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Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich?

Redaktion

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Ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich? Finanzierbar wäre es beispielsweise über eine Maschinensteuer. Wenn ein Fabrikbesitzer beispielsweise 1 Milliarde Euro Gewinn macht, und in seiner Fabrik arbeiten nur noch Maschinen, und keine Menschen mehr – dann könnte oder müsste er sogar auf seinen Gewinn kräftig Sonder-Steuern abdrücken.

Dadurch könnten oder müssten die Menschen ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, damit sie erstens nicht als Konsumenten ausfallen, und zweitens keine Revolution anzetteln. Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren. Und trotz Demografiewandel wird es wohl viele Menschen geben, denen man trotz Arbeitswunsch einfach keine Jobs mehr anbieten kann, weil es sie dank Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr gibt!

Also wäre es doch sinnvoll diese Menschen mit einem Grundeinkommen zu versorgen? Diese Meinung vertritt Dirk Müller (Mr. Dax). Ist er nun vom Kapitalisten zum Kommunisten geworden? Wohl kaum. Seine Argumentation kann man im folgenden Video sehen. Sie ist gut nachvollziehbar. Sicherlich ist das Thema mehr als diskussionswürdig. Aber die Frage lautet in der Tat, was mit Millionen Menschen geschehen soll, die zwar arbeiten wollen, aber für die es in Zukunft keine Arbeit mehr gibt!

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Bedingungsloses Grundeinkommen notwendig wg. Automatisierung?
Foto: Humanrobo CC BY-SA 3.0

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    TraderBS

    17. Januar 2019 16:31 at 16:31

    Ich bin mittlerweile kein so großer Freund des bedingungslosen Einkommen. Betonung liegt dabei auf bedingunglos.

    1. Es gibt prinzipiell bereits eine staatliche Grundsicherung
    (Sie müsste nur höher ausfallen und diese sollten möglichst nicht dem Arbeitseinkommen oder umgedreht angerechnet werden)

    2. Der Mensch ist in der Masse ein faules Wesen und wird sowohl weniger arbeiten als auch weniger konsumieren
    (In einer Welt voller anstrengender Arbeit muss man sich eher belohnen)

    3. Wir haben unglaublich viele menschengemachte Probleme auf dieser Welt. Es gibt genug zu tun und es kann jeder in der Gesellschaft einen Beitrag leisten, diese Probleme nach und nach zu verringern
    (Beseitigen werden wir sie nicht, da wir mangels fehlender Erkenntnisse auch in Zukunft neue Probleme erschaffen werden)

    Ergänzend zu drittens muss man auch Migrationsursachen erwähnen. Wir erschaffen nämlich mit einem Grundeinkommen zusätzliche Einwanderungsanreize, die der westliche Sozialstaat auf Dauer nicht tragen kann. Man sollte gründlich überlegen, ob man diese enormen Zusatzkosten zur Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommen dem Staatsapparat anlastet. Wichtiger wären bei den gegebenen Umständen Entlastung und positive Anreize. Die schafft eine negative Einkommenssteuer oder eine gesellschaftliche Tätigkeit beim Staat gegen verbesserte Grundsicherung deutlich eher!

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    Dr.D.

    17. Januar 2019 17:02 at 17:02

    Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.

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      Andreas

      18. Januar 2019 10:03 at 10:03

      Wenn ein Land wie Deutschland das einführt wird Europa schnell folgen wenn die europäischen Bürger das gerechte an dem BGE erkennen! Danach folgt die Welt und das Problem der Auslagerung von Arbeit hat sich erledigt!

    • Avatar

      FMode

      18. Januar 2019 12:06 at 12:06

      „Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.“

      Weil es dem Unternehmer erstmal egal ist, die Kosten trägt der Kunde (BWL Grundwissen).
      Die Frage muss also lauten:
      „Warum sollte ein Kunde diese teureren Waren kaufen?“

      Es besteht dazu kein Grund. „Niemand“ schlägt eine Maschinensteuer vor – diese Maschinensteuer ist nur eine Hilfe zu verstehen warum maschinelle Arbeit besteuert werden muss.
      Maschinelle Arbeit muss über eine Konsumsteuer besteurt werden:
      http://konsumsteuer.blogspot.com/

      Richtig BGE Befürworter verstehen nicht umsonst einiges von Wirtschaft:
      http://www.wirtschaft-fuer-grundeinkommen.com/supporters/

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      Peter Anton

      19. Januar 2019 06:49 at 06:49

      Ich denke vorerst keiner….Gegenfrage wer soll all die Produkte kaufen die eine Firma ohne Menschlichen Zutun´s herstellt?

