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Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich?

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Ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich? Finanzierbar wäre es beispielsweise über eine Maschinensteuer. Wenn ein Fabrikbesitzer beispielsweise 1 Milliarde Euro Gewinn macht, und in seiner Fabrik arbeiten nur noch Maschinen, und keine Menschen mehr – dann könnte oder müsste er sogar auf seinen Gewinn kräftig Sonder-Steuern abdrücken.

Dadurch könnten oder müssten die Menschen ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, damit sie erstens nicht als Konsumenten ausfallen, und zweitens keine Revolution anzetteln. Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren. Und trotz Demografiewandel wird es wohl viele Menschen geben, denen man trotz Arbeitswunsch einfach keine Jobs mehr anbieten kann, weil es sie dank Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr gibt!

Also wäre es doch sinnvoll diese Menschen mit einem Grundeinkommen zu versorgen? Diese Meinung vertritt Dirk Müller (Mr. Dax). Ist er nun vom Kapitalisten zum Kommunisten geworden? Wohl kaum. Seine Argumentation kann man im folgenden Video sehen. Sie ist gut nachvollziehbar. Sicherlich ist das Thema mehr als diskussionswürdig. Aber die Frage lautet in der Tat, was mit Millionen Menschen geschehen soll, die zwar arbeiten wollen, aber für die es in Zukunft keine Arbeit mehr gibt!

Bedingungsloses Grundeinkommen notwendig wg. Automatisierung?
Foto: Humanrobo CC BY-SA 3.0

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    TraderBS

    17. Januar 2019 16:31 at 16:31

    Ich bin mittlerweile kein so großer Freund des bedingungslosen Einkommen. Betonung liegt dabei auf bedingunglos.

    1. Es gibt prinzipiell bereits eine staatliche Grundsicherung
    (Sie müsste nur höher ausfallen und diese sollten möglichst nicht dem Arbeitseinkommen oder umgedreht angerechnet werden)

    2. Der Mensch ist in der Masse ein faules Wesen und wird sowohl weniger arbeiten als auch weniger konsumieren
    (In einer Welt voller anstrengender Arbeit muss man sich eher belohnen)

    3. Wir haben unglaublich viele menschengemachte Probleme auf dieser Welt. Es gibt genug zu tun und es kann jeder in der Gesellschaft einen Beitrag leisten, diese Probleme nach und nach zu verringern
    (Beseitigen werden wir sie nicht, da wir mangels fehlender Erkenntnisse auch in Zukunft neue Probleme erschaffen werden)

    Ergänzend zu drittens muss man auch Migrationsursachen erwähnen. Wir erschaffen nämlich mit einem Grundeinkommen zusätzliche Einwanderungsanreize, die der westliche Sozialstaat auf Dauer nicht tragen kann. Man sollte gründlich überlegen, ob man diese enormen Zusatzkosten zur Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommen dem Staatsapparat anlastet. Wichtiger wären bei den gegebenen Umständen Entlastung und positive Anreize. Die schafft eine negative Einkommenssteuer oder eine gesellschaftliche Tätigkeit beim Staat gegen verbesserte Grundsicherung deutlich eher!

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    Dr.D.

    17. Januar 2019 17:02 at 17:02

    Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.

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      Andreas

      18. Januar 2019 10:03 at 10:03

      Wenn ein Land wie Deutschland das einführt wird Europa schnell folgen wenn die europäischen Bürger das gerechte an dem BGE erkennen! Danach folgt die Welt und das Problem der Auslagerung von Arbeit hat sich erledigt!

    • Avatar

      FMode

      18. Januar 2019 12:06 at 12:06

      „Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.“

      Weil es dem Unternehmer erstmal egal ist, die Kosten trägt der Kunde (BWL Grundwissen).
      Die Frage muss also lauten:
      „Warum sollte ein Kunde diese teureren Waren kaufen?“

      Es besteht dazu kein Grund. „Niemand“ schlägt eine Maschinensteuer vor – diese Maschinensteuer ist nur eine Hilfe zu verstehen warum maschinelle Arbeit besteuert werden muss.
      Maschinelle Arbeit muss über eine Konsumsteuer besteurt werden:
      http://konsumsteuer.blogspot.com/

      Richtig BGE Befürworter verstehen nicht umsonst einiges von Wirtschaft:
      http://www.wirtschaft-fuer-grundeinkommen.com/supporters/

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      Peter Anton

      19. Januar 2019 06:49 at 06:49

      Ich denke vorerst keiner….Gegenfrage wer soll all die Produkte kaufen die eine Firma ohne Menschlichen Zutun´s herstellt?

  3. Avatar

    tm

    17. Januar 2019 17:24 at 17:24

    “ Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren.“

    Das wird seit rund 200 Jahren behauptet. Und ja, viele bestimmte Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben, so wie es heute auch eher wenig Faustkeilhersteller, Bogenmacher, Heizer etc. gibt.

    Aber vielleicht erst einmal zwei Schritte zurück. Wenn bei gleichem Output menschliche Arbeitskraft wegfällt, wäre dies ein Produktivitätsfortschritt. Von den angeblich so rasanten Produktivitätsfortschritten der Digitalisierung sehen wir aber tatsächlich bislang nichts. Es ist vielmehr ein Problem – Stichwort secular stagnation – dass die Produktivittäsfortschritte nachgelassen haben.

    Sollten diese in naher Zukunft aber doch noch kommen: Wäre es nicht der in mehrerer Hinsicht bessere Weg, wieder Arbeitszeitverkürzungen anzustreben, so wie so den Zeiten hoher Produktivittäsfortschritte in der Vergangenheit auch?

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    Nico

    17. Januar 2019 17:35 at 17:35

    Dr.D. hat recht. Was für eine Schnapsidee. Man gibt den Arbeitern, die in einer Fabrik gearbeitet haben, ein bedingungsloses Grundeinkommen, während Millionen an Handwerkern und Dienstleistern täglich arbeiten (Maurer, Installateure, Elektriker, Fließenleger und viele andere handwerkliche Berufe sowie Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Lehrer, IT-Spezialisten, Polizeibeamte, Soldaten, Juristen und Dutzende weitere Berufsgruppen), das würde ein wahrlich friedliches Miteinander befördern. Nicht zu reden vom Rest der Welt mit 7,4 Bio Mrd. Menschen, von denen sich die meisten abmühen, um über die Runden zu kommen. Und in Deutschland mit dem größten und bald nicht mehr finanzierbaren Sozialstaat der Welt gibt es Steuern und Grundeinkommen von einem Unternehmer, der seine Maschinen auch erst einmal erarbeitet haben muss. Dirk Müller, der sicherlich wirtschaftliche Zusammenhänge gut versteht, wird bei seinem Bemühen auf allen Feldern (Politik, Soziologie) mitdiskutieren zu wollen, allmählich zum Universaldilettanten.

