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Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich?

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Ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich? Finanzierbar wäre es beispielsweise über eine Maschinensteuer. Wenn ein Fabrikbesitzer beispielsweise 1 Milliarde Euro Gewinn macht, und in seiner Fabrik arbeiten nur noch Maschinen, und keine Menschen mehr – dann könnte oder müsste er sogar auf seinen Gewinn kräftig Sonder-Steuern abdrücken.

Dadurch könnten oder müssten die Menschen ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, damit sie erstens nicht als Konsumenten ausfallen, und zweitens keine Revolution anzetteln. Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren. Und trotz Demografiewandel wird es wohl viele Menschen geben, denen man trotz Arbeitswunsch einfach keine Jobs mehr anbieten kann, weil es sie dank Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr gibt!

Also wäre es doch sinnvoll diese Menschen mit einem Grundeinkommen zu versorgen? Diese Meinung vertritt Dirk Müller (Mr. Dax). Ist er nun vom Kapitalisten zum Kommunisten geworden? Wohl kaum. Seine Argumentation kann man im folgenden Video sehen. Sie ist gut nachvollziehbar. Sicherlich ist das Thema mehr als diskussionswürdig. Aber die Frage lautet in der Tat, was mit Millionen Menschen geschehen soll, die zwar arbeiten wollen, aber für die es in Zukunft keine Arbeit mehr gibt!

Bedingungsloses Grundeinkommen notwendig wg. Automatisierung?
Foto: Humanrobo CC BY-SA 3.0

22 Kommentare

22 Comments

  1. TraderBS

    17. Januar 2019 16:31 at 16:31

    Ich bin mittlerweile kein so großer Freund des bedingungslosen Einkommen. Betonung liegt dabei auf bedingunglos.

    1. Es gibt prinzipiell bereits eine staatliche Grundsicherung
    (Sie müsste nur höher ausfallen und diese sollten möglichst nicht dem Arbeitseinkommen oder umgedreht angerechnet werden)

    2. Der Mensch ist in der Masse ein faules Wesen und wird sowohl weniger arbeiten als auch weniger konsumieren
    (In einer Welt voller anstrengender Arbeit muss man sich eher belohnen)

    3. Wir haben unglaublich viele menschengemachte Probleme auf dieser Welt. Es gibt genug zu tun und es kann jeder in der Gesellschaft einen Beitrag leisten, diese Probleme nach und nach zu verringern
    (Beseitigen werden wir sie nicht, da wir mangels fehlender Erkenntnisse auch in Zukunft neue Probleme erschaffen werden)

    Ergänzend zu drittens muss man auch Migrationsursachen erwähnen. Wir erschaffen nämlich mit einem Grundeinkommen zusätzliche Einwanderungsanreize, die der westliche Sozialstaat auf Dauer nicht tragen kann. Man sollte gründlich überlegen, ob man diese enormen Zusatzkosten zur Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommen dem Staatsapparat anlastet. Wichtiger wären bei den gegebenen Umständen Entlastung und positive Anreize. Die schafft eine negative Einkommenssteuer oder eine gesellschaftliche Tätigkeit beim Staat gegen verbesserte Grundsicherung deutlich eher!

  2. Dr.D.

    17. Januar 2019 17:02 at 17:02

    Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.

    • Andreas

      18. Januar 2019 10:03 at 10:03

      Wenn ein Land wie Deutschland das einführt wird Europa schnell folgen wenn die europäischen Bürger das gerechte an dem BGE erkennen! Danach folgt die Welt und das Problem der Auslagerung von Arbeit hat sich erledigt!

    • FMode

      18. Januar 2019 12:06 at 12:06

      „Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.“

      Weil es dem Unternehmer erstmal egal ist, die Kosten trägt der Kunde (BWL Grundwissen).
      Die Frage muss also lauten:
      „Warum sollte ein Kunde diese teureren Waren kaufen?“

      Es besteht dazu kein Grund. „Niemand“ schlägt eine Maschinensteuer vor – diese Maschinensteuer ist nur eine Hilfe zu verstehen warum maschinelle Arbeit besteuert werden muss.
      Maschinelle Arbeit muss über eine Konsumsteuer besteurt werden:
      http://konsumsteuer.blogspot.com/

      Richtig BGE Befürworter verstehen nicht umsonst einiges von Wirtschaft:
      http://www.wirtschaft-fuer-grundeinkommen.com/supporters/

    • Peter Anton

      19. Januar 2019 06:49 at 06:49

      Ich denke vorerst keiner….Gegenfrage wer soll all die Produkte kaufen die eine Firma ohne Menschlichen Zutun´s herstellt?

  3. tm

    17. Januar 2019 17:24 at 17:24

    “ Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren.“

    Das wird seit rund 200 Jahren behauptet. Und ja, viele bestimmte Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben, so wie es heute auch eher wenig Faustkeilhersteller, Bogenmacher, Heizer etc. gibt.

    Aber vielleicht erst einmal zwei Schritte zurück. Wenn bei gleichem Output menschliche Arbeitskraft wegfällt, wäre dies ein Produktivitätsfortschritt. Von den angeblich so rasanten Produktivitätsfortschritten der Digitalisierung sehen wir aber tatsächlich bislang nichts. Es ist vielmehr ein Problem – Stichwort secular stagnation – dass die Produktivittäsfortschritte nachgelassen haben.