  3. Avatar

    tm

    17. Januar 2019 17:24 at 17:24

    “ Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren.“

    Das wird seit rund 200 Jahren behauptet. Und ja, viele bestimmte Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben, so wie es heute auch eher wenig Faustkeilhersteller, Bogenmacher, Heizer etc. gibt.

    Aber vielleicht erst einmal zwei Schritte zurück. Wenn bei gleichem Output menschliche Arbeitskraft wegfällt, wäre dies ein Produktivitätsfortschritt. Von den angeblich so rasanten Produktivitätsfortschritten der Digitalisierung sehen wir aber tatsächlich bislang nichts. Es ist vielmehr ein Problem – Stichwort secular stagnation – dass die Produktivittäsfortschritte nachgelassen haben.

    Sollten diese in naher Zukunft aber doch noch kommen: Wäre es nicht der in mehrerer Hinsicht bessere Weg, wieder Arbeitszeitverkürzungen anzustreben, so wie so den Zeiten hoher Produktivittäsfortschritte in der Vergangenheit auch?

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    Nico

    17. Januar 2019 17:35 at 17:35

    Dr.D. hat recht. Was für eine Schnapsidee. Man gibt den Arbeitern, die in einer Fabrik gearbeitet haben, ein bedingungsloses Grundeinkommen, während Millionen an Handwerkern und Dienstleistern täglich arbeiten (Maurer, Installateure, Elektriker, Fließenleger und viele andere handwerkliche Berufe sowie Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Lehrer, IT-Spezialisten, Polizeibeamte, Soldaten, Juristen und Dutzende weitere Berufsgruppen), das würde ein wahrlich friedliches Miteinander befördern. Nicht zu reden vom Rest der Welt mit 7,4 Bio Mrd. Menschen, von denen sich die meisten abmühen, um über die Runden zu kommen. Und in Deutschland mit dem größten und bald nicht mehr finanzierbaren Sozialstaat der Welt gibt es Steuern und Grundeinkommen von einem Unternehmer, der seine Maschinen auch erst einmal erarbeitet haben muss. Dirk Müller, der sicherlich wirtschaftliche Zusammenhänge gut versteht, wird bei seinem Bemühen auf allen Feldern (Politik, Soziologie) mitdiskutieren zu wollen, allmählich zum Universaldilettanten.

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      Andreas

      18. Januar 2019 10:00 at 10:00

      Da hat mal jemand mal wieder das BGE nicht verstanden! Nicht die, die ohne Arbeit sind bekommen ein BGE von denen die arbeiten, sondern Alle! Erst mal von dem URalt Gedanken lösen, das Einkommen=Arbeit sein muss dann wird die Sicht klarer auf das BGE. Neid ist kein guter Ratgeber!Falls dann immer noch nicht überzeugt, bitte mal für eine Konstellation 50%hat Arbeit/50% nicht eine Lösung vorschlagen?

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    frank

    17. Januar 2019 17:39 at 17:39

    Wie Naiv. Wieso schreibt ihr immer pro BGE? Das BGE ist Kommunismus in Reinform! Ein utopische linke Forderung, die ein wirtschaftlich denkender Mensch durchschauen sollte. Arbeit muss sich lohnen. Eine Gesellschaft ohne Anreisetermin kann nicht bestehen.

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      Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 12:53 at 12:53

      @frank, erst einmal vorab: Was ist eine Gesellschaft ohne Anreisetermin?

      Und nun zum eigentlichen Thema: Was ist an Kommunismus in Reinform so schrecklich und verwerflich, dass man ihn gleich kategorisch derart ablehnen muss? Ich spreche dabei explizit nicht von der machtpolitisch fehlgeleiteten Art des „Kommunismus“, wie er in der UdSSR oder in China praktiziert wurde. Niemand muss solche sozio-ökonomischen Theoriemodelle in ihrer Ganzheit gutheißen, dennoch wäre es einseitig, dogmatisch und rein ideologisch geprägt, wenn Sie nicht auch die Vorteile sehen wollen, die zumindest Teilen der kommunistischen Idee (in Reinform) inhärent sind.
      Als wirtschaftlich denkender Mensch bevorzugen Sie natürlich Kapitalismus in Reinform, Ausbeutung und Niedrigstlöhne, die dann letzten Endes auch noch durch Maschinen und Roboter eliminiert werden sollen, um den finalen Grad an Gewinnmaximierung durch Kostenminimierung zu erreichen.

