn von 4,0 Milliarden Euro erzielt worden. Auch die Finanzverschuldung sei inzwischen deutlich geringer als erwartet.

Bayer Werk Leverkusen
Bayer-Werk in Leverkusen. Foto: Rolf Heinrich Creative Commons Attribution 3.0 Unported license GNU Free Documentation License, Version 1.2

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Auch Corona kann Apple nicht bremsen – Werbung

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Lieber Börsianer,

das zweite Quartal 2020 wird als eines der paradoxesten in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Obwohl nahezu alle Unternehmen rote Zahlen schreiben, stiegen die Kurse an den Börsen nach der März-Korrektur beinahe unaufhaltsam nach oben. Da ist es doch um so erfreulicher, wenn man Aktien im Depot hat, bei denen die Kursentwicklung tatsächlich auf einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung basiert.

Fakt ist: die Tech-Branche ist der größte Profiteur der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu nahezu allen anderen Branchen wurden die Geschäftsmodelle von Digitalkonzernen nicht von Corona beeinträchtigt. Vielmehr befeuerte die Pandemie das Geschäft. Die Stichworte sind: Online-Shopping, Streaming, Homeoffice. In einer Zeit, in der viele andere Dinge nicht möglich sind, schlägt die Stunde der Digitalanbieter.

Trotzdem befinden wir uns inmitten der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Weltweit sind viele Menschen zur Sparsamkeit gezwungen. Natürlich wird nun niemand wegen Corona sein Netflix-Abo kündigen. Aber große Ausgaben, die nicht zwingen notwendig sind, werden in Zeiten von Corona überlegter und häufig auch später getätigt.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Quartalszahlen von Apple einfach nur beeindruckend. Das Unternehmen macht 78% seines Umsatzes mit dem Verkauf von hochpreisiger Hardware. Anscheinend trifft die Annahme der Corona-bedingten-Sparsamkeit nicht auf die Kunden des Unternehmens zu.

Obwohl der gesamte Smartphone-Markt im zweiten Quartal um 16% eingebrochen ist, konnte Apple den iPhone-Absatz um 11% steigern. Hierbei half vor allem die extrem günstige Neuauflage des iPhone SE. Kurz vor Corona präsentierte Apple dieses…..

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Andre Stagge über den Freitagsindikator – hochinteressantes Video!

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Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden aktuellen Video den “Freitagsindikator”, und inwiefern man damit eine Prognose auf die kommende Börsenwoche geben kann. Den YouTube-Kanal von Andre Stagge finden Sie hier.

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