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      Andreas

      18. Januar 2019 10:00 at 10:00

      Da hat mal jemand mal wieder das BGE nicht verstanden! Nicht die, die ohne Arbeit sind bekommen ein BGE von denen die arbeiten, sondern Alle! Erst mal von dem URalt Gedanken lösen, das Einkommen=Arbeit sein muss dann wird die Sicht klarer auf das BGE. Neid ist kein guter Ratgeber!Falls dann immer noch nicht überzeugt, bitte mal für eine Konstellation 50%hat Arbeit/50% nicht eine Lösung vorschlagen?

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    frank

    17. Januar 2019 17:39 at 17:39

    Wie Naiv. Wieso schreibt ihr immer pro BGE? Das BGE ist Kommunismus in Reinform! Ein utopische linke Forderung, die ein wirtschaftlich denkender Mensch durchschauen sollte. Arbeit muss sich lohnen. Eine Gesellschaft ohne Anreisetermin kann nicht bestehen.

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      Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 12:53 at 12:53

      @frank, erst einmal vorab: Was ist eine Gesellschaft ohne Anreisetermin?

      Und nun zum eigentlichen Thema: Was ist an Kommunismus in Reinform so schrecklich und verwerflich, dass man ihn gleich kategorisch derart ablehnen muss? Ich spreche dabei explizit nicht von der machtpolitisch fehlgeleiteten Art des „Kommunismus“, wie er in der UdSSR oder in China praktiziert wurde. Niemand muss solche sozio-ökonomischen Theoriemodelle in ihrer Ganzheit gutheißen, dennoch wäre es einseitig, dogmatisch und rein ideologisch geprägt, wenn Sie nicht auch die Vorteile sehen wollen, die zumindest Teilen der kommunistischen Idee (in Reinform) inhärent sind.
      Als wirtschaftlich denkender Mensch bevorzugen Sie natürlich Kapitalismus in Reinform, Ausbeutung und Niedrigstlöhne, die dann letzten Endes auch noch durch Maschinen und Roboter eliminiert werden sollen, um den finalen Grad an Gewinnmaximierung durch Kostenminimierung zu erreichen.

      Ich bevorzuge den wesentlich differenzierteren und wertfreien Denkansatz von @tm, der einmal anregt, dass die Produktivitätsfortschritte seit einiger Zeit stagnieren oder zumindest stark nachlassen. Dies impliziert, dass die menschliche Technik derzeit (noch) zu komplex und kompliziert oder einfach (noch) nicht effizient genug ist. Sollte sich das in Zukunft ändern, darf jedoch gleichzeitig stark angezweifelt werden, dass sich die große Menge an Jobs ohne drastische negative Einflüsse auf die Beschäftigungssituation einfach in Richtung (hoch) technischer Berufe verschieben wird. Die menschlichen Fähigkeiten sind einfach zu weit gestreut und zu unterschiedlich, als dass jedermann mittels Schule und (Aus)bildung zum IT-Fachmann, Gen- oder Robotertechniker oder Wallstreet-Profi geformt werden könnte.
      Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich wären ein brauchbarer erster Ansatz. Doch bereits hier schließt sich der Teufelskreis des Kapitalismus in Reinform schon wieder. Warum sollte ein Kapitalist in maschinelle Produktivitätssteigerungen investieren und gleichzeitig die bisherigen Lohnausgaben beibehalten? Es muss also zwangsläufig auf Einkommenskürzungen durch kürzere Arbeitszeit oder Stellenabbau hinauslaufen, im Idealfall für den wirtschaftlich denkenden Menschen beides gleichzeitig in perfekter kapitalistischer Harmonie.
      Vermutlich müssten Schule, Bildung und Erziehung eher in die Richtung abzielen, dass der sozial maximal erträgliche Grad an ökonomischer Ungleichheit und Ungerechtigkeit erreicht ist. Dass in schönster kommunistischer Tradition die menschliche Arbeitskraft wieder als das angesehen wird, was sie per se ist: Das für einen Großteil der Menschen einzig zur Verfügung stehende und entsprechend zu dotierende Gut.
      Ganz in Ihrem Sinne, lieber @frank, der Sie in bester Marx’scher und Merkel’scher Tradition schreiben: Arbeit muss sich (wieder) lohnen!