    Sollten diese in naher Zukunft aber doch noch kommen: Wäre es nicht der in mehrerer Hinsicht bessere Weg, wieder Arbeitszeitverkürzungen anzustreben, so wie so den Zeiten hoher Produktivittäsfortschritte in der Vergangenheit auch?

  4. Nico

    17. Januar 2019 17:35 at 17:35

    Dr.D. hat recht. Was für eine Schnapsidee. Man gibt den Arbeitern, die in einer Fabrik gearbeitet haben, ein bedingungsloses Grundeinkommen, während Millionen an Handwerkern und Dienstleistern täglich arbeiten (Maurer, Installateure, Elektriker, Fließenleger und viele andere handwerkliche Berufe sowie Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Lehrer, IT-Spezialisten, Polizeibeamte, Soldaten, Juristen und Dutzende weitere Berufsgruppen), das würde ein wahrlich friedliches Miteinander befördern. Nicht zu reden vom Rest der Welt mit 7,4 Bio Mrd. Menschen, von denen sich die meisten abmühen, um über die Runden zu kommen. Und in Deutschland mit dem größten und bald nicht mehr finanzierbaren Sozialstaat der Welt gibt es Steuern und Grundeinkommen von einem Unternehmer, der seine Maschinen auch erst einmal erarbeitet haben muss. Dirk Müller, der sicherlich wirtschaftliche Zusammenhänge gut versteht, wird bei seinem Bemühen auf allen Feldern (Politik, Soziologie) mitdiskutieren zu wollen, allmählich zum Universaldilettanten.

    • Andreas

      18. Januar 2019 10:00 at 10:00

      Da hat mal jemand mal wieder das BGE nicht verstanden! Nicht die, die ohne Arbeit sind bekommen ein BGE von denen die arbeiten, sondern Alle! Erst mal von dem URalt Gedanken lösen, das Einkommen=Arbeit sein muss dann wird die Sicht klarer auf das BGE. Neid ist kein guter Ratgeber!Falls dann immer noch nicht überzeugt, bitte mal für eine Konstellation 50%hat Arbeit/50% nicht eine Lösung vorschlagen?

  5. frank

    17. Januar 2019 17:39 at 17:39

    Wie Naiv. Wieso schreibt ihr immer pro BGE? Das BGE ist Kommunismus in Reinform! Ein utopische linke Forderung, die ein wirtschaftlich denkender Mensch durchschauen sollte. Arbeit muss sich lohnen. Eine Gesellschaft ohne Anreisetermin kann nicht bestehen.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 12:53 at 12:53

      @frank, erst einmal vorab: Was ist eine Gesellschaft ohne Anreisetermin?

      Und nun zum eigentlichen Thema: Was ist an Kommunismus in Reinform so schrecklich und verwerflich, dass man ihn gleich kategorisch derart ablehnen muss? Ich spreche dabei explizit nicht von der machtpolitisch fehlgeleiteten Art des „Kommunismus“, wie er in der UdSSR oder in China praktiziert wurde. Niemand muss solche sozio-ökonomischen Theoriemodelle in ihrer Ganzheit gutheißen, dennoch wäre es einseitig, dogmatisch und rein ideologisch geprägt, wenn Sie nicht auch die Vorteile sehen wollen, die zumindest Teilen der kommunistischen Idee (in Reinform) inhärent sind.
      Als wirtschaftlich denkender Mensch bevorzugen Sie natürlich Kapitalismus in Reinform, Ausbeutung und Niedrigstlöhne, die dann letzten Endes auch noch durch Maschinen und Roboter eliminiert werden sollen, um den finalen Grad an Gewinnmaximierung durch Kostenminimierung zu erreichen.

      Ich bevorzuge den wesentlich differenzierteren und wertfreien Denkansatz von @tm, der einmal anregt, dass die Produktivitätsfortschritte seit einiger Zeit stagnieren oder zumindest stark nachlassen. Dies impliziert, dass die menschliche Technik derzeit (noch) zu komplex und kompliziert oder einfach (noch) nicht effizient genug ist. Sollte sich das in Zukunft ändern, darf jedoch gleichzeitig stark angezweifelt werden, dass sich die große Menge an Jobs ohne drastische negative Einflüsse auf die Beschäftigungssituation einfach in Richtung (hoch) technischer Berufe verschieben wird. Die menschlichen Fähigkeiten sind einfach zu weit gestreut und zu unterschiedlich, als dass jedermann mittels Schule und (Aus)bildung zum IT-Fachmann, Gen- oder Robotertechniker oder Wallstreet-Profi geformt werden könnte.
      Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich wären ein brauchbarer erster Ansatz. Doch bereits hier schließt sich der Teufelskreis des Kapitalismus in Reinform schon wieder. Warum sollte ein Kapitalist in maschinelle Produktivitätssteigerungen investieren und gleichzeitig die bisherigen Lohnausgaben beibehalten? Es muss also zwangsläufig auf Einkommenskürzungen durch kürzere Arbeitszeit oder Stellenabbau hinauslaufen, im Idealfall für den wirtschaftlich denkenden Menschen beides gleichzeitig in perfekter kapitalistischer Harmonie.
      Vermutlich müssten Schule, Bildung und Erziehung eher in die Richtung abzielen, dass der sozial maximal erträgliche Grad an ökonomischer Ungleichheit und Ungerechtigkeit erreicht ist. Dass in schönster kommunistischer Tradition die menschliche Arbeitskraft wieder als das angesehen wird, was sie per se ist: Das für einen Großteil der Menschen einzig zur Verfügung stehende und entsprechend zu dotierende Gut.
      Ganz in Ihrem Sinne, lieber @frank, der Sie in bester Marx’scher und Merkel’scher Tradition schreiben: Arbeit muss sich (wieder) lohnen!

