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Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich?

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Ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen unausweichlich? Finanzierbar wäre es beispielsweise über eine Maschinensteuer. Wenn ein Fabrikbesitzer beispielsweise 1 Milliarde Euro Gewinn macht, und in seiner Fabrik arbeiten nur noch Maschinen, und keine Menschen mehr – dann könnte oder müsste er sogar auf seinen Gewinn kräftig Sonder-Steuern abdrücken.

Dadurch könnten oder müssten die Menschen ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, damit sie erstens nicht als Konsumenten ausfallen, und zweitens keine Revolution anzetteln. Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren. Und trotz Demografiewandel wird es wohl viele Menschen geben, denen man trotz Arbeitswunsch einfach keine Jobs mehr anbieten kann, weil es sie dank Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr gibt!

Also wäre es doch sinnvoll diese Menschen mit einem Grundeinkommen zu versorgen? Diese Meinung vertritt Dirk Müller (Mr. Dax). Ist er nun vom Kapitalisten zum Kommunisten geworden? Wohl kaum. Seine Argumentation kann man im folgenden Video sehen. Sie ist gut nachvollziehbar. Sicherlich ist das Thema mehr als diskussionswürdig. Aber die Frage lautet in der Tat, was mit Millionen Menschen geschehen soll, die zwar arbeiten wollen, aber für die es in Zukunft keine Arbeit mehr gibt!

Bedingungsloses Grundeinkommen notwendig wg. Automatisierung?
Foto: Humanrobo CC BY-SA 3.0

22 Kommentare

22 Comments

  1. TraderBS

    17. Januar 2019 16:31 at 16:31

    Ich bin mittlerweile kein so großer Freund des bedingungslosen Einkommen. Betonung liegt dabei auf bedingunglos.

    1. Es gibt prinzipiell bereits eine staatliche Grundsicherung
    (Sie müsste nur höher ausfallen und diese sollten möglichst nicht dem Arbeitseinkommen oder umgedreht angerechnet werden)

    2. Der Mensch ist in der Masse ein faules Wesen und wird sowohl weniger arbeiten als auch weniger konsumieren
    (In einer Welt voller anstrengender Arbeit muss man sich eher belohnen)

    3. Wir haben unglaublich viele menschengemachte Probleme auf dieser Welt. Es gibt genug zu tun und es kann jeder in der Gesellschaft einen Beitrag leisten, diese Probleme nach und nach zu verringern
    (Beseitigen werden wir sie nicht, da wir mangels fehlender Erkenntnisse auch in Zukunft neue Probleme erschaffen werden)

    Ergänzend zu drittens muss man auch Migrationsursachen erwähnen. Wir erschaffen nämlich mit einem Grundeinkommen zusätzliche Einwanderungsanreize, die der westliche Sozialstaat auf Dauer nicht tragen kann. Man sollte gründlich überlegen, ob man diese enormen Zusatzkosten zur Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommen dem Staatsapparat anlastet. Wichtiger wären bei den gegebenen Umständen Entlastung und positive Anreize. Die schafft eine negative Einkommenssteuer oder eine gesellschaftliche Tätigkeit beim Staat gegen verbesserte Grundsicherung deutlich eher!

  2. Dr.D.

    17. Januar 2019 17:02 at 17:02

    Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.

    • Andreas

      18. Januar 2019 10:03 at 10:03

      Wenn ein Land wie Deutschland das einführt wird Europa schnell folgen wenn die europäischen Bürger das gerechte an dem BGE erkennen! Danach folgt die Welt und das Problem der Auslagerung von Arbeit hat sich erledigt!

    • FMode

      18. Januar 2019 12:06 at 12:06

      „Warum sollte ein Kapitaleigner, vulgo Fabrikbesitzer, seine Maschinenfabrik gerade in dem Land errichten, das Sondersteuern auf diese Maschinen erhebt. Um Antwort wird gebeten.“

      Weil es dem Unternehmer erstmal egal ist, die Kosten trägt der Kunde (BWL Grundwissen).
      Die Frage muss also lauten:
      „Warum sollte ein Kunde diese teureren Waren kaufen?“

      Es besteht dazu kein Grund. „Niemand“ schlägt eine Maschinensteuer vor – diese Maschinensteuer ist nur eine Hilfe zu verstehen warum maschinelle Arbeit besteuert werden muss.
      Maschinelle Arbeit muss über eine Konsumsteuer besteurt werden:
      http://konsumsteuer.blogspot.com/

      Richtig BGE Befürworter verstehen nicht umsonst einiges von Wirtschaft:
      http://www.wirtschaft-fuer-grundeinkommen.com/supporters/

    • Peter Anton

      19. Januar 2019 06:49 at 06:49

      Ich denke vorerst keiner….Gegenfrage wer soll all die Produkte kaufen die eine Firma ohne Menschlichen Zutun´s herstellt?

  3. tm

    17. Januar 2019 17:24 at 17:24

    “ Denn viele, sehr viele Jobs werden schon bald nicht mehr existieren.“

    Das wird seit rund 200 Jahren behauptet. Und ja, viele bestimmte Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben, so wie es heute auch eher wenig Faustkeilhersteller, Bogenmacher, Heizer etc. gibt.

    Aber vielleicht erst einmal zwei Schritte zurück. Wenn bei gleichem Output menschliche Arbeitskraft wegfällt, wäre dies ein Produktivitätsfortschritt. Von den angeblich so rasanten Produktivitätsfortschritten der Digitalisierung sehen wir aber tatsächlich bislang nichts. Es ist vielmehr ein Problem – Stichwort secular stagnation – dass die Produktivittäsfortschritte nachgelassen haben.

    Sollten diese in naher Zukunft aber doch noch kommen: Wäre es nicht der in mehrerer Hinsicht bessere Weg, wieder Arbeitszeitverkürzungen anzustreben, so wie so den Zeiten hoher Produktivittäsfortschritte in der Vergangenheit auch?