      Ich bevorzuge den wesentlich differenzierteren und wertfreien Denkansatz von @tm, der einmal anregt, dass die Produktivitätsfortschritte seit einiger Zeit stagnieren oder zumindest stark nachlassen. Dies impliziert, dass die menschliche Technik derzeit (noch) zu komplex und kompliziert oder einfach (noch) nicht effizient genug ist. Sollte sich das in Zukunft ändern, darf jedoch gleichzeitig stark angezweifelt werden, dass sich die große Menge an Jobs ohne drastische negative Einflüsse auf die Beschäftigungssituation einfach in Richtung (hoch) technischer Berufe verschieben wird. Die menschlichen Fähigkeiten sind einfach zu weit gestreut und zu unterschiedlich, als dass jedermann mittels Schule und (Aus)bildung zum IT-Fachmann, Gen- oder Robotertechniker oder Wallstreet-Profi geformt werden könnte.
      Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich wären ein brauchbarer erster Ansatz. Doch bereits hier schließt sich der Teufelskreis des Kapitalismus in Reinform schon wieder. Warum sollte ein Kapitalist in maschinelle Produktivitätssteigerungen investieren und gleichzeitig die bisherigen Lohnausgaben beibehalten? Es muss also zwangsläufig auf Einkommenskürzungen durch kürzere Arbeitszeit oder Stellenabbau hinauslaufen, im Idealfall für den wirtschaftlich denkenden Menschen beides gleichzeitig in perfekter kapitalistischer Harmonie.
      Vermutlich müssten Schule, Bildung und Erziehung eher in die Richtung abzielen, dass der sozial maximal erträgliche Grad an ökonomischer Ungleichheit und Ungerechtigkeit erreicht ist. Dass in schönster kommunistischer Tradition die menschliche Arbeitskraft wieder als das angesehen wird, was sie per se ist: Das für einen Großteil der Menschen einzig zur Verfügung stehende und entsprechend zu dotierende Gut.
      Ganz in Ihrem Sinne, lieber @frank, der Sie in bester Marx’scher und Merkel’scher Tradition schreiben: Arbeit muss sich (wieder) lohnen!

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      Marianne

      18. Januar 2019 17:15 at 17:15

      Wenn ich das höre hier, kommt mir das kotzen ,wenn ihr arbeiten erwähnt, denkt ihr immer nur an mehr haben und den Hals nicht vollkriegen. Arbeiten ist auch in Gemeinschaft mal was machen ohne was zu verlangen , daß auch mal Frau M.oder N.o.andere penibel Menschen mal den Dreck von der Straße räumen oder einer älteren Frau den PC mit ah…sauber macht das ist Solidarität und nicht gegenseitiges Abzocken .Wenn Maschinen ,Computer o.a.die menschl.Arbeitskraft ersetzen sollte und man bekommt BLGE ,da gibt es trotzdem immer noch Arbeit putzen werkeln, pflegen weiß ich was .Aber die Alten sollen den Müll machen, was die Jungen nicht wollen .Die meisten wollen ihre Hände bloß nicht dreckig machen und Sesselforz. werden Büro Sänger, Tänzer, berühmt im Internet Fernsehen .Gott sei dank , das viele Eltern ihre Kinder schon früh mit Geld erziehen und den alles im Arsch stecken ,als wenn es der Sinn des Lebens wäre .Wer nichts hat u.keine Wohlhabene Fam.hat, wird schon im Kindergarten ausgestoßen .Das ganze Denken von vielen ist zum kotzen hier es dreht sich nur um Neid ,Eifersucht den anderen nichts gönnen, Macht ,Gier, Karriere ,angeben, Arroganz Hochmütigkeit ,Geiz , Verurteilung kritisieren und Menschen klein machen die hilflos sind ohne das Schicksal des anderen zu kennen.Es dreht sich nur um Konkurrenz Kampf, oh ich habe besseres Auto ,Haus ,Urlaub, Firma weiß ich was ..Aber wenn ihr mal bettlägerisch auf Dauer krank werdet und könnt nicht laufen nirgends wo hin, durch Unfall o.a.dann wird euch bewusst ,das der Sinn des Lebens ganz wo anders liegt, als bei Macht, Gier Reichtum, Egoismus u.s.w.schaut mal in der Bibel, wo der Sinn des Lebens liegt! In Gemeinschaft eine gute Tat vollbringen oder mehrere ohne Erwartungshaltung zu haben,sondern mit Liebe, ist viel mehr Wert als alles andere , wenn man hilflose kranke ,alte, Menschen ein lächeln in Gesicht zaubern kann .Hier fehlt in Deutschland die Gemeinschaft, das der eine den anderen zieht und hilft, der schwächer ist aber nein es ist so, das jeder nur an sich denkt, der andere Obdachlose da, kann ja verrecken ist mir egal hauptsächlich mir geht’s gut, der soll arbeiten gehen der Trinker und Penner .So denken 90% unserer Gesellschaft, denken aber nie darüber nach, das sie durch Schicksalsschäge, Krankheit selbst dort landen könnten .Es ist traurig das die meisten, den nächsten nicht mal ein gesundes Leben wünschen und das er essen hat , wie habgierig und abgebrüht, eiskalt muß man eigentlich sein .phui….manche sollten sich schämen ..Manche denken wie gebildet sie sind und meinen sie wüssten alles besser ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben oder in den Schuhen ,viele Jahre ,des anderen gelaufen sind.