    • Marianne

      18. Januar 2019 17:15 at 17:15

      Wenn ich das höre hier, kommt mir das kotzen ,wenn ihr arbeiten erwähnt, denkt ihr immer nur an mehr haben und den Hals nicht vollkriegen. Arbeiten ist auch in Gemeinschaft mal was machen ohne was zu verlangen , daß auch mal Frau M.oder N.o.andere penibel Menschen mal den Dreck von der Straße räumen oder einer älteren Frau den PC mit ah…sauber macht das ist Solidarität und nicht gegenseitiges Abzocken .Wenn Maschinen ,Computer o.a.die menschl.Arbeitskraft ersetzen sollte und man bekommt BLGE ,da gibt es trotzdem immer noch Arbeit putzen werkeln, pflegen weiß ich was .Aber die Alten sollen den Müll machen, was die Jungen nicht wollen .Die meisten wollen ihre Hände bloß nicht dreckig machen und Sesselforz. werden Büro Sänger, Tänzer, berühmt im Internet Fernsehen .Gott sei dank , das viele Eltern ihre Kinder schon früh mit Geld erziehen und den alles im Arsch stecken ,als wenn es der Sinn des Lebens wäre .Wer nichts hat u.keine Wohlhabene Fam.hat, wird schon im Kindergarten ausgestoßen .Das ganze Denken von vielen ist zum kotzen hier es dreht sich nur um Neid ,Eifersucht den anderen nichts gönnen, Macht ,Gier, Karriere ,angeben, Arroganz Hochmütigkeit ,Geiz , Verurteilung kritisieren und Menschen klein machen die hilflos sind ohne das Schicksal des anderen zu kennen.Es dreht sich nur um Konkurrenz Kampf, oh ich habe besseres Auto ,Haus ,Urlaub, Firma weiß ich was ..Aber wenn ihr mal bettlägerisch auf Dauer krank werdet und könnt nicht laufen nirgends wo hin, durch Unfall o.a.dann wird euch bewusst ,das der Sinn des Lebens ganz wo anders liegt, als bei Macht, Gier Reichtum, Egoismus u.s.w.schaut mal in der Bibel, wo der Sinn des Lebens liegt! In Gemeinschaft eine gute Tat vollbringen oder mehrere ohne Erwartungshaltung zu haben,sondern mit Liebe, ist viel mehr Wert als alles andere , wenn man hilflose kranke ,alte, Menschen ein lächeln in Gesicht zaubern kann .Hier fehlt in Deutschland die Gemeinschaft, das der eine den anderen zieht und hilft, der schwächer ist aber nein es ist so, das jeder nur an sich denkt, der andere Obdachlose da, kann ja verrecken ist mir egal hauptsächlich mir geht’s gut, der soll arbeiten gehen der Trinker und Penner .So denken 90% unserer Gesellschaft, denken aber nie darüber nach, das sie durch Schicksalsschäge, Krankheit selbst dort landen könnten .Es ist traurig das die meisten, den nächsten nicht mal ein gesundes Leben wünschen und das er essen hat , wie habgierig und abgebrüht, eiskalt muß man eigentlich sein .phui….manche sollten sich schämen ..Manche denken wie gebildet sie sind und meinen sie wüssten alles besser ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben oder in den Schuhen ,viele Jahre ,des anderen gelaufen sind.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 22:46 at 22:46

      @frank, noch einmal muss ich mich zu Ihrem tiefschürfenden Postulat auch ohne Anreisetermin zu Worte melden. Natürlich bringt es die Natur der Sache mit sich, dass auf einer Kommunkationsplattform wie der hiesigen hauptsächlich wirtschaftlich geprägtes Gedankengut in die Diskussionen mit einfließt. Sie jedoch bringen mit wenigen, halbgar formulierten und zusammenhanglos aneinander gehefteten Nebensätzen ganze Studienzweige wie Philosophie, Soziologie, Politologie, Betriebs- und Volkswirtschaft und Psychologie zur Sprache. Somit gehe ich auch davon aus, dass Ihnen die Werke von Immanuel Kant, Max Weber, Georg Simmel, Karl Marx, Sigmund Freud, von Thomas Hobbes, John Maynard Keynes, Milton Friedmann und sehr, sehr vielen anderen großen Denkern mit konträrem oder anderem Denkansatz wohl bekannt sind.

      Was ich daher nicht verstehe, ist Ihre offensichtliche Fixierung darauf, dass nur die Ansichten eines „wirtschaftlich denkenden“ (also rein zweckrational motivierten) Menschen gewichtig in die Waagschale geworfen werden sollten, ohne die weitere Vielfalt menschlicher Motivationskriterien als gleichwertig anzuerkennen. Als Interpretation bleibt nur eine in der Psychologie längst bekannte Flucht- und Schutzreaktion des menschlichen Gehirns vor der als bedrohlich eingestuften Konfrontation mit einem kaum mehr zu verarbeitenden Erkenntisgewinn durch eine ständig wachsende Zahl an Fakten und Erkenntnissen in einer zunehmend komplexeren Welt. Populärwissenschaftlich gesagt, Faulheit, Trägheit und Angst, sich mit neuen oder anderen Sichtweisen und Erkenntnissen auseinanderzusetzen.
      Mit einem derartigen Denk-, Wahrnehmungs- und Bewertungsfilter diskriminieren und kategorisieren Sie jedoch lediglich konsequenterweise Menschen, deren Denken und Handeln nicht rein (wirtschaftlich) zweckgegebunden, sondern beispielsweise sozialen oder wertegebundenen (ethischen, ästhetischen, religiösen uvm.) oder emotionalen Motiven folgt, als nicht gleichwertig, nicht ernstzunehmend bis hin zu einer (vermeintlich sachlich-rationalen) Verdinglichung zu einem naivem oder fehlgeleitetem Übel, ohne selbstrelexiv zu erkennen, welche gedanklichen und persönlichen Beschränkungen Sie sich selbst dadurch auferlegen.