  4. Nico

    17. Januar 2019 17:35 at 17:35

    Dr.D. hat recht. Was für eine Schnapsidee. Man gibt den Arbeitern, die in einer Fabrik gearbeitet haben, ein bedingungsloses Grundeinkommen, während Millionen an Handwerkern und Dienstleistern täglich arbeiten (Maurer, Installateure, Elektriker, Fließenleger und viele andere handwerkliche Berufe sowie Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Lehrer, IT-Spezialisten, Polizeibeamte, Soldaten, Juristen und Dutzende weitere Berufsgruppen), das würde ein wahrlich friedliches Miteinander befördern. Nicht zu reden vom Rest der Welt mit 7,4 Bio Mrd. Menschen, von denen sich die meisten abmühen, um über die Runden zu kommen. Und in Deutschland mit dem größten und bald nicht mehr finanzierbaren Sozialstaat der Welt gibt es Steuern und Grundeinkommen von einem Unternehmer, der seine Maschinen auch erst einmal erarbeitet haben muss. Dirk Müller, der sicherlich wirtschaftliche Zusammenhänge gut versteht, wird bei seinem Bemühen auf allen Feldern (Politik, Soziologie) mitdiskutieren zu wollen, allmählich zum Universaldilettanten.

    • Andreas

      18. Januar 2019 10:00 at 10:00

      Da hat mal jemand mal wieder das BGE nicht verstanden! Nicht die, die ohne Arbeit sind bekommen ein BGE von denen die arbeiten, sondern Alle! Erst mal von dem URalt Gedanken lösen, das Einkommen=Arbeit sein muss dann wird die Sicht klarer auf das BGE. Neid ist kein guter Ratgeber!Falls dann immer noch nicht überzeugt, bitte mal für eine Konstellation 50%hat Arbeit/50% nicht eine Lösung vorschlagen?

  5. frank

    17. Januar 2019 17:39 at 17:39

    Wie Naiv. Wieso schreibt ihr immer pro BGE? Das BGE ist Kommunismus in Reinform! Ein utopische linke Forderung, die ein wirtschaftlich denkender Mensch durchschauen sollte. Arbeit muss sich lohnen. Eine Gesellschaft ohne Anreisetermin kann nicht bestehen.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 12:53 at 12:53

      @frank, erst einmal vorab: Was ist eine Gesellschaft ohne Anreisetermin?

      Und nun zum eigentlichen Thema: Was ist an Kommunismus in Reinform so schrecklich und verwerflich, dass man ihn gleich kategorisch derart ablehnen muss? Ich spreche dabei explizit nicht von der machtpolitisch fehlgeleiteten Art des „Kommunismus“, wie er in der UdSSR oder in China praktiziert wurde. Niemand muss solche sozio-ökonomischen Theoriemodelle in ihrer Ganzheit gutheißen, dennoch wäre es einseitig, dogmatisch und rein ideologisch geprägt, wenn Sie nicht auch die Vorteile sehen wollen, die zumindest Teilen der kommunistischen Idee (in Reinform) inhärent sind.
      Als wirtschaftlich denkender Mensch bevorzugen Sie natürlich Kapitalismus in Reinform, Ausbeutung und Niedrigstlöhne, die dann letzten Endes auch noch durch Maschinen und Roboter eliminiert werden sollen, um den finalen Grad an Gewinnmaximierung durch Kostenminimierung zu erreichen.

      Ich bevorzuge den wesentlich differenzierteren und wertfreien Denkansatz von @tm, der einmal anregt, dass die Produktivitätsfortschritte seit einiger Zeit stagnieren oder zumindest stark nachlassen. Dies impliziert, dass die menschliche Technik derzeit (noch) zu komplex und kompliziert oder einfach (noch) nicht effizient genug ist. Sollte sich das in Zukunft ändern, darf jedoch gleichzeitig stark angezweifelt werden, dass sich die große Menge an Jobs ohne drastische negative Einflüsse auf die Beschäftigungssituation einfach in Richtung (hoch) technischer Berufe verschieben wird. Die menschlichen Fähigkeiten sind einfach zu weit gestreut und zu unterschiedlich, als dass jedermann mittels Schule und (Aus)bildung zum IT-Fachmann, Gen- oder Robotertechniker oder Wallstreet-Profi geformt werden könnte.
      Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich wären ein brauchbarer erster Ansatz. Doch bereits hier schließt sich der Teufelskreis des Kapitalismus in Reinform schon wieder. Warum sollte ein Kapitalist in maschinelle Produktivitätssteigerungen investieren und gleichzeitig die bisherigen Lohnausgaben beibehalten? Es muss also zwangsläufig auf Einkommenskürzungen durch kürzere Arbeitszeit oder Stellenabbau hinauslaufen, im Idealfall für den wirtschaftlich denkenden Menschen beides gleichzeitig in perfekter kapitalistischer Harmonie.
      Vermutlich müssten Schule, Bildung und Erziehung eher in die Richtung abzielen, dass der sozial maximal erträgliche Grad an ökonomischer Ungleichheit und Ungerechtigkeit erreicht ist. Dass in schönster kommunistischer Tradition die menschliche Arbeitskraft wieder als das angesehen wird, was sie per se ist: Das für einen Großteil der Menschen einzig zur Verfügung stehende und entsprechend zu dotierende Gut.
      Ganz in Ihrem Sinne, lieber @frank, der Sie in bester Marx’scher und Merkel’scher Tradition schreiben: Arbeit muss sich (wieder) lohnen!

