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Beginn eines Bärenmarkts? Trumps Zweifronten-Kriege

Wann beginnen normalerweise Bärenmärkte? Wenn den Märkten Liquidität entzogen wird und gleichzeitig die Aussichten auf weiteres Wachstum schwindet. Oder wenn Kriege drohen. Beide Voraussetzungen sind derzeit gegeben..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Wann beginnen normalerweise Bärenmärkte? Wenn den Märkten Liquidität entzogen wird und gleichzeitig die Aussichten auf weiteres Wachstum schwindet. Oder wenn Kriege drohen. Beide Voraussetzungen sind derzeit gegeben.

Dabei führt der neue US-Präsident Trump gleich zwei Zweifronten-Kriege: einen aussenpolitischen mit den zwei Hauptfeinden Syrien und Nordkorea. Zwar hat Trump heute Nacht in einem Interview mit Maria Bartiromo dezidiert ausgeschlossen, Bodentruppen nach Syrien zu entsenden, gleichzeitig aber die scharfe Rhetorik gegen Nordkorea beibehalten, die er kurz zuvor schon in einem Tweet an den Tag gelegt hatte:

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Dann noch der aus Sicht Chinas entwürdigende Zusatz, dass China, wenn es Nordkorea stoppe, einen „besseren Handelsdeal“ bekommen würde – so als sei China ein Bittsteller:

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Gestern haben Trump und Xi Xinping telefoniert, Chinas Führer appellierte an Trump, die Dinge rational anzugehen. Aber das Problem ist: die USA haben nicht den Ansatz einer Idee, was nach einer möglichen Attacke auf Nordkorea passieren könnte – und schon der deutsche Militärphilosoph Clausewitz hatte davor gewarnt, Waffen zu gebrauchen, wenn man für die Zeit nach dem Waffengang keinen Plan hat.

Trump ist dabei, sich aussenpolitisch in Zweifrontenkriege zu verstricken: mit Russland in der Syrien-Frage, mit China in der Nordkorea-Frage. Gefährlicher ist die Nordkorea-Frage, weil China viel mehr Gewicht hat als Russland.


Donald Trump. Foto: whitehouse.gov

Auch innenpolitisch kämpft Trump gewissermaßen einen Zweifronten-Krieg: die Ersetzung von Obamacare einerseits, die Steuerreform andererseits. In dem Interview mit Bartiromo sagte Trump: „Health care is goong to happen at some point. Now, if it doensn´t happen fast enough I´ll start the taxes, but the tax reform and the tax cuts are better if I can do health care first“.

So richtig nach einem Plan klingt das nicht, weder das eine noch das andere wird sich schnell realisieren lassen, inzwischen hat die Trump-Administration selbst zugegeben, dass der August als Termin für die große Steuerreform nicht mehr zu halten ist.

All das ist eine eher ungute Mischung, die die Märkte noch nicht eingepreist haben. Dazu kommt nun noch das Liquiditäts-Argument: als die Fed im März die Zinsen angehoben hatte, reagierte die chinesische Notenbank sofort und straffte die geldpolitischen Zügel, schon um eine weitere Abwertung des Yuan und damit verbundener Kapitalflucht zu unterbinden. Wenn die Fed weitere Schritte machen wird, wovon derzeit auszugehen ist, wird China folgen müssen.

In der westlichen Wahrnehmung wird meist vergessen, dass es vor allem das immense Kreditwachstum Chinas ist, das die Illusion weiteren globalen Wachstums aufrecht erhalten hat. Tritt China aufgrund der Fed-Politik weiter auf die Bremse, entzieht das massiv Liquidität. Und Liquidität wiederum ist der Treiber aller Aktien-Haussen, der Entzug von Liquidität wiederum meist der Ausgangspunkt einer Baisse.

Sieht man sich die derzeitige Gemengelage aus Geopolitik und Perspektiven für die Liquidität an, so sind also die Voraussetzungen für einen Bärenmarkt gegeben. Das muss nicht so kommen, aber es hat eben eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich, dass die Dinge bald sehr viel schwieriger werden für die Märkte..