      Stellen Sie sich folgende einfache Frage: Wie weit, glauben Sie, wären Forschung und Entwicklung oder grundlegende soziale Errungenschaften gediehen, hätte man historisch nur rein wirtschaftlich denkenden Menschen die Initiative überlassen?

  6. asyoulike

    17. Januar 2019 18:00 at 18:00

    Moin, moin,

    das bedingungslose Grundeinkommen gibt es bereits. Es nennt sich Hartz IV. Wer arbeitet in dieser BRD hat verloren. Daher gibt es viele offene Stellen im unteren Lohnbereich, da diese Löhne kaum über Hartz IV liegen. Wenn ein Hartz IV Bezieher auch noch etwas tut (Aufstocker), dann ist er fast besser gestellt als ein mittlerer Verdiener. So what?

    Wir rechnen: Hartz IV (Wohnung, Taschengeld, GEZ, Einkaufen für 1 Euro etc. ) 1200 Euro/M. 1200 Euro/M. durch 5 Stunden/M. für „Bewerbung“, Arzt u. Ämter = 240 Euro/Std.

    Da schaut selbst ein RA/StB/WP sparsam bei so einem Stundensatz.

    Fazit: Braucht jetzt noch jemand eine Erklärung, wieso keine LKW-Fahrer, Altenpfleger, Bauhandwerker, Reinigungskräfte, Steuerfachangestellte etc. gefunden werden?

    • ANDREAS

      18. Januar 2019 10:09 at 10:09

      Was für eine unintelligente Berechnung! Mich wundert das Sie die Rechenaufgabe unten lösen konnten um den Kommentar senden zu können! Mehr ist nicht dazu zu sagen!

    • Michael

      18. Januar 2019 11:09 at 11:09

      Und wieso sollte ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger 1200 Euro p.m. zur Verfügung haben? Können Sie das erläutern? Wissen Sie eigentlich, was ein Aufstocker ist? Nein?! Das ist ein arbeitender Mensch eben genau mit einer Stelle im unter(st)en Lohnbereich. Und gerade, um zu gewährleisten, dass solche Personen insgesamt mehr Geld zum Leben haben als Personen, die ohne eine weitere Erwerbstätigkeit Sozialleistungen nach dem SGB II empfangen, gibt es die ALG-II-Aufstockung.

      In Ihre hoch intelligente Stundenlohn-Berechnung müssten also erst einmal noch die geleisteten Arbeitsstunden mit einfließen. Einerseits prangern Sie die „vielen“ offenen Stellen im Niedriglohnsektor an, andererseits missgönnen Sie Menschen, die bereit sind, für beispielsweise 800 Euro netto zu arbeiten, die paar Kröten, um auf ein ansatzweise menschenwürdiges Lebensniveau zu gelangen.

      Was soll Einkaufen für 1 Euro sein? Das kenne ich nur von ebay, wenn es keinen zweiter Bieter auf einen Artikel gibt.

  7. Uwe

    17. Januar 2019 21:17 at 21:17

    Ein großes Hindernis für die Einführung des BGE ist wohl der staatliche Aparat selbst.
    Sehr viele Ämter werden obsolet.

    Kein Job-Center, kein Arbeitsamt, überhaupt keine Verwaltung mehr in Sachen Sozialleistungen z.B. Kindergeld, BAföG und und und.

    Zwar werden dann viele, die in den Verwaltungen arbeiten auch arbeitslos, aber mich würde interessieren wie viel Geld das spart.

    Kann das die Redaktion von finanzmarktwelt.de herausfinden ?

  8. C. Rass

    18. Januar 2019 07:51 at 07:51

    Firmen die unsere Daten verkaufen machen pro Mensch mit dem Verkauf der Daten ca. 1000€ pro Jahr. Dies Geld sollte den Menschen zu Gute kommen,beispielsweise als Grundeinkommen.

  9. Andreas

    18. Januar 2019 11:35 at 11:35

    Huch, hier gibt es drei User mit dem Namen Andreas…
    Ich bin der Elliott-Wellen-Andreas und bester Freund von „Tm“.

    Nur damit man hier ein wenig die User einteilen kann…die Kommentare über mir sind nicht von mir.