    • Marianne

      18. Januar 2019 17:15 at 17:15

      Wenn ich das höre hier, kommt mir das kotzen ,wenn ihr arbeiten erwähnt, denkt ihr immer nur an mehr haben und den Hals nicht vollkriegen. Arbeiten ist auch in Gemeinschaft mal was machen ohne was zu verlangen , daß auch mal Frau M.oder N.o.andere penibel Menschen mal den Dreck von der Straße räumen oder einer älteren Frau den PC mit ah…sauber macht das ist Solidarität und nicht gegenseitiges Abzocken .Wenn Maschinen ,Computer o.a.die menschl.Arbeitskraft ersetzen sollte und man bekommt BLGE ,da gibt es trotzdem immer noch Arbeit putzen werkeln, pflegen weiß ich was .Aber die Alten sollen den Müll machen, was die Jungen nicht wollen .Die meisten wollen ihre Hände bloß nicht dreckig machen und Sesselforz. werden Büro Sänger, Tänzer, berühmt im Internet Fernsehen .Gott sei dank , das viele Eltern ihre Kinder schon früh mit Geld erziehen und den alles im Arsch stecken ,als wenn es der Sinn des Lebens wäre .Wer nichts hat u.keine Wohlhabene Fam.hat, wird schon im Kindergarten ausgestoßen .Das ganze Denken von vielen ist zum kotzen hier es dreht sich nur um Neid ,Eifersucht den anderen nichts gönnen, Macht ,Gier, Karriere ,angeben, Arroganz Hochmütigkeit ,Geiz , Verurteilung kritisieren und Menschen klein machen die hilflos sind ohne das Schicksal des anderen zu kennen.Es dreht sich nur um Konkurrenz Kampf, oh ich habe besseres Auto ,Haus ,Urlaub, Firma weiß ich was ..Aber wenn ihr mal bettlägerisch auf Dauer krank werdet und könnt nicht laufen nirgends wo hin, durch Unfall o.a.dann wird euch bewusst ,das der Sinn des Lebens ganz wo anders liegt, als bei Macht, Gier Reichtum, Egoismus u.s.w.schaut mal in der Bibel, wo der Sinn des Lebens liegt! In Gemeinschaft eine gute Tat vollbringen oder mehrere ohne Erwartungshaltung zu haben,sondern mit Liebe, ist viel mehr Wert als alles andere , wenn man hilflose kranke ,alte, Menschen ein lächeln in Gesicht zaubern kann .Hier fehlt in Deutschland die Gemeinschaft, das der eine den anderen zieht und hilft, der schwächer ist aber nein es ist so, das jeder nur an sich denkt, der andere Obdachlose da, kann ja verrecken ist mir egal hauptsächlich mir geht’s gut, der soll arbeiten gehen der Trinker und Penner .So denken 90% unserer Gesellschaft, denken aber nie darüber nach, das sie durch Schicksalsschäge, Krankheit selbst dort landen könnten .Es ist traurig das die meisten, den nächsten nicht mal ein gesundes Leben wünschen und das er essen hat , wie habgierig und abgebrüht, eiskalt muß man eigentlich sein .phui….manche sollten sich schämen ..Manche denken wie gebildet sie sind und meinen sie wüssten alles besser ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben oder in den Schuhen ,viele Jahre ,des anderen gelaufen sind.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 22:46 at 22:46

      @frank, noch einmal muss ich mich zu Ihrem tiefschürfenden Postulat auch ohne Anreisetermin zu Worte melden. Natürlich bringt es die Natur der Sache mit sich, dass auf einer Kommunkationsplattform wie der hiesigen hauptsächlich wirtschaftlich geprägtes Gedankengut in die Diskussionen mit einfließt. Sie jedoch bringen mit wenigen, halbgar formulierten und zusammenhanglos aneinander gehefteten Nebensätzen ganze Studienzweige wie Philosophie, Soziologie, Politologie, Betriebs- und Volkswirtschaft und Psychologie zur Sprache. Somit gehe ich auch davon aus, dass Ihnen die Werke von Immanuel Kant, Max Weber, Georg Simmel, Karl Marx, Sigmund Freud, von Thomas Hobbes, John Maynard Keynes, Milton Friedmann und sehr, sehr vielen anderen großen Denkern mit konträrem oder anderem Denkansatz wohl bekannt sind.

      Was ich daher nicht verstehe, ist Ihre offensichtliche Fixierung darauf, dass nur die Ansichten eines „wirtschaftlich denkenden“ (also rein zweckrational motivierten) Menschen gewichtig in die Waagschale geworfen werden sollten, ohne die weitere Vielfalt menschlicher Motivationskriterien als gleichwertig anzuerkennen. Als Interpretation bleibt nur eine in der Psychologie längst bekannte Flucht- und Schutzreaktion des menschlichen Gehirns vor der als bedrohlich eingestuften Konfrontation mit einem kaum mehr zu verarbeitenden Erkenntisgewinn durch eine ständig wachsende Zahl an Fakten und Erkenntnissen in einer zunehmend komplexeren Welt. Populärwissenschaftlich gesagt, Faulheit, Trägheit und Angst, sich mit neuen oder anderen Sichtweisen und Erkenntnissen auseinanderzusetzen.
      Mit einem derartigen Denk-, Wahrnehmungs- und Bewertungsfilter diskriminieren und kategorisieren Sie jedoch lediglich konsequenterweise Menschen, deren Denken und Handeln nicht rein (wirtschaftlich) zweckgegebunden, sondern beispielsweise sozialen oder wertegebundenen (ethischen, ästhetischen, religiösen uvm.) oder emotionalen Motiven folgt, als nicht gleichwertig, nicht ernstzunehmend bis hin zu einer (vermeintlich sachlich-rationalen) Verdinglichung zu einem naivem oder fehlgeleitetem Übel, ohne selbstrelexiv zu erkennen, welche gedanklichen und persönlichen Beschränkungen Sie sich selbst dadurch auferlegen.

      Stellen Sie sich folgende einfache Frage: Wie weit, glauben Sie, wären Forschung und Entwicklung oder grundlegende soziale Errungenschaften gediehen, hätte man historisch nur rein wirtschaftlich denkenden Menschen die Initiative überlassen?

  6. asyoulike

    17. Januar 2019 18:00 at 18:00

    Moin, moin,

    das bedingungslose Grundeinkommen gibt es bereits. Es nennt sich Hartz IV. Wer arbeitet in dieser BRD hat verloren. Daher gibt es viele offene Stellen im unteren Lohnbereich, da diese Löhne kaum über Hartz IV liegen. Wenn ein Hartz IV Bezieher auch noch etwas tut (Aufstocker), dann ist er fast besser gestellt als ein mittlerer Verdiener. So what?

    Wir rechnen: Hartz IV (Wohnung, Taschengeld, GEZ, Einkaufen für 1 Euro etc. ) 1200 Euro/M. 1200 Euro/M. durch 5 Stunden/M. für „Bewerbung“, Arzt u. Ämter = 240 Euro/Std.

    Da schaut selbst ein RA/StB/WP sparsam bei so einem Stundensatz.

    Fazit: Braucht jetzt noch jemand eine Erklärung, wieso keine LKW-Fahrer, Altenpfleger, Bauhandwerker, Reinigungskräfte, Steuerfachangestellte etc. gefunden werden?