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      Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 22:46 at 22:46

      @frank, noch einmal muss ich mich zu Ihrem tiefschürfenden Postulat auch ohne Anreisetermin zu Worte melden. Natürlich bringt es die Natur der Sache mit sich, dass auf einer Kommunkationsplattform wie der hiesigen hauptsächlich wirtschaftlich geprägtes Gedankengut in die Diskussionen mit einfließt. Sie jedoch bringen mit wenigen, halbgar formulierten und zusammenhanglos aneinander gehefteten Nebensätzen ganze Studienzweige wie Philosophie, Soziologie, Politologie, Betriebs- und Volkswirtschaft und Psychologie zur Sprache. Somit gehe ich auch davon aus, dass Ihnen die Werke von Immanuel Kant, Max Weber, Georg Simmel, Karl Marx, Sigmund Freud, von Thomas Hobbes, John Maynard Keynes, Milton Friedmann und sehr, sehr vielen anderen großen Denkern mit konträrem oder anderem Denkansatz wohl bekannt sind.

      Was ich daher nicht verstehe, ist Ihre offensichtliche Fixierung darauf, dass nur die Ansichten eines „wirtschaftlich denkenden“ (also rein zweckrational motivierten) Menschen gewichtig in die Waagschale geworfen werden sollten, ohne die weitere Vielfalt menschlicher Motivationskriterien als gleichwertig anzuerkennen. Als Interpretation bleibt nur eine in der Psychologie längst bekannte Flucht- und Schutzreaktion des menschlichen Gehirns vor der als bedrohlich eingestuften Konfrontation mit einem kaum mehr zu verarbeitenden Erkenntisgewinn durch eine ständig wachsende Zahl an Fakten und Erkenntnissen in einer zunehmend komplexeren Welt. Populärwissenschaftlich gesagt, Faulheit, Trägheit und Angst, sich mit neuen oder anderen Sichtweisen und Erkenntnissen auseinanderzusetzen.
      Mit einem derartigen Denk-, Wahrnehmungs- und Bewertungsfilter diskriminieren und kategorisieren Sie jedoch lediglich konsequenterweise Menschen, deren Denken und Handeln nicht rein (wirtschaftlich) zweckgegebunden, sondern beispielsweise sozialen oder wertegebundenen (ethischen, ästhetischen, religiösen uvm.) oder emotionalen Motiven folgt, als nicht gleichwertig, nicht ernstzunehmend bis hin zu einer (vermeintlich sachlich-rationalen) Verdinglichung zu einem naivem oder fehlgeleitetem Übel, ohne selbstrelexiv zu erkennen, welche gedanklichen und persönlichen Beschränkungen Sie sich selbst dadurch auferlegen.