    Grüße
    Andreas der Dritte

  10. Werner G.

    18. Januar 2019 14:09 at 14:09

    Hallo ihr alle:-)

    Das BGE ist unabdingbar denn es führt die Soziale Dreigliederung ein, die einen horizontalen Weg ebnet zu einer machtfreien Gesellschaft. Das vertikale System gehört auf die Mülldeponie verfrachtet, die Zeit fordert es ein denn Maschinen werden die Arbeiten machen, wir sind also frei vom Sklaventum des 21. Jahrhundert. Auf Website: http://www.dreigliederungsbewegung.de findet ihr alle Infos zu der Bewegung. Macht mit. Wir können frei sein, für den Kosmos da sein und können somit die Trennung von Freizeit und Beruf aufheben, denn nicht der Beruf der von oben gesteuert wird ist der eigene Name aber der eigene Name (der freie Mensch) ist der Beruf.

    Das vertikale System investiert in Institutionen die als „Schule“, „Arbeitsplatz“ bezeichnet werden wo wir an ein skurriles Gesellschaftsbild angepasst werden das von oben festgelegt wird,das skurrile Gesellschaftsbild nennt sich die „Norm“, die „politische Korrektheit“ denn wir haben als das volksame Volk gehorsam von klein auf den Institutionszwang uns zu fügen, wir waren doch einst mal das Land der Dichter, der Philosophen, das Land der Künste und Künstler, wo ist diese Kultur hin die selber Politik betreibt wie Friedrich Schiller der 90 Prozent seiner Zeit auf einer Bank saß, beobachtete und auf seinen Beobachtungen Theaterstücke wie „Die Räuber“ schrieb, die noch heute in allen möglichen Theatern gespielt werden.
    Die Institutionen „Schule“, die Institutionen „Arbeitsplatz“ die von der Übermacht gesteuert werden zerstören jegliche Freiheitsbewegung, denn nicht das Investieren in Institutionen ist der freie Mensch aber der freie Mensch ist die Institution in die wir zu investieren haben. Denn nicht der Arbeitsplatz ist die Welt in der wir leben/der Kosmos aber die Welt in der wir leben/der Kosmos ist der Arbeitsplatz. In Österreich gibt es das Freilernen, mit BGE haben die Menschen Spieltrieb, das Spiel ist ein ganzheitlicher Prozess der Innovativen hervorbringt.

    Ich kann nur jedem empfehlen Friedrich Schillers Briefe zu lesen, seine wichtigsten Schriften bis heute, denn „der Mensch ist nur dass ganz Mensch wo er spielt“ und spielen können wir nur in Freiheit weil wir in Freiheit zu Künstlern werden „…denn die Kunst ist die Tochter der Freiheit.“ Ein Künstler betreibt selber Politik denn jeder einzelne Mensch ist sein eigener Staat der nach seiner eigenen politischen Korrektheit sich bewegt. Heute passt die Übermacht die 82,5 Millionen an ihre „politische Korrektheit“ an nach der wir alle zu deren Sklaven gemacht werden.

    Kann nur jedem empfehlen sich mit der Philosophie der Freiheit von Rudolf Steiner zu befassen. Eine Bewegung die kommen muss d
    weil die Zeit gekommen ist, wie Friedrich Schiller sagen würde wir brauchen den Staat innerer wie ausserer Freiheit der nur existieren kann wenn jeder einzelne Mensch dich selbst gehört. Anstatt einer Übermacht.

    Die Idee des BGE beruht auf Friedrich Schiller, der von Friedrich Christian von Augustenburg Geld bekam das ihm ermöglicht ermöglichte seine bis heute produktivsten Schrift zu verfassen die Augustenburg Briefe bzw. Über die ästhetische Erziehung des Menschen wo Friedrich Schiller ein freies Gesellschaftsbild einforderte wo jeder Mensch selber Politik betreibt als freier Mensch. Er sprach von Stofftrieb, vom Formtrieb, vom Spieltrieb. Lesen lernen wir demnächst nur wenn wir wie Schiller 90 Prozent auf einer Bank sitzen und beobachten denn das ist der Stofftrieb, nicht ein von der Regierung selektierten Buch das in einer Institution die sich „Schule“ auswendig gelernt wird, denn das Leben ist die Schule. Denn nicht Wissenschaft ist eigene Erfahrung aber eigene Erfahrung ist Wissenschaft. Nicht die Universität ist das Universum aber das Universum ist die Universität. Österreich möchte als erstes Land das BGE in 5-7 Jahren umgesetzt haben, allerdings haben die auch schon längst direkte Demokratie und haben schon eine aktive Zivilgesellschaft wo freie Menschen selber Politik betreiben durch ihre eigenen Ideen, Innivationen und ihre eigenen Projekte. Nicht wie bei uns wo die 82,5 Millionen Hamstersklaven Montags bis Freitags, Vollzeit, 40 Stunden durch das Hamsterrad kaufen um nicht in Altersarmut zu landen, soziale Berufe wie Altenpfleger/innen, Altenpflegehelfer/innen, Erzieher/innen etc. verdienen in anderen Ländern so viel wie Lehrer, der „Deutsche SOZIAL?staat“ hat es bis heute nicht geschafft Soziale Berufe aufzuwerten denn die Berufspolitikerlobbyisten wollen weiter erwirtschaften auf Kosten von sozialen Berufen wie Altenpflege, Erzieher aber auf gar keinen Fall die Wirtschaftsberufe wie Großfirmen wie Big Pharma, Industrien, Unternehmer, Manager die auf Kosten von Soziales arbeiten einstellen.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 14:48 at 14:48