    • ANDREAS

      18. Januar 2019 10:09 at 10:09

      Was für eine unintelligente Berechnung! Mich wundert das Sie die Rechenaufgabe unten lösen konnten um den Kommentar senden zu können! Mehr ist nicht dazu zu sagen!

    • Michael

      18. Januar 2019 11:09 at 11:09

      Und wieso sollte ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger 1200 Euro p.m. zur Verfügung haben? Können Sie das erläutern? Wissen Sie eigentlich, was ein Aufstocker ist? Nein?! Das ist ein arbeitender Mensch eben genau mit einer Stelle im unter(st)en Lohnbereich. Und gerade, um zu gewährleisten, dass solche Personen insgesamt mehr Geld zum Leben haben als Personen, die ohne eine weitere Erwerbstätigkeit Sozialleistungen nach dem SGB II empfangen, gibt es die ALG-II-Aufstockung.

      In Ihre hoch intelligente Stundenlohn-Berechnung müssten also erst einmal noch die geleisteten Arbeitsstunden mit einfließen. Einerseits prangern Sie die „vielen“ offenen Stellen im Niedriglohnsektor an, andererseits missgönnen Sie Menschen, die bereit sind, für beispielsweise 800 Euro netto zu arbeiten, die paar Kröten, um auf ein ansatzweise menschenwürdiges Lebensniveau zu gelangen.

      Was soll Einkaufen für 1 Euro sein? Das kenne ich nur von ebay, wenn es keinen zweiter Bieter auf einen Artikel gibt.

  7. Uwe

    17. Januar 2019 21:17 at 21:17

    Ein großes Hindernis für die Einführung des BGE ist wohl der staatliche Aparat selbst.
    Sehr viele Ämter werden obsolet.

    Kein Job-Center, kein Arbeitsamt, überhaupt keine Verwaltung mehr in Sachen Sozialleistungen z.B. Kindergeld, BAföG und und und.

    Zwar werden dann viele, die in den Verwaltungen arbeiten auch arbeitslos, aber mich würde interessieren wie viel Geld das spart.

    Kann das die Redaktion von finanzmarktwelt.de herausfinden ?

  8. C. Rass

    18. Januar 2019 07:51 at 07:51

    Firmen die unsere Daten verkaufen machen pro Mensch mit dem Verkauf der Daten ca. 1000€ pro Jahr. Dies Geld sollte den Menschen zu Gute kommen,beispielsweise als Grundeinkommen.

  9. Andreas

    18. Januar 2019 11:35 at 11:35

    Huch, hier gibt es drei User mit dem Namen Andreas…
    Ich bin der Elliott-Wellen-Andreas und bester Freund von „Tm“.

    Nur damit man hier ein wenig die User einteilen kann…die Kommentare über mir sind nicht von mir.

    Grüße
    Andreas der Dritte

  10. Werner G.

    18. Januar 2019 14:09 at 14:09

    Hallo ihr alle:-)

    Das BGE ist unabdingbar denn es führt die Soziale Dreigliederung ein, die einen horizontalen Weg ebnet zu einer machtfreien Gesellschaft. Das vertikale System gehört auf die Mülldeponie verfrachtet, die Zeit fordert es ein denn Maschinen werden die Arbeiten machen, wir sind also frei vom Sklaventum des 21. Jahrhundert. Auf Website: http://www.dreigliederungsbewegung.de findet ihr alle Infos zu der Bewegung. Macht mit. Wir können frei sein, für den Kosmos da sein und können somit die Trennung von Freizeit und Beruf aufheben, denn nicht der Beruf der von oben gesteuert wird ist der eigene Name aber der eigene Name (der freie Mensch) ist der Beruf.

    Das vertikale System investiert in Institutionen die als „Schule“, „Arbeitsplatz“ bezeichnet werden wo wir an ein skurriles Gesellschaftsbild angepasst werden das von oben festgelegt wird,das skurrile Gesellschaftsbild nennt sich die „Norm“, die „politische Korrektheit“ denn wir haben als das volksame Volk gehorsam von klein auf den Institutionszwang uns zu fügen, wir waren doch einst mal das Land der Dichter, der Philosophen, das Land der Künste und Künstler, wo ist diese Kultur hin die selber Politik betreibt wie Friedrich Schiller der 90 Prozent seiner Zeit auf einer Bank saß, beobachtete und auf seinen Beobachtungen Theaterstücke wie „Die Räuber“ schrieb, die noch heute in allen möglichen Theatern gespielt werden.
    Die Institutionen „Schule“, die Institutionen „Arbeitsplatz“ die von der Übermacht gesteuert werden zerstören jegliche Freiheitsbewegung, denn nicht das Investieren in Institutionen ist der freie Mensch aber der freie Mensch ist die Institution in die wir zu investieren haben. Denn nicht der Arbeitsplatz ist die Welt in der wir leben/der Kosmos aber die Welt in der wir leben/der Kosmos ist der Arbeitsplatz. In Österreich gibt es das Freilernen, mit BGE haben die Menschen Spieltrieb, das Spiel ist ein ganzheitlicher Prozess der Innovativen hervorbringt.

    Ich kann nur jedem empfehlen Friedrich Schillers Briefe zu lesen, seine wichtigsten Schriften bis heute, denn „der Mensch ist nur dass ganz Mensch wo er spielt“ und spielen können wir nur in Freiheit weil wir in Freiheit zu Künstlern werden „…denn die Kunst ist die Tochter der Freiheit.“ Ein Künstler betreibt selber Politik denn jeder einzelne Mensch ist sein eigener Staat der nach seiner eigenen politischen Korrektheit sich bewegt. Heute passt die Übermacht die 82,5 Millionen an ihre „politische Korrektheit“ an nach der wir alle zu deren Sklaven gemacht werden.

    Kann nur jedem empfehlen sich mit der Philosophie der Freiheit von Rudolf Steiner zu befassen. Eine Bewegung die kommen muss d
    weil die Zeit gekommen ist, wie Friedrich Schiller sagen würde wir brauchen den Staat innerer wie ausserer Freiheit der nur existieren kann wenn jeder einzelne Mensch dich selbst gehört. Anstatt einer Übermacht.