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    GN

    12. April 2017 13:12 at 13:12

    ….da ist was dran…..und ein Blick auf die US-Charts zeigt, daß man nicht mehr allzuviel Erwartung in den Fortgang der Trump-Rally hat…..

  2. Avatar

    Benedikt

    12. April 2017 13:56 at 13:56

    Das eigentliche Problem bei Trumpcare war, dass Trump bei den Vorhaben nicht mit den US Parlamenten zusammen gearbeitet hatte, sondern nur Versucht hat einen sehr schlechten Entwurf 1 zu 1 durch zu drücken. Die Reps hatten Glück, dass Trump mit den Vorhaben gescheitert ist. Trump versteht oder will das Politische System der USA nicht verstehen. Damit wird Trump krachend scheitern und es wird bald eine brutale Trump Götterdämmerung einbrechen. Komplexe Außenpolitik via Twitter zu führen, dürfte sicher auch im Chaos enden.

  3. Avatar

    klack

    12. April 2017 14:02 at 14:02

    Bei FMW muß ja schon reichlichlich Verwirrung herrschen ,wenn sie aus einer
    Maria Bartiromo ,der Frau mit den Mundwinkeln vom linken bis zum rechten Ohr,
    einen Mario Bartiromo machen oder hat FMW einen neuen Transgender entlarvt?

  4. Avatar

    Marko

    12. April 2017 16:09 at 16:09

    „Wann beginnen normalerweise Bärenmärkte? Wenn den Märkten Liquidität entzogen wird und gleichzeitig die Aussichten auf weiteres Wachstum schwindet. Oder wenn Kriege drohen. Beide Voraussetzungen sind derzeit gegeben.“

    Markus,das ist Unsinn, die Liquidität wird dem Rentenmarkt entzogen. – Die Liquidiät wird dem Aktienmarkt entzogen ? Seit wann, bzw. wie denn ?

    „…als die Fed im März die Zinsen angehoben hatte, reagierte die chinesische Notenbank sofort und straffte die geldpolitischen Zügel, schon um eine weitere Abwertung des Yuan und damit verbundener Kapitalflucht zu unterbinden. Wenn die Fed weitere Schritte machen wird, wovon derzeit auszugehen ist, wird China folgen müssen…

    Tritt China aufgrund der Fed-Politik weiter auf die Bremse, entzieht das massiv Liquidität. Und Liquidität wiederum ist der Treiber aller Aktien-Haussen, der Entzug von Liquidität wiederum meist der Ausgangspunkt einer Baisse.

    Sieht man sich die derzeitige Gemengelage aus Geopolitik und Perspektiven für die Liquidität an, so sind also die Voraussetzungen für einen Bärenmarkt gegeben.“

    Der Yuan ist an den USD „gekoppelt“ ? Kapiere ich nicht ? Natürlich wird China folgen müssen ? Sind denn die Zinserhöhungen für den Markt „schlecht“ ? – Ganz im Gegenteil !!!!

    Jaja auf den 1000 Punkte „Downer“ warten, ist doch toll ?

    • Avatar

      verinet

      12. April 2017 17:47 at 17:47

      sie sind der Meinung weitere Zinserhöhungen sind gut für den Aktienmarkt ? warum?
      warum China wahrscheinlich der FED folgen wird hat Markus doch erklärt
      „um eine weitere Abwertung des Yuan und damit verbundener Kapitalflucht zu unterbinden“

  5. Avatar

    Walter Schmid

    12. April 2017 17:53 at 17:53

    „und schon der deutsche Militärphilosoph Clauswitz hatte davor gewarnt, Waffen zu gebrauchen, wenn man für die Zeit nach dem Waffengang keinen Plan hat“
    Und damit hat er so was von Recht, der Clauswitz! Ein Erstschlag gegen Nordkorea wäre so ziemlich das Dümmste, was den USA einfallen könnte. Es würde in einem Desaster enden. Und mit Bodentruppen ist Nordkorea schon mal gar nicht beizukommen. Es ist schon gefährlich genug, den kleinen Dicken mit Säbelgerassel zu provozieren.