      @Werner G, Österreich hat schon längst direkte Demokratie? Und ich war bisher immer der Meinung, das sei in der Schweiz der Fall?! In Österreich wurde das Volk in den letzten 70 Jahren erst zweimal zu einer Volksabstimmung berufen: Beim Atomkkraftwerk Zwentendorf und beim Beitritt zur Europäischen Union. Forderungen nach mehr Mitbestimmung gibt es in Österreich zwar seit der Gründung der Republik – wirklich umgesetzt wurden diese Forderungen jedoch noch nie.
      https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5334887/Schweiz-warnt-Oesterreich_Direkte-Demokratie-kein-Kinderspiel
      Ansonsten stellen Sie uns allen hier eine nette und romantische Utopie von einer machtfreien und horizontal organisierten Gesellschaft vor. Ich will nicht bestreiten, dass diese Utopie nun Künstler, Denker und Dichter ansprechen mag, die gerne 90 Prozent ihrer Lebenszeit auf einer Bank sitzen oder liegen und dabei die Welt beobachten oder ihrem Spieltrieb nachgeben. Allerdings stelle ich mir eine derartig horizontale Welt auf Dauer etwas langweilig vor, wenn das alles so machen würden. Denn was lernt ein Mensch auf einer Bank vom Leben, wie formt es seine Persönlichkeit, wenn er andere beobachtet, wie sie auf Bänken sitzen?

  11. Isabella P

    19. Januar 2019 20:34 at 20:34

    Klasse Intro, Dank an @Dirk Müller.

    Über bedingungsloses Grundeinkommen wird nun intensiv ca. 20 Jahre debattiert, in den letzten Jahren verstärkt. In Zeiten, wo sich gesellschaftliche Veränderungen, Umbrüche andeuten, gesellen sich zu den Ökonomen oft die Philosophen. Nein, nicht die Spinner, sondern diejenigen, die das Nachdenken anregen und Impulse liefern (Precht, Habeck …).

    Ich bin für BGE.
    1. Grundeinkommen ist per „die Würde des Menschen …“ in D zugesagt.
    Und leistbar.
    2. Der Staat wird nicht gebraucht, um die (materiellen) Bedürfnisse eines Jeden für 80 Mio Menschen zu definieren, es reicht, wenn er dies (partei-)übergreifend 1x tut.
    3. Der Mensch und die MenschInnen* sind von Hause aus keine faulen Säcke, sondern haben
    Wünsche, Hoffnungen, Interessen und Motivation. Die eine oder andere Fähigkeit kann im Laufe des Lebens schon mal verlustig gehen, da schaut eine gesunde Gesellschaft „im letzten Haus am Dorfrand“ was da zu tun ist. Das sollte mit und ohne BGE so sein.
    Es sind wenige – nicht viele, die über das BGE hinaus besonderer Unterstützung des Staates, der Kommune, bedürfen.
    Was ist wo zu leisten
    1. Höhe des Grundeinkommens definieren, von Staats wegen, iterativ die Demokratieleiter hoch und runter und runter und hoch.
    2. Kommunale Unterschiede können innerhalb D Migration bewirken, why not?
    (Bei Arbeit gab es das auch.)
    3. BGE soll nicht nur die minimalen Bedürfnisse befriedigen, sondern eine bescheidene,
    gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur – Energie für selbstbewusstes Anpacken)
    4. Arbeitsteilige Effekte unter den Teilhabern BGE motivieren/organisatorisch stützen.
    Eben „arbeiten“ (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur). Es macht das nicht mehr der Bürgermeister, weil er im Dorf/Kiez eh nicht mehr vorhanden ist. Also es können völlig neue kommunale, genossenschaftliche Wege gegangen werden.
    Wie geht das?
    1. Der Staat/die Kommunen moderieren, initiieren eine tiefgehende
    gesellschaftliche Diskussion (zunächst weg vom Ressort, Effizienz des tiefgehenden Entscheidungsprozesses ist bedeutsam, vgl. fehlendes Ressort bei Daniel Günther zugunsten Prozesstreiber). Der Gesetzesvorschlag kommt von unten nach oben, nothing von oben nach unten. Der Staat stellt die Volkswirtschaftlichen Kennzahlen, Aufkommen/Verwendung für den Diskussionsprozess von unten nach oben transparent bereit.
    2. Wer zahlt, was der Roboter wegfrisst?
    Am besten gefällt mir noch das Modell Precht: schieb die Geldkarte rein (Du verbrauchst gerade), lass es Dir gefallen, dass da etwas weniger aus dem Automaten kommt. Keiner sagt, was Du darfst, keiner schläft über Deiner Steuerakte ein, Dein ungeschönter Verbrauch ist gefragt, keiner hält Dich für einen Maschinenstürmer.
    Besteuerung am Roboter? Ist nicht so mein Ding, denn den Fortschritt soll man nicht aufhalten, und was ist der Roboter ohne IT, ohne spezielle Rohstoffe …
    3. Reicht das Aufkommen für die Verteilung?
    Da wurde in der Vergangenheit viel gerechnet.
    Fragt doch mal bei NetzwerkGrundeinkommen.de, Frau Katja Kipping, Herrn Robert Habeck, Frau Dorothea Siems, Frau Ulrike Hermann, Herrn Richard Precht …

    Haben die Anwärter-BGE-Faulpelze zu viel Hunger (und Durst), keine Lust auf Nüscht, Kinder nur wegen des Kindergeldes, sind eh nur krank, dumm geboren – nichts dazu gelernt? Nur gut, dass dieser Pauper noch einen Arbeitgeber hat (oder haben sollte, wenn nicht so träge), der solch Schlimmes verhindert.:))