    Die Idee des BGE beruht auf Friedrich Schiller, der von Friedrich Christian von Augustenburg Geld bekam das ihm ermöglicht ermöglichte seine bis heute produktivsten Schrift zu verfassen die Augustenburg Briefe bzw. Über die ästhetische Erziehung des Menschen wo Friedrich Schiller ein freies Gesellschaftsbild einforderte wo jeder Mensch selber Politik betreibt als freier Mensch. Er sprach von Stofftrieb, vom Formtrieb, vom Spieltrieb. Lesen lernen wir demnächst nur wenn wir wie Schiller 90 Prozent auf einer Bank sitzen und beobachten denn das ist der Stofftrieb, nicht ein von der Regierung selektierten Buch das in einer Institution die sich „Schule“ auswendig gelernt wird, denn das Leben ist die Schule. Denn nicht Wissenschaft ist eigene Erfahrung aber eigene Erfahrung ist Wissenschaft. Nicht die Universität ist das Universum aber das Universum ist die Universität. Österreich möchte als erstes Land das BGE in 5-7 Jahren umgesetzt haben, allerdings haben die auch schon längst direkte Demokratie und haben schon eine aktive Zivilgesellschaft wo freie Menschen selber Politik betreiben durch ihre eigenen Ideen, Innivationen und ihre eigenen Projekte. Nicht wie bei uns wo die 82,5 Millionen Hamstersklaven Montags bis Freitags, Vollzeit, 40 Stunden durch das Hamsterrad kaufen um nicht in Altersarmut zu landen, soziale Berufe wie Altenpfleger/innen, Altenpflegehelfer/innen, Erzieher/innen etc. verdienen in anderen Ländern so viel wie Lehrer, der „Deutsche SOZIAL?staat“ hat es bis heute nicht geschafft Soziale Berufe aufzuwerten denn die Berufspolitikerlobbyisten wollen weiter erwirtschaften auf Kosten von sozialen Berufen wie Altenpflege, Erzieher aber auf gar keinen Fall die Wirtschaftsberufe wie Großfirmen wie Big Pharma, Industrien, Unternehmer, Manager die auf Kosten von Soziales arbeiten einstellen.

    • Prof. Dr. Donald Marx

      18. Januar 2019 14:48 at 14:48

      @Werner G, Österreich hat schon längst direkte Demokratie? Und ich war bisher immer der Meinung, das sei in der Schweiz der Fall?! In Österreich wurde das Volk in den letzten 70 Jahren erst zweimal zu einer Volksabstimmung berufen: Beim Atomkkraftwerk Zwentendorf und beim Beitritt zur Europäischen Union. Forderungen nach mehr Mitbestimmung gibt es in Österreich zwar seit der Gründung der Republik – wirklich umgesetzt wurden diese Forderungen jedoch noch nie.
      https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5334887/Schweiz-warnt-Oesterreich_Direkte-Demokratie-kein-Kinderspiel
      Ansonsten stellen Sie uns allen hier eine nette und romantische Utopie von einer machtfreien und horizontal organisierten Gesellschaft vor. Ich will nicht bestreiten, dass diese Utopie nun Künstler, Denker und Dichter ansprechen mag, die gerne 90 Prozent ihrer Lebenszeit auf einer Bank sitzen oder liegen und dabei die Welt beobachten oder ihrem Spieltrieb nachgeben. Allerdings stelle ich mir eine derartig horizontale Welt auf Dauer etwas langweilig vor, wenn das alles so machen würden. Denn was lernt ein Mensch auf einer Bank vom Leben, wie formt es seine Persönlichkeit, wenn er andere beobachtet, wie sie auf Bänken sitzen?

  11. Isabella P

    19. Januar 2019 20:34 at 20:34

    Klasse Intro, Dank an @Dirk Müller.

    Über bedingungsloses Grundeinkommen wird nun intensiv ca. 20 Jahre debattiert, in den letzten Jahren verstärkt. In Zeiten, wo sich gesellschaftliche Veränderungen, Umbrüche andeuten, gesellen sich zu den Ökonomen oft die Philosophen. Nein, nicht die Spinner, sondern diejenigen, die das Nachdenken anregen und Impulse liefern (Precht, Habeck …).

    Ich bin für BGE.
    1. Grundeinkommen ist per „die Würde des Menschen …“ in D zugesagt.
    Und leistbar.
    2. Der Staat wird nicht gebraucht, um die (materiellen) Bedürfnisse eines Jeden für 80 Mio Menschen zu definieren, es reicht, wenn er dies (partei-)übergreifend 1x tut.
    3. Der Mensch und die MenschInnen* sind von Hause aus keine faulen Säcke, sondern haben
    Wünsche, Hoffnungen, Interessen und Motivation. Die eine oder andere Fähigkeit kann im Laufe des Lebens schon mal verlustig gehen, da schaut eine gesunde Gesellschaft „im letzten Haus am Dorfrand“ was da zu tun ist. Das sollte mit und ohne BGE so sein.
    Es sind wenige – nicht viele, die über das BGE hinaus besonderer Unterstützung des Staates, der Kommune, bedürfen.
    Was ist wo zu leisten
    1. Höhe des Grundeinkommens definieren, von Staats wegen, iterativ die Demokratieleiter hoch und runter und runter und hoch.
    2. Kommunale Unterschiede können innerhalb D Migration bewirken, why not?
    (Bei Arbeit gab es das auch.)
    3. BGE soll nicht nur die minimalen Bedürfnisse befriedigen, sondern eine bescheidene,
    gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur – Energie für selbstbewusstes Anpacken)
    4. Arbeitsteilige Effekte unter den Teilhabern BGE motivieren/organisatorisch stützen.
    Eben „arbeiten“ (Kinder, Tätigsein, Wohnen, Wärme, Wasser, Essen, Bildung, Energie, Internet, Transport, Gesundheit, Alter, Kultur). Es macht das nicht mehr der Bürgermeister, weil er im Dorf/Kiez eh nicht mehr vorhanden ist. Also es können völlig neue kommunale, genossenschaftliche Wege gegangen werden.
    Wie geht das?
    1. Der Staat/die Kommunen moderieren, initiieren eine tiefgehende
    gesellschaftliche Diskussion (zunächst weg vom Ressort, Effizienz des tiefgehenden Entscheidungsprozesses ist bedeutsam, vgl. fehlendes Ressort bei Daniel Günther zugunsten Prozesstreiber). Der Gesetzesvorschlag kommt von unten nach oben, nothing von oben nach unten. Der Staat stellt die Volkswirtschaftlichen Kennzahlen, Aufkommen/Verwendung für den Diskussionsprozess von unten nach oben transparent bereit.
    2. Wer zahlt, was der Roboter wegfrisst?
    Am besten gefällt mir noch das Modell Precht: schieb die Geldkarte rein (Du verbrauchst gerade), lass es Dir gefallen, dass da etwas weniger aus dem Automaten kommt. Keiner sagt, was Du darfst, keiner schläft über Deiner Steuerakte ein, Dein ungeschönter Verbrauch ist gefragt, keiner hält Dich für einen Maschinenstürmer.
    Besteuerung am Roboter? Ist nicht so mein Ding, denn den Fortschritt soll man nicht aufhalten, und was ist der Roboter ohne IT, ohne spezielle Rohstoffe …
    3. Reicht das Aufkommen für die Verteilung?
    Da wurde in der Vergangenheit viel gerechnet.
    Fragt doch mal bei NetzwerkGrundeinkommen.de, Frau Katja Kipping, Herrn Robert Habeck, Frau Dorothea Siems, Frau Ulrike Hermann, Herrn Richard Precht …