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      Marianne

      18. Januar 2019 17:15 at 17:15

      Wenn ich das höre hier, kommt mir das kotzen ,wenn ihr arbeiten erwähnt, denkt ihr immer nur an mehr haben und den Hals nicht vollkriegen. Arbeiten ist auch in Gemeinschaft mal was machen ohne was zu verlangen , daß auch mal Frau M.oder N.o.andere penibel Menschen mal den Dreck von der Straße räumen oder einer älteren Frau den PC mit ah…sauber macht das ist Solidarität und nicht gegenseitiges Abzocken .Wenn Maschinen ,Computer o.a.die menschl.Arbeitskraft ersetzen sollte und man bekommt BLGE ,da gibt es trotzdem immer noch Arbeit putzen werkeln, pflegen weiß ich was .Aber die Alten sollen den Müll machen, was die Jungen nicht wollen .Die meisten wollen ihre Hände bloß nicht dreckig machen und Sesselforz. werden Büro Sänger, Tänzer, berühmt im Internet Fernsehen .Gott sei dank , das viele Eltern ihre Kinder schon früh mit Geld erziehen und den alles im Arsch stecken ,als wenn es der Sinn des Lebens wäre .Wer nichts hat u.keine Wohlhabene Fam.hat, wird schon im Kindergarten ausgestoßen .Das ganze Denken von vielen ist zum kotzen hier es dreht sich nur um Neid ,Eifersucht den anderen nichts gönnen, Macht ,Gier, Karriere ,angeben, Arroganz Hochmütigkeit ,Geiz , Verurteilung kritisieren und Menschen klein machen die hilflos sind ohne das Schicksal des anderen zu kennen.Es dreht sich nur um Konkurrenz Kampf, oh ich habe besseres Auto ,Haus ,Urlaub, Firma weiß ich was ..Aber wenn ihr mal bettlägerisch auf Dauer krank werdet und könnt nicht laufen nirgends wo hin, durch Unfall o.a.dann wird euch bewusst ,das der Sinn des Lebens ganz wo anders liegt, als bei Macht, Gier Reichtum, Egoismus u.s.w.schaut mal in der Bibel, wo der Sinn des Lebens liegt! In Gemeinschaft eine gute Tat vollbringen oder mehrere ohne Erwartungshaltung zu haben,sondern mit Liebe, ist viel mehr Wert als alles andere , wenn man hilflose kranke ,alte, Menschen ein lächeln in Gesicht zaubern kann .Hier fehlt in Deutschland die Gemeinschaft, das der eine den anderen zieht und hilft, der schwächer ist aber nein es ist so, das jeder nur an sich denkt, der andere Obdachlose da, kann ja verrecken ist mir egal hauptsächlich mir geht’s gut, der soll arbeiten gehen der Trinker und Penner .So denken 90% unserer Gesellschaft, denken aber nie darüber nach, das sie durch Schicksalsschäge, Krankheit selbst dort landen könnten .Es ist traurig das die meisten, den nächsten nicht mal ein gesundes Leben wünschen und das er essen hat , wie habgierig und abgebrüht, eiskalt muß man eigentlich sein .phui….manche sollten sich schämen ..Manche denken wie gebildet sie sind und meinen sie wüssten alles besser ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben oder in den Schuhen ,viele Jahre ,des anderen gelaufen sind.

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      Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 22:46 at 22:46

      @frank, noch einmal muss ich mich zu Ihrem tiefschürfenden Postulat auch ohne Anreisetermin zu Worte melden. Natürlich bringt es die Natur der Sache mit sich, dass auf einer Kommunkationsplattform wie der hiesigen hauptsächlich wirtschaftlich geprägtes Gedankengut in die Diskussionen mit einfließt. Sie jedoch bringen mit wenigen, halbgar formulierten und zusammenhanglos aneinander gehefteten Nebensätzen ganze Studienzweige wie Philosophie, Soziologie, Politologie, Betriebs- und Volkswirtschaft und Psychologie zur Sprache. Somit gehe ich auch davon aus, dass Ihnen die Werke von Immanuel Kant, Max Weber, Georg Simmel, Karl Marx, Sigmund Freud, von Thomas Hobbes, John Maynard Keynes, Milton Friedmann und sehr, sehr vielen anderen großen Denkern mit konträrem oder anderem Denkansatz wohl bekannt sind.

      Was ich daher nicht verstehe, ist Ihre offensichtliche Fixierung darauf, dass nur die Ansichten eines „wirtschaftlich denkenden“ (also rein zweckrational motivierten) Menschen gewichtig in die Waagschale geworfen werden sollten, ohne die weitere Vielfalt menschlicher Motivationskriterien als gleichwertig anzuerkennen. Als Interpretation bleibt nur eine in der Psychologie längst bekannte Flucht- und Schutzreaktion des menschlichen Gehirns vor der als bedrohlich eingestuften Konfrontation mit einem kaum mehr zu verarbeitenden Erkenntisgewinn durch eine ständig wachsende Zahl an Fakten und Erkenntnissen in einer zunehmend komplexeren Welt. Populärwissenschaftlich gesagt, Faulheit, Trägheit und Angst, sich mit neuen oder anderen Sichtweisen und Erkenntnissen auseinanderzusetzen.
      Mit einem derartigen Denk-, Wahrnehmungs- und Bewertungsfilter diskriminieren und kategorisieren Sie jedoch lediglich konsequenterweise Menschen, deren Denken und Handeln nicht rein (wirtschaftlich) zweckgegebunden, sondern beispielsweise sozialen oder wertegebundenen (ethischen, ästhetischen, religiösen uvm.) oder emotionalen Motiven folgt, als nicht gleichwertig, nicht ernstzunehmend bis hin zu einer (vermeintlich sachlich-rationalen) Verdinglichung zu einem naivem oder fehlgeleitetem Übel, ohne selbstrelexiv zu erkennen, welche gedanklichen und persönlichen Beschränkungen Sie sich selbst dadurch auferlegen.

      Stellen Sie sich folgende einfache Frage: Wie weit, glauben Sie, wären Forschung und Entwicklung oder grundlegende soziale Errungenschaften gediehen, hätte man historisch nur rein wirtschaftlich denkenden Menschen die Initiative überlassen?

  6. Avatar

    asyoulike

    17. Januar 2019 18:00 at 18:00

    Moin, moin,

    das bedingungslose Grundeinkommen gibt es bereits. Es nennt sich Hartz IV. Wer arbeitet in dieser BRD hat verloren. Daher gibt es viele offene Stellen im unteren Lohnbereich, da diese Löhne kaum über Hartz IV liegen. Wenn ein Hartz IV Bezieher auch noch etwas tut (Aufstocker), dann ist er fast besser gestellt als ein mittlerer Verdiener. So what?

    Wir rechnen: Hartz IV (Wohnung, Taschengeld, GEZ, Einkaufen für 1 Euro etc. ) 1200 Euro/M. 1200 Euro/M. durch 5 Stunden/M. für „Bewerbung“, Arzt u. Ämter = 240 Euro/Std.

    Da schaut selbst ein RA/StB/WP sparsam bei so einem Stundensatz.

    Fazit: Braucht jetzt noch jemand eine Erklärung, wieso keine LKW-Fahrer, Altenpfleger, Bauhandwerker, Reinigungskräfte, Steuerfachangestellte etc. gefunden werden?

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      ANDREAS

      18. Januar 2019 10:09 at 10:09

      Was für eine unintelligente Berechnung! Mich wundert das Sie die Rechenaufgabe unten lösen konnten um den Kommentar senden zu können! Mehr ist nicht dazu zu sagen!