  12. Isabella P

    19. Januar 2019 22:18 at 22:18

    Fazit:
    BGE ist unausweichlich, weil es zu viel ersetzbare Arbeit(ende) in naher Zeit geben wird.
    Alles, was die Maschinen lernen können, werden sie gnadenlos ausspucken und den Rechtsanwalt, den Buchhalter, den Kloputzer, den LKW-Fahrer …den Operateur (teilweise) ersetzen. Wohl wird in einer längeren Übergangszeit mehr Bedarf an Forschung, Entwicklung, Service und Bildung in dieser Maschinen-/IT-Welt entstehen, von erheblichen Engpässen ist auszugehen. Aber das leistet eben in der Regel nicht der Buchhalter … Zu viele Berufsbilder verschwinden nahezu ersatzlos in relativ kurzer Zeit.
    Aus diesen Berufsgruppen kann man nicht das Arbeitsvermögen für die neue Zeit schöpfen. Soziale Unruhen, fehlende Konsumenten, Dritte Generation Arbeitslosigkeit in manchen Familien, sind zu erwarten. Zwar werden einige weiterhin benötigte Arbeitskräfte Arbeit abgeben (Arbeitszeitverkürzung verschiedener Modelle), der Sozial- und Bildungssektor wird steigenden Bedarf haben. Der überwiegende Teil wird in der klassischen Arbeitsteilung überflüssig.
    Diese Perspektive ist nicht hinnehmbar.
    Deshalb: Besinnung auf die Chancen dieser Entwicklung. Mehr Zeit, mehr Selbstbestimmtheit, bewussteres Leben. Eventuell werden die Familien sich ja wieder „Großfamilie“ leisten können (Kinder-, Altenbetreuung). Unter 1.500 nicht zu machen.

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Erleichtert Mario Draghi Frau Lagarde den Start?

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Christine Lagarde wird aller Wahrscheinlichkeit nach Anfang November neue EZB-Chefin werden. Man geht allgemein davon aus, dass sie die lockere Geldpolitik von Mario Draghi fortsetzen oder sogar noch ausweiten wird. Wäre es da nicht sinnvoller, wenn Mario Draghi ihr einen Teil dieser Arbeit noch schnell abnimmt?

Denn wenn Draghi in seinen letzten Tagen im Amt nochmal neue Anleihekäufe aufnimmt etc, was hätte er zu verlieren? Nichts. Und Christine Lagarde könnte mit einem neuen Kaufprogramm ins Amt starten, welches ja von ihrem Vorgänger stammt. Und genau dieses Szenario scheint Realität zu werden. Laut SPON plant Mario Draghi „bis November“ den Start neuer Anleihekäufe. Also genau bis zu dem Zeitpunkt, wo Lagarde ihr Amt antritt.

Auch soll Mario Draghi noch bis zum Ende seiner Amtszeit planen das offizielle Inflationsziel der EZB zu ändern. Bisher lautet es „2% oder nahe 2%“. In Zukunft solle es nur noch „2%“ lauten. Also eine Aufwärtskorrektur des Ziels, von vielleicht 0,2% oder 0,3%? Es wäre ein ideales Szenario für Christine Lagarde. Sie müsste keine nervigen Fragen ertragen, warum sie die Anleihekäufe denn gestartet habe. Denn das wäre ja ihrem Vorgänger „anzulasten“. Laut Berichten denke Mario Draghi auch darüber nach ein „symmetrisches Inflationsziel“ zu installieren. Somit könne die Inflation auch eine Zeit lang über 2% liegen, damit nach einer schwachen Preisphase andersrum ein nachhaltig starkes Preiswachstum entstehen könne.

Draghi und Lagarde
Mario Draghi und Christine Lagarde im Juni. Foto: EZB

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Zinssenkungen: Es geht los – nach Australien jetzt auch Südkorea

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Ein neuer Zyklus hat begonnen. Die ersten Zinssenkungen wurden umgesetzt. Nachdem Australien am 4. Juni und 3.Juli schon zweimal die Leitzinsen gesenkt hat, von 1,50 auf 1,00 Prozent – Begründung sich abschwächender Arbeitsmarkt und schwache Inflationsdaten -, ist jetzt auch Südkorea gefolgt.

Südkorea mit Zinssenkungen zum ersten Mal seit drei Jahren

Der aufstrebende Industriestandort ist für Deutschland sehr interessant, schließlich verbindet beide Nationen ein gemeinsames Geschäftsmodell, es ist der Export. Deshalb lauschen deutsche Ökonomen bestimmt auch auf die Begründungen, die der Notenbankausschuss bei der ersten Zinssenkung seit 2016 (von 1,75 auf 1,50 Prozent) gegeben hat: Eine Verlangsamung des Wachstumstempos, ein Rückgang der Bauinvestitionen und vor allem ein Nachlassen der Exporttätigkeit bei den wesentlichen Gütern wie Halbleitern, petrochemischen Produkte, Autos, Schiffe, Maschinen, Handys und Flachbildschirme.

Der Start in einen neuen Zinssenkungszyklus?