    Haben die Anwärter-BGE-Faulpelze zu viel Hunger (und Durst), keine Lust auf Nüscht, Kinder nur wegen des Kindergeldes, sind eh nur krank, dumm geboren – nichts dazu gelernt? Nur gut, dass dieser Pauper noch einen Arbeitgeber hat (oder haben sollte, wenn nicht so träge), der solch Schlimmes verhindert.:))

  12. Isabella P

    19. Januar 2019 22:18 at 22:18

    Fazit:
    BGE ist unausweichlich, weil es zu viel ersetzbare Arbeit(ende) in naher Zeit geben wird.
    Alles, was die Maschinen lernen können, werden sie gnadenlos ausspucken und den Rechtsanwalt, den Buchhalter, den Kloputzer, den LKW-Fahrer …den Operateur (teilweise) ersetzen. Wohl wird in einer längeren Übergangszeit mehr Bedarf an Forschung, Entwicklung, Service und Bildung in dieser Maschinen-/IT-Welt entstehen, von erheblichen Engpässen ist auszugehen. Aber das leistet eben in der Regel nicht der Buchhalter … Zu viele Berufsbilder verschwinden nahezu ersatzlos in relativ kurzer Zeit.
    Aus diesen Berufsgruppen kann man nicht das Arbeitsvermögen für die neue Zeit schöpfen. Soziale Unruhen, fehlende Konsumenten, Dritte Generation Arbeitslosigkeit in manchen Familien, sind zu erwarten. Zwar werden einige weiterhin benötigte Arbeitskräfte Arbeit abgeben (Arbeitszeitverkürzung verschiedener Modelle), der Sozial- und Bildungssektor wird steigenden Bedarf haben. Der überwiegende Teil wird in der klassischen Arbeitsteilung überflüssig.
    Diese Perspektive ist nicht hinnehmbar.
    Deshalb: Besinnung auf die Chancen dieser Entwicklung. Mehr Zeit, mehr Selbstbestimmtheit, bewussteres Leben. Eventuell werden die Familien sich ja wieder „Großfamilie“ leisten können (Kinder-, Altenbetreuung). Unter 1.500 nicht zu machen.

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Trump und Fed – beide sind „Opfer“ des Öl-Schocks

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Seit gestern kennt die Börse fast nur noch ein Hauptthema – den Öl-Schock vom letzten Wochenende. Der Ölpreis stieg kräftig an. Vorhin thematisierten wir bereits die daraus entstehende Problematik für die EZB. Der Öl-Schock bringt aber auch zwei Probleme, nämlich für Donald Trump und die Federal Reserve. Widmen wir uns zuerst der Fed.

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Morgen Abend (wir werden um 20 Uhr Abends berichten) wird die Fed vermutlich beziehungsweise höchstwahrscheinlich die Zinsen um weitere 25 Basispunkte senken. Bislang ging der Kapitalmarkt fest davon aus. Aber was geschieht in den USA wie auch in Europa? Durch vermutlich zügig steigende Benzinpreise wird auch die gesamte Inflation in den USA angeheizt. Und die Fed hat wie auch die EZB unter anderem die Aufgabe die Preise im Blick zu behalten. Lockert die Fed die Geldpolitik noch weiter, würde die Inflation wohl mit einem bevorstehenden Benzinpreisanstieg noch weiter befeuert werden. Deshalb ist in den letzten zwei Tagen die Wahrscheinlichkeit gesunken, dass die Fed morgen die Zinsen senken wird.

Lag die Wahrscheinlichkeit letzte Woche noch gefühlt bei 100%, so liegt sie laut CME Fed Watch Tool jetzt aktuell nur noch bei 65,8%. Das klingt nicht mehr so eindeutig nach Zinssenkung! Senkt die Fed morgen die Zinsen doch nicht, erzürnt das Donald Trump noch mehr als ohnehin schon in den letzten Wochen. Und senkt sie die Zinsen nicht, dürften die US-Aktienmärkte enttäuscht sein, weil nicht sinkende Zinsen auch nicht sinkende Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher bedeuten. Aber noch liegt die Wahrscheinlichkeit ja über 50%.

Donald Trump und seine Wählerschaft

Tja, und dann wäre da noch Donald Trump. Für seine Wähler versucht er schon seit Anfang des Jahres mit mehreren wütenden Tweets Richtung OPEC, dass man dort die Fördermenge drastisch erhöht, damit der Ölpreis sinken kann. Dass die OPEC aber steigende Ölpreis sehen möchte um die heimischen Staatshaushalte finanzieren zu können, hat Donald Trump aber offenbar niemand gesagt. Wie auch immer. Donald Trump wird ja nicht von Wählern auf der arabischen Halbinsel gewählt, sondern von Amerikanern. Und die lieben große Spritschlucker, und wollen günstig tanken. Dafür steht auch Donald Trump. Günstige Benzinpreise sind ihm sehr wichtig, vor allem mit Blick auf die nächste Präsidentschaftswahl.