      Stellen Sie sich folgende einfache Frage: Wie weit, glauben Sie, wären Forschung und Entwicklung oder grundlegende soziale Errungenschaften gediehen, hätte man historisch nur rein wirtschaftlich denkenden Menschen die Initiative überlassen?

  6. Avatar

    asyoulike

    17. Januar 2019 18:00 at 18:00

    Moin, moin,

    das bedingungslose Grundeinkommen gibt es bereits. Es nennt sich Hartz IV. Wer arbeitet in dieser BRD hat verloren. Daher gibt es viele offene Stellen im unteren Lohnbereich, da diese Löhne kaum über Hartz IV liegen. Wenn ein Hartz IV Bezieher auch noch etwas tut (Aufstocker), dann ist er fast besser gestellt als ein mittlerer Verdiener. So what?

    Wir rechnen: Hartz IV (Wohnung, Taschengeld, GEZ, Einkaufen für 1 Euro etc. ) 1200 Euro/M. 1200 Euro/M. durch 5 Stunden/M. für „Bewerbung“, Arzt u. Ämter = 240 Euro/Std.

    Da schaut selbst ein RA/StB/WP sparsam bei so einem Stundensatz.

    Fazit: Braucht jetzt noch jemand eine Erklärung, wieso keine LKW-Fahrer, Altenpfleger, Bauhandwerker, Reinigungskräfte, Steuerfachangestellte etc. gefunden werden?

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      ANDREAS

      18. Januar 2019 10:09 at 10:09

      Was für eine unintelligente Berechnung! Mich wundert das Sie die Rechenaufgabe unten lösen konnten um den Kommentar senden zu können! Mehr ist nicht dazu zu sagen!

    • Avatar

      Michael

      18. Januar 2019 11:09 at 11:09

      Und wieso sollte ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger 1200 Euro p.m. zur Verfügung haben? Können Sie das erläutern? Wissen Sie eigentlich, was ein Aufstocker ist? Nein?! Das ist ein arbeitender Mensch eben genau mit einer Stelle im unter(st)en Lohnbereich. Und gerade, um zu gewährleisten, dass solche Personen insgesamt mehr Geld zum Leben haben als Personen, die ohne eine weitere Erwerbstätigkeit Sozialleistungen nach dem SGB II empfangen, gibt es die ALG-II-Aufstockung.

      In Ihre hoch intelligente Stundenlohn-Berechnung müssten also erst einmal noch die geleisteten Arbeitsstunden mit einfließen. Einerseits prangern Sie die „vielen“ offenen Stellen im Niedriglohnsektor an, andererseits missgönnen Sie Menschen, die bereit sind, für beispielsweise 800 Euro netto zu arbeiten, die paar Kröten, um auf ein ansatzweise menschenwürdiges Lebensniveau zu gelangen.

      Was soll Einkaufen für 1 Euro sein? Das kenne ich nur von ebay, wenn es keinen zweiter Bieter auf einen Artikel gibt.

  7. Avatar

    Uwe

    17. Januar 2019 21:17 at 21:17

    Ein großes Hindernis für die Einführung des BGE ist wohl der staatliche Aparat selbst.
    Sehr viele Ämter werden obsolet.

    Kein Job-Center, kein Arbeitsamt, überhaupt keine Verwaltung mehr in Sachen Sozialleistungen z.B. Kindergeld, BAföG und und und.

    Zwar werden dann viele, die in den Verwaltungen arbeiten auch arbeitslos, aber mich würde interessieren wie viel Geld das spart.

    Kann das die Redaktion von finanzmarktwelt.de herausfinden ?

  8. Avatar

    C. Rass

    18. Januar 2019 07:51 at 07:51

    Firmen die unsere Daten verkaufen machen pro Mensch mit dem Verkauf der Daten ca. 1000€ pro Jahr. Dies Geld sollte den Menschen zu Gute kommen,beispielsweise als Grundeinkommen.

  9. Avatar

    Andreas

    18. Januar 2019 11:35 at 11:35

    Huch, hier gibt es drei User mit dem Namen Andreas…
    Ich bin der Elliott-Wellen-Andreas und bester Freund von „Tm“.

    Nur damit man hier ein wenig die User einteilen kann…die Kommentare über mir sind nicht von mir.

    Grüße
    Andreas der Dritte

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    Werner G.