Nach der Analyse einer US-Großbank könnten im 2. Halbjahr 2019 sage und schreibe 19 Zentralbanken Zinssenkungen durchführen. Derzeit legen die Zinsen in ausgewählten Regionen auf folgendem Niveau:

USA 2,25 – 2,50 Prozent
EU 0 Prozent (gültig für 19 Staaten)
Japan 0 bis – 0,10 Prozent
China 4,35 Prozent
Kanada 1,75 Prozent
Großbritannien 0,75 Prozent
Schweiz – 0,25 bis – 1,25 Prozent
Schweden – 0,50 Prozent
Brasilien 6,50 Prozent
Russland 7,50 Prozent

Der globale Einkaufsmanagerindex (EMI) ist seit Juni 2018 von einem Stand von 53,0 Punkten 12-mal gefallen, auf zuletzt 49,4 Punkten in den rezessiven Bereich. Demzufolge ist das Zinssenkungsszenario von Morgan Stanley durchaus nachvollziehbar.

Welche Sitzungen stehen an?

– EZB-Leitzinsenscheidungen 25. Juli und 12. September – Senkung des Einlagezinssatz für Banken von -0,40 auf -0,50 Prozent oder Reaktivierung des Anleihe-Kaufprogramms?
– Fed-Leitzinsentscheidung am 31. Juli

Aufgrund der großen Dominanz des US-Dollars könnte es natürlich sein, dass die Europäische Zentralbank erst mal abwartet, welchen Schritt Fedchef Powell vorlegt. Dann hätte man auch ein leichteres Begründen der eigenen Entscheidung, speziell in Europa.

Wenn nicht, muss es ganz schön brennen in der Eurozone.

Fazit

Der globale Zyklus für Zinssenkungen hat begonnen. Dies, obwohl bereits vor Kurzem ein Viertel aller Staatsanleihen weltweit (in den großen Industrieländern) „unter Wasser“ lag, also mit einer negativen Rendite aufwartete. Die große Frage ist natürlich, ob dieses billige Geld, welches die Zentralbanken zur Verfügung stellen, zur Ankurbelung der Weltwirtschaft überhaupt noch in der Lage sein wird? Natürlich haben die Bären in ihrer Argumentation Recht, dass es durch die Zombiefizierung (dazu interessantes Interview beim Klick an dieser Stelle) viele Volkswirtschaften zu einer Bereinigung kommen muss, dass kein Wirtschaftszyklus endlos ist.

Aber und selbiges habe ich als mögliches Szenario schon ein paar Mal angesprochen: Chinas Bestreben ein Abgleiten der heimischen Wirtschaft zu verhindern durch allerlei fiskalpolitische Maßnahmen, der massive Wunsch Trumps 2020 wieder gewählt zu werden, mit dem Fokus auf Wirtschaft und Börse und die weltweit konzertierten Aktionen der Notenbanken könnten wiederum dafür sorgen, dass die große Korrektur und das Großreinemachen wieder etwas in die Zukunft verlagert wird.

Kurzfristig ist ein Sommerloch an den Börsen durchaus wahrscheinlich, entweder ausgelöst durch negative Quartalsberichte oder ganz einfach durch den Impuls „Sell on news“, der nach einer großen Gewinnstrecke und einem dünnen Umsatzvolumen in den Sommermonaten nicht ungewöhnlich wäre.

Zumal sich auch Markus Fugmann im Urlaub befindet, historisch betrachtet, eine Chance für die Bären (Scherz).

Fed-Chef Jerome Powell bald auch mit Zinssenkungen?
Fed-Chef Jerome Powell. Bald Zinssenkungen?

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Aktuell: Trump macht den „Mini-Erdogan“ mit Angriff auf die Fed

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Wie war das noch? Der türkische Präsident Erdogan hatte den türkischen Zentralbankchef entlassen, weil der seine Anordnung nicht umgesetzt habe die Zinsen zu senken (Unabhängigkeit der Notenbank, was ist das?). Donald Trump ist schon seit Monaten auf Konfrontation mit „seiner“ Notenbank, der Federal Reserve. Denn auch Trump möchte niedrigere, viel niedrigere Zinsen sehen, damit die Wirtschaft angeheizt werden kann (genau wie Erdogan in der Türkei). Inflation, ungezügelte Preissteigerungen bei zu niedrigen Zinsen und zu stark laufender Wirtschaft? Egal. Die Zinsen sollen, sie müssen sinken!?

Aktuell twittert Donald Trump wieder, und das mit Ausrufezeichen, in Richtung Federal Reserve. Also eine Art Anweisung vom Weißen Haus Richtung Notenbank. Genau wie bei Erdogan? Gefühlt geht es schon in diese Richtung, wenn gleich Trump eine Entlassung nicht „mal eben so“ umsetzen kann wie Erdogan. Mit der Entlassung von Fed-Chef Powell hatte Trump ja auch schon geliebäugelt. Mehr denn je betont Donald Trump aktuell, dass der Leitzins sinken müsse. Wegen eines fehlerhaften Denkprozesses bei der Fed hätten die USA viel höhere Zinsen als andere Länder, die wirtschaftlich nicht mit den USA mithalten könnten. Die Zinskosten in den USA seien viel höher als in anderen Ländern. Die Zinsen sollen also sinken, so sind Trumps Worte unzweideutig  zu verstehen. Und er schließt seinen Tweet ab mit dem Wort „Correct“, also „Korrigieren Sie das“ mit Ausrufezeichen Richtung Fed. Unabhängigkeit der Notenbank? Unantastbarkeit? Gut, hierzulande ist sich CDU-Chefin AKK wohl auch nicht so ganz bewusst, was das bedeutet. So sprach sie jüngst von einer „Überprüfung“ der EZB-Politik (hier nachzulesen).

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