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Beginn der Quartalssaison, sehr überraschend und dann noch die Zahlen aus China. Eine Eintagsfliege?

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Das hatte man nicht erwartet. Nach vielen Wochen mit dünnen Umsätzen an den Aktienmärkten, fallenden Zinsen mit einer temporären Invertierung der Zinskurve, bei der die Margen der Banken zwangsläufig fallen müssen, dann diese Quartalszahlen.

Der Start in die Berichtssaison

Der US-Branchenprimus JPMorgan meldete für Q1 9,2 Milliarden $ Gewinn, 5% mehr als im Vorjahr – soviel wie noch nie. Auch der Umsatz stieg von 26,8 Mrd. auf die Rekordsumme von 29,9 Milliarden $.

Gute Zahlen vermeldete auch Wells Fargo, die ihren Gewinn um 800 Mio. auf 5,5 Mrd.$ steigern konnten.

Aber das eigentlich Erstaunliche waren die Aussagen des JP Morgan-Chefs Jamie Dimon zur Zukunft: „Er glaube an eine starke US-Wirtschaft, Beschäftigung und Löhne stiegen, die Inflation sei moderat, die Finanzmärkte gesund und das Vertrauen der Konsumenten und Firmen bliebe stark.“ Eigentlich nicht das, was man nach den ganzen Indikatoren und Aussagen von Analysten zum ersten Quartal hätte erwarten müssen. Aber vielleicht waren diese Zahlen nur ein Ausrutscher, in dieser Woche folgen mit Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und dann noch mit Morgan Stanley weitere große Dickschiffe.

 

Chinas überraschende Märzzahlen

Nach den sehr schwachen Zahlen im Monat Februar, wegen des Neujahrsfestes, kam es im März zu einem Sprung der Ausfuhren von 14,2% zum Vorjahresmonat. Obwohl der Februar einen Einbruch von 20% gebracht hatte, steht für das gesamte Quartal ein Plus von 1,4%. zu Buche. Auch wenn die Einfuhren in diesem Zeitraum um 4,8% gesunken waren, werteten die Märkte dies als Stabilisierung der chinesischen Konjunktur, insbesondere wegen des kürzlichen Sprunges des Einkaufsmanagerindex über die 50-er Marke.

Alles noch kein Trend und wegen des hohen Anschubs der Regierung im fiskalpolitischen Bereich keine große Überraschung.

 

Über das Grundproblem von Wirtschaftsprognosen

Eines finde ich schon erstaunlich. Die beiden Ökonomen Marc Friedrich und Matthias Weik hatten in ihren zahllosen Videos dargelegt, wie das System aus den Fugen geraten ist und wir unweigerlich auf den Crash zusteuern. Bei dem am Freitag (hier auf FMW) veröffentlichten Video von der Invest 2019 „Der kaputteste Börsen-Boom aller Zeiten“ sprachen die beiden plötzlich von der Möglichkeit eines von den Notenbanken induzierten Aufschwungs und damit von der Verschiebung des Crashs. Ich hatte schon öfters über die Schwierigkeiten der großen Institute berichtet (in historischer Betrachtung) eine Rezession vorherzusagen.

Aber nach einer Untersuchung von Andrew Bridgen, einem Ökonomen bei der Londoner Fathom Consulting, bekommt diese Feststellung neue Nahrung.

Dieser zufolge sagte der Internationale Währungsfonds von 469 konjunkturellen Abschwüngen seit 1988 bis zum Frühjahr des jeweiligen Vorjahres nur vier korrekt voraus. Und auch die Wirtschaftswissenschaftler im Privatsektor lieferten keine substanziell besseren Einschätzungen ab. Von 153 Rezessionen in 63 Ländern zwischen 1992 und 2014 wurden nur fünf von einer Mehrheit im April des Vorjahres prognostiziert.

So ketzerisch es klingen mag: Auftragseingänge, Stimmungsindikatoren oder Zinskurven sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Und wenige Berufszweige dürften bei ihrer Prognosefähigkeit hinter der von Ökonomen liegen.

 

Mein Fazit

Trotz der Wertigkeit von Frühindikatoren sollte man kritisch bleiben und Plan B einkalkulieren. Deshalb ist es auch derzeit so unglaublich spannend, was in den kommenden Wochen bei den Ausblicken der Unternehmen in summa herauskommt. Ich wage hierbei keine Prognose.

 

Von André Karwath aka Aka – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=617116

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