    • Avatar

      Michael

      18. Januar 2019 11:09 at 11:09

      Und wieso sollte ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger 1200 Euro p.m. zur Verfügung haben? Können Sie das erläutern? Wissen Sie eigentlich, was ein Aufstocker ist? Nein?! Das ist ein arbeitender Mensch eben genau mit einer Stelle im unter(st)en Lohnbereich. Und gerade, um zu gewährleisten, dass solche Personen insgesamt mehr Geld zum Leben haben als Personen, die ohne eine weitere Erwerbstätigkeit Sozialleistungen nach dem SGB II empfangen, gibt es die ALG-II-Aufstockung.

      In Ihre hoch intelligente Stundenlohn-Berechnung müssten also erst einmal noch die geleisteten Arbeitsstunden mit einfließen. Einerseits prangern Sie die „vielen“ offenen Stellen im Niedriglohnsektor an, andererseits missgönnen Sie Menschen, die bereit sind, für beispielsweise 800 Euro netto zu arbeiten, die paar Kröten, um auf ein ansatzweise menschenwürdiges Lebensniveau zu gelangen.

      Was soll Einkaufen für 1 Euro sein? Das kenne ich nur von ebay, wenn es keinen zweiter Bieter auf einen Artikel gibt.

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    Uwe

    17. Januar 2019 21:17 at 21:17

    Ein großes Hindernis für die Einführung des BGE ist wohl der staatliche Aparat selbst.
    Sehr viele Ämter werden obsolet.

    Kein Job-Center, kein Arbeitsamt, überhaupt keine Verwaltung mehr in Sachen Sozialleistungen z.B. Kindergeld, BAföG und und und.

    Zwar werden dann viele, die in den Verwaltungen arbeiten auch arbeitslos, aber mich würde interessieren wie viel Geld das spart.

    Kann das die Redaktion von finanzmarktwelt.de herausfinden ?

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    C. Rass

    18. Januar 2019 07:51 at 07:51

    Firmen die unsere Daten verkaufen machen pro Mensch mit dem Verkauf der Daten ca. 1000€ pro Jahr. Dies Geld sollte den Menschen zu Gute kommen,beispielsweise als Grundeinkommen.

  9. Avatar

    Andreas

    18. Januar 2019 11:35 at 11:35

    Huch, hier gibt es drei User mit dem Namen Andreas…
    Ich bin der Elliott-Wellen-Andreas und bester Freund von „Tm“.

    Nur damit man hier ein wenig die User einteilen kann…die Kommentare über mir sind nicht von mir.

    Grüße
    Andreas der Dritte

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    Werner G.

    18. Januar 2019 14:09 at 14:09

    Hallo ihr alle:-)

    Das BGE ist unabdingbar denn es führt die Soziale Dreigliederung ein, die einen horizontalen Weg ebnet zu einer machtfreien Gesellschaft. Das vertikale System gehört auf die Mülldeponie verfrachtet, die Zeit fordert es ein denn Maschinen werden die Arbeiten machen, wir sind also frei vom Sklaventum des 21. Jahrhundert. Auf Website: http://www.dreigliederungsbewegung.de findet ihr alle Infos zu der Bewegung. Macht mit. Wir können frei sein, für den Kosmos da sein und können somit die Trennung von Freizeit und Beruf aufheben, denn nicht der Beruf der von oben gesteuert wird ist der eigene Name aber der eigene Name (der freie Mensch) ist der Beruf.

    Das vertikale System investiert in Institutionen die als „Schule“, „Arbeitsplatz“ bezeichnet werden wo wir an ein skurriles Gesellschaftsbild angepasst werden das von oben festgelegt wird,das skurrile Gesellschaftsbild nennt sich die „Norm“, die „politische Korrektheit“ denn wir haben als das volksame Volk gehorsam von klein auf den Institutionszwang uns zu fügen, wir waren doch einst mal das Land der Dichter, der Philosophen, das Land der Künste und Künstler, wo ist diese Kultur hin die selber Politik betreibt wie Friedrich Schiller der 90 Prozent seiner Zeit auf einer Bank saß, beobachtete und auf seinen Beobachtungen Theaterstücke wie „Die Räuber“ schrieb, die noch heute in allen möglichen Theatern gespielt werden.
    Die Institutionen „Schule“, die Institutionen „Arbeitsplatz“ die von der Übermacht gesteuert werden zerstören jegliche Freiheitsbewegung, denn nicht das Investieren in Institutionen ist der freie Mensch aber der freie Mensch ist die Institution in die wir zu investieren haben. Denn nicht der Arbeitsplatz ist die Welt in der wir leben/der Kosmos aber die Welt in der wir leben/der Kosmos ist der Arbeitsplatz. In Österreich gibt es das Freilernen, mit BGE haben die Menschen Spieltrieb, das Spiel ist ein ganzheitlicher Prozess der Innovativen hervorbringt.

    Ich kann nur jedem empfehlen Friedrich Schillers Briefe zu lesen, seine wichtigsten Schriften bis heute, denn „der Mensch ist nur dass ganz Mensch wo er spielt“ und spielen können wir nur in Freiheit weil wir in Freiheit zu Künstlern werden „…denn die Kunst ist die Tochter der Freiheit.“ Ein Künstler betreibt selber Politik denn jeder einzelne Mensch ist sein eigener Staat der nach seiner eigenen politischen Korrektheit sich bewegt. Heute passt die Übermacht die 82,5 Millionen an ihre „politische Korrektheit“ an nach der wir alle zu deren Sklaven gemacht werden.

    Kann nur jedem empfehlen sich mit der Philosophie der Freiheit von Rudolf Steiner zu befassen. Eine Bewegung die kommen muss d
    weil die Zeit gekommen ist, wie Friedrich Schiller sagen würde wir brauchen den Staat innerer wie ausserer Freiheit der nur existieren kann wenn jeder einzelne Mensch dich selbst gehört. Anstatt einer Übermacht.