    18. Januar 2019 14:09 at 14:09

    Hallo ihr alle:-)

    Das BGE ist unabdingbar denn es führt die Soziale Dreigliederung ein, die einen horizontalen Weg ebnet zu einer machtfreien Gesellschaft. Das vertikale System gehört auf die Mülldeponie verfrachtet, die Zeit fordert es ein denn Maschinen werden die Arbeiten machen, wir sind also frei vom Sklaventum des 21. Jahrhundert. Auf Website: http://www.dreigliederungsbewegung.de findet ihr alle Infos zu der Bewegung. Macht mit. Wir können frei sein, für den Kosmos da sein und können somit die Trennung von Freizeit und Beruf aufheben, denn nicht der Beruf der von oben gesteuert wird ist der eigene Name aber der eigene Name (der freie Mensch) ist der Beruf.

    Das vertikale System investiert in Institutionen die als „Schule“, „Arbeitsplatz“ bezeichnet werden wo wir an ein skurriles Gesellschaftsbild angepasst werden das von oben festgelegt wird,das skurrile Gesellschaftsbild nennt sich die „Norm“, die „politische Korrektheit“ denn wir haben als das volksame Volk gehorsam von klein auf den Institutionszwang uns zu fügen, wir waren doch einst mal das Land der Dichter, der Philosophen, das Land der Künste und Künstler, wo ist diese Kultur hin die selber Politik betreibt wie Friedrich Schiller der 90 Prozent seiner Zeit auf einer Bank saß, beobachtete und auf seinen Beobachtungen Theaterstücke wie „Die Räuber“ schrieb, die noch heute in allen möglichen Theatern gespielt werden.
    Die Institutionen „Schule“, die Institutionen „Arbeitsplatz“ die von der Übermacht gesteuert werden zerstören jegliche Freiheitsbewegung, denn nicht das Investieren in Institutionen ist der freie Mensch aber der freie Mensch ist die Institution in die wir zu investieren haben. Denn nicht der Arbeitsplatz ist die Welt in der wir leben/der Kosmos aber die Welt in der wir leben/der Kosmos ist der Arbeitsplatz. In Österreich gibt es das Freilernen, mit BGE haben die Menschen Spieltrieb, das Spiel ist ein ganzheitlicher Prozess der Innovativen hervorbringt.

    Ich kann nur jedem empfehlen Friedrich Schillers Briefe zu lesen, seine wichtigsten Schriften bis heute, denn „der Mensch ist nur dass ganz Mensch wo er spielt“ und spielen können wir nur in Freiheit weil wir in Freiheit zu Künstlern werden „…denn die Kunst ist die Tochter der Freiheit.“ Ein Künstler betreibt selber Politik denn jeder einzelne Mensch ist sein eigener Staat der nach seiner eigenen politischen Korrektheit sich bewegt. Heute passt die Übermacht die 82,5 Millionen an ihre „politische Korrektheit“ an nach der wir alle zu deren Sklaven gemacht werden.

    Kann nur jedem empfehlen sich mit der Philosophie der Freiheit von Rudolf Steiner zu befassen. Eine Bewegung die kommen muss d
    weil die Zeit gekommen ist, wie Friedrich Schiller sagen würde wir brauchen den Staat innerer wie ausserer Freiheit der nur existieren kann wenn jeder einzelne Mensch dich selbst gehört. Anstatt einer Übermacht.