Aber der Öl-Schock vom letzten Wochenende wird aller Voraussicht nach die Benzinpreise erhöhen. Was, wenn Donald Trump jetzt zusammen mit den Saudis Krieg gegen den Iran führt? Dann dürfte der Ölpreis weiter stark steigen, und damit auch die Benzinpreise in den USA. Dieses Szenario scheint Donald Trump derzeit im Blick zu haben. Es mag nicht der einzige, aber vermutlich ein wichtiger Grund sein, warum er sich derzeit so zurückhaltend äußert, wenn es um einen möglichen Schlag gegen en Iran geht.

Donald Trump
Donald Trump.

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Brexit – was verschweigt Boris Johnson?

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Entgegen die mittlerweile veränderte Gesetzeslage in Großbritannien und trotz gescheiterter Verhandlungen mit der EU in Sachen Brexit, bleibt der britische Premier bei seiner Aussage: „Am 31. Oktober kommt es zum Brexit, mit oder ohne Deal“. Aber wie will er das anstellen?

Brexit – wie weit ist Johnson bereit, zu gehen?

Der zukünftige Status zwischen Großbritannien und den 27 EU-Staaten ist auch nach den gestrigen Konsultationen des britischen Premiers Johnson mit dem noch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker völlig unklar. Das Treffen endete ohne Ergebnis. Johnson boykottierte sogar unter einem Vorwand die nach dem Meeting geplante Pressekonferenz.

Doch die Zeit drängt: Es sind nur noch sechs Wochen bis zum Showdown. Eine Lösung wären Neuwahlen noch vor dem avisierten Brexit-Termin Ende Oktober. Diese Möglichkeit ist aber unwahrscheinlich, da Johnson die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit im Unterhaus nicht erhält. Die Angst der oppositionellen Labour Party, die Wahlen unter dem in seiner eigenen Partei und der Bevölkerung unbeliebten linken Politiker Jeremy Corbyn zu verlieren, ist zu groß. Jüngste Umfragen von Politico sehen die Torys (Cons) unter Premier Johnson mit 33 Prozent weit vor Labour (Lab) mit nur 25 Prozent. Zusammen mit den rechnerischen 13 Prozent der Brexit Party (BP) von Nigel Farage könnte Johnson unter Berücksichtigung des britischen Mehrheitswahlrechts auch nach Neuwahlen Premierminister bleiben. Damit würde aber auch die gegenseitige politische Blockade in Westminster andauern.

Brexit Parlament Voting

Die zweite Möglichkeit wäre, dass die 27 EU-Staaten sich nicht einstimmig auf eine Brexit-Verschiebung einigen können, da die EU dafür stets eine von zwei Voraussetzungen erfüllt sehen wollte: entweder Neuwahlen oder ein zweitens Referendum. Beides ist derzeit sehr unwahrscheinlich. Aktuelle Umfragen von Politico zeigen, dass nur noch 44 Prozent der Briten für den Brexit stimmen würden, 49 Prozent dagegen. Damit ist unter Boris Johnson eine Neuauflage des Plebiszits von 2016 undenkbar. Also könnte ein harter Brexit Ende Oktober, zumindest theoretisch, auch auf Initiative der EU erfolgen.

Boris Johnson bleibt noch eine dritte Möglichkeit, sofern kein Verhandlungswunder in Brüssel geschieht: der Rechtsbruch.

Nach jahrelangem Hick-Hack und der zunehmenden Gefahr eines neuen Referendums sprechen sich mittlerweile 52 Prozent der Leave-Voters (Brexit-Befürworter) für einen offenen Rechtsbruch ihres Premierministers aus. Er könnte alle geltenden Gesetze ignorierend den harten Brexit durchziehen. Für Johnson würde dies zunächst ernsthafte juristische Konsequenzen haben, da er trotz parlamentarischer Immunität an die Rechtsstaatsprinzipien Großbritanniens gebunden ist.

Die Königin Queen Elisabeth II. könnte Johnson gleichwohl nach einer Verurteilung gemäß ihrer Gnadenbefugnis (Prärogative) als monarchisches Staatsoberhaupt auf Bitte des Premierministers jedwede rechtskräftige Strafe wieder erlassen.

Dem engsten Berater von Johnson, Dominic Cummings, werden solche Planungen zugetraut. Cummings ist der Mastermind hinter der Brachial-Politik Johnsons. Wider erwarten ist er in dieser Funktion immer noch aktiv, obgleich er wegen seiner Vorschläge zur verlängerten Parlaments-Pause und dem Rausschmiss von 21 widerspenstigen Abgeordneten aus der Tory-Fraktion auch bei den Konservativen extrem umstritten ist.

Das Dilemma der Queen

Noch in dieser Woche wird der Supreme Court in London über Klagen gegen die Zwangspause des britischen Parlaments entscheiden. Geben die obersten Richter den Klägern recht, könnte Boris Johnson der oppositionelle Wind durch eine vorgezogene Wiedereröffnung des Parlaments durch die Queen früher wieder ins Gesicht wehen, als geplant. Allerdings würde das kaum noch etwas ändern, da das Gesetz zur Verschiebung des Brexit um drei Monate bereits von der Queen unterschrieben wurde und damit in Kraft ist. Nur noch eine Änderung der Verfassung des Vereinigten Königreichs könnte Johnson alle Optionen nehmen. Doch das ist in der jetzigen politischen Konstellation unmöglich.

Viel entscheidender ist daher, wie Queen Elisabeth II. sich in Sachen Brexit positioniert. Ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber der EU-Zugehörigkeit hatte ich bereits in einem früheren Artikel dargelegt. Doch nun könnte sie gezwungen werden, als Staatsoberhaupt in die aktive Politik einzugreifen: für oder gegen Johnson.

Schaut man sich die Entschlossenheit des Premiers an, die gestern erst wieder in einem BBC-Interview zu bestaunen war, hält man mittlerweile alles für möglich. Johnson formulierte dabei voller Inbrunst einen eigentlich widersprüchlichen Satz: „Ich werde die Verfassung aufrechterhalten, ich werde das Gesetz befolgen, aber wir werden am 31. Oktober austreten.“

Entweder es handelt sich dabei um einen Bluff, um den Druck in den Verhandlungen mit Juncker aufrecht zu erhalten, der übrigens noch genau bis zum 31. Oktober im Amt ist, oder aber diese Aussagen sind ein Hinweis auf das Eingreifen der Queen zur Sicherstellung des Brexit zum Ultimo Oktober.