    Die Idee des BGE beruht auf Friedrich Schiller, der von Friedrich Christian von Augustenburg Geld bekam das ihm ermöglicht ermöglichte seine bis heute produktivsten Schrift zu verfassen die Augustenburg Briefe bzw. Über die ästhetische Erziehung des Menschen wo Friedrich Schiller ein freies Gesellschaftsbild einforderte wo jeder Mensch selber Politik betreibt als freier Mensch. Er sprach von Stofftrieb, vom Formtrieb, vom Spieltrieb. Lesen lernen wir demnächst nur wenn wir wie Schiller 90 Prozent auf einer Bank sitzen und beobachten denn das ist der Stofftrieb, nicht ein von der Regierung selektierten Buch das in einer Institution die sich „Schule“ auswendig gelernt wird, denn das Leben ist die Schule. Denn nicht Wissenschaft ist eigene Erfahrung aber eigene Erfahrung ist Wissenschaft. Nicht die Universität ist das Universum aber das Universum ist die Universität. Österreich möchte als erstes Land das BGE in 5-7 Jahren umgesetzt haben, allerdings haben die auch schon längst direkte Demokratie und haben schon eine aktive Zivilgesellschaft wo freie Menschen selber Politik betreiben durch ihre eigenen Ideen, Innivationen und ihre eigenen Projekte. Nicht wie bei uns wo die 82,5 Millionen Hamstersklaven Montags bis Freitags, Vollzeit, 40 Stunden durch das Hamsterrad kaufen um nicht in Altersarmut zu landen, soziale Berufe wie Altenpfleger/innen, Altenpflegehelfer/innen, Erzieher/innen etc. verdienen in anderen Ländern so viel wie Lehrer, der „Deutsche SOZIAL?staat“ hat es bis heute nicht geschafft Soziale Berufe aufzuwerten denn die Berufspolitikerlobbyisten wollen weiter erwirtschaften auf Kosten von sozialen Berufen wie Altenpflege, Erzieher aber auf gar keinen Fall die Wirtschaftsberufe wie Großfirmen wie Big Pharma, Industrien, Unternehmer, Manager die auf Kosten von Soziales arbeiten einstellen.

    • Avatar

      Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 14:48 at 14:48

      @Werner G, Österreich hat schon längst direkte Demokratie? Und ich war bisher immer der Meinung, das sei in der Schweiz der Fall?! In Österreich wurde das Volk in den letzten 70 Jahren erst zweimal zu einer Volksabstimmung berufen: Beim Atomkkraftwerk Zwentendorf und beim Beitritt zur Europäischen Union. Forderungen nach mehr Mitbestimmung gibt es in Österreich zwar seit der Gründung der Republik – wirklich umgesetzt wurden diese Forderungen jedoch noch nie.
      https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5334887/Schweiz-warnt-Oesterreich_Direkte-Demokratie-kein-Kinderspiel
      Ansonsten stellen Sie uns allen hier eine nette und romantische Utopie von einer machtfreien und horizontal organisierten Gesellschaft vor. Ich will nicht bestreiten, dass diese Utopie nun Künstler, Denker und Dichter ansprechen mag, die gerne 90 Prozent ihrer Lebenszeit auf einer Bank sitzen oder liegen und dabei die Welt beobachten oder ihrem Spieltrieb nachgeben. Allerdings stelle ich mir eine derartig horizontale Welt auf Dauer etwas langweilig vor, wenn das alles so machen würden. Denn was lernt ein Mensch auf einer Bank vom Leben, wie formt es seine Persönlichkeit, wenn er andere beobachtet, wie sie auf Bänken sitzen?

  11. Avatar

    Isabella P

    19. Januar 2019 20:34 at 20:34

    Klasse Intro, Dank an @Dirk Müller.

    Über bedingungsloses Grundeinkommen wird nun intensiv ca. 20 Jahre debattiert, in den letzten Jahren verstärkt. In Zeiten, wo sich gesellschaftliche Veränderungen, Umbrüche andeuten, gesellen sich zu den Ökonomen oft die Philosophen. Nein, nicht die Spinner, sondern diejenigen, die das Nachdenken anregen und Impulse liefern (Precht, Habeck …).

    Ich bin für BGE.
    1. Grundeinkommen ist per „die Würde des Menschen …“ in D zugesagt.
    Und leistbar.
    2. Der Staat wird nicht gebraucht, um die (materiellen) Bedürfnisse eines Jeden für 80 Mio Menschen zu definieren, es reicht, wenn er dies (partei-)übergreifend 1x tut.
    3. Der Mensch und die MenschInnen* sind von Hause aus keine faulen Säcke, sondern haben
    Wünsche, Hoffnungen, Interessen und Motivation. Die eine oder andere Fähigkeit kann im Laufe des Lebens schon mal verlustig gehen, da schaut eine gesunde Gesellschaft „im letzten Haus am Dorfrand“ was da zu tun ist. Das sollte mit und ohne BGE so sein.
    Es sind wenige – nicht viele, die über das BGE hinaus besonderer Unterstützung des Staates, der Kommune, bedürfen.
    Was ist wo zu leisten
    1. Höhe des Grundeinkommens definieren, von Staats wegen, iterativ die Demokratieleiter hoch und runter und runter und hoch.
    2. Kommunale Unterschiede können innerhalb D Migration bewirken, why not?
    (Bei Arbeit gab es das auch.)
    3. BGE soll nicht nur die minimalen Bedürfnisse befriedigen, sondern eine bescheidene,
    gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur – Energie für selbstbewusstes Anpacken)
    4. Arbeitsteilige Effekte unter den Teilhabern BGE motivieren/organisatorisch stützen.
    Eben „arbeiten“ (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur). Es macht das nicht mehr der Bürgermeister, weil er im Dorf/Kiez eh nicht mehr vorhanden ist. Also es können völlig neue kommunale, genossenschaftliche Wege gegangen werden.
    Wie geht das?
    1. Der Staat/die Kommunen moderieren, initiieren eine tiefgehende
    gesellschaftliche Diskussion (zunächst weg vom Ressort, Effizienz des tiefgehenden Entscheidungsprozesses ist bedeutsam, vgl. fehlendes Ressort bei Daniel Günther zugunsten Prozesstreiber). Der Gesetzesvorschlag kommt von unten nach oben, nothing von oben nach unten. Der Staat stellt die Volkswirtschaftlichen Kennzahlen, Aufkommen/Verwendung für den Diskussionsprozess von unten nach oben transparent bereit.
    2. Wer zahlt, was der Roboter wegfrisst?
    Am besten gefällt mir noch das Modell Precht: schieb die Geldkarte rein (Du verbrauchst gerade), lass es Dir gefallen, dass da etwas weniger aus dem Automaten kommt. Keiner sagt, was Du darfst, keiner schläft über Deiner Steuerakte ein, Dein ungeschönter Verbrauch ist gefragt, keiner hält Dich für einen Maschinenstürmer.
    Besteuerung am Roboter? Ist nicht so mein Ding, denn den Fortschritt soll man nicht aufhalten, und was ist der Roboter ohne IT, ohne spezielle Rohstoffe …
    3. Reicht das Aufkommen für die Verteilung?
    Da wurde in der Vergangenheit viel gerechnet.
    Fragt doch mal bei NetzwerkGrundeinkommen.de, Frau Katja Kipping, Herrn Robert Habeck, Frau Dorothea Siems, Frau Ulrike Hermann, Herrn Richard Precht …

