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Indizes

Beeinflusst Donald Trump bewusst die Börsenkurse mit seinen Tweets?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Es ist bisher nur eine Vermutung von Analysten, die den Kursverlauf der US-Indizes in Abhängigkeit von Trump-Tweets untersuchen. Dennoch könnte etwas dran sein, an der These, dass Donald Trump mit seinen weltweit beachteten Kurzkommmentaren absichtlich Einfluss auf die Börsenkurse nimmt. Sein Ziel ist das Ergebnis am 3. November 2020 und da braucht er in den Monaten vorher eine stabile Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten.

 

Die berüchtigten Tweets von Donald Trump und die Börsenkurse

Irgendwie ist es schon auffällig. Immer wenn sich die US-Aktienkurse auf Allzeithochs zubewegen, wird der US-Präsident laut, lobt die US-Wirtschaft über alles, immer mit einem Hinweis auf die Schwächen Chinas und droht mit Verschärfung der Maßnahmen gegen den Konkurrenten. Die Folge ist zumeist ein Rückgang der Aktienkurse, die neues Unheil einpreisen.

Ein Analyst von Godmode Trader, André Tiedje, vermutet sogar, dass Donald Trump mithilfe seiner Tweets gezielt die Börsenkurse steuert, um Politik zu machen, zum Beispiel um einen größeren Crash oder eine Rezession im Wahljahr 2020 zu verhindern. „Schon bei der urplötzlichen Eskalation des Konflikts im Mai war auffällig, dass die Zuspitzung genau dann kam, als der US-Leitindex Dow Jones eine Widerstandslinie erreicht hatte“, sagt der Analyst. Schon damals sei er misstrauisch geworden und habe sich gefragt, ob der Mann im Weißen Haus seine Tweets sehr genau getimt haben könnte.

„Die zweite Eskalation vergangene Woche bestätigt dieses Misstrauen“, sagt Tiedje. Ohne die China-Eskalation wären die Börsenkurse womöglich nach oben ausgebrochen, was aber nicht in Trumps Interesse war: „Zweimal hat er Tweets an ganz entscheidenden Punkten, in ganz entscheidenden Marktsituationen, abgesetzt.“ Alle, die auf steigende Kurse gesetzt hätten, seien auf dem falschen Fuß erwischt worden. Unter dem Strich zwinge der US-Präsident so die amerikanische Notenbank, sukzessiv eine lockerere Geldpolitik zu fahren.

Immer wenn der Markt steige, komme ein Tweet, der schärfere Maßnahmen ankündige. Das belaste die Weltkonjunktur, und die Fed müsse reagieren, mit dem Ergebnis, dass die Geldpolitik im Wahljahr 2020 so locker ist, wie es sich ein Amtsinhaber, der wiedergewählt werden will, nur wünschen kann.

Bisher hat Donald Trump schon „Gewaltiges“ geschafft: Die Weltwirtschaft hat durch das ständige Drohen mit der Beeeiträchtigung des Welthandels bereits eine derartige Schlagseite erhalten, dass seit April 2019 19 Notenbanken die Zinsen aus Sorge um ihre heimische Wirtschaft gesenkt haben. Von Neuseeland bis Chile und es ist kein Ende in Sicht.

Zugegeben, es klingt ein bisschen verwegen und es hätte auch ein gewaltiges „Geschmäckle“ in Richtung Marktmanipulation, falls man so etwas unterstellt. Aber vergessen wir nicht, der oberste Berater von Donald Trump ist Steven Mnuchin, ein ehemaliger Direktor von Goldman Sachs (17 Jahre beschäftigt), der sich bestens auskennen dürfte in der Wirkungsweise von Konjunkturzyklen und dem zeitlichen Wechselspiel mit den Börsen. Dieser wird seinem Präsidenten sicher gesagt haben, was normalerweise gut 12 Monate nach der Invertierung der Zinskurve mit einer Wirtschaft passiert.

 

Fazit

Bisher sind es nur Vermutungen. Aber diese entbehren nicht einer gewissen Logik. Was nützen dem Präsidenten rekordhohe Aktienindizes und eine gut laufende US-Wirtschaft 2019, wenn in gut einem Jahr die fällige Korrektur im Wachstum kommt und die Aktienindizes dies vorher einpreisen?

Deshalb könnte es tatsächlich das Bestreben des US Präsidenten sein, den Zollstreit mit China gerade so voranzutreiben, dass die US Notenbank in der Sorge um die sich abschwäche US-Konjunktur massive Zinssenkungen in 2019 einleitet, die dann 2020 zur Wirkung kommen, um eben vor November 2020 einen kleinen, vielleicht auch nur kurzzeitigen Aufschwung in der Wirtschaft zu generieren. Dann hätte Donald Trump das, was er wollte und er könnte sich nach seiner Wiederwahl dem Gegner China widmen und natürlich all jene Nationen, die nach seiner Ansicht die USA über den Tisch ziehen.

 

Manipuöiert Donald Trump die Börsenkurse mit seinen Tweets?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    frank

    8. August 2019 13:10 at 13:10

    wow, was für eine Erkenntnis.

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