Aktien

Bei Rocket Internet, da ist was los

Ja, so kann man es formulieren, wenn einem das irgendwie alles komisch vorkommt. Ist es einfach nur ein komisches Gefühl, und mehr nicht? Am Montag hatte Rocket Internet bekannt gegeben eigene Aktien für 24 Euro zurückkaufen zu wollen, somit 1,28 Euro unter dem Börsenkurs von...

FMW-Redaktion

Ja, so kann man es formulieren, wenn einem das irgendwie alles komisch vorkommt. Ist es einfach nur ein komisches Gefühl, und mehr nicht? Am Montag hatte Rocket Internet bekannt gegeben eigene Aktien für 24 Euro zurückkaufen zu wollen, somit 1,28 Euro unter dem Börsenkurs von Montag. Welcher Investor möchte da schon gerne verkaufen? Schon das wirkte doch recht merkwürdig.

Von 25,91 Euro in der Spitze am Montag ist die Aktie von Rocket Internet heute bis auf 24,32 Euro gefallen. Will die Firmenleitung andeuten, dass man selbst denkt die Aktie sei nur 24 Euro wert? (Scherz) Wie auch immer. Gestern Abend gab man bekannt 12,2 Millionen Aktien der Tochter „Hello Fresh“, die bereits börsennotiert ist, außerbörslich an institutionelle Investoren verkauft zu haben. Auch hier wirkt es zunächst merkwürdig.

Die Aktie von Hello Fresh ging gestern vor dieser Veröffentlichung mit 13,36 Euro aus dem Handel. Verkauft hat Rocket Internet die Aktien für 12,30, und somit 1,06 Euro unter dem gestrigen Schlusskurs. Daraufhin fiel die Aktie heute deutlich, und notiert jetzt mit 12,06 Euro. Es ist beim genaueren Hinsehen aus Rocket-Sicht nachvollziehbar. Wenn man unbedingt Cash machen wollte/musste (wir wollen das natürlich nicht unterstellen), war man gezwungen einen niedrigeren Verkaufskurs als den Börsenkurs zu akzeptieren.

Denn die Käufer wissen: Würde Rocket Internet versuchen so ein großes Aktienpaket über die Börse zu verkaufen, wäre der Aktienkurs von Hello Fresh wohl noch mehr gefallen, und Rocket hätte vielleicht einen noch schlechten Erlös erzielt. Also akzeptiert Rocket die 12,06 Euro wohlwollend? Weiter schreibt Rocket Zitat:

Rocket Internet räumt anderen pre-IPO Aktionären von HelloFresh die Option ein, HelloFresh-Aktien (pro-rata in Bezug auf ihren pre-IPO Anteil im Verhältnis zur Gesamtzahl der in der Platzierung veräußerten Aktien) an Rocket Internet zum Platzierungspreis abzüglich Kosten und Aufwendungen (anteilig) zu verkaufen. Allerdings gewährt Rocket Internet diese Option nur, sofern der jeweilige Aktionär mit den Joint Bookrunners eine Lock-Up-Vereinbarung unter im Wesentlichen gleichen Bedingungen wie der Verlängerte Lock-Up eingeht. Diese Option wird am dritten auf den heutigen Tag folgenden Geschäftstag verfallen.

Alles klar? Erst verkaufen, dann von wem anders kaufen? Die Aktien von Hello Fresh und Rocket laufen aktuell nicht so toll. Im Chart sieht man im Vergleich die Aktie von Rocket Internet (schwarz) zum Dax (orange) seit 2015.

Rocket Internet vs Dax



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