    Haben die Anwärter-BGE-Faulpelze zu viel Hunger (und Durst), keine Lust auf Nüscht, Kinder nur wegen des Kindergeldes, sind eh nur krank, dumm geboren – nichts dazu gelernt? Nur gut, dass dieser Pauper noch einen Arbeitgeber hat (oder haben sollte, wenn nicht so träge), der solch Schlimmes verhindert.:))

  12. Avatar

    Isabella P

    19. Januar 2019 22:18 at 22:18

    Fazit:
    BGE ist unausweichlich, weil es zu viel ersetzbare Arbeit(ende) in naher Zeit geben wird.
    Alles, was die Maschinen lernen können, werden sie gnadenlos ausspucken und den Rechtsanwalt, den Buchhalter, den Kloputzer, den LKW-Fahrer …den Operateur (teilweise) ersetzen. Wohl wird in einer längeren Übergangszeit mehr Bedarf an Forschung, Entwicklung, Service und Bildung in dieser Maschinen-/IT-Welt entstehen, von erheblichen Engpässen ist auszugehen. Aber das leistet eben in der Regel nicht der Buchhalter … Zu viele Berufsbilder verschwinden nahezu ersatzlos in relativ kurzer Zeit.
    Aus diesen Berufsgruppen kann man nicht das Arbeitsvermögen für die neue Zeit schöpfen. Soziale Unruhen, fehlende Konsumenten, Dritte Generation Arbeitslosigkeit in manchen Familien, sind zu erwarten. Zwar werden einige weiterhin benötigte Arbeitskräfte Arbeit abgeben (Arbeitszeitverkürzung verschiedener Modelle), der Sozial- und Bildungssektor wird steigenden Bedarf haben. Der überwiegende Teil wird in der klassischen Arbeitsteilung überflüssig.
    Diese Perspektive ist nicht hinnehmbar.
    Deshalb: Besinnung auf die Chancen dieser Entwicklung. Mehr Zeit, mehr Selbstbestimmtheit, bewussteres Leben. Eventuell werden die Familien sich ja wieder „Großfamilie“ leisten können (Kinder-, Altenbetreuung). Unter 1.500 nicht zu machen.

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Gastronomie-Krise: Harte Fakten, weniger Insolvenzen, großes Problem

Claudio Kummerfeld

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Umgedrehtes Glas

Es ist kein Geheimnis. Die Gastronomie ist zusammen mit anderen Branchen wie Reisebüros, Airlines, Solo-Selbständigen uvm von der Coronakrise brutal getroffen worden, frontal und mit voller Wucht. Für den Zeitraum März bis August hat das Statistische Bundesamt heute harte Fakten für die Gastronomie geliefert. Der Umsatz der Branche lag im Vergleich zu März bis August 2019 um 40,5 Prozent tiefer. Man überlege sich das Mal. 40 Prozent weniger Umsatz in so einem großen Vergleichszeitraum. Das kann doch eigentlich kein Unternehmer überleben.

Hinzu kommt, was inzwischen auch kein Geheimnis mehr ist, dass die Insolvenzen in Deutschland in den letzten Monaten deutlich geringer ausfielen als im Vorjahr. Dies lag einerseits an Finanzhilfen des Staates und am Kurzarbeitergeld. Aber vor allem lag es an der großen staatlich genehmigten Insolvenzverschleppung. Bis vor Kurzem war die Insolvenzantragspflicht nämlich seit März ausgesetzt. Nun aber dürften ab Oktober und ab Januar die Insolvenzzahlen vermutlich deutlich ansteigen. Zitat von den Statistikern:

Von März bis Juli 2020 meldeten in dieser Branche 753 Unternehmen Insolvenz an – das waren 126 weniger als im Vorjahreszeitraum und 135 weniger als von März bis Juli 2018. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen zum 1. März 2020 ausgesetzt wurde, was über alle Wirtschaftszweige hinweg zu einem Rückgang der Insolvenzen führte. Im Juli 2020 beantragten bundesweit 146 Gastronomie-Unternehmen Insolvenz, das waren 16,1 % weniger als im Juli 2019. Dieser Rückgang entspricht der Gesamtentwicklung: Insgesamt wurden im Juli 2020 in Deutschland 16,7 % weniger Insolvenzen angemeldet als im Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Umsätze in der Gastronomie in der Coronakrise

Unsere Meinung dazu: Die Charts zeigen eine spürbare Erholung in der Gastronomie. Der größte Teil des Tals ist für einige Bereiche der Branche demnach durchschritten. Selbst wenn man annehmen würde, dass von nun an die Umsätze in der Gastronomie wieder laufen wie früher, ist für die breite Öffentlichkeit unsichtbar ein Riesenproblem für die Branche entstanden. Oft wurden Bankkredite und Ladenmieten gestundet. Sie müssen nun zusätzlich zu den wieder aufgenommenen monatlichen Zahlungen nachgezahlt werden. Und im Zuge der Krise haben viele Unternehmer Kredite in aufgenommen. Das bedeutet: Selbst wenn die Umsätze wieder laufen sollten, wäre die monatliche Kostenbelastung für viele Betriebe deutlich höher als vor der Krise, und für viele Unternehmer ist das wohl dauerhaft nicht tragbar. Eine auf mehrere Quartale ausgedehnte Pleitewelle könnte folgen, und das nicht nur in der Gastronomie.