Das wäre eine politische Sensation und für viele Kontinentaleuropäer wohl ein Schock.

Fazit

Überrascht Premier Johnson mit einer weiteren unkonventionellen politischen Volte und zieht den harten Brexit doch noch durch? Zieht die Queen ein Kaninchen aus einem ihrer schicken Hüte und mischt sich aktiv in die Politik ein? Oder kommt es tatsächlich zu einer Verlängerung der Brexit-Tragödie? Mittlerweile ist in dieser Never Ending Story ein Punkt erreicht, an dem es ökonomisch immer weniger eine Rolle spielt, ob es in sechs Wochen zu einem harten Schnitt kommt oder zu einer nochmaligen Verzögerung. Beides wäre destruktiv. Die Verunsicherung bei den betroffenen Unternehmen führt bereits zu wirtschaftlicher Lähmung auf der Insel und auf dem Kontinent. Der Gordische Knoten muss endlich durchschlagen werden, auf die ein oder andere Weise, auch im Interesse der Glaubwürdigkeit der britischen Demokratie. Vielleicht ist Boris Johnson auch deshalb so hartnäckig in seiner Haltung, wohlwissend, dass er letztendlich zusammen mit der Queen die verfassungsgemäße Macht dazu hat.

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EZB steht vor einem wirklich schweren Problem

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Christine Lagarde wird womöglich völlig unerwartet ein ganz neues Problem von Mario Draghi erben, wenn sie im November Chefin der EZB wird. Draghi hatte gerade erst letzten Donnerstag eine Zinssenkung und neue Anleihekäufe verkündet. Die offizielle Begründung lautet natürlich gemäß der Satzung der EZB: Man muss die Inflation Richtung 2% bekommen. Bislang waren die Maßnahmen (der letzten Jahre) mit 2,6 Billionen Euro gepumptem Geld noch nicht ausreichend, also muss man nachlegen. Die Lesart der EZB lautet ja, dass man mit dem Ziel von 2% Inflation die Steigerungsrate weit genug weg bekommen will von einem Nullwachstum oder sogar einer Deflation. Preisstabilität erreichen mit einem Ziel von 2%. Aber nun kommen wir zum Problem, welches Madame Lagarde womöglich vorfinden wird.

Die EZB und der Öl-Schock

Übers Wochenende machte der Ölpreis einen Sprung nach oben um „mal eben“ 8 Dollar. Der stärkste Anstieg seit dem Golfkrieg 1991! Und es ist gut möglich, dass der Ölpreis weiter steigen wird, wenn sich die geopolitischen Spannungen vor allem gegenüber dem Iran verschärfen. Davon hängt alles ab. Bleibt Öl auf diesem Niveau oder steigt sogar weiter? Die Tankstellenbetreiber werden sich vermutlich nicht lange bitten lassen und die Benzinpreise raufsetzen. Wie wir es gestern schon angesprochen hatten – nach stark steigenden Ölpreisen folgte in den letzten Jahrzehnten stets eine Rezession. Nur die Frage ist, ob dieser aktuelle Öl-Anstieg bereits ausreicht zum zügigen Auslösen einer kräftigen Rezession.

Wir hatten in den letzten Jahren und Monaten auch immer wieder erläutert, dass der Ölpreis und nicht die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank entscheidend war für eine schwache oder anziehende Inflation in der Eurozone. Und nun steht die EZB vor einer möglicherweise nicht zu lösenden Aufgabenstellung. Sollte der Ölpreis wirklich die Konjunktur noch stärker negativ beeinflussen, als sie in Europa ohnehin schon läuft, hätte sie normalerweise allen Grund dazu unter Christine Lagarde die Geldpolitik noch weiter zu lockern. Aber sollten die Anbieter die Energiepreise wirklich spürbar raufsetzen, wird dies die Inflation in Euroland anspringen lassen. Kommen wir dank dem Öl-Schock folglich zügig Richtung des Inflationsziels der EZB, nämlich in Richtung 2%?

EZB vor Argumentationsproblem

Dann hätte die EZB ein echtes Argumentationsproblem. Alle Welt weiß, dass die EZB seit Jahren als inoffizielles Eurozonen-Wirtschaftsministerium agiert. Aber offiziell tut die EZB was sie tut, um für Preisstabilität zu sorgen. Erreicht die Inflation dank des Öl-Schocks aber in einigen Monaten schon die 2% Steigerungsrate (aktuell nur 1,0%), entfällt der offizielle Grund für weitere Lockerungsmaßnahmen. Gleichzeitig aber müsste Madame Lagarde zusehen, wie die Konjunktur in Europa weiter schwächelt, ohne dass man etwas dagegen tun könnte. Aber es bleiben ja immer noch Argumente, wie Mario Draghi sie in den letzten Jahren benutzt hatte. „Ja, die Inflation steht kurz vor 2%, aber die Kernrate (ohne Öl) ist noch lange nicht so weit, und wir müssen über einen längeren Zeitraum höhere Steigerungsraten sehen“ usw.

Aber es würde bei 2% Inflation verdammt schwer für Christine Lagarde werden weitere Lockerungsmaßnahmen öffentlich zu verkaufen. Und das bei einer weiter schwächelnden Konjunktur. Man vergesse nicht, dass Frau Lagarde Politikerin ist (vormals französische Finanzministerin). Damit wird die EZB womöglich noch mehr als ohnehin schon politisch ausgerichtet. Die Vermutung liegt daher nahe, dass man mehr denn je versuchen wird über die Geldpolitik ausbleibende wirtschaftliche Impulse der Regierungen in der Eurozone zu ersetzen. Aber bei Erreichen des Inflationsziels dank des Öl-Schocks wird es mit der Argumentationsgrundlage extrem schwierig für die EZB!

Neue EZB-Chefin Christine Lagarde
Christine Lagarde tritt bei der EZB im November die Nachfolge von Mario Draghi an. Foto: World Economic Forum from Cologny, Switzerland – The Global Economic Outlook: Christine Lagarde Uploaded by January CC BY-SA 2.0

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