    • Avatar

      verinet

      12. April 2017 18:14 at 18:14

      der Mann hieß von Clausewitz….wenn der kleine Dicke nochmal ne Rakete startet werden die USA ihm wohl die Möglichkeit zu weiteren Raketenstarts nehmen, dazu braucht es keine Bodentruppen. Es ist wohl auch gefährlich den kleinen Dicken in aller Ruhe weiter an Interkontinentalraketen basteln zu lassen.

      • Avatar

        Walter Schmid

        12. April 2017 18:38 at 18:38

        Ja, das ist sicher auch nicht ganz ungefährlich. Aber dann freut sich der kleine Dicke und kann sich weiter brüsten. Er braucht ja was für sein Ego. Bellende Hunde beißen meist nicht. Aber ein direkter Angriff würde wohl einen unkontrollierbaren Krieg gegen Südkorea auslösen.

  6. Avatar

    PK

    12. April 2017 18:12 at 18:12

    „If not, we will solve the problem without them! “

    jedesmal, wenn die Amerikaner ein Problem lösen wollten, wurde die Welt ein Stück unsicherer. Was den Markt betrifft, sieht man an den diversen Absicherungen, daß sehr viel Nervosität eingepreist ist. Mich wundert, daß sich die Indizes trotzdem so gut halten. Bin aktuell noch neutral, aber klar ist, daß jede Absicherung, die wieder aufgelöst wird, den Kurs treiben wird.

    • Avatar

      verinet

      12. April 2017 18:23 at 18:23

      naja 1945 ist die Welt nicht unsicherer sondern sicherer geworden würde ich sagen

      • Avatar

        Lars

        12. April 2017 20:12 at 20:12

        @verinet In den 60ern die Kuba-Krise mit fast Atomkrieg…
        Fast 20 Jahre kalter Krieg mit einem Arsenal an Atomwaffen, das den Planeten 100e von Malen vernichten könnte…
        Zwei Reaktor-Super-GAUs innerhalb der Zeitspanne einer Generation…
        Terroranschläge, die 1000en von Menschen das Leben kosten, 2 der größten Wolkenkratzer zum Einsturz bringen und von der amerikanischen Außenpolitik sicherlich nicht ganz unprovoziert waren…
        Und jetzt zur selben Zeit die Russen UND die Chinesen reizen…
        Die Zerstörung der Umwelt und des Klimas mit katastrophalen Wetterphänomene, die Millionen von Menschenleben kosten…

        Echt sicher! Sind Sie sich sicher?

  7. Avatar

    Beobachter

    12. April 2017 18:59 at 18:59

    Wieder mal heisse Luft von Marko, Es hat immer Haussen u.Baissen gegeben, u.nach 8Jaren Rally u.ca. 300% Anstieg braucht es o,ooo Gründe für eine Baisse, obwohl es viele Gründe gäbe !

    • Avatar

      Walter Schmid

      12. April 2017 22:28 at 22:28

      Wunderbar! Mit einem Satz alles gesagt! Und ja, genau so ist es: Es gibt derzeit ungemein viele gute Gründe für ein Abrauschen der Kurse nach Süden, aber es bräuchte gar keine. Es reicht vollkommen, dass es irgendwann immer weniger Gründe für steigende Kurse gibt und die Bullen es mit der Angst zu tun kriegen und lieber mal ihre Gewinne absichern und Kasse machen. Das nennt man Gewinnmitnahmen, denn Gewinne hat man erst, wenn man sie mitnimmt. Und dann will sie auf einmal jeder noch schnell mitnehmen.

  8. Avatar

    Dickbär

    13. April 2017 05:39 at 05:39

    Der Börsensaal ist viel grösser als früher ( Bilanzsumme -Aktien auf Kredit ) der Ausgang ist gleich gross geblieben, wenn alle gleichzeitig heraus wollen werden sie einander zertrampeln, wahrscheinlichen werden die Notenbanken den Ausstieg organisieren müssen ,damit das Dampfablassen auf einige Monate verteilt werden kann ! Ich bin gespannt, die Frage ist nicht ob, sondern nur noch WANN ?

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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