Weitere Details zu Umsatzrückgängen in der Gastronomie von den Statistikern im Wortlaut:

Innerhalb der Gastronomie besonders stark betroffen waren all jene Lokale, die ihr Geld mit dem Ausschank von Getränken verdienen: In dieser Sparte fiel der Umsatz von März bis August 2020 um 45,5 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Dagegen konnten Restaurants, Gaststätten und Imbisslokale offenbar mit Lieferdiensten und Ab-Haus-Verkäufen einen Teil des Gästeschwunds kompensieren: Hier lagen die Umsätze von März bis August 2020 um 29,3 % unter denen des Vorjahreszeitraums (Caterer: -42,1 %).

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Allgemein

Wie die Entwicklungsländer versuchen die Krise zu überleben

Hannes Zipfel

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Coronakrise sorgt in Entwicklungsländern für immense Probleme

Viele Schwellenländer standen bereits vor dem Ausbruch der Pandemie vor großen finanziellen Problemen. Einige von ihnen waren bereits unmittelbar vom Staatsbankrott bedroht. Wie gehen die Entwicklungsländer mit der Zusatzbelastung durch die Corona-Krise um, trotz bereits zum Teil überbordender Schuldenstände und weniger effizienter Staatsstrukturen und Sozialsysteme? Können sie die Krise finanziell überhaupt überleben oder lösen sie eine globale Pleitewelle bei Staaten aus?

Lage der Entwicklungsländer spitzt sich zu

Momentan schauen in Zeiten der Pandemie die westlichen Ökonomen vor allem auf die Entwicklungen vor der eigenen Haustür. Doch gerade das stark vom Export abhängige Deutschland sollte auch die Entwicklungen jenseits der Hauptabsatzmärkte Europa und USA im Auge behalten. Der Wachstumsbeitrag der Entwicklungsländer für die Weltwirtschaft betrug bislang immerhin drei Viertel des globalen Gesamtwachstums. Dieser Trend soll sich laut dem Analysehaus Ashmore und dem IWF auch in Zukunft fortsetzen (Daten aus 2019). Doch dazu müssen die Schwellenländer zunächst die Pandemie ökonomisch und gesellschaftlich überleben.

Grafik zeigt globalen Wachstumsbeitrag der Entwicklungsländer

Wuchsen die Ökonomien der als Schwellenländer eingestuften Staaten in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um 5,9 Prozent pro Jahr, so droht ihnen im Jahr 2020 die erste Rezession mit einer wirtschaftlichen Kontraktion in Höhe von durchschnittlich 3,3 Prozent. Davon geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner aktuellen Publikation „Emerging And Frontier Markets: Policy Tools In Times Of Financial Stress“ aus. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen, wenn sich die Konjunkturlage im Zuge wirtschaftlicher Einschränkungen durch die Pandemie nochmals verschlechtert und bereits jetzt stark geschwächte Länder weitere Belastungen verkraften müssen.

Besonders Staaten wie Venezuela, Argentinien, Pakistan, die Türkei, Chile, Indien etc. haben jetzt schon massive wirtschaftliche Probleme bis hin zu Währungskrisen und der teilweisen Zahlungsunfähigkeit zu meistern. Am Anfang der Pandemie hatte eine beispiellose Kapitalflucht eingesetzt, bei der innerhalb kürzester Zeit über 100 Milliarden US-Dollar von internationalen Investoren aus Schwellenländern abgezogen wurden. Die Situation war von der Dimension her damit bereits im Frühling 2020 dramatischer als während der Weltfinanzkrise. Länder wie Argentinien, die Ukraine und Chile gerieten an den Rand des Staatsbankrotts. Und so könnte die sich mit der Pandemie weiter ausbreitende Rezession lediglich der Vorbote einer neuen Schwellenländerkrise sein.

Ein globales Problem

Die Budgets und logistischen Möglichkeiten zur Stützung der heimischen Wirtschaft, zur Gesundheitsversorgung und zur Aufrechterhaltung sozialer Mindeststandards sind im Gegensatz zu den entwickelten Volkswirtschaften in den Schwellenländern deutlich geringer ausgeprägt und damit anfälliger für Krisen. Selbst der Kollaps einzelner Entwicklungsländer ist nicht mehr auszuschließen (Failed States).

Wird diese Entwicklung zum Massenphänomen, bekommen auch die Industrieländer ernste Probleme. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Kosten, die über die Anteile der Industriestaaten an der Weltbank und dem IWF in Form von Nothilfen oder Kreditstundungen gewährt werden, sondern auch um massive Migrationsbewegungen, die sich längst in Gang gesetzt haben und zu gesellschaftliche Spannungen führen können. So sind allein wegen der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe in Venezuela ca. 4,8 Millionen Menschen oder 15,6 Prozent der Gesamtbevölkerung seit 2016 aus dem Land geflohen. Diese Massenbewegung, auch bekannt als Bolivarian diaspora, wirkt sich auch auf die Aufnahmeländer belastend aus.

Dabei ist Venezuela alles andere als ein Einzelfall: Laut der UNO Flüchtlingshilfe waren noch nie so viele Menschen wie heute auf der Flucht vor Armut und bewaffneten Konflikten. Ende 2019 lag die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht waren, bei knapp 80 Millionen – mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr waren das fast neun Millionen Menschen mehr. Seit 2010 hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht verdoppelt. Für das kommende Jahr wird mit einer deutlichen Intensivierung der globalen Fluchtbewegung in Folge steigender Armut gerechnet. Für die Entwicklungsländer und vor allem für ehemalige Kriegsgebiete wie Syrien bedeutet dies, dass für den Wiederaufbau und für die Erwirtschaftung von Wohlstand und Steuereinnahmen dringend benötigte Menschen dauerhaft verloren gehen.

Maßnahmen gegen den Kontrollverlust in den Entwicklungsländern

Der IWF und die Weltbank haben bereits im April Mittel mobilisiert, um die Corona-Folgen für die Entwicklungsländer abzufedern. Dadurch sind zunächst die akuten Zahlungsbilanzprobleme vieler ärmerer Länder abgemildert worden. Doch das war lange vor der zweiten Corona-Welle. Im Sommer war es durch Notkredite des IWF in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar, die in Rekordgeschwindigkeit ausgezahlt wurden, noch gelungen, den sofortigen finanziellen Kollaps der Entwicklungsländer abzuwenden.