    Die Idee des BGE beruht auf Friedrich Schiller, der von Friedrich Christian von Augustenburg Geld bekam das ihm ermöglicht ermöglichte seine bis heute produktivsten Schrift zu verfassen die Augustenburg Briefe bzw. Über die ästhetische Erziehung des Menschen wo Friedrich Schiller ein freies Gesellschaftsbild einforderte wo jeder Mensch selber Politik betreibt als freier Mensch. Er sprach von Stofftrieb, vom Formtrieb, vom Spieltrieb. Lesen lernen wir demnächst nur wenn wir wie Schiller 90 Prozent auf einer Bank sitzen und beobachten denn das ist der Stofftrieb, nicht ein von der Regierung selektierten Buch das in einer Institution die sich „Schule“ auswendig gelernt wird, denn das Leben ist die Schule. Denn nicht Wissenschaft ist eigene Erfahrung aber eigene Erfahrung ist Wissenschaft. Nicht die Universität ist das Universum aber das Universum ist die Universität. Österreich möchte als erstes Land das BGE in 5-7 Jahren umgesetzt haben, allerdings haben die auch schon längst direkte Demokratie und haben schon eine aktive Zivilgesellschaft wo freie Menschen selber Politik betreiben durch ihre eigenen Ideen, Innivationen und ihre eigenen Projekte. Nicht wie bei uns wo die 82,5 Millionen Hamstersklaven Montags bis Freitags, Vollzeit, 40 Stunden durch das Hamsterrad kaufen um nicht in Altersarmut zu landen, soziale Berufe wie Altenpfleger/innen, Altenpflegehelfer/innen, Erzieher/innen etc. verdienen in anderen Ländern so viel wie Lehrer, der „Deutsche SOZIAL?staat“ hat es bis heute nicht geschafft Soziale Berufe aufzuwerten denn die Berufspolitikerlobbyisten wollen weiter erwirtschaften auf Kosten von sozialen Berufen wie Altenpflege, Erzieher aber auf gar keinen Fall die Wirtschaftsberufe wie Großfirmen wie Big Pharma, Industrien, Unternehmer, Manager die auf Kosten von Soziales arbeiten einstellen.

    • Avatar

      Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 14:48 at 14:48

      @Werner G, Österreich hat schon längst direkte Demokratie? Und ich war bisher immer der Meinung, das sei in der Schweiz der Fall?! In Österreich wurde das Volk in den letzten 70 Jahren erst zweimal zu einer Volksabstimmung berufen: Beim Atomkkraftwerk Zwentendorf und beim Beitritt zur Europäischen Union. Forderungen nach mehr Mitbestimmung gibt es in Österreich zwar seit der Gründung der Republik – wirklich umgesetzt wurden diese Forderungen jedoch noch nie.
      https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5334887/Schweiz-warnt-Oesterreich_Direkte-Demokratie-kein-Kinderspiel
      Ansonsten stellen Sie uns allen hier eine nette und romantische Utopie von einer machtfreien und horizontal organisierten Gesellschaft vor. Ich will nicht bestreiten, dass diese Utopie nun Künstler, Denker und Dichter ansprechen mag, die gerne 90 Prozent ihrer Lebenszeit auf einer Bank sitzen oder liegen und dabei die Welt beobachten oder ihrem Spieltrieb nachgeben. Allerdings stelle ich mir eine derartig horizontale Welt auf Dauer etwas langweilig vor, wenn das alles so machen würden. Denn was lernt ein Mensch auf einer Bank vom Leben, wie formt es seine Persönlichkeit, wenn er andere beobachtet, wie sie auf Bänken sitzen?

  11. Avatar

    Isabella P

    19. Januar 2019 20:34 at 20:34

    Klasse Intro, Dank an @Dirk Müller.

    Über bedingungsloses Grundeinkommen wird nun intensiv ca. 20 Jahre debattiert, in den letzten Jahren verstärkt. In Zeiten, wo sich gesellschaftliche Veränderungen, Umbrüche andeuten, gesellen sich zu den Ökonomen oft die Philosophen. Nein, nicht die Spinner, sondern diejenigen, die das Nachdenken anregen und Impulse liefern (Precht, Habeck …).