Zusätzlich zu den Notfallmaßnahmen des IWF hatten die G20-Staaten ein Schuldenmoratorium für die ärmsten 43 Entwicklungsländer beschlossen. Laut Weltbank sorgt diese Maßnahme in den betroffenen Staaten für eine Entlastung beim Schuldendienst von 11,5 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Nun ist in Anbetracht der zweiten Corona-Welle bei den G-20-Staaten bereits eine Verlängerung des Schuldenmoratoriums bis Mitte 2021 im Gespräch. Doch auch das könnte nicht reichen, wenn die Pandemie und deren ökonomische Folgen den nach wie vor recht optimistischen Prognosen der IWF-Ökonomen folgen.

Geld spielt keine Rolle

Auch der am 27. Dezember 1945 gegründeten IWF war in seiner 75-jährigen Geschichte bisher noch nie mit einer derartigen Krise globalen Ausmaßes konfrontiert. Und so fordert die Direktorin dieser supranationalen Institution, Kristalina Georgieva, das Vermögen des Fonds von einer Billion Euro auf 2 Billionen Euro zu verdoppeln, da andernfalls im Zuge einer zweiten oder sogar dritten Corona-Welle dem Fonds die Mittel auszugehen drohen.

Doch woher kommt das Geld des Internationalen Währungsfonds (IWF)? Zum einen kann der IWF sogenannte Sonderziehungsrechte vergeben, die nichts anderes als Buchkredite der Institution an seine Mitglieder darstellen. Zum anderen kommt Geld (und Gold) über Quotenregelungen direkt von den Mitgliedsstaaten, die zu den Nettozahlern gehören, wie z B. Deutschland oder die USA. Diese Staaten müssen sich gleichwohl für die Zahlung dieser gigantischen Summen selbst zusätzlich verschulden. Da der private Kapitalmarkt diese Schuldenmassen zu für die Schuldner tragfähigen Zinsen nicht mehr schultern kann, springen die Notenbanken ein und drucken das Geld (digital).

Nichts anderes tun aktuell auch die Zentralbanken vieler Entwicklungsländer, um ihre Staaten flüssig zu halten. Da dies bei Staaten mit ohnehin schwachen Währungen gleichwohl gefährlich ist und schnell zu einem Kollaps des Außenwertes der Währung führen kann, müssen die Geldpolitiker der Schwellen- und Entwicklungsländer andere Wege zur Unterstützung der Wirtschaft und des Staates gehen.

Nahezu alle Zentralbanken senkten daher zunächst die Zinssätze. Die größten Notenbanken intervenierten an den Devisenmärkten, entweder mit eigenen Reserven oder mit Geldern des IWF bzw. US-Dollar-SWAP-Linien der US-Notenbank Fed. Etwa die Hälfte der Institute senkte die Mindestreserveanforderungen für Banken, um das Finanzsystem liquide zu halten und die Kreditbedingungen zu lockert. Rund 20 Zentralbanken der Entwicklungsländer haben zum ersten Mal überhaupt quantitative Lockerungen vorgenommen (Geldmengenausweitung), um Staats- und Privatschulden am Sekundärmarkt zu erwerben, die sonst keine Käufer mehr fanden.

Die Folgende Grafik zeigt sehr anschaulich, dass anders als in den Industrieländern mit vermeintlich starken Währungen die Notenbanken der Entwicklungsländer primär über qualitative Maßnahmen agierten. Aber nicht aus purer Vernunft, sondern weil ihnen schlicht und einfach das Privileg der momentan noch konsequenzlosen Gelddruckens in beliebiger Höhe verwehrt ist. Daher ist es nur fair, dass Staaten wie die USA oder Länder der Eurozone ihre Geldschöpfungsprivilege im Interesse der durch die Pandemie in Existenznöte geratenen Entwicklungsländer einsetzen.

Grafik zeigt Unterstützung der Notenbanken

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Bundesbank: Erholung der Industrie läuft, Dienstleistungen problematisch

Claudio Kummerfeld

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Deutschland Flagge

Die Bundesbank hat heute ihren Monatsbericht für Oktober veröffentlicht. Demnach verliert der wirtschaftliche Aufschwung deutlich an Schwung. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte im dritten Vierteljahr 2020 stark angestiegen sein. Gemessen am vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt könnte die deutsche Wirtschaft damit bereits etwas mehr als die Hälfte des drastischen Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht haben. Trotzdem dürften noch etwa 5 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau vom letzten Vierteljahr 2019 fehlen.

Aus heutiger Perspektive dürfte sich die wirtschaftliche Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen. Die Industrie ist gemäß der Bundesbank-Aussagen nicht das Problem, sondern der Bereich Dienstleistungen, der ja von erneuten Corona-Restriktionen direkt betroffen ist. Die deutsche Exportindustrie profitiert derweil zum Beispiel durch die wieder gut laufende Konjunktur in China. Hier die Bundesbank mit ihrer Headline-Aussage zur Industrie:

Dem Monatsbericht zufolge hat die Industrie nach dem besonders starken Einbruch im Frühjahr bis Juli bemerkenswert aufgeholt. Im August habe die Erholung zwar eine Verschnaufpause eingelegt, im Mittel der Monate Juli und August sei die Industrieproduktion dennoch gegenüber dem stark gedrückten Frühjahrsquartal kräftig angestiegen (+13,5 %). Gleichwohl verfehlte sie das Vorkrisenniveau aus dem vierten Quartal 2019 immer noch um gut ein Zehntel. Die Auftragseingänge hätten jedoch weiter zugenommen und beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Und hier die Headline-Aussagen zum Dienstleistungssektor:

Während sich die Stimmung bei den Industrieunternehmen laut Umfrage des ifo Instituts etwas aufhellte, trübte sie sich bei den Dienstleistungsunternehmen im September zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder etwas ein, schreibt die Bundesbank. Insbesondere Branchen wie das Gastgewerbe dürften durch die zuletzt stark gestiegenen Infektionszahlen und die deshalb in einigen Regionen ausgeweiteten Eindämmungsmaßnahmen belastet werden. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Vierteljahr wohl nur noch vergleichsweise wenig steigen wird.

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