    Ich bin für BGE.
    1. Grundeinkommen ist per „die Würde des Menschen …“ in D zugesagt.
    Und leistbar.
    2. Der Staat wird nicht gebraucht, um die (materiellen) Bedürfnisse eines Jeden für 80 Mio Menschen zu definieren, es reicht, wenn er dies (partei-)übergreifend 1x tut.
    3. Der Mensch und die MenschInnen* sind von Hause aus keine faulen Säcke, sondern haben
    Wünsche, Hoffnungen, Interessen und Motivation. Die eine oder andere Fähigkeit kann im Laufe des Lebens schon mal verlustig gehen, da schaut eine gesunde Gesellschaft „im letzten Haus am Dorfrand“ was da zu tun ist. Das sollte mit und ohne BGE so sein.
    Es sind wenige – nicht viele, die über das BGE hinaus besonderer Unterstützung des Staates, der Kommune, bedürfen.
    Was ist wo zu leisten
    1. Höhe des Grundeinkommens definieren, von Staats wegen, iterativ die Demokratieleiter hoch und runter und runter und hoch.
    2. Kommunale Unterschiede können innerhalb D Migration bewirken, why not?
    (Bei Arbeit gab es das auch.)
    3. BGE soll nicht nur die minimalen Bedürfnisse befriedigen, sondern eine bescheidene,
    gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur – Energie für selbstbewusstes Anpacken)
    4. Arbeitsteilige Effekte unter den Teilhabern BGE motivieren/organisatorisch stützen.
    Eben „arbeiten“ (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur). Es macht das nicht mehr der Bürgermeister, weil er im Dorf/Kiez eh nicht mehr vorhanden ist. Also es können völlig neue kommunale, genossenschaftliche Wege gegangen werden.
    Wie geht das?
    1. Der Staat/die Kommunen moderieren, initiieren eine tiefgehende
    gesellschaftliche Diskussion (zunächst weg vom Ressort, Effizienz des tiefgehenden Entscheidungsprozesses ist bedeutsam, vgl. fehlendes Ressort bei Daniel Günther zugunsten Prozesstreiber). Der Gesetzesvorschlag kommt von unten nach oben, nothing von oben nach unten. Der Staat stellt die Volkswirtschaftlichen Kennzahlen, Aufkommen/Verwendung für den Diskussionsprozess von unten nach oben transparent bereit.
    2. Wer zahlt, was der Roboter wegfrisst?
    Am besten gefällt mir noch das Modell Precht: schieb die Geldkarte rein (Du verbrauchst gerade), lass es Dir gefallen, dass da etwas weniger aus dem Automaten kommt. Keiner sagt, was Du darfst, keiner schläft über Deiner Steuerakte ein, Dein ungeschönter Verbrauch ist gefragt, keiner hält Dich für einen Maschinenstürmer.
    Besteuerung am Roboter? Ist nicht so mein Ding, denn den Fortschritt soll man nicht aufhalten, und was ist der Roboter ohne IT, ohne spezielle Rohstoffe …
    3. Reicht das Aufkommen für die Verteilung?
    Da wurde in der Vergangenheit viel gerechnet.
    Fragt doch mal bei NetzwerkGrundeinkommen.de, Frau Katja Kipping, Herrn Robert Habeck, Frau Dorothea Siems, Frau Ulrike Hermann, Herrn Richard Precht …

    Haben die Anwärter-BGE-Faulpelze zu viel Hunger (und Durst), keine Lust auf Nüscht, Kinder nur wegen des Kindergeldes, sind eh nur krank, dumm geboren – nichts dazu gelernt? Nur gut, dass dieser Pauper noch einen Arbeitgeber hat (oder haben sollte, wenn nicht so träge), der solch Schlimmes verhindert.:))

  12. Avatar

    Isabella P

    19. Januar 2019 22:18 at 22:18

    Fazit:
    BGE ist unausweichlich, weil es zu viel ersetzbare Arbeit(ende) in naher Zeit geben wird.
    Alles, was die Maschinen lernen können, werden sie gnadenlos ausspucken und den Rechtsanwalt, den Buchhalter, den Kloputzer, den LKW-Fahrer …den Operateur (teilweise) ersetzen. Wohl wird in einer längeren Übergangszeit mehr Bedarf an Forschung, Entwicklung, Service und Bildung in dieser Maschinen-/IT-Welt entstehen, von erheblichen Engpässen ist auszugehen. Aber das leistet eben in der Regel nicht der Buchhalter … Zu viele Berufsbilder verschwinden nahezu ersatzlos in relativ kurzer Zeit.
    Aus diesen Berufsgruppen kann man nicht das Arbeitsvermögen für die neue Zeit schöpfen. Soziale Unruhen, fehlende Konsumenten, Dritte Generation Arbeitslosigkeit in manchen Familien, sind zu erwarten. Zwar werden einige weiterhin benötigte Arbeitskräfte Arbeit abgeben (Arbeitszeitverkürzung verschiedener Modelle), der Sozial- und Bildungssektor wird steigenden Bedarf haben. Der überwiegende Teil wird in der klassischen Arbeitsteilung überflüssig.
    Diese Perspektive ist nicht hinnehmbar.
    Deshalb: Besinnung auf die Chancen dieser Entwicklung. Mehr Zeit, mehr Selbstbestimmtheit, bewussteres Leben. Eventuell werden die Familien sich ja wieder „Großfamilie“ leisten können (Kinder-, Altenbetreuung). Unter 1.500 nicht zu